Fokusstabilisierende Fangspiegel- / Sekundärspiegelspinne?

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spaceshuttle

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Hallo, guten Abend!
Gab es schon einmal die Idee (die ich gleich ausführen werde) einer fokusstabilisierenden Sekundärspiegelspinne?

Mein kürzlich erworbener RC, den jemand anderer selber gebaut hat, hat Aluminiumgestänge, um die beiden Spiegel auf Abstand und auf Linie zu halten. Er ist noch nicht in Betrieb, aber ich hab mir schon Gedanken gemacht, wie ich das mit der Fokusdrift mache. Immerhin wird sich das Gestänge bei 10° Abkühung etwa 0,2 mm verkürzen, was den Fokus grob 2 mm nach hinten schieben wird (Wenn ich mich nicht verschätzrechnet habe). Ich weiß, dafür gibts Carbon oder Autofokuser.

Aber ich hab ich mir gedacht, warum sollte mir nicht der Ausdehnungkoeffizient helfen, die durch ihn verursachten Probleme zu lösen. Das Ergbenis wäre eine fokusstabilisierende Sekundärspiegelspinne. Ich hab eine grobe Skizze angehängt.
Eine Spinne aus einer Art Bimetal soll die Ausdehnung oder Verkürzung des Tubus ausgleichen:
Die 4 Arme schauen eigentlich aus wie sonst auch, etwa 1mm stark, 2 - 3 cm breit, bestehen aber aus 3 Materialien: Gegen den Himmel gerichtet ein 5 - mm Streifen Carbon, zum Hauptspiegel gerichtet ein 5 mm Streifen Metall, dazwischen etwas Nachgibiges, damit sich die beiden nicht weh tun.

Wenn es kälter wird und der Tubus sich verkürzt, biegt sich die Spinne vom Hauptspiegel weg, wenn es wärmer ist, biegt sie sich um Hauptspiegel hin.
Ich hab "geschätzrechnet": Die Größenordnung würde passen, so dass ich das ausgehen könnte.
Die "Aggressivität" der Spinne hängt ab vom verwendeten Metall, vom Abstand und der breite der Carbon- und Metallstreifen, und vom Tubusdurchmesser.
Ich fürchte, es scheitert an irgendetwas, was ich übersehen habe, sonst würde es das doch sicher geben, oder?
Was sagt ihr?
CS Fritz
Fokusstabilisierende Spinne.jpg
 
Moin,

wenn man das richtig berechnen kann und es solches Material käuflich gibt...

Bei Schmidt-Kameras hat man seinerzeit Primär- und Sekundärspiegelaufhängung mit Invar-Stäben verbunden, aus demselben Grund. Invar hat eine extrem geringe Wärmeausdehnung.

CS Jörg
 
Hallo Jörg,
Die Spiegel mit Invar-Stäben zu verbinden ist jetzt aber nicht ganz das was ich meine. Es gibt ja die Truss-RC, Carbongestänge, Carbon-Spinnen, Carbon Tuben. Da bewegt sich nichts. Oder man muss nachfokusieren, am besten mit einem Autofokuser.

Ich meine aber hier eine sich bewegende Spiegel-Spinne, die bei einem normalen Tubus aus Blech die Wärmeausdehnung des Tubus durch eine Art Bimetall-Prinzip kompensiert. Schrumpft der Tubus, biegt sich die Spinne vom Hauptspiegel weg und erhält so den Abstand zwischen Hauptspiegel und Sensor.

Ich wundere mich, dass ich sowas noch nie gesehen habe, und frage mich warum. Nach meiner Schätzung wäre ein Streifen Carbon und ein Streifen Aluminium gerade recht.
Hab ich ein Detail übersehen, das die Durchführung dieser Idee unmöglich macht?

Die derzeitigen Lösungen (Carbontubus , Truss Carbon gestänge, AuoFokuser) sind ja auch nicht ganz billig oder technisch einfach.

CS Fritz
 
Hi Fritz,

ich finde die Idee im Prinzip richtig und gut. Ich bin aber kein Teleskop Konstrukteur, aber zumindestens zum Teil ein selber Bauer.

Die Frage, die man sich mM aber immer kritisch stellen sollte, warum gibt es so etwas noch nicht?
Für mich stellt sich das Prinzip so dar. Mit einem technischen Element, zB Piezo Druckgeber oder auch Bimetall, das in geringem Masse seine Länge genau steuerbar verändern kann, verändert man eine Postion. Das gibt es mM in vielen technischen Geräten. Erinnert auch sofort an eine aktive Optik.
Wichtig ist hier bei einer FS Halterung, dass es nur in genau einer Richtung funktioniert und keine andere Veränderung, Verkippung oder Verschiebung stattfindet.

In der kommerziellen Industrie spielt natürlich der Kostenfaktor eine grosse Rolle. Vielleicht hat der verhindert, dass es so etwas schon gibt.
Oder dass man das Problem auf andere, einfachere Weise lösen kann. Das sollte man sich mM auch immer bei seinen eigenen Konstruktionen überlegen.
Aber als DIY Bauer hat man gegenüber der Industrie schon ganz andere Möglichkeiten (kein Zeit- und Kostenfaktor).

Also mM am besten einen konkreten Versuchsaufbau konstruieren und damit die Machbarkeit testen. Man gewinnt dabei Erkenntnisse und Erfahrung, die die angedachte Lösung sicher beeinflussen werden.

Gruß
Peter
 
Hallo Fritz,

ich weiß ja nicht ob mein Gedanke jetzt zu Deiner Idee passt, aber gerade bei einem RC ist der Abstand von Sekundär- zum Primärspiegel wichtig für die Kollimation des Systems. Wenn Du Diesen nicht absolut stabil ausführst, erhältst Du also folge eine schlechte Kollimation.

Viele Grüße,
Martin
 
Hallo Peter,

das mit der Verkippung könnte ein echtes Problem sein, da muss man sicher an der Konstruktion tüfteln. Oder ein Kostenfaktor in der Herstellung bzw im Handel, immerhin müsste man abhängig von Durchmesser UND Tubuslänge je eigene Modelle bauen.
Leider hab ich gerade schon zu viele Baustellen, als dass ich das im Detail versuchen könnte, aber ein Test mit einer 1m Carbonleiste verschraubt mit einer 1m Aluminiumleiste, um zu sehen ob sie tun, was ich von ihnen erwarte, das wird sich noch ausgehen.

CS Fritz
 
Hallo Fritz,

ich weiß ja nicht ob mein Gedanke jetzt zu Deiner Idee passt, aber gerade bei einem RC ist der Abstand von Sekundär- zum Primärspiegel wichtig für die Kollimation des Systems. Wenn Du Diesen nicht absolut stabil ausführst, erhältst Du also folge eine schlechte Kollimation.
Hallo Martin,
ich denke, das ist mir schon klar, das ist ja eigentlich das ursprüngliche Problem, dass bei meinem RC der Abstand zwischen den Spiegeln um ca 0,2 mm schrumpft, wenn es um 10 Grad kälter wird. Und dem möchte ich ja eigentlich (zunächst mur als Idee) entgegenwirken.

CS Fritz
 
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