Flatfield Fernglas

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hattoriha

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Guten Abend,

Ich suche ein flatfield Fernglas, also scharfe Sterne bis zum Rand. Kenne nur die Nikon Monarch HG oder hochwertiger. Kennt jemand eine günstigere Alternative?

Danke und viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin,

DDoptics Königstein ED 8x42 hier im Forum

Ich kenne kein Fernglas unter 2000,- das bis zum Rand wirklich scharf abbildet. Und selbst die Spitzengläser sind am äußersten Rand immer noch nicht perfekt. Das müssen sie für ihren primären Einsatzzweck, nämlich die terrestrische Beobachtung bei Tag auch gar nicht sein. Astronomie ist immer nur ein Nebennutzen beim Design eines Fernglases.
Das von mir verlinkte Glas hast eine sehr gute Sternabbildung in den inneren 2/3 des Feldes und kostet nur 400,-€. In der Praxis halte ich das für völlig ausreichend.

Für weitere Tipps wären weitere Informationen Deinerseits notwendig. Angestrebte Vergrößerung, AP, Feld, etc.

Bis dann:
Marcus
 
Zitat von hattoriha:
Guten Abend,
Kenne nur die Nikon Monarch HG oder hochwertiger.

Hallo Martin,

das Nikon Monarch HG hatte ich selber mal einige Tage und wirklich Flatfield ist das Glas nicht, eher bescheiden was das anbelangt.
Tja, wirklich nach "unten herum" gibt es da nicht soviel, welche Gläser vielleicht etwas günstiger zu bekommen wären, ist ein Nikon HG-L oder ein Nikon SE, beide Modelle werden nicht mehr hergestellt, also Gebrauchtmarkt und ganz Randscharf sind die auch nicht, allerdings mit dem Monarch HG können die sicherlich mithalten.

Andreas
 
Moin,

Das mit den randscharfen Ferngläsern ab 2000,-€ muss ich noch mal präzisieren. Die Frage ist immer, wann setzt die Randunschärfe ein, wie stark wirkt sie sich aus, wie wirkt sie sich im Zusammenspiel von Randunschärfe, Farbfehler, Einblickverhaten wenn man zum Rand schaut, etc aus. Und da bekommt man pauschal gesagt halt immer bessere Ergebnisse, je mehr man für das Glas ausgibt. Und die besten Gläser findet man naturgemäß bei den Exemplaren der Spitzenklasse, die halt so um de 2000,- kosten, mal mehr, mal weniger.

Mit Bildebnungslinsen wird es in der Preisklasse unter 1000,- recht eng. Neben dem Nikon und dem DDoptics fallen mir da spontan keine ein. Das Königstein habe ich bislang nur kurz unterm Sternhimmel getestet, da war ich mit dem Bild sehr zufrieden. 8x lässt sich noch gut freihand halten und auf einem Stativ sehen die Sternhufen im Fuhrmann schon sehr schön aus. Es lässt sich gut fokussieren, aber meine eher schlechten Augen zaubern mir immer den einen oder anderen Kometenschweif ins Bild. Deshalb sind meine Tests da immer nicht so 100%ig aussagekräftig.

Bis dann:
Marcus
 
"Flatfield" bedeutet "ebenes Bildfeld". Das heißt nicht, dass die Sterne auch noch scharf sind, sondern nur, dass ein in die Mitte fokussiertes Bild am Rand durch nachfokussieren nicht verbessert werden kann.

Der hauptsächliche Abbildungsfehler am Rand ist Okular-Astigmatismus. Das hat mit "flatfield" nix zu tun.
 
Vielleicht weiß jemand, wie in dem Zusammenhang die günstige Porro-Serie Levenhuk Sherman Pro einzuschätzen ist?
Die Okulare sind fünflinsig, wobei eine Linse zur Bildfeldebnung eingesetzt werden soll.
Fünflinsige Okulare auch bei den (neuen) Astro-Formaten 15x70 und 20x80 der Serie Levenhuk Bruno Plus.

Klare Himmel!
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Herbert,

Den Namen Levenhuk hab ich vor Deinem Posting noch nie gelesen. Tante Google erzählte mir, dass die hauptsächlich den US-Markt bedienen und das gesamte Sortiment preislich im absoluten Einsteigerbereich liegt. Genaugenommen scheint es sich um ein weiteres Label für Syntha-Produkte zu handeln, zumindest bei den Teleskopen.
Ich sage mal so: Levenhuk bedient drüben das gleiche Marktsegment wie hier Bresser, aber ohne die preisliche und qualitative Mittelklasse.

Ich bin doch sehr skeptisch, wenn ein Händler (denn die Gläser stammen garantiert aus China) behauptet, bei einem ca.150,-€ Glas innovative Technik zu verbauen. Ich würde da keine Wunder erwarten. Jemanden hier im Forum zu finden der ein US-Billigfernglas besitzt, ist auch eher unwarscheinlich.
Sonst kaufe Dir doch einfch eines und probiere es aus. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Bis dann:
Marcus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Guten Morgen zusammen,

Danke für Eure wertvolle Rückmeldungen!

Marcus,

DDoptics ist eine gute Option! Ich habe Deinen ausführlicheren Teste gelesen. Werde mal bestellen un testen!

Andreas,
Danke fürdie Info!
Somit habe ich mir das Testen der Monarch HG gespart!

Herbert,
Wenn Du das Levenhuk bestellst kannst Du hier gerne berichten.

Uwe,
Wenn ein Hersteller, das Fernglas als FF vertreibt, wird damit ein scharfes Bild bis oder bis in die Nähe des Bildes gemeint, sonst macht die FF Angabe gar kein Sinn, siehe Nikon Link unten

Nikon Ferngläser

Viele Grüße!
Martin
 
Hallo Marcus,

natürlich muss man hier bei Behauptungen von "innovativer Technik" skeptisch sein! Wenn, dann handelt es sich um angewendete Technik "nun auch im Billigbereich". (Außerdem: "innovative Technik" im Porrosegment?! - in dem an sich vieles einfacher ist/wäre.)

(auch @ Martin:) Ich werde mir sicher kein Levenhuk bestellen, da ich schon genügend Ferngläser besitze, auch teurere - ohne dabei speziell Bildfeldebnung verfolgt zu haben.
Ich habe das Thema nur eingeworfen, weil ich dem Hinweis vor einiger Zeit im JÜLICH-FORUM begegnet bin - sonst hätte ich ihn hier nicht einzuflechten gewagt ;-).

Da Levenhuk - im Gegensatz zu Oberwerk usw. - etwa auch auf amazon.de präsent ist, seit Längerem, könnte es durchaus Erfahrungen damit im deutschsprachigen Raum geben.

Viele Grüße!
Herbert

 
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Hallo Herbert,

Das ist ja interessant. Google zeigt mir bei einer Suche nach Levenhuk nur Treffer aus den USA an, keine Anzeigen von Amazon und auch keinen Hit aus dem Jülich-Forum. Lustig. Deshalb meine Aussage, man fände diese Marke hier nicht.

Aber so aussagekräftig ist der Thread bei Jülich auch nicht, nur ein Nutzer hat so ein Glas und gerade von den Pro-Gläsern rät er ab, weil der Globuseffekt und die Randunschärfe ziemlich ausgeprägt sein sollen. Aber da Ferngläser wie ja schon oft genug festgestellt Geschmackssache sind, ist es natürlich schwer das einzuordnen.
Wer weiß, vielleicht sind das ja wirklich verhältnismäßig gute Gläser in diesem Preissegment. Ich habe allerdings keine Motivation nur mal probeweise ein Glas zu bestellen. Wenn ich die in einem Laden sehe, schaue ich mal durch.

Bis dann:
Marcus
 
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Hallo Marcus,

den Faden in seiner bewertenden Fortsetzung bei Jülich kannte ich wiederum nicht!
Man sieht die - kommerzielle? - Prioritätensetzung Googles. Bei manchen Fragestellungen ist meiner Erfahrung nach Duckduckgo nicht nur - angeblich - diskreter sondern auch besser, weniger kommerziell in der Ergebnisreihung (wobei amazon.de ja auch nicht nichts ist!).
Sehe das wie Du mit dem Probeweise-Bestellen eines Glases (das man dank Vorhandenem nicht wirklich braucht).

Umso wertvoller Ralfs Hinweis auf Allbinos, wo die 32er-Gläser wohl auch gerade aufgrund der Wirkungen der 5. Okularlinse recht gut abschneiden - etwas über den Nikon Action EX. Danke.

Klare Himmel!
Herbert
 
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Das mit den randscharfen Ferngläsern ab 2000,-€ muss ich noch mal präzisieren. Die Frage ist immer, wann setzt die Randunschärfe ein, wie stark wirkt sie sich aus, wie wirkt sie sich im Zusammenspiel von Randunschärfe, Farbfehler, Einblickverhaten wenn man zum Rand schaut, etc aus.

Korrekt.

2-3 meiner Gläser sind perfekt Randscharf, ohne CA, schlechtem Einblick etc., ohne für mich weitere reklamierte Einbußen der anderen optischen Parameter.

m Tag.

Am Sternenhimmel fast perfekt, in Randschärfe, CA und etc.

Wie auch immer, ich lege sehr viel wert auf Randschärfe, so viel wie geht. Und ja, leider kostet das. Optische Freiheitsgrade in der Optikauslegung sind kostspielig und um so mehr die Konstrukteure von der Euroleine gelassen werden, desto besser scheint das Ergebnis.
 
Mein Tipp - einmal durch ein Fujinon 7x50 oder 10x50 FMT schauen. Die Gläser haben vom Design her Flatfield-Okulare, die eine über das Feld betrachtet ziemlich gleichmäßige (gute) Bildschärfe erzeugen.
Einen von vielen Erfahrungsberichten gibt es hier, aber Google spuckt noch mehr aus - selbergucken ist letztendlich immer schlauer.

Gruß,
Stefan
 
Liest sich gut an! Danke für den Hinweis Stefan!

Habe heute die Levenhuk Sherman Pro 8x42 getestet... vonwegen flat! Vergessen! Wäre für den niedrigen Preis zu gut gewesen!

Martin
 
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Zitat von hattoriha:
Wenn ein Hersteller, das Fernglas als FF vertreibt, wird damit ein scharfes Bild bis oder bis in die Nähe des Bildes gemeint, sonst macht die FF Angabe gar kein Sinn, ...

Was die Hersteller wie vertreiben, kommt aus der Marketingabteilung und nicht von Optikdesigner.
Bei einer Optik kann die Bildfeldkrümmung korrigiert sein und trotzdem kann sie andere Bildfehler aufweisen, die Das Bild zum Rand unscharf erscheinen lassen.

Es ist schon so, wie Uwe schreibt. Eine Bildfeldebnungslinse (Field Flattener) korrigiert einzig und allein die Bildfeldkrümmung.

Für die Astronomie ist ein ebenes und verzeichnungsfreies Bildfeld gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist die Korrektur des Okularastigmatismus, Koma und der lateralen Farbe. Das wird um so schwieriger, je größer das scheinbare Gesichtsfeld wird. Dafür wird bei guten extrem- Weitwinkelokularen bewusst eine gewisse Verzeichnung in Kauf genommen.
Siehe:
http://www.televue.com/engine/TV3b_page.asp?return=Advice&id=113
 
Bildfeldverflachte Okularoptiken können aber auch randnahe und scharfe Sterne liefern, die dann aber z.B. deutliche Verzeichnung zeigen. Bei der Himmelsbeobachtung ist das kaum störend, bei der Naturbeobachtung irritiert das manch einen. Auch deshalb - selber gucken, selber bewerten.

Stefan Korth
 
Hallo Fernglasfreunde,

"Selber gucken, selber bewerten."
Das ist vermutlich der einzig gangbare Weg, um ein passendes Fernglas zu finden. Jeder Beobachter hat andere Prioritäten und die individuellen Eigenschaften eines Glases erfüllen diese bei dem Einen besser als bei dem Anderen.

Ein Beispiel: mein DDoptics Königstein hat Bildebnungslinsen und liefert tatsächlich bis an den äußersten Rand ein ebenes Feld, das ich nicht nachfokusseren muss. Dennoch fällt im äußeren Drittel des GFs die Schärfe etwas ab, weil Farbfehler, Verzeichnung und vemutlich auch andere Bildfehler die Schärfe ein wenig beeinträchtigen. Nicht stark, aber sichtbar wenn man genau hinschaut. Durch nachfokussieren kann ich das nicht verbessern, das Bild ist also wirklich perfekt geebnet.
Aber das stört mich nicht, den so weit zum Rand schaue ich in der Praxis nicht, weder terrestrisch, noch astronomisch. Ich bleibe mit dem Blick in den inneren 2/3 des GFs, die leichte Unschärfe am Rand beeinträchtigt den Beobachtungsgenuss für mich persönlich überhaupt nicht.

Also gilt wie schon so oft festgestellt: verschiedene Gläser auszuprobieren ist der beste Weg um das optimale Glas heraus zu finden. Denn nur dann kann man feststellen, mit welchen Einschränkungen man gut leben kann und welche man nicht bereit ist zu tolerieren.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo zusammen!

ich habe das Königstein am vergangenen Samstag auf der ATT ausprobiert und fand es sehr gut! Ist zwar nicht perfekt scharf bis zum Bildrand aber 2/3+ würde ich schätzen.

DDOptics hat schon einen neuen flatfield Nachfolger den ich auch auf der ATT testen konnte!

https://www.ddoptics.de/natur_de/fernglaeser/fernglaeser-kaufen/fernglas-l10x42-luxhr.html

M.E. ist es sogar noch etwas besser.

Nur als Info!

Viele Grüße
Martin

PD: was würdet Ihr für die Sternbeobachtung empfhelen? 8x42 oder 10x50?
 
Zitat von hattoriha:
PD: was würdet Ihr für die Sternbeobachtung empfehlen? 8x42 oder 10x50?

Hallo Martin,

meine Rangordnung - je stadtnäher desto eindeutiger:

1. 10x50
2. 10x42
3. 8x42

Sowohl an offenen Sternhaufen als auch an Kugelsternhaufen zeigt 10x50 besonders in Stadtnähe (oder gar aus der Stadt) deutlich mehr als 8x42. 8x42 hat wohl viel eher nur unter dunklem Himmel seine vollere Berechtigung als Universalglas - zumindest für mich.

Zum Überblick würde auch ein kleineres 7-fach-Glas reichen, da gehen dann Kugelsternhaufen fast völlig unter, dafür können diese Gläser leicht und weitwinkelig sein und WIRKLICH ruhig und lange zu halten - ich finde 8x42 nicht sonderlich ruhig.
Lieber gegebenenfalls üben und einen Lehn-Gartenstuhl benützen und dann mit 10x50 wirklich etwas sehen, als ein eventuell(!) etwas ruhigeres Glas zu haben, das dann zunehmend enttäuscht - von dem her, was es dem erfahrener werdenden Beobachter zeigen kann (dessen Sensationslust sich nicht ausreichend darin ausleben kann, immer NOCH dunklere Orte aufzusuchen).

Es sei denn, man hat oft wirklich dunkle Himmel, dann braucht man nicht so viel, um das gleiche oder vermutlich deutlich mehr zu sehen.

(Sollte meine entschiedene Einschätzung Unglauben provozieren, selbst leihweise ausprobieren und erkennen, an wechselnden bzw. relevanten Standorten.)

Ein 8x42 kann man als leichteres/kompakteres Reisegerät mitnehmen für - auch nächtliche - Ausflüge, aber auch da würde ich mir stattdessen stark ein 10x42 überlegen und wahrscheinlich bevorzugen, wenn Astro der Hauptzweck wäre.

Viele Grüße,
Herbert

P.S.: Ich beschließe gerne - wie auch gestern - nach Wegräumen des Teleskopes Sternennächte mit nochmaligen genussvollen "Fernglasscans".
Auch das ist für mich intrinsische Fernglasbeobachtung.
Was nehme ich dann - hab ja vieles zur Hand?
Mein Pentax 12x50, das ist gut. Schaue mir jetzt nochmals die trennbaren Doppelsterne der Leier an, ihre verschiedenen Farben, halte Ausschau nach dem Ringnebel. M13, M92... Soll ich DAFÜR mein vor dem Teleskop genossenes 7x32 nehmen?! Ein 8x42? Nein, 12x50 ist quasi ein prononcierteres 10x50!
(Eventuell noch mein 15x70 oder - sollte auch das nicht reichen, manchmal für den Ringnebel, ohne Teleskop - ein 25x70, kurz als Booster aus der Hand, ganz vorne an den Objektiven gehalten, geht auch.)
 
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