arago
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Hallo Freunde
Es ist kaum zu glauben! Vor zwei Jahren wurde hier dieser 8" Galaxy-Dobson mit Telradfinder für 150.-€ angeboten. Niemand hier hat sich dafür interessiert nur weil es sich nicht um das neueste Model handelte denn hier war noch ein 1 1/4" Okularauszug verbaut! Eine ganze Woche habe ich mir das Spiel angesehen und dann am Wochenende zugeschlagen. Für eine "Frischling" währe das für kleines Geld der ideale Einstieg gewesen. Wie oft sieht man hier die Anfrage: Suche Teleskop darf aber nicht mehr als 200.-€ kosten. Der Spiegel sah ein wenig blind aus denn er war noch nie gereinigt worden und dem entsprechend angestaubt aber ohne jegliche Kratzspuren! Das war aber nichts was sich nicht mit Wasser und Spülmittel bis zur Neuwertigkeit beheben lässt. Nur die Korkplättchen unter dem Hauptspiegel waren geschrumpft / durchgelegen und mußten erneuert werden. Der kleine Okularauszug hat mich wenig gestöhrt die Fokallage mit mindestens rund 110MM über Tubus schon eher. Was da alles an 2" Okularauzügen auf dem Markt ist war auch nicht nach meinem Geschmack. Die Dinger würden mich noch mal soviel und mehr kosten wie der ganze Dobson. Dann bauen die Teile meißtens zu hoch oder haben zu wenig Stellweg. Daher stand von Anfang an fest, daß hier ein Schlittenfokusierer angebaut wird. Was daraus geworden ist sieht man auf den Bildern. Nur den Arbeitsaufwand habe ich total unterschätzt. Bis da alles bis ins kleinste Detail durchdacht und in die Praxis umgesetzt ist sind schnell mehr als hundert Arbeitsstunden verbraten. Also so etwas schnell mal an einem Nachmittag zusammen zaubern ist nicht. Wer das in einer Woche hinkriegt muß schon verdammt fix sein.
Die Spindelmutter ist geteilt, sodaß man das Spiel einstellen kann.
Der "kleine" Höhenunterschied
Zum Fokusierer mal ein paar Zahlen:
Fokalebene über Tubus 32-150MM bei Stellweg 118MM
Okularauszughöhe 42MM davon 40,8MM über Tubus
Ausleuchtung mit dem 50MM Fangspiegel zu 100% bei :
- 32,0MM über Tubus 28MM ( Tubus vignetiert! )
- 40,8MM über Tubus 27MM
- 100MM über Tubus 16MM
- 140MM über Tubus 8MM
- 150MM über Tubus 6MM
Hier mal die Ausleuchtungswerte mit einem 50MM Fangspiegel im Vergleich:
-Schlittenfokusierer 40,8MM über Tubus / Herkömmliche Fokallage bei 110MM
-27MM / 100,% ...........................13MM / 100,%
-30MM / 97,5% ...........................30MM / 83,7%
-35MM / 89,9% ...........................35MM / 77,0%
-40MM / 80,4% ...........................40MM / 70,2%
-45MM / 70,3% ...........................45MM / 63,5%
-47,5 / 65.0% ...........................47,5 / 60,1%
Wie man sieht hat man hier mit dem 50MM Fangspiegel eine sehr großzügige 100%-Ausleuchtung von 27MM. Für Deepsky-Beobachtung reicht hier locker ein 38MM Fangsiegel bei immer noch reichlich 13MM Ausleuchtung. Die Planetenbeobachter können noch einen 31MM Fangspiegel verwenden und behalten dann immer noch ein 5MM großes zu 100% ausgeleuchtetes Feld. Dieser Newton ist also mit dem 50MM Fangspiegel eindeutig für Großfeldbeobachtung ausgelegt mit einer konkurenzlos großzügigen Ausleuchtung! Man möge das mal mit den Neuheiten und etablierten Dobsons aus Fernost vergleichen! Die kranken alle an viel zu hoher Fokalebene über Tubus und zu großen Fangspiegeln.
Hier kann man mal sehen wie weit das Okular noch vorne rückt!
Der Fangspiegelhalter sammt Fangspiegel ist hier nur mit einer Madenschraube befestigt und kann in sekundenschnelle gewechselt werden ohne das anschließend eine Neujustage nötig währe!
Hier kann man sehen wie nah das Okular an den Innentubus heran rückt. Nicht das Okular wird zur Bildebene herangeführt sondern die Bildebene zum Okular!
Damit hier nun keine allzu große Euphorie aufkommt muß hier noch ein Sachverhalt zur Sprache kommen den einige bisher noch nicht auf dem Schirm haben. Je näher die Feldlinse des Okular an die Tubusinnenwand heranrückt desto stärker wächst die Wahrscheinlichkeit, daß das Okular direkt von der Tubusöffnung her Fremdlicht einsammelt! Die Gefahr dazu steigt zum Schluß recht drastisch an je mehr man sich der Tubusinnenwand annähert. Eine Tubusverlängerung in Form einer Taukappe um mindestens 30CM besser noch 50CM ist daher unbedingt Pflicht! Gerade die allseits beliebten 100°- und 82°-Okulare sind davon besonders betroffen.
Die Auslegung vom Okularauszug und Platzierung der Fokalebene ist beim Newton immer ein Kompromiss! Jedwede Vorteile auf der einen Seite werden hier leider mit Nachteilen ( Streulicht ) auf der Gegenseite erkauft. Das ist nun mal so und bleibt auch so. Hier gilt es immer den richtigen praktikablen Kompromiss zu finden! Mit einem Fokusierschlitten hat man die Möglichkeit dazu bis an die Grenze des Machbaren!
Gruß Peter
Es ist kaum zu glauben! Vor zwei Jahren wurde hier dieser 8" Galaxy-Dobson mit Telradfinder für 150.-€ angeboten. Niemand hier hat sich dafür interessiert nur weil es sich nicht um das neueste Model handelte denn hier war noch ein 1 1/4" Okularauszug verbaut! Eine ganze Woche habe ich mir das Spiel angesehen und dann am Wochenende zugeschlagen. Für eine "Frischling" währe das für kleines Geld der ideale Einstieg gewesen. Wie oft sieht man hier die Anfrage: Suche Teleskop darf aber nicht mehr als 200.-€ kosten. Der Spiegel sah ein wenig blind aus denn er war noch nie gereinigt worden und dem entsprechend angestaubt aber ohne jegliche Kratzspuren! Das war aber nichts was sich nicht mit Wasser und Spülmittel bis zur Neuwertigkeit beheben lässt. Nur die Korkplättchen unter dem Hauptspiegel waren geschrumpft / durchgelegen und mußten erneuert werden. Der kleine Okularauszug hat mich wenig gestöhrt die Fokallage mit mindestens rund 110MM über Tubus schon eher. Was da alles an 2" Okularauzügen auf dem Markt ist war auch nicht nach meinem Geschmack. Die Dinger würden mich noch mal soviel und mehr kosten wie der ganze Dobson. Dann bauen die Teile meißtens zu hoch oder haben zu wenig Stellweg. Daher stand von Anfang an fest, daß hier ein Schlittenfokusierer angebaut wird. Was daraus geworden ist sieht man auf den Bildern. Nur den Arbeitsaufwand habe ich total unterschätzt. Bis da alles bis ins kleinste Detail durchdacht und in die Praxis umgesetzt ist sind schnell mehr als hundert Arbeitsstunden verbraten. Also so etwas schnell mal an einem Nachmittag zusammen zaubern ist nicht. Wer das in einer Woche hinkriegt muß schon verdammt fix sein.
Die Spindelmutter ist geteilt, sodaß man das Spiel einstellen kann.
Der "kleine" Höhenunterschied
Zum Fokusierer mal ein paar Zahlen:
Fokalebene über Tubus 32-150MM bei Stellweg 118MM
Okularauszughöhe 42MM davon 40,8MM über Tubus
Ausleuchtung mit dem 50MM Fangspiegel zu 100% bei :
- 32,0MM über Tubus 28MM ( Tubus vignetiert! )
- 40,8MM über Tubus 27MM
- 100MM über Tubus 16MM
- 140MM über Tubus 8MM
- 150MM über Tubus 6MM
Hier mal die Ausleuchtungswerte mit einem 50MM Fangspiegel im Vergleich:
-Schlittenfokusierer 40,8MM über Tubus / Herkömmliche Fokallage bei 110MM
-27MM / 100,% ...........................13MM / 100,%
-30MM / 97,5% ...........................30MM / 83,7%
-35MM / 89,9% ...........................35MM / 77,0%
-40MM / 80,4% ...........................40MM / 70,2%
-45MM / 70,3% ...........................45MM / 63,5%
-47,5 / 65.0% ...........................47,5 / 60,1%
Wie man sieht hat man hier mit dem 50MM Fangspiegel eine sehr großzügige 100%-Ausleuchtung von 27MM. Für Deepsky-Beobachtung reicht hier locker ein 38MM Fangsiegel bei immer noch reichlich 13MM Ausleuchtung. Die Planetenbeobachter können noch einen 31MM Fangspiegel verwenden und behalten dann immer noch ein 5MM großes zu 100% ausgeleuchtetes Feld. Dieser Newton ist also mit dem 50MM Fangspiegel eindeutig für Großfeldbeobachtung ausgelegt mit einer konkurenzlos großzügigen Ausleuchtung! Man möge das mal mit den Neuheiten und etablierten Dobsons aus Fernost vergleichen! Die kranken alle an viel zu hoher Fokalebene über Tubus und zu großen Fangspiegeln.
Hier kann man mal sehen wie weit das Okular noch vorne rückt!
Der Fangspiegelhalter sammt Fangspiegel ist hier nur mit einer Madenschraube befestigt und kann in sekundenschnelle gewechselt werden ohne das anschließend eine Neujustage nötig währe!
Hier kann man sehen wie nah das Okular an den Innentubus heran rückt. Nicht das Okular wird zur Bildebene herangeführt sondern die Bildebene zum Okular!
Damit hier nun keine allzu große Euphorie aufkommt muß hier noch ein Sachverhalt zur Sprache kommen den einige bisher noch nicht auf dem Schirm haben. Je näher die Feldlinse des Okular an die Tubusinnenwand heranrückt desto stärker wächst die Wahrscheinlichkeit, daß das Okular direkt von der Tubusöffnung her Fremdlicht einsammelt! Die Gefahr dazu steigt zum Schluß recht drastisch an je mehr man sich der Tubusinnenwand annähert. Eine Tubusverlängerung in Form einer Taukappe um mindestens 30CM besser noch 50CM ist daher unbedingt Pflicht! Gerade die allseits beliebten 100°- und 82°-Okulare sind davon besonders betroffen.
Die Auslegung vom Okularauszug und Platzierung der Fokalebene ist beim Newton immer ein Kompromiss! Jedwede Vorteile auf der einen Seite werden hier leider mit Nachteilen ( Streulicht ) auf der Gegenseite erkauft. Das ist nun mal so und bleibt auch so. Hier gilt es immer den richtigen praktikablen Kompromiss zu finden! Mit einem Fokusierschlitten hat man die Möglichkeit dazu bis an die Grenze des Machbaren!
Gruß Peter