Flüssigspiegelteleskop

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Maze_Star

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Hallo alle zusammen,

Ich wollte mal in die Runde fragen, ob hier jemand Erfahrungen mit Flüssigspiegelteleskopen/LMTs gemacht hat. Ich weiß nicht, ob ich hier an der richtigen Adresse bin, weil für die zielgerichtete Beobachtung des Sternenhimmels sind die Dinger ja eher ungeeignet und darum haben sich die meisten wahrscheinlich auch noch nie damit beschäftigt. Aber vielleicht ist hier ja doch jemand, der etwas von der Materie versteht. ;)
Ich habe nämlich vor meine Facharbeit in Physik über dieses Thema zu verfassen, was auch den Bau eines Modells mit einschließt.
Ich will gleich sagen, dass ich keine Fotos von hoher Qualiät schießen will, ich möchte einfach nur zeigen, dass es funktioniert.
Der Aufbau an sich ist ja im Grunde einfach, man braucht nur die Bauteile. Da wäre meine Frage, ob man insbesondere das Rotationsluftlager (ist das für das, was ich will überhaupt notwendig, oder gibt es da noch andere preisgünstigere Alternativen, die nicht zu viele Vibrationen verursachen und eine konstante Drehgeschwindigkeit haben?) irgendwo kostengünstig beziehen kann. Ansonsten komm ich halt über einen Hersteller dran, aber ich befürchte das wird nicht billig. ;)
2.: Welches Material habt ihr für den Behälter des "Spiegels" genommen? Eigentlich muss es doch nur ein Kunststoff sein, oder? Ich werde wahrscheinlich mit einer niedrigschmelzenden Gallium-Legierung arbeiten, da fallen dann die ganzen Schutzvorrichtungen, die bei Quecksilber hätten sein müssen, weg. ;)
Für allgemeine Tipps & Ratschläge wäre ich natürlich auch dankbar.^^
Es wäre schön, wenn mir da jemand helfen kann, und wenn nicht ist auch egal ;) Bei den Fragen zum fotografieren, die dann kommen, wenn das Ding fertig ist, werden mir dann wieder mehr Leute helfen können.^^

Bis denn,

maze
 
Hallo Maze,

Herzlich Willkommen im Forum!
...Für allgemeine Tipps & Ratschläge wäre ich natürlich auch dankbar.^^

meines Wissen ist das Prinzip schon mit großem profesionellem Aufwand erprobt worden. Leider hab ich die Quelle nicht mehr präsent. Mir ist nicht bekannt ob damit jemals annähernd brauchbare Astroaufnahmen gemacht worden sind. Wenn man damit mehr als nur dem Bereich ganz nahe dem Zenit abbilden will braucht man einen zusätzlichen präzise nachgeführten Planspiegel mit hoher optischer Qualität. Dabei kann ich mir nicht vorstellen wo denn die Vorteile eines solchen Systems gegenüber konventionellen Teleskopsystemen liegen könnten. Mir erscheint deshalb die Realisierung des Prinzips eher technisch unsinnig zu sein.

Ich selber hab mal spaßeshalber einen Flüssigkeits- Planspiegel zum Test eines 8" RC in Autokollimation realisiert. Dieser Planspiegel musste nicht einmal rotieren. Ergebnis: weniger empfehlenswert.

Mein Ratschlag als Physik- Ing. i.R. und Hobby- Teleskopbauer: Denk Dir ein sinnvolleres Projekt aus!

Gruß Kurt
 
Hallo Maze,

du hast Dir ein interessantes aber sehr anspruchsvolles Projekt ausgesucht. Das derzeit größte LMT in Kanada kennst Du sicher schon: http://www.astro.ubc.ca/LMT/

Ich kenne keinen, der schonmal was auf dem Gebiet im deutschsprachigen Raum versucht hat, aber das heißt ja nichts.

Am nächsten kommen da vielleicht die Arbeiten an Vakuumspiegeln (reflektive Folie mit Vakuumkammer dahinter), da gibt es einiges dazu hier oder im blauen Board (astrotreff.de). Aber das ist ja nicht das was du suchst.

Viel Erfolg,
Andreas
 
Hallo Andreas,

könntest Du bitte den kompletten Link zur Vakuumspiegel-Diskussion im Astrotreff posten? Ich kann's nicht finden.

Gruß
Martin
 
Hallo Maze,

je nach Aufwand, den Du treiben möchtest/sollst, ist das
Projekt schwierig bis unmöglich.
Quecksilber wäre das beste, ist aber giftig usw. Gallium ist
inzwischen ein teures Mangelprodukt, weil die
Halbleiterindustrie sehr viel davon braucht (angeblich
ist derzeit der Bedarf doppelt so hoch wie die Produktion).
Niedrigschmelzende Legierungen enthalten auch gerne
Schwermetalle (giftig, teuer, z.B. Indium).
Wenn es auf keine hohen Ansprüche ankommt tut es vielleicht
auch dunkles Öl (Altöl). Ich weiß nicht, was Du demonstrieren
willst, in Zenitnähe gibts hier nicht soviel ;-)
Die Rotation sauber hinzubekommen ist dann die nächste Sache.
In alten Plattenspielern gab es interessante Lager, da lief
die Achse (unten natürlich gerundet) auf einer einzelnen
Kugel, welche wiederum in einer entsprechend geformten
Lagerschale lag.
Dieses Fernrohr in Kanada soll die Bildfehler bei kleineren
Abweichungen vom Zenit mit einem komplizierten
Mehrspiegelkonstrukt ausgleichen. Sowas kannst Du sicher nicht
nachbauen.
Vielleicht wäre ein anderes Projekt besser.

Grüße
Dixon
 
Hallo Maze,

bei Metallen oder Legierungen die über die Umgebungstemperatur erwärmt werden müssen wirst du extremstes "Spiegelseeing" haben da sich die Luft über dem Spiegel zwangsläufig erwärmt und wabbernd aufsteigt. Vermutlich ist Queksilber trotz der Giftigkeit das sinnvollste. Altöl wäre eine Alternative wobei die Reflektivität nicht gerade berauschend ist.

Wie groß soll der Spiegel sein, hast Du eine konkrete Vorstellung über die benötigte Rotationsgeschwindigkeit?

Viele Grüße Felix

 
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