aths
Aktives Mitglied
Ort: Stadtrand von Wismar.
Datum 10. 7. 2003, ca. 22:30 - 1:00 Uhr.
Optik: Vixen ED-Refraktor, 102 mm Öffnung, 920 mm Brennweite. Okulare: LV-Okulare 5 mm, 9 mm, 25 mm. Weiteres Zubehör: Baader 60° Binokular, Glaswegkorrektor 1,25x (der 1,7x blieb zuhause) und ein Amici-Prisma.
Bedingungen: 3/4 Mond, Dunst, streifenweise Wolken und Dunst, Licht von den Fenstern eines nahen Wohnheims.
Besonderheiten: First Light.
Aufbau in der Dämmerung mit 3 Mann (inklusive mir selbst.)
Mond: 37x, 102x je im Amici-Prisma: Schöne Ansicht der Krater. 184x: Kommt wegen niedrig stehendem Mond nicht so gut, die Luft zitterte, der Kontrast war wegen vorhängender streifiger Wolken ohnehin nicht so gut. Im Binokular ohne Glaswegkorrektor (GK) nicht ganz scharf zu stellen (der optische Weg ist knapp zu lang), mit GK (extra noch mal hoch gelaufen) bei 46x sehr schön!! Jemandem gelang es, endlich den vermaledeiten Ring zu lösen, so dass der GK endlich so eingesetzt werden konnte wie es gedacht ist.
Mit 5 mm (wegen GK = 230x) ungleiche Bildausschnitte, keine Zeit, zu probieren um das zu ändern. Die Bedingungen waren alles andere als ideal, trotzdem meinte ich zu merken, dass 230x schon im Grenzbereich ist. Knackige Schärfe war nicht hinzubekommen. Ob das unter Umständen nur am Wetter lag (also an den Wolkenschleiern, und / oder daran, dass der Mond recht niedrig stand) muss noch getestet werden. GGf. wird die Ausstattung noch so modifiziert, dass die Maximalvergrößerung bei knapp 200x liegt. Bei nur 46x ist der Mond beidäugig trotzdem ein tolles Erlebnis. Die Bilder sind leicht zur Deckung zu bringen, und am Terminator gibts interessante Krater zu sehen. Da die beiden 9 mm LV-Okulare nicht parfokal sind (und noch getauscht werden) wurden sie nicht im Bino eingesetzt.
Orientierung am Sternenhimmel. Einstellen eines hellen Sternes, der zunächst unter Planetenverdacht stand. (Später Identifizierung als "Arkur" im Bootes. Dazu extra die Kosmos Drehbare Sternkarte geholt, im gleichen Gang den Karkoschka mitgebracht und eine eine frisch gedruckte Mondkarte, nämlich die Übersichtskarte zum Berliner Mondatlas aus dem Internet.)
Erste Versuche im Einnorden per Polsucher (hat noch nicht so geklappt wie gedacht.)
Einstellen von Mizar. Trennung der Mehrfachkomponente. Einige andere fanden sich ein (in der Nähe wurde gegrillt) und guckten auch (beim Abbauen war dann nur noch ein einziger da.)
Suchen von M13, dieser wäre jedoch hinter dem Wohnheim. Anpeilen vom h+x, offenbar ist das Gerät zu schwach und / oder die Nacht zu hell? Man hat viele Sterne in Gesichtsfeld, aber keine Sternhaufen. Ich war mir nicht im klaren darüber, was einen da erwarten könnte. (Der Karkoschka zeigte wie ich dann bemerkte einen Würfel mit 6 Punkten, was das Teleskop offensichtlich überfordert.) Das "Abfahren" der Sterne ist mit nur 1° Gesichtsfeld im Bino trotzdem faszinieren.
Suchen von M57. Schwierig zu sehen, nur ganz undeutlich. Bei indirektem Sehen (also "vorbeigucken") jedoch nach etwas Gewöhnungszeit deutlich ein "Rauchkringel". Wunderschön bei beidäugiger Beobachtung mit 46x. Für mich das Highlight des Abends. Das muss bei besseren Bedingungen unbedingt wiederholt werden. Mein erster Planetarischer Nebel! (Ich wurde gefragt, was das "in Wirklichkeit" sei und musste passen. Wie enstand der Ringnebel in der Leier? Ist das der Überrest eines Sterns?)
Sternbild "Schwan" identifiziert.
Versuch, Beta Cygni einzustellen. Die sichere Identifizierung von Albireo gelang jedoch nicht.
Jemand entdeckte einen hellen Sterns der über dem Horizon aufgeht. Beim anpeilen wurde Flächigkeit festgestellt, der "Stern" also als Mars identifiziert. Orange Farbe. Mit über 50x nur ein verschwommenes Bild.
Noch mal Peilung zum Mond, Versuch der Identifierung einiger Krater, was jedoch in der Eile nicht gelang.
Zum Abschluss doch noch mal den Mars, der schon etwas höher stand, diesmal monokulare Beobachtung. Bei 102x konnte man sich einbilden auf der Oberfläche zu erahnen dass sie nicht völlig eintönig ist. "Sichelgestalt" (ungefähr 4/5) konnte man ebenfalls annehmen, beides war jedoch nicht sicher feststellbar, da man (wohl durch den niedrigen Stand) deutliche Farbränder hatte, der Mars wurde (komischerweise "schräg") in seine Spektralfarben zerlegt.
Bei einem bestimmten Stand zwischen Gesichtsfeldmitte- und Rand zeigte er erstaunlicherweise ein ovales Halo, grob 10 Marsdurchmesser von ihm entfernt. Eine Klärung, welches Element im Teleskop dafür verantwortlich ist war nicht möglich (Zeitmangel.) Inzwischen wurde es übrigens auch feucht, die frisch gedruckte Mondkarte weichte langsam durch, das Teleskop selbst war bereits ganz leicht feucht.
Abbau des Teleskops, hochtragen mit 2 Mann in einem Gang. Ich beglückwünschte mich innerlich erneut, was die Transportabilität angeht die richtige Wahl getroffen zu haben.
Zwei Leute äußerten sich im Laufe des Abends zur Größe des Teleskops und fanden es jeweil ziemlich groß, ihre Bekannten bzw. Verwandten hätten ein kleineres. Ich fand es gar nicht sooo groß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> und halte das Gerät im Gegenteil für geradezu handlich. Zerlegt in Stativ - Montierung - Optik - Zubehör geht das folgendermaßen: Optik in der Manfrotto Transporttasche (was für ein Glück dass ich die mitbestellt habe!) und Montierung im Rucksack, wo (in Nebenfächern) weitere Teile des Zubehörs untergebracht sind, und Stativ-"Tischplatte" in der Hand, der Zweite trägt das Stativ und die Schüssel mit den Okularen.
Es konnte bislang kein sekundärer Farbfehler festgestellt werden. Der wirkliche Test (Mondrand ohne Wolken, hohe Vergrößerung ohne Amici-Prisma oder Bino) steht allerdings noch aus. Die Optik lieferte ein Bild, was mit meinem alten Gerät natürlich absolut nicht zu vergleichen ist. Selbst "nur Sterne" waren, trotz der widrigen Umstände, viel schöner. Das Auge wurde heute abend richtig verwöhnt.
Die drehbare Sternkarte konnte nur als grober Anhaltspunkt dienen (zumal Sterne und Nebel zueinander versetzt gedruckt sind, das Ding ist da extrem ungenau) der Karkoschka jedoch hat sich gut bewährt. Ich selbst stellte kaum ein, es gab da andere Begeisterte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Nachgeschmack: Hoffentlich komm ich bald wieder raus!
Datum 10. 7. 2003, ca. 22:30 - 1:00 Uhr.
Optik: Vixen ED-Refraktor, 102 mm Öffnung, 920 mm Brennweite. Okulare: LV-Okulare 5 mm, 9 mm, 25 mm. Weiteres Zubehör: Baader 60° Binokular, Glaswegkorrektor 1,25x (der 1,7x blieb zuhause) und ein Amici-Prisma.
Bedingungen: 3/4 Mond, Dunst, streifenweise Wolken und Dunst, Licht von den Fenstern eines nahen Wohnheims.
Besonderheiten: First Light.
Aufbau in der Dämmerung mit 3 Mann (inklusive mir selbst.)
Mond: 37x, 102x je im Amici-Prisma: Schöne Ansicht der Krater. 184x: Kommt wegen niedrig stehendem Mond nicht so gut, die Luft zitterte, der Kontrast war wegen vorhängender streifiger Wolken ohnehin nicht so gut. Im Binokular ohne Glaswegkorrektor (GK) nicht ganz scharf zu stellen (der optische Weg ist knapp zu lang), mit GK (extra noch mal hoch gelaufen) bei 46x sehr schön!! Jemandem gelang es, endlich den vermaledeiten Ring zu lösen, so dass der GK endlich so eingesetzt werden konnte wie es gedacht ist.
Mit 5 mm (wegen GK = 230x) ungleiche Bildausschnitte, keine Zeit, zu probieren um das zu ändern. Die Bedingungen waren alles andere als ideal, trotzdem meinte ich zu merken, dass 230x schon im Grenzbereich ist. Knackige Schärfe war nicht hinzubekommen. Ob das unter Umständen nur am Wetter lag (also an den Wolkenschleiern, und / oder daran, dass der Mond recht niedrig stand) muss noch getestet werden. GGf. wird die Ausstattung noch so modifiziert, dass die Maximalvergrößerung bei knapp 200x liegt. Bei nur 46x ist der Mond beidäugig trotzdem ein tolles Erlebnis. Die Bilder sind leicht zur Deckung zu bringen, und am Terminator gibts interessante Krater zu sehen. Da die beiden 9 mm LV-Okulare nicht parfokal sind (und noch getauscht werden) wurden sie nicht im Bino eingesetzt.
Orientierung am Sternenhimmel. Einstellen eines hellen Sternes, der zunächst unter Planetenverdacht stand. (Später Identifizierung als "Arkur" im Bootes. Dazu extra die Kosmos Drehbare Sternkarte geholt, im gleichen Gang den Karkoschka mitgebracht und eine eine frisch gedruckte Mondkarte, nämlich die Übersichtskarte zum Berliner Mondatlas aus dem Internet.)
Erste Versuche im Einnorden per Polsucher (hat noch nicht so geklappt wie gedacht.)
Einstellen von Mizar. Trennung der Mehrfachkomponente. Einige andere fanden sich ein (in der Nähe wurde gegrillt) und guckten auch (beim Abbauen war dann nur noch ein einziger da.)
Suchen von M13, dieser wäre jedoch hinter dem Wohnheim. Anpeilen vom h+x, offenbar ist das Gerät zu schwach und / oder die Nacht zu hell? Man hat viele Sterne in Gesichtsfeld, aber keine Sternhaufen. Ich war mir nicht im klaren darüber, was einen da erwarten könnte. (Der Karkoschka zeigte wie ich dann bemerkte einen Würfel mit 6 Punkten, was das Teleskop offensichtlich überfordert.) Das "Abfahren" der Sterne ist mit nur 1° Gesichtsfeld im Bino trotzdem faszinieren.
Suchen von M57. Schwierig zu sehen, nur ganz undeutlich. Bei indirektem Sehen (also "vorbeigucken") jedoch nach etwas Gewöhnungszeit deutlich ein "Rauchkringel". Wunderschön bei beidäugiger Beobachtung mit 46x. Für mich das Highlight des Abends. Das muss bei besseren Bedingungen unbedingt wiederholt werden. Mein erster Planetarischer Nebel! (Ich wurde gefragt, was das "in Wirklichkeit" sei und musste passen. Wie enstand der Ringnebel in der Leier? Ist das der Überrest eines Sterns?)
Sternbild "Schwan" identifiziert.
Versuch, Beta Cygni einzustellen. Die sichere Identifizierung von Albireo gelang jedoch nicht.
Jemand entdeckte einen hellen Sterns der über dem Horizon aufgeht. Beim anpeilen wurde Flächigkeit festgestellt, der "Stern" also als Mars identifiziert. Orange Farbe. Mit über 50x nur ein verschwommenes Bild.
Noch mal Peilung zum Mond, Versuch der Identifierung einiger Krater, was jedoch in der Eile nicht gelang.
Zum Abschluss doch noch mal den Mars, der schon etwas höher stand, diesmal monokulare Beobachtung. Bei 102x konnte man sich einbilden auf der Oberfläche zu erahnen dass sie nicht völlig eintönig ist. "Sichelgestalt" (ungefähr 4/5) konnte man ebenfalls annehmen, beides war jedoch nicht sicher feststellbar, da man (wohl durch den niedrigen Stand) deutliche Farbränder hatte, der Mars wurde (komischerweise "schräg") in seine Spektralfarben zerlegt.
Bei einem bestimmten Stand zwischen Gesichtsfeldmitte- und Rand zeigte er erstaunlicherweise ein ovales Halo, grob 10 Marsdurchmesser von ihm entfernt. Eine Klärung, welches Element im Teleskop dafür verantwortlich ist war nicht möglich (Zeitmangel.) Inzwischen wurde es übrigens auch feucht, die frisch gedruckte Mondkarte weichte langsam durch, das Teleskop selbst war bereits ganz leicht feucht.
Abbau des Teleskops, hochtragen mit 2 Mann in einem Gang. Ich beglückwünschte mich innerlich erneut, was die Transportabilität angeht die richtige Wahl getroffen zu haben.
Zwei Leute äußerten sich im Laufe des Abends zur Größe des Teleskops und fanden es jeweil ziemlich groß, ihre Bekannten bzw. Verwandten hätten ein kleineres. Ich fand es gar nicht sooo groß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> und halte das Gerät im Gegenteil für geradezu handlich. Zerlegt in Stativ - Montierung - Optik - Zubehör geht das folgendermaßen: Optik in der Manfrotto Transporttasche (was für ein Glück dass ich die mitbestellt habe!) und Montierung im Rucksack, wo (in Nebenfächern) weitere Teile des Zubehörs untergebracht sind, und Stativ-"Tischplatte" in der Hand, der Zweite trägt das Stativ und die Schüssel mit den Okularen.
Es konnte bislang kein sekundärer Farbfehler festgestellt werden. Der wirkliche Test (Mondrand ohne Wolken, hohe Vergrößerung ohne Amici-Prisma oder Bino) steht allerdings noch aus. Die Optik lieferte ein Bild, was mit meinem alten Gerät natürlich absolut nicht zu vergleichen ist. Selbst "nur Sterne" waren, trotz der widrigen Umstände, viel schöner. Das Auge wurde heute abend richtig verwöhnt.
Die drehbare Sternkarte konnte nur als grober Anhaltspunkt dienen (zumal Sterne und Nebel zueinander versetzt gedruckt sind, das Ding ist da extrem ungenau) der Karkoschka jedoch hat sich gut bewährt. Ich selbst stellte kaum ein, es gab da andere Begeisterte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Nachgeschmack: Hoffentlich komm ich bald wieder raus!