Flugabwehrglas aus ebay

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betzi

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Hallo Leute!

Nun habe ich mir doch noch eines dieser
"Flugabwehr-Ferngläser" zugelegt welche neulich hier im
Forum besprochen wurden.

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Meine Wahl fiel dabei auf das 8x40 mit 9,5 Grad
Gesichtsfeld. Das 7x35 schien mir ein wenig zu klein,
und ein 10x50 habe ich bereits als Jenoptem (wenn auch
momentan nicht funktionstüchtig). Für einen Preis von 65
Euro bei ebay schien es mir einen Versuch Wert zu sein.

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Beim auspacken bekam ich erst einmal einen Schreck als
mich 2 knallrote Objektivlinsen angrinsten. Ein erster
Versuch bei Tageslicht bestätigte dann auch meine
Vermutung, das Bild hat einen gewaltigen Grünstich.
Positiv fiel mir die solide mechanische Verarbeitung
auf, alles aus Metall kein Kunststoff.
Nachts warf ich dann als erstes mal einen Blick zum
Jupiter, und siehe da es gibt 2 davon.
Zuerst führte ich das auf das auf den Genuss diversrer
Getränke zurück (ich kam grade von einem Geburtstag
heim) und stellte das Glas wieder in den Schrank.
Als am nächten Abend aber immer noch 2 Jupiters und 2
Saturne und so weiter erschienen war mir klar, daß wohl
die Justierung nicht ganz in Ordnung ist.
Glücklicherweise sind die Schrauben zum Ausrichten der
Prismen leicht zugänglich und eine halbe Umdrehung hier
und dort führe zu einem (meiner Meinung nach) gut
justiertem Glas.
Auf einen Test mit ohne Mond bin ich schon sehr
gespannt, die Randschärfe ist nach meinem bisherigen
Eindruck ziemlich gut.

Klare Nächte,

Bernd
 
Hallo Bernd,

irgendwie mußte ich lachen, als ich Deinen "Erfahrungsbericht" gelesen hab. Das Flugabwehrglas (ob die Russen die wirklich dafür nehmen - oder das nur ein weiterer Gag der Verkäufer ist ?!) hört sich nach einem Spaß an ;-)

Diese komische rote Vergütung ist mir auch schon aufgefallen. Wird bei ebay oft sogar als "feature" angepriesen. Ich habe das ehrlich gesagt noch nicht verstanden, was ein rot eingefärbtes Objektiv bringen soll. Wenn's wirklich so toll ist für irgendwelches Flugzeuge-in-der-Dämmerung-sehen ;-) .... dann würde ein roter Filter für die Okulare doch genau dasselbe bringen?!

Da es so ein starkes Weitwinkelglas ist, für den kleinen Preis, finde ich es aber sehr interessant. Und irgendwie wirkt es sympathischer auf mich als das chinesische Weitwinkelglas vom Teleskop-Service. Also halte uns bitte noch ein bißchen auf dem Laufenden, was Deine Beobachtungseindrücke angeht!

viele Grüße
Thomas
 
> Nachts warf ich dann als erstes mal einen Blick zum Jupiter, und siehe da es gibt 2 davon.

Hallo Bernd,

Du solltest wohl besser keine Ferngläser mehr kaufen, soviel "Glück" kann man ja gar nicht haben ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Wenn Du die Justierung hinbekommen hast, dann würde mich die Leistung des Glases am Sternhimmel interessieren. Wenn Du es ausführlich getestet hast, dann gib doch mal einen Bericht und schreibe auch, ob Du dem Bericht zum 6x30 auf Christian's Astroseite zustimmst oder nicht. Die rote Vergütung (Entspiegelung oder was auch immer), könnte schon auf ein Militärglas hindeuten. In der Wüste bei Gegenlicht kann man so vielleicht einfacher die eigenen von den gegnerischen Flugzeugen unterscheiden (?). Jedenfalls klingt Deine Beschreibung nicht nach den Billiggläsern aus Plastik, die es für 20 Euro auf ebay gibt. Ob die Vergütung am Ende noch mehr Licht durchläßt wie diese Billiggläser, würde wohl nur ein direkter Vergleich zeigen. Also halte uns bitte auf dem laufenden.

Frank.
 
Hallo,

auch ich habe das Glas (Kronos 8x40) und bin recht zufrieden damit. Optisch ist es wirklich gut und der große Blickwinkel super. Etwas getrübt wird es durch die leichte Randaufhellung, vermutlich durch die einfache Schwärzung der Teile im Inneren. Die Randschärfe ist besser als bei Nikon und Minolta 8x40 Gläser. Das Bild ist recht hell und scharf aber leider mit einem leichten Farbstich, im Vergleich dazu kommen im Nikon- oder Minolta-Fernglas die Farben neutraler und etwas kräftiger. Frontlinsen und Prismen sind beim Kronos auch nur einfach blau vergütet, lediglich die Okulare sind mehrfach vergütet und hauptsächlich violett schmimmernd, nicht rot !!!! Die russischen Produkte haben oft diese violett schimmernde, teilweise hervorragenden Mehrfachvergütung, nicht zu verwechseln mit der roten Vergütung der Fernost Billig-Produkte. Das Einblickverhalten ist sehr gut, die Okularlinsen riesig und nach Abnehmen der Gummihülsen auch prima zu reinigen. Es ist schon klasse das Einblickverhalten, Augenabstand, Randschärfe, Verzeichnung und großer Blickwinkel wirklich gut sind, so sollten alle Okulare sein.

Die Mechanik ist gut, im habe aber das kleine Spiel in der Okularbefestigung behoben (Unterlegscheiben tellerförmig verbogen). Die Schäfeeinstellung ist dann völlig wackel- und spielfrei und man kann sich die Unendlich-Einstellung über die Skala am Einstellring merken. Ein Nachteil ist die fehlende Gummiarmierung. Nach ein paar Nächten bei Minustemperaturen ist so ein Alugehäuse recht kalt, zumal man das Glas nicht ganz so ruhig halten kann wie ein Nikon oder Minolta. Außerdem hatte ich schon einen kleinen "Unfall" mit dem Kronus, es fiel mir vom Schrank und hatte danach Doppelbilder, eine Gummiarmierung hätte das vielleicht verhindert. Da die Justierschrauben von außen gut zugänglich sind und das Fernglas zur Not komplett zerlegen werden kann, lassen sich solche Probleme beheben. Für den rauen Einsatz ist es wohl nicht geeignet.

Ich benutze das Fernglas vor allem um Objekte am Himmel zu suchen und mich am Himmel zurechtzufinden, dafür sind die 9,5 ° Blickwinkel bei 40 mm Öffnung ideal. Mein 11x56 ist mir da zu unhandlich. Für Leute die sich ggf. das Justieren der Prismen zutrauen kann ich es nur empfehlen.

Gruß Holger
 
Hallo zusammen...

Grade war ich mal wieder draußen um meine Neuerwerbung zu testen, leider ist der Mond jetzt doch ein wenig zu hell geworden.
Nachdem was Holgi schreibt, gibt es diese "Kronos" Gläser wohl doch in verschiedenen Ausführungen. Meines hat jedenfalls keine blaue Vergütung auf den Objektivlinsen sondern eine knallrote. Da diese "Verspiegelung" nur auf der Vorderseite der Objektivlinsen zu sehen ist, gehe ich davon aus das es sich tatsächlich um eine Vergütung handelt und nicht etwa um eingefärbte Linsen. Was den Sinn dieser farbverfälschenden Vergütung betrifft muß ich Thomas zustimmen, aufschraubbare Rotfilter würden wohl das gleiche bewirken.
Aufgrund des Mondscheins kann ich noch keine genauen Angaben machen, aber die Lichtstärke scheint trotz der Rotvergütung in Ordnung zu sein, jedenfalls sieht man deutlich mehr Sterne als in meinem alten 8x30 mit Blaubelag.
Die Randschärfe ist im linken Strahlengang hervorragend, wirklich bis knapp an den Rand. Im rechten Strahlengang bildet sich jedoch schon deutlich vor dem linken Bildrand ein Astigmatismus, die Schärfe am rechten Bildrand ist ok.
Wahrscheinlich liegt es daran, daß ich zum justieren nur die Prismen auf der rechten Seite verstellt habe.

@Frank:
sobald der böse Mond wieder weg ist werde ich das Glas am dunklen Himmel testen. Christians positive Beschreibung habe ich auch schon gelesen, ich hoffe daß ich ihm dann zustimmen kann.

@Holgi
wie funktioniert denn die Sache mit den "tellerförmigen" Unterlagsscheiben und wie hast du das Glas neu justiert? Hast du die Prismen auf beiden Seiten verstellt, oder eine Seite als "gut" angesehen und die andere Seite entsprechend eingestellt. Hat die Neujustierung einen Einfluß auf die Randschärfe gehabt?

Kalte klare Nächte,

Bernd
 
Hi,

ganz so blöd sind die Russen auch nicht ;-) Ich hatte heute auch so eine Art Flugabwehrglas in der Post - wenn man das nach einem Flugzeug wirft und trifft geht das Flugzeug kaputt und nicht das Glas. Dabei lagen zwei niedliche Okular-Filter. Das hatte ich auf Fotos auch bei verschiedenen anderen russischen Gläsern so gesehen mit den separaten Filtern. Mir scheint, daß ein paar Marketig-Fuzzis aus diesen Filtern die gefürchtete Rubinrot-Vergütung abgeleitet haben, die nun in den verschiedensten Versionen an billigen Gläsern auftaucht.

Interessant wäre mal der Vergleich mit ein, zwei klassisch aufgebauten Ferngläsern aus der guten alten Zeit. Da habe ich heute ein modernes BaK-4 Glas mit Mehrschichtvergütung gründlich gegen einen einfach vergüteten BK-7-Oldtimer verlieren gesehen, und ein Vertreter der Runbinrot-Fraktion war unter aller [zensiert]: Flau, dunkel, grün, unscharf, reflexe ohne Ende. In dem MC-Glas waren die Reflexe nur fast ohne Ende. Man hätte halt irgendein Fassungsteil mal mattieren sollen. Die Tuben glänzten innerlich, daß man mit dem Glas um die Ecke schauen konnte.

Scheint so, als wäre es heute für einige Hersteller Ehrensache, Qualität zu liefern. Früher war es wohl eine Selbstverständlichkeit für fast alle.

Dank an Dirk bei dieser Gelegenheit.

Gruß
Ralf C.
 
Hallo Bernd,

hat denn deine Okularbefestigung im Drehpunkt auch Spiel? Wenn ja, kannst Du das Aluplättchen auf dem Drehpunkt der Okularschenkel mit Stecknadeln und einem Messer vorsichtig abheben. Darunter sieht man, das es sich um eine Schraube mit 2 Bohrungen handelt. Mit einer billigen Elektrozange für Ringösen zu biegen (Spitzzange mit runden Spitzen) kann man die Schraube recht gut lösen. Es liegen dann 1. Unterlegscheibe, 1. Okularschenkel, 2. Unterlegscheibe und 2. Okularschenkel aufeinander. Ich habe die obere Unterlegscheibe auf einen entsprechend großen Ring gelegt, so dass die Scheibe nur mit dem Außenrand aufliegt und dann mit der halbkugelförmigen Rundung eines Schraubenziehergriffes die Wölbung eingedrückt, so dass eine Tellerfeder entsteht.

Wenn Du mal die Prismen sehen willst, musst du nur noch die Rohre für die Okulare abschrauben und kannst die beiden Abdeckbleche der Prismen abheben. Das gleiche gilt auch für den Tubus mit den Frontlinsen, einfach herausdrehen und Abdeckbleche abheben.

Für die Justierung der Okulare habe ich das Fernglas auf ein Stativ geklemmt und erst alle Schrauben soweit herausgedreht bis sich das Bild nicht mehr bewegt, das Prima aber noch geklemmt wird. Durch Einschrauben zweier Schrauben habe ich dann die Bilder auf Übereinstimmung gebracht, ggf. die Frontlinsen abwechselnd abdecken und auf den gleichen Randbereich achten.

Wie man die Prismen optimal einstellt weiß ich auch nicht genau, scheinbar blickt man in neuen Ferngläsern nicht genau auf einen Punkt sondern leicht parallel. Wer sich mit der Justierung von Ferngläsern auskennt, bitte ich das mal zu erläutern.

Das war übrigens das erste mal, das ich ein Fernglas zerlegt habe. Ich glaube auch, dass dies bei heutigen Ferngläsern kaum noch möglich ist.

Gruß Holger
 
Servus Holger...

Danke für die Tipps. So ähnlich habe ich es auch gemacht. Nur habe ich das rechte Rohr mittels Dioptrienausgleich auf unscharf gestellt wärend ich einen hellen Stern im linken Rohr scharfstellte. Danach habe ich die Justierschrauben am rechten Rohr so lange verstellt bis der scharfe Stern in der Mitte des unscharfen Flecks stand.
Allerdings hat die Randschärfe des rechten Rohres deutlich darunter gelitten. Deshalb wollte ich mal versuchen das Glas mittels verdrehen der Objektivlinsen zu justieren. Leider besitzen die Objektivhalterungen keinen Exzenterring womit diese Vorgehensweise ausscheidet.

Klare Nächte,

Bernd
 
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