Fokus mit Skywatcher Quattro 200 und Canon 600d

Michi nova

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:
Mit meinen Skywatcher Quattro erreiche ich bisher mit der Canon 600d den benötigten Fokus nicht. Mit Okularen und einer Dreifach-Barlow kein Problem. Wenn ich allerdings die Kamera mit T2-Adapter in den OAZ stecke, habe ich den Eindruck, ich müsste den OAZ noch weiter reindrehen, damit das Bild scharf wird. Mit der Barlow am Tag an einem ca. 5 km weit entfernten Windrad probiert, gab es kein Problem. Ohne die Barlow ist es nicht gelungen. Hat jemand dieses Problem mit dem Quattro schon gehabt oder ist es ein allgemein bekanntes Problem? Wie kann ich es lösen, ohne jeweils immer mit der vergrößerten Brennweite zu arbeiten? Brauche ich einen neuen, kurzbauenden OAZ und wenn ja welchen? Und tritt das Problem bei speziellen Astrokameras auch auf? Denn ich will mir mittelfristig eine ASI533, 585 oder 2600 zulegen, je nachdem, was die Teleskopkasse dann so hergibt.

Viele Grüße und klare Nächte an alle das draußen.

Michael
 
Hallo,
der Sensor der Kamera muss in der Regel ungefähr dort stehen, wo die Linse des Okulars beginnt, bzw. der Einstecktzylinder des Okulars endet. Meistens ein paar mm davor oder dahinter.
Gruß
 
Hi,
Das Hauptproblem ist, das dein Teleskop nicht Fototauglich ist. Dafür gibts extra Teleskope wie zB "PDS" Bezeichnung. Bei meinem alten Newton hab ich es so gelöst, das ich den Tubus verkürzte und somit der Hauptspiegel näher zum Fangspiegel kommt und er die Fokuslage der Kamera erwischt.
 
Verkürze mal den Abstand Hauptspiegel -> Fangspiegel so weit das Du beides noch kollimieren kannst.

Die Quattros sind durch ihre f4 Spiegel genau auf Astrofotografie ausgelegt und visuell nicht wirklich der Brüller, nur mal nebenher..

Du erwähnst eine Barlow die funktioniert, Du hast aber schon einen Komakorrektor ohne ihn eingesetzt?

Der Auflagemaß bei Canon ist in Deinem Fall 44mm. Die ZWO sind wesentlich darunter.
Mit einem schnellen f4 Skywatcher Korrektor (den Du auch zwingend brauchst) bist Du bei 55mm. Reicht mehr wie locker aus, Du brauchst ohne OAG, Filterrad usw eh Zwischenringe um den Abstand einzuhalten.

P.S. Ohne Guiding wird das Ganze eh nix, bitte zu Ende denken ;)
 
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Wer ein f4 Spiegel für Astrofotountauglich erklärt und stattdessen ein f5 System vorschlägt, sollte sich mit sarkastischen Kommentaren etwas zurückhaltend sein….
 
Hallo zusammen!
Erstmal vielen Dank für die Antworten. Dass der f/4-Newton fotountauglich sein soll, kann ich mir auch nicht vorstellen. Er wird ja auch so bei den einschlägigen Händlern beworben und ist laut SW extra dafür entwickelt worden. Natürlich gibt es bestimmt bessere Fotokombinationen, aber für den Anfang muss ich ja auch ein wenig auf meinen Geldbeutel achten. Da stecken jetzt schon mehrere Tausend Euro in der Ausrüstung. Das Fotografieren müsste doch eigentlich mit dem Quattro möglich sein, denn man findet auf zahlreichen Seiten Bilder mit der Kombi aus SW 200/1000 und Canon 600d. Ist es dann tatsächlich so, dass die fehlenden 20 cm genau die Schwierigkeit am OAZ erzeugen?
Was die rein visuelle Nutzung angeht, kann ich nur sagen: Ich hatte vorher einen 300 Dobson. Natürlich ist die Vergrößerung beim 200er Quattro nicht so hoch, aber auch visuell macht er Spaß, weil er ein extrem scharfes und brilliantes Bild erzeugt, dass mich begeistert.
Ich probiere es in der nächsten klaren Nacht mit dem Baader MPCC 3 Komakorrektor und schaue, ob ich damit Fokus erreiche. Den Tubus werde ich einstweilen noch nicht kürzen. Eher wird es auf einen kurzbauenden OAZ oder eine Astrokamera hinauslaufen. Aber eigentlich will ich erstmal mit der bestehenden Ausrüstung klarkommen und erstmal nicht soviel zusätzlich investieren.

CS
 
Nachtrag: Das Guiding übernimmt ein SVbony 50 mit einer ASI120MM. Das Ganze wird über einen ASIAir Mini und der ASI-App gesteuert. Die Montierung ist eine gutmütige EQ6R-Pro.
 
Ich glaube, Ihr habt beide Recht. :LOL: Meiner Kenntnis gibt es einen alten SKW Quattro, der nur sehr wenig Backfokus mm hatte. Aber der aktuelle Quattro 8S hat ca. 70 bis 80 mm Backfokus, ich habe selbst einen. (Variante Quattro 8P= Quattro 8S + SKW Rohradapter) Da der Original SKW OAZ kurzbauend ist, sollte das für die meisten Kameras ausreichen.

Mit Okularen und einer Dreifach-Barlow kein Problem

Auf gut deutsch gesagt, ohne die Dreifach-Barlow kommst Du auch mit den Okularen schon nicht in den Fokus?
Eine Barlow Linse verlängert ja die Backfokus Länge!

Geh pragmatisch vor. Bau das Rohradapterset so um, dass Du erstmal ohne die Barlow mit dem Okular in den Fokus kommst.

der Sensor der Kamera muss in der Regel ungefähr dort stehen, wo die Linse des Okulars beginnt, bzw. der Einstecktzylinder des Okulars endet. Meistens ein paar mm davor oder dahinter.
Gruß

Von dem "Okular-"Fokuspunkt musst Du dann noch die Backfokus mm der Kamera (von Bajonettanschluss bis Sensor) und die Baulänge des T2-Canon-EF Adapters abziehen, dann bekommst Du den Kameraanschlusspunkt.

Die Canon 600D ist eine DSLR Kamera, die vergleichsweise viele Backfokus mm verbrät. Finde erstmal raus was tatsächlich bei Dir Sache ist, danach können wir Dir dann ggf. Lösungsmöglichkeiten für Dein sauber analysiertes Problem aufzeigen.
Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich komme mit den Okularen ohne Barlow in den Focus. Mal mit mal ohne Verlängerung, je nach Brennweite. Mit der Canon ohne Barlow komme ich nicht in den Fokus, mit der Canon und Barlow komme ich ihn den Fokus. Dann müsste der Fokus nach meiner Logik für die Canon zu weit im OAZ liegen, oder?
 
Eigentlich müsste es trotzdem gehen, Du hast, wie schon geschrieben, bei der 600D 44mm.

Lese ich es richtig, dann hast Du versucht ohne Korrektor in den Fokus zu kommen?

Der Baader MPCC 3 Komakorrektor ist eher für f5 Newtons, bei f4 wird die Korrektur eher grenwertig bis schlecht sein, ich nutze den Skywatcher Komakorrektor für f4.

Aber es geht ja zunächst um den Fokus, vergiss also den Sternenverzug und schau das die Mitte in den Fokus kommt.
Den anderen Korrektor holst Du dann irgendwann…
Du hast ab Korrektor 55mm. Arbeitsabstand, Du brauchst also noch einen Zwischenring mit 6mm. um das Auflagemaß einzuhalten.
Auflagemaß und Arbeitsabstand sind zwei verschiedene Maße, bitte nicht durcheinanderbringen lassen. ;)

Keine Sorge, da muss nichts gekürzt werden oder sonstige mechanische Änderungen gemacht werden.
 
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich komme mit den Okularen ohne Barlow in den Focus. Mal mit mal ohne Verlängerung, je nach Brennweite. Mit der Canon ohne Barlow komme ich nicht in den Fokus, mit der Canon und Barlow komme ich ihn den Fokus.

OK, wir kommen der Sache näher. :D

Dann müsste der Fokus nach meiner Logik für die Canon zu weit im OAZ liegen, oder?

Der Fokuspunkt ist immer der Abstand im Strahlengang, wo das Bild scharf wird. Ungleich Anschlusspunkt.

Eigentlich müsste es trotzdem gehen, Du hast, wie schon geschrieben, bei der 600D 44mm.

Nicht unbedingt.

Richtiger_Anschlusspunkt = Fokuspunkt - Bajonettadapterlänge(x mm) - Kamerabackfokus(44mm)

Wenn der Bajonettadapter lang ist, könnte das schon eng werden.

Hat jemand dieses Problem mit dem Quattro schon gehabt oder ist es ein allgemein bekanntes Problem?

Es ist kein "Quattro Problem", sondern ein "DSLR Kameragehäuse zu dick" Problem. Andere vergleichbare f4 Newtons haben auch nicht mehr Backfokus mm.


- Kürzeren Bajonettadapter kaufen. Oder
- Eine andere Kamera mit dünnem Gehäuse und weniger Backfokus mm kaufen. Oder
- Eine 1,5x oder 2x Barlow Linse mit M48 Anschluss möglichst weit vorne in den Strahlengang bauen, idealer Weise mit einer Dummyhülse mit Bördelkante im OAZ versenken. Dein f4 Quattro ist ohne Komakorrektor sowieso noch nicht richtig scharf. Erst ab f= 4 * 1,5 = 6 kannst Du ihn auch ohne Komakorrektor fotografisch nutzen, ohne dass die Schärfe merklich leidet. Wenn Du später einen Komakorrektor hast, kannst Du die Barlow Linse direkt hinter den Komakorrektor schrauben, um eine höhere Vergrößerung zu erhalten. (Ein Barlow Okular funktioniert i.d.R. nur mit einem Okular.)

Verkürze mal den Abstand Hauptspiegel -> Fangspiegel so weit das Du beides noch kollimieren kannst.

Die Idee ist richtig, aber es würde sehr wahrscheinlich zu wenig zusätzliche Backfokus mm bringen. 1 mm Hauptspiegel nach oben, bringt Dir 2 mm mehr Backfokus. Der Verstellweg des HS ist begrenzt.

Und als Anfänger verstellt man sich damit erstmal die richtig eingestellte Werkskollimation. Deshalb für Anfänger unvorteilhaft.
Viel Erfolg
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Newton zu kollimieren hab ich natürlich vorausgesetzt ;)

Die vielleicht richtig eingestellte „Werkskollimation“ ist bei einem Newton ohnehin nur für kurze Dauer, die verwendeten Fangspiegelspinnen aus Blech habe ich aus diesem Grund schon längst in Mülleimer entsorgt.
Bei f4 ist die Kollimation ohnehin immer wieder zu prüfen, die verzeiht ziemlich wenig.

In dem Fall würde ich trotzdem, Kollimatonskenntnisse vorausgesetzt, den HS so weit es mechanisch geht, in Richtung FS bringen.

Bei der Bajonettsdapterlänge hast Du natürlich recht, die habe ich tatsächlich unterschlagen und muss weggerechnet werden.

Ist halt aus der Ferne schwer zu beurteilen was man zumuten kann.
Ich vermute mal das es selbst mit dem eher ungeeigneten MPCC schon klappt.

Drücken wir einfach mal die Daumen, helfen wollen wir alle. ;)
 
Der Plan:
1. Morgen wird das ganze mit dem MPCC getestet.
2. Der Baader Click-Lock am OAZ wird durch die Originalklemme ersetzt. Vielleicht bauen sie unterschiedlich hoch auf.
3. Schritt 1. wird mit einem SW Komakorrektor eines Bekannten wiederholt.
4. Der HS wird mittels der Justier- und Halteschrauben soweit wie möglich nach vorne gesetzt (Kollimation sollte gelingen, da regelmäßig in der Vergangenheit am Dobson durchgeführt - Laser und eigens entwickeltes OAZ-Justierrohr vorhanden).
5. Bericht folgt
6. Vielen Dank für die vielen Ideen!
 
1. Morgen wird das ganze mit dem MPCC getestet.

Ich will das Projekt nicht schlecht reden, bevor es begonnen hat. Aber wenn der Quattro ca. 70 bis 80 mm Backfokus hat und Du jetzt schon mit der stark aufbauenden Cannon 600D, dem T2-Bajonettkonverter und M48-T2 Adapter bei ganz eingefahrenem Okularauszug nicht in den Fokus kommst.

Nun willst Du den Baader MPCC Komakorrektor einsetzen, der statt 70 bis 80 mm nur noch 55 mm Arbeitsabstand hat (= Komakorrektor-Backfokus), wie sollen dabei dann auch 20 mm zusätzlich für den halb ausgefahrenen Okularauszug abfallen?? Das kann nach der Abstandsmathematik nicht funktionieren!

Von dem T2-CanonEF-Bajonettkonverter gibt es eine langbauende Fotoversion (die das unterschiedliche Auflagemaß komplett ausgleicht) und eine kurzbauende Astro-Version. Auch von dem M48-T2 Adapter gibt es länger bauende und kürzer bauende Versionen.

Durch die dick auftragende Canon 600D DSLR legst Du Dich schon vorne herein auf einen seltenen Komakorrektor mit ~75 mm Arbeitsabstand fest! Es gibt davon aber nur sehr wenige. Z.B.
- Bader RCC 1
- Lacerta Komakorektor2

Deshalb wäre mein Rat:
- Ersetze die langbauende Canon 600D durch eine (kurzbauende) Astrokamera oder eine kurzbauende Systemkamera von Sony, Panasonic oder Olympus, wenn Du bei einem autarken Kamerabody bleiben willst.
- Ersetze langbauende T2-CanonEF-Bajonettkonverter und M48-T2 Adapter durch Kurzbauende, sodass Du in den Bereich von 55 mm Abstand kommst und bei den Komakorrektoren die große Auswahl hast. Dann kannst Du Dir frei einen Standard 55 mm Komakorrektor aussuchen, der sehr gut zu einem f4 Quattro passt. Oder auch einfach bei Deinem Baader MPCC mit 55 mm Arbeitsabstand bleiben.
- Wenn Dir dann noch letzten 5 bis 10 mm fehlen sollten, um auf 55 mm zu kommen, dann kannst Du als letztes noch "HansguckindieLuft's" Hauptspiegel-Hochstell-Trick machen. Aber 30 mm oder ähnlich, kann man damit m.E. nicht rausholen.

So ist es. :y:
Gruß
 
Hallo zusammen,

Ich konnte am Freitag bei halbwegs klarem Himmel mein Setup testen und war sofort mit Handlungschritt 1 erfolgreich. Der MPCC funktioniert mit dem Clicklock und der Canon tadellos, da er wohl ein wenig den Fokus im OAZ zur Kamera hin verschiebt. Es bleibt sogar genügend Spiel an Grob- und Feintrieb des OAZ. Das Bild mit der Bathinov war sehr schön und glasklar!
Jetzt muss ich nur noch ein wenig üben, um weitere Anfängerfehler zu fixen, dann steht dem ersten Foto nichts mehr im Wege (wenn man vom Erlernen des Umgangs mit der Stacking- und Bildbearbeitungssoftware mal absieht). Aber gut Ding will eben Weile haben!

Vielen Dank für eure Tipps und Hilfe!
 
Sehr schön :)
Den Rest meisterst Du auch noch.

Mein erstes Astrofoto habe ich übrigens nie gelöscht. Es ist grottenschlecht zu dem was ich jetzt mache, aber es war eben das Erste.
Behalt es auch als Erinnerung ;)
 
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