Sag mir,
wo du beobachtest, und ich sage dir welche
Flächenhelligkeit du dort noch vom
Himmelshintergrund unterscheiden kannst, unabhängig vom Instrument und dessen Öffnung.
Maßgeblich für die sichtbare Flächenhelligkeit im Okular ist die Austrittspupille, die von Vergrößerung und Öffnung abhängt und maximal bis zum Durchmesser der geöffneten Pupille des Auges (altersabhängig ca. 4-7mm) sinnvoll genutzt werden kann. Ein flächiges Objekt kann im Fernrohr also immer nur größer, aber niemals heller (maximal gleich hell) erscheinen als mit freiem Auge. Bei der europäisch üblichen Aufhellung des Nachthimmels (siehe
https://www.lightpollutionmap.info/...=6053019&lon=1665803&layers=B0FFFFFTFFFFFFFFF) liegt das sinnvolle Maximum aber je nachdem bei nur ca. 2-3mm Austrittspupille, entspricht in deinem Fall einem Okular von 16-24mm Brennweite.
Größere Öffnungen ändern daran nichts, man erreicht dieselbe sichtbare Flächenhelligkeit (=dieselbe Austrittspupille) allerdings bei größeren Vergrößerungen, wodurch kleinere Objekte beobachtbar werden und zu große Objekte nicht mehr ins Blickfeld passen.
Was zählt, ist der Kontrast zum Himmelshintergrund, und der kann durch das Teleskop leider nicht verbessert, sondern weiter nur verschlechtert werden, Stichwort "Streulichttuning".
Unter sehr dunklem Nachthimmel (grüne und besonders blaue Zone) kann man allerdings größere Öffnungen nützen, um lichtschwache, flächige Objekte heller darzustellen.
Bei einem bestimmten,
flächigen Objekt gibt es also 2 Kriterien:
1. Hebt es sich noch vom Hintergrund am Beobachtungsplatz ab oder "ersäuft" es darin?
2. Ist es:
2.a) von der Gesamthelligkeit her hell genug?
2.b) in der Ausdehnung groß genug, um mit dem gegebenen Instrument beim gegebenen Seeing erkannt zu werden?
Wenn 1) nicht erfüllt ist, kann man es an diesem Ort mit keinem Instrument sehen.
Wenn nur 2.a) nicht erfüllt ist, braucht es mehr Öffnung, Wenn nur 2.b) nicht erfüllt ist, auf besseres Seeing warten und/oder ein höher auflösendes Teleskop verwenden.
Mein Praxistipp wäre, sich an die optimale Austrittspupille heranzutasten, die bei 114/900er objektabhängig zwischen 10 und 15mm liegen dürfte.
Hoffe das trägt zum Verständnis bei,
CS Nikolaus