Balkonaut
Aktives Mitglied
Hallo,
ich wollte an dieser Stelle von meinen ersten Erfahrungen mit dem Skywatcher Newton 150 / 1200 berichten.
Ich hatte vorher einen kleinen 60 mm Refraktor und wollte mich vergrößern. Eine H-EQ5 Montierung und ein paar Planetary-Okulare (4-9 mm) waren schon gekauft und es sollte eigentlich einen 8" f6 von Orion UK werden. Da daß das mit der Finanzierung noch etwas länger dauern würde, habe ich mich für eine Zwischenlösung entschieden. Da ich Wohnortbedingt (Berlin!!) oft Mond und Planetenbeobachtungen machen werde, habe ich mir "erstmal" den 6" f8 Newton von Skywatcher zugelegt. Nach einer unendlich langen Schlechtwetterperiode (ich denke, Ihr habt es mitgekriegt), war das Teleskop endlich in den letzten Wochen im Einsatz.
Zuerst stand der Mond bei schlechten Bedingungen (Schleierwolken, nie 100 % klar) auf dem Programm und ich war bei den ersten zwei Beobachtungen etwas enttäuscht im Vergleich zu dem was ich von dem kleinen Refraktor kannte. Beim nächsten mal allerdings waren die Bedingungen gut und ich war total begeistert! Die Hadley-Rille war glasklar, wie auf einem Foto, zu beobachten. Ich hätte nicht gedacht, daß das mit einem 6" Teleskop in der Form möglich ist. In den folgenden Tagen waren viele der lunar 100-Objekte, wie die Lava-Dome Gruithuisen Delta & Gamma, die De Gasparis Rillen und drei kleine Krater in Plato gut zu sehen. Das Schröter-Tal kannte ich ja schon vom kleinen Refraktor aber der Anblick vom Schröter-Tal in der aufgehenden Sonne mit dem Skywatcher war wirklich unglaublich. Ich benutzte meistens Vergrößerungen zwischen 170 und 240-fach.
Natürlich war auch Saturn an der Reihe. Absolut kein Vergleich zu 60 mm!! Ich denke es war an einem Abend mit ruhiger Luft trotz Kantenstellung die Cassini-Teilung zu sehen und auf jeden Fall ein deutliches Wolkenband quer über den Planeten. Drei Monde waren auch meistens gut zu sehen. In ruhigen Momenten war der Saturn bei 240 Facher Vergrößerung gestochen scharf und der optische Eindruck ungefähr so, wie viele Webcam-Aufnahmen hier im Forum, die mit 8" Newtons gemacht werden. Auch das hätte ich nicht gedacht. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Planeten !!!
Für drei mondlose Stunden hatte ich das Teleskop schließlich ein wenig außerhalb Berlins (immer noch lichtverschmutzt, aber viel besser als von meinem Balkon!!). Als erstes den Eskimo-Nebel anvisiert und als kleines Scheibchen gesehen. Im Löwen konnte ich die Galaxien NGC2903, M65 und M66 gut erkennen, aber keine Strukturen. Etwas mehr war aber bei dem "Schwarzen Auge" M64 zu sehen, zwar nicht das Auge aber schon ein deutlich hellere Zentralregion. Inzwischen war der Herkuleshaufen M13 aufgegangen und ich war jetzt wirklich gespannt, was aus dem kleinen Fleckchen bei 60 mm hier wird. Zuerst war ich etwas enttäuscht, aber als ich eine Weile in das Okular geschaut habe, erschien er langsam wie man ihn von Fotos kennt. Natürlich nicht in Einzelsterne aufgelöst, aber wirklich beeindruckend. Nachdem ich ein ganze Weile M13 beobachtet habe, war die Leier niedrig über dem Horizont zu sehen. Der Ringnebel M57, aus dem Refraktor als kleines Scheibchen bekannt, war ein klar als Ring zu sehen.
Auch meine erste Deep Sky Nacht mit dem Skywatcher war also super und meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich brauche unbedingt einen besseren Himmel (wahrscheinlich muß man schon so 50 km rausfahren) und mehr Okulare (Ich habe alle Deep Sky Beobachtungen mit dem 9 mm Planetary gemacht!), ich habe da an Speers-Waler 13,4 mm und Vixen LVW 22 mm gedacht (sind ja leider nicht gerade billig).
Also ich bin mit meiner "Zwischenlösung" wirklich mehr als zufrieden. Mond / Planeten ist wirklich super und Deep Sky auch viel besser als ich dachte. Ich kann gar nicht glauben das ich für den optischen Tubus nur 125 Euro bezahlt habe! Das ganze ist auf der H-EQ5 schön Stabil. Mein Justierokular ist jetzt auch angekommen, das heißt: Telekop auseinander nehmen und Velourfolie rein, das ist ja bei dem 6" f8 wahrscheinlich nicht so einfach.
Einen klaren und ruhigen Himmel wünscht
Henning
ich wollte an dieser Stelle von meinen ersten Erfahrungen mit dem Skywatcher Newton 150 / 1200 berichten.
Ich hatte vorher einen kleinen 60 mm Refraktor und wollte mich vergrößern. Eine H-EQ5 Montierung und ein paar Planetary-Okulare (4-9 mm) waren schon gekauft und es sollte eigentlich einen 8" f6 von Orion UK werden. Da daß das mit der Finanzierung noch etwas länger dauern würde, habe ich mich für eine Zwischenlösung entschieden. Da ich Wohnortbedingt (Berlin!!) oft Mond und Planetenbeobachtungen machen werde, habe ich mir "erstmal" den 6" f8 Newton von Skywatcher zugelegt. Nach einer unendlich langen Schlechtwetterperiode (ich denke, Ihr habt es mitgekriegt), war das Teleskop endlich in den letzten Wochen im Einsatz.
Zuerst stand der Mond bei schlechten Bedingungen (Schleierwolken, nie 100 % klar) auf dem Programm und ich war bei den ersten zwei Beobachtungen etwas enttäuscht im Vergleich zu dem was ich von dem kleinen Refraktor kannte. Beim nächsten mal allerdings waren die Bedingungen gut und ich war total begeistert! Die Hadley-Rille war glasklar, wie auf einem Foto, zu beobachten. Ich hätte nicht gedacht, daß das mit einem 6" Teleskop in der Form möglich ist. In den folgenden Tagen waren viele der lunar 100-Objekte, wie die Lava-Dome Gruithuisen Delta & Gamma, die De Gasparis Rillen und drei kleine Krater in Plato gut zu sehen. Das Schröter-Tal kannte ich ja schon vom kleinen Refraktor aber der Anblick vom Schröter-Tal in der aufgehenden Sonne mit dem Skywatcher war wirklich unglaublich. Ich benutzte meistens Vergrößerungen zwischen 170 und 240-fach.
Natürlich war auch Saturn an der Reihe. Absolut kein Vergleich zu 60 mm!! Ich denke es war an einem Abend mit ruhiger Luft trotz Kantenstellung die Cassini-Teilung zu sehen und auf jeden Fall ein deutliches Wolkenband quer über den Planeten. Drei Monde waren auch meistens gut zu sehen. In ruhigen Momenten war der Saturn bei 240 Facher Vergrößerung gestochen scharf und der optische Eindruck ungefähr so, wie viele Webcam-Aufnahmen hier im Forum, die mit 8" Newtons gemacht werden. Auch das hätte ich nicht gedacht. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Planeten !!!
Für drei mondlose Stunden hatte ich das Teleskop schließlich ein wenig außerhalb Berlins (immer noch lichtverschmutzt, aber viel besser als von meinem Balkon!!). Als erstes den Eskimo-Nebel anvisiert und als kleines Scheibchen gesehen. Im Löwen konnte ich die Galaxien NGC2903, M65 und M66 gut erkennen, aber keine Strukturen. Etwas mehr war aber bei dem "Schwarzen Auge" M64 zu sehen, zwar nicht das Auge aber schon ein deutlich hellere Zentralregion. Inzwischen war der Herkuleshaufen M13 aufgegangen und ich war jetzt wirklich gespannt, was aus dem kleinen Fleckchen bei 60 mm hier wird. Zuerst war ich etwas enttäuscht, aber als ich eine Weile in das Okular geschaut habe, erschien er langsam wie man ihn von Fotos kennt. Natürlich nicht in Einzelsterne aufgelöst, aber wirklich beeindruckend. Nachdem ich ein ganze Weile M13 beobachtet habe, war die Leier niedrig über dem Horizont zu sehen. Der Ringnebel M57, aus dem Refraktor als kleines Scheibchen bekannt, war ein klar als Ring zu sehen.
Auch meine erste Deep Sky Nacht mit dem Skywatcher war also super und meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich brauche unbedingt einen besseren Himmel (wahrscheinlich muß man schon so 50 km rausfahren) und mehr Okulare (Ich habe alle Deep Sky Beobachtungen mit dem 9 mm Planetary gemacht!), ich habe da an Speers-Waler 13,4 mm und Vixen LVW 22 mm gedacht (sind ja leider nicht gerade billig).
Also ich bin mit meiner "Zwischenlösung" wirklich mehr als zufrieden. Mond / Planeten ist wirklich super und Deep Sky auch viel besser als ich dachte. Ich kann gar nicht glauben das ich für den optischen Tubus nur 125 Euro bezahlt habe! Das ganze ist auf der H-EQ5 schön Stabil. Mein Justierokular ist jetzt auch angekommen, das heißt: Telekop auseinander nehmen und Velourfolie rein, das ist ja bei dem 6" f8 wahrscheinlich nicht so einfach.
Einen klaren und ruhigen Himmel wünscht
Henning