First Light mit Melusine...

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DieterBrümmer

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Beobachtungsbericht

Beobachtungsort: GMV Meppen
Beobachtungszeit: 21.05.2004, 21:15 - 21:30 und 23:15 - 23:50 Uhr MESZ
Beobachtungsgeräte: 70/700 Skylux Lidlscope Refraktor "Melusine"
8x56 Bresser Hunter Feldstecher "Noel Redding"
Okulare: K 20mm (35fach), K 4mm (175fach)
Wetter: leichter Dunst, der Himmel daurch etwas aufgehellt, windstill
Temperatur: 1. Anfang: +9,4° C Ende: +9,3° C
2. Anfang: +7,2° C Ende: +6,1° C
Objekte: Venus, Mond, Jupiter, Komet C 2001 Q4 Neat, M44, Albireo
Themengebiet: First Light mit Melusine

Bericht:
Gestern sah es erst so aus, als wenn es den ganzen Tag bewölkt sein würde, aber gegen Abend riss der Himmel etwas auf und es wurde klarer, durch die Feuchtigkeit war es aber doch dunstiger, was die Beobachtung etwas beeinträchtigen sollte. Die ganze Woche war Melusine schon etwas betrübt, immer wird Jimi vorgezogen und dann noch ein paar Tage schlechtes Wetter. Doch für Melusine, das Lidlscope, sollte es gestern das First Light schlechthin werden und sie freute sich schon ungemein. Und dann war es soweit, Teil 1 der Beobachtung sollte erfolgen mit Venus und dem zwei Tage alten Mond. Ich stellte sie raus und versuchte dann mit der 35fachen Vergrösserung zuerst Venus aufzufinden, was auch gut gelang. Sie zeigte mir eine noch einen Tick schmaler gewordene Sichel und bei 175facher Vergrösserung konnte ich auch den Effekt der übergreifenden Hörnerspitzen feststellen und dies konnte ich jetzt sogar besser überprüfen, da der Mond auch in Sichelform am Himmel stand. Ich also das 20mm Okular wieder rein und dann auf dem Mond gestellt. Und Tatsache, beim Mond gibt es diese wiederum nicht, da der Mond keine Atmosphäre hat. Wieder auf die Venus eingestellt, die wiederum zeigte, dasz die Spitzen über die Hälfte überragten, wenn auch nur ein bischen. Hier ist die Atmosphäre dran schuld. Viel gibt es auf der Venus nicht zu entdecken, da die Wolken alles von der Oberfläche verhüllen, aber die Sichel und der Effekt der Hörnerspitzen entschädigt dafür. Bekommt man auch sonst von der Erde aus bei keinem Planeten so zu sehen, weil der Merkur viel schwieriger zu beobachten ist und er hat auch keine Atmosphäre hat. Da der Mond auch grad am Himmel stand, dachte ich mir, ich beobachte auch mal die Formationen auf unserem Nachbarkörper und der zeigt nun mal ausgeprägte Formationen, wie man sie sonst so nirgendwo so nah zu sehen bekommt. Dazu brauchte ich noch den Kosmos Mondführer, ich schlug die Seite mit dem ersten und zweiten Abend auf und versuchte die drei Objekte, die da standen, Mare Crisium, das schon sehr gut zu sehen war, sowie die Krater Langrenus und Petavius zu finden. Dies gelang auch, beide, sowohl Langrenus als Petavius zeigen so eine Spitze in der Mitte wie ein Berg, was ich sehr gut bei 175facher Vergrösserung sehen konnte. Ansonsten waren noch eine Vielzahl von Kratern jetzt schon zu sehen, die sich besonders am Rande des Überganges des sichtbaren vom noch unsichtbaren bemerkbar machte, was an der Sonneneinstrahlung lag. Der Mond ist ein interessantes Gebilde und ich versuch demnächst mal eine Region anhand des Kosmos Mondführers mir vorzunehmen, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Heute spielt es nicht mit, immer wieder Schauer und da hab ich keine Lust, das Telskop rauszustellen. Um 21:30 Uhr beendete ich vorerst die Beobachtung, aber es sollte nich die letzte sein gestern, denn um 23:10 Uhr ging es, nachdem es schon etwas dunkler geworden war, wieder raus und um 23:15 Uhr begann ich mit Teil 2 der Beobachtung. Zuerst suchte ich mit der 35fachen Vergrösserung Jupiter auf, was auch schnell gelang. Die beiden Hauptbänder waren schon gut zu sehen, auch die Monde und ich setzte die 175fache Vergrösserung rein, aber das war keine so gute Idee, denn bei dem Dunst konnte man mit der Vergrösserung nicht viel mehr sehen. Zwar traten die Hauptbänder und die mittlere Zone im Sekundentakt ab und an besser hervor, aber immer wieder verwischte dies Bild. Schade. Die Monde im seitenverekehrten Bereich: auf der linken Seite stand etwas abseits Kallisto, auf der rechten Seite dann aneinandergereiht eng zusammen Io und Europa, daneben dann Ganymed. Nun gut, ich setzte die 35fache Vergrösserung wieder rein und machte mich auf die Suche nach Neat, war nicht so einfach, da ich einige Tage nicht beobachtet hatte, musste ich mich etwas orientieren. Laut Winnies Karten stand er oberhalb der omikron 1 - 4 Sterne im Krebs. Zusätzlich zur Hilfe nahm ich den Feldstecher und ich fand ihn dann doch, aber er machte heute einen schwächeren Eindruck, kann aber, wie gesagt, am Dunst liegen. Also aufgesucht im Sucher fand ich ihn dann auch und da war er schon im Teleskop bei 35facher Vergrösserung. Die einigermassen helle Koma zeigte eine leichte Verdichtung zum Kern, der Schweif war heut nur ansatzweise zu sehen, auch indirekt, aber da war der aufgehellte Himmel dran schuld. Er stand eingerahmt zwischen etlichen schwachen Sternpärchen, die ich so rechts und links ausmachte. Die Helligkeit schätzte ich so um 4 mag. Wie schwierig die Sicht heute war, zeigte sich am offenen Sternhaufen M44 "Praesepe", das auch im Sucher schwer zu finden war in der Horizontnähe. Nach etlichen Versuchen und mit Hilfe des Feldstechers gelang es mir dann doch. Er zeigte zahlreiche hellere Sterne, dahinter etliche schwächere. Aus den helleren versuchte ich ein paar Formationen auszumachen. Aus einem Gebilde sah ich ein Quadrat und wenn ich die Kette, die nach links zog, weiterverfolgte, hatte diese die Form des Kleinen Wagens. Oberhalb dieser Formation war ein Dreieck auszumachen. Es ist interessant, worauf man kommt, wenn man so einen ausgeprägten offenen Haufen wie M44 beobachtet. Ein Sternbild wie den Kleinen Wagen hat bestimmt noch niemand gedeutet aus den zahlreichen Sternen, aber man braucht dazu etwas Phantasie und die Kenntnisse über die Formen einzelner Sternbilder. Versucht es mal und schaut euch M44 mal genau an, vielleicht kommt ihr auch darauf oder ihr seht etwas andres. Würd mich mal interessieren, was andre so bei M44 schon gesehen haben. So und zum Abschluss, wie konnte es für ein First Light eines Teleskopes einer Albireo-Station sein, jawoll, der Doppelstern Albireo. Diesen fand ich schon sehr schnell, dasTeleskop schnell gedreht und dann im Sucher eingestellt und bei 35facher Vergrösserung dann betrachtet, schön die beiden, der hellere orange, der schwächere bläulich, wobei der hellere mit 3,1 mag zwei Grössenklassen stärker ist als sein Begleiter. Bei 175facher Vergrösserung konnte man sie zwar deutlicher getrennt sehen, aber die Farben kamen nicht so deutlich hervor wie bei 35fach. Also noch mal bei der schwächeren Vergrösserung betrachtet. Einfach schön die beiden. Mit dieser Beobachtung beendete ich gestern die Beobachtung.

Fazit:
Ich hätte Melusine ein besseres First Light gewünscht, vor allen Dingen einen klaren Himmel, aber sie war auch so zufrieden, überhaupt das erste Mal etwas betrachtet zu haben und ist jetzt noch ganz überwältigt von den Eindrücken Venus, Mond, Komet, Jupiter, M44 und eben, was sie besonders schön fand, den Doppelstern Albireo, auf sowas farbenfrohes steht sie. Und bei einer richtig klaren Nacht ist sie wieder draussen. Heute wird´s aber nix, denn zwar sind mal Wolkenlücken, aber auch immer wieder Schauertätigkeit und ich habe keine Lust, aus der Beobachtung ein Abgehetze zu machen. Dazu hat Melusine auch keine Lust. Dann vielleicht die nächste Tage der Mond, da könnte ich mal den Kosmos Mondführer austesten, scheint ein interessantes Buch zu sein, ich will mal versuchen, ein Gebiet abzuklappern, alles kann man auf dem Mond nicht auf einmal, weil das ist sehr umfangreich.
 
Hallo Dieter,

albireotische Glückwünsche zum first light der schönen Melusine <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ja, wer sagt, es muß immer besonders viel Öffnung sein, der ist halt nur unserer Konsumgesellschaft erlegen. Auch und gerade mit kleinen Optiken kann man den Himmel besonders hautnah erleben, das Teleskop als optisches Hilfsmittel, nicht als Kultobjekt per se. Ich geh auch immer wieder gerne mal spontan mit Optimus I auf Tour, oft überleg ich mir dann, angeregt durch Beobachtungsberichte wie den Deinigen, ein kleines thema zurecht: Doppelsterne oder Mond zum beispiel, oder einen vergleich der Kugelsternhaufen M13 und M92. Ein kleines Thema jeweils, wo ich dann in aller Ruhe versuche, mit der kleinen Optik so viel wie möglich zu entdecken. Ich finde das immer wieder bereichernd!

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - [COLOR="1070FF"]OBSERVATORIUM[/color]

Markus A. R. Langlotz
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Hallo Dieter,

albireotische Glückwünsche zum first light der schönen Melusine

Ja, wer sagt, es muß immer besonders viel Öffnung sein, der ist halt nur unserer Konsumgesellschaft erlegen. Auch und gerade mit kleinen Optiken kann man den Himmel besonders hautnah erleben, das Teleskop als optisches Hilfsmittel, nicht als Kultobjekt per se. Ich geh auch immer wieder gerne mal spontan mit Optimus I auf Tour, oft überleg ich mir dann, angeregt durch Beobachtungsberichte wie den Deinigen, ein kleines thema zurecht: Doppelsterne oder Mond zum beispiel, oder einen vergleich der Kugelsternhaufen M13 und M92. Ein kleines Thema jeweils, wo ich dann in aller Ruhe versuche, mit der kleinen Optik so viel wie möglich zu entdecken. Ich finde das immer wieder bereichernd!

Viele Grüße

Markus

hallo markus nochmal,

jau danke schön, es freut mich, dasz selbst ich mit meinen bescheidenen möglichkeiten noch für anregungen sorgen kann. und es stimmt schon, es lassen sich immer wieder interessante sachen entdecken und ich hab noch gar nich so viel gesehen am himmel. auf den sommer freu ich mich auch schon, wenn der schütze mit seinen prachtvollen objekten wieder aufsteigt, da hab ich immer meine schönsten erlebnisse. ich selber hab mir aber vorgenommen, nicht soviel objekte auf einmal abzugrasen, sondern mir immer nur ein bestimmte auszusuchen, so 4 - 5 am himmel, um diese dann sehr entspannt länger zu betrachten. denn bei so wenigen objekten gewinn ich zeit, die ich dann für diese paar mehr nutzen kann. so seh ich manchmal dinge, die andre gar nich so auffallen wie beispielsweise bei m44. offene sternhaufen eignen sich besonders gut, um irgendwelche figuren aus der vielzahl an hellen sternen zu interpretieren. ich wünsche dir auch viel spass mit deinen geräten, vor allen dingen den optimus.
 
Hallo Dieter,

auch von mir herzliche Glueckwuensche zum First Light. Ich find´s immer wieder toll, dass es Leute wie Dich gibt, die nicht dem Oeffnungsfieber erliegen.

Hui, mich packt schon wieder ein Schuettelfrost! Das kommt von eben diesem Fieber, das mich leider befiel! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Weiterhin viele genussvolle Beobachtungsnaechte!

Birgit
 
Hallo Dieter,

auch von mir herzliche Glueckwuensche zum First Light. Ich find´s immer wieder toll, dass es Leute wie Dich gibt, die nicht dem Oeffnungsfieber erliegen.

Hui, mich packt schon wieder ein Schuettelfrost! Das kommt von eben diesem Fieber, das mich leider befiel!

Weiterhin viele genussvolle Beobachtungsnaechte!

hallo birgit,

nee, dem öffnungswahn brauch ich gar nich erliegen, da ich bisher noch nicht mal 10% erkundet habe vom sternenhimmel, also sind noch 90% übrig von dem, was mit so´ner kleinen röhre möglich is. und wenn man bedenkt, dasz ich schon seit 20 jahren astronomie betreibe, dann werd ich das wohl auch nich schaffen. also brauche ich auch gar keine grossen geräte, wozu auch. und dasz ich immer wieder was neues sehe, kannst du mal wieder in meinem mondbericht nachlesen.
dir auch noch viel spass am himmel
 
Hallo Dieter,

auch ich habe Deine beiden Berichte mit Genuß gelesen. Umso mehr, als ich in froher Erwartung eines Synta ED "Volksapo" mit 80 mm Öffnung als erstes Teleskop bin. Es tut gut, zu lesen, daß man auch ohne "Monsterdobson" am Himmel glücklich werden kann. Für mich ist der Aufstieg vom Fernglasspechteln mit maximal 20-facher Vergrößerung zum Teleskop ein Riesensprung! Bisher war ich ja froh, die Juppimonde zu erkennen.

Insbesondere Dein Mondbericht hat es mir angetan. Das Kosmos-Buch habe ich schon. Ich werde mich -sobald das scope endlich da ist- auf Deine Spuren begeben.

carpe noctem
Matthias
 
Hallo Dieter,

auch ich habe Deine beiden Berichte mit Genuß gelesen. Umso mehr, als ich in froher Erwartung eines Synta ED "Volksapo" mit 80 mm Öffnung als erstes Teleskop bin. Es tut gut, zu lesen, daß man auch ohne "Monsterdobson" am Himmel glücklich werden kann. Für mich ist der Aufstieg vom Fernglasspechteln mit maximal 20-facher Vergrößerung zum Teleskop ein Riesensprung! Bisher war ich ja froh, die Juppimonde zu erkennen.

Insbesondere Dein Mondbericht hat es mir angetan. Das Kosmos-Buch habe ich schon. Ich werde mich -sobald das scope endlich da ist- auf Deine Spuren begeben.

carpe noctem
Matthias

hallo matthias,

ich wünsch dir viel glück und spass bei deinem 80mm synta. dein gerät ist nicht viel grössser als meins, insofern eins vorweg: in den jeweiligen kapiteln zu den abenden sind bestimmte regionen auf folgenden seiten genauer beschrieben und auch mit fotos hinterlegt, wo die einzelnen objekte markiert sind. nur sind diese objekte viel grösser dargestellt, als du es mit der grössten vergrösserung sehen wirst. daran musst du dich schon mal gewöhnen. man darf sich auch nicht täuschen lassen, aber dadurch, dasz dieses tatsächlich viel kleiner erscheint, lernt man auch, viel genauer hinzusehen. grad bei kleinen kratern ist dieses so. und ich scheue mich auch nicht, krater zu erwähnen, die in dem buch nicht bezeichnet sind. denn wenn ich sie sehe, warum soll ich sie verschweigen. manche dinge sieht man aber nur so eben, grad aufgrund dieser kleinheit. man darf jetzt aber nicht hingehen und etwas hineindichten wollen. nur das beschreiben, was man sieht. wenn es nur eben angedeutet sichtbar ist, dann ist es eben nur so sichtbar und nicht in voller bandbreite wie im buch. und wenn es nicht sichtbar ist, dann seh ich es halt nicht. das buch soll ja auch nur helfen, bestimmte objekte auf dem mond besser zu identifizieren. wenn du mit dem auto in eine unbekannte gegend fährst, hast du ja auch eine karte dabei und versuchst dich zu orientieren. nix andres macht man auf dem mond mit dem buch. aber ich denke mal, du wirst dich nach anfangsschwierigkeiten schon gut zurecht finden. mondbeobachtung ist keine einfach sache, aber mit ein bischen übung klappt das schon. für mich ist die mondbeobachtung auch das erste mal, dasz ich so genau auf die einzelnen objekte eingehe. und es hilft mir beim erkennen von details.
viel spass beim beobachten und wandern auf dem mond.
 
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