Formel für Koordinatenkorrektur der Polachse?

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ThomZimm

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Hallo,

ein super Betreff - oder?
Aber ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll.

Es geht um folgendes:
Bei digitalen Teilkreisen oder Goto-Steuerungen muss die Polachse ja nicht genau nach Norden ausgerichtet sein. Mit zwei oder drei Referenzsternen kann die Steuerung eine Misweisung der Polachse herausrechnen.
Nun, beides ist mir i. M. zu teuer. Aber ich habe ja meine 'analogen' Teilkreise - also die normalen.

Und folgende Idee:
Um die Polachse nicht superexakt ausrichten zu müssen, könnte ich doch auch die Koordinaten einiger Referenzsterne ablesen und in meinen kleinen Basic-Taschenrechner (96 KB!)eingeben. Der berechnet mit der Formel, die ich hiermit suche, die Korrektur. Und wenn ich dann eine Koordinate ansteuern will, gebe ich sie in das Programm ein. Es berechnet die tatsächlich einzustellenden Werte. Ich stelle diese mit den Teilkreisen ein - und fertig! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Kann mir jemand erklären, wie ich das rechnen muss? Oder wo ich sowas finde?

Ob das wirklich der Bringer ist, weiß ich nicht. Aber ich finde es interessant.

Viele Grüße

Thomas
 
Hi Thomas,

also der Ansatz an sich ist wirklich interessant, aber ich glaube die Ablesegenauigkeit an den analogen Teilkreisen ist zu ungenau, als dass man sowas in der Praxis wirklich sinnvoll anwenden kann.
Meine Montierung besitzt sogar Nonien an den Teilkreisen aber dennoch denke ich, dass das alles zu ungenau ist, aber ähnliche Überlegungen hatte ich auch schon.

Ich selbst gehe aber manchmal wenn ich plane mit langen Brennweiten zu arbeiten ähnlich vor und scheinere nach Rhemann und Kersche meine Montierung ein.
Dabei schnappe ich mir einen Stern im Süden und im Westen oder Osten. Diese Sterne werden über eine exakt definierte Zeit (5 oder 6 Minuten mache ich meistens) nachgeführt, ist die festgelegte Zeit abgelaufen messe ich mit einem Messokular wie weit der Stern in Deklination ausgebüxst ist. Dann fehlt nur noch die Deklination des Sternes und man kann genau berechnen wie groß die Korrekturbewegungen in Azimut und Deklination ausfallen müssen.
Man braucht natürlich ein Messokular und ca. 20min Zeit dafür, hat die Montierung dann aber absolut genau stehen. Die Formel dazu hab ich grad nicht im Schädel dafür hab ich ne Exel Tabelle auf dem Pocket PC.

besten Gruß,
André
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo André,

Man braucht natürlich ein Messokular und ca. 20min Zeit dafür, hat die Montierung dann aber absolut genau stehen.

Na ersteres hat mal sicher jeder..... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Und ums Scheinern wird man auch so nicht herum kommen, oder?

Die Formel dazu hab ich grad nicht im Schädel dafür hab ich ne Exel Tabelle auf dem Pocket PC.

Genau darum scheint es ja zu gehen: Diese Formel(n) u/o Tabellenwerte in ein Tool zu verpacken. Also wenn es auch nicht "der Bringer" ist, interessant fände ich das schon.

greets,
harald

--
 
Schau mal bei Baader auf die Seite beim Microguide.
Da gibts alles was du brauchst, eine Tabelle, den Weg wie man's macht usw.
Habe 3 pdf's mit Formeln zum Scheinern, wenn du willst sende ich sie dir.
Gruß
Peter
 
Hallo Thomas,

leider kann ich Dir keine anwendungsreifen, fertigen Formeln anbieten. Aber hier zwei hoffentlich hilfreiche Links:

http://www.s-line.de/homepages/schweikert/Align/align.htm

http://alain.fraysse.free.fr/astro/align/altazal.htm

Ich verstehe die Aufgabe so, dass man die Orientierung der Montierungsachsen relativ zum äquatorialen Koordinatensystem ermitteln muss (das sind zwei Drehwinkel) und dann mit Kenntnis dieser Winkel die Transformation formulieren kann. Die beiden Drehwinkel müssen aus den bekannten äquatorialen Koordinaten und den abgelesenen Koordinaten im Montierungssystem herzuleiten sein, aber ich weiß nicht wie.

Wenn die Drehwinkel bekannt sind, ist hin- und rücktransformieren in Matrizendarstellung nicht schwierig, da kann ich gerne weiterhelfen.

Gruß und hoffentlich viel Erfolg,
Tom
 
Hallo Peter und André,

das Messokular ist scheinbar noch besser als meine ursprüngliche Korrekturrechnung.
Denn dann brauche ich nur einmal zu rechnen! Und gleichzeitig fällt die lange Scheiner-Zeit weg.
Das die Teilkreise mit Nonius zu grob sind, glaube ich nicht. Ich muss ja schließlich nicht auf die Bogensekunde genau positionieren.
Das Okular bei Baader hat ja einen stolzen Preis. Aber es scheint auch ein aufwendiges Optikteil (vor allem die Skala) zu sein.
Ich glaube, das kommt auf meine Wunschliste.

Thomas
 
Hallo Tom,
auf den Seiten geht's wirklich in's Eingemachte. Dass es soo aufwendig würde, hatte ich dann doch nicht gedacht.

Wie du an meiner anderen Antwort siehst, tendiere ich jetzt zur Methode mit dem Messokular. Ich wusste nicht, dass es sowas zum Ausrichten gibt.

Trotzdem Danke!

Thomas
 
Hallo Thomas,

wenn's so einfach wäre, hätte ich gerne etwas Brauchbares hergeleitet. Aber auf die Schnelle? So gut bin ich nicht mehr in Mathe wie früher.

Es ist der bessere Ansatz, nach einer einfachen und guten Einnordungsmöglichkeit zu suchen statt den Missstand zu verwalten. Vielleicht ist das Web Cam Scheinern eine Lösung für Dich, Wolfgang Ruthner hat eine Software geschrieben, die die Abdrift eines per Webcam aufgenommenen Sterns in Korrekturanweisungen zum Ausrichten der Montierung umsetzt. Wurde auf dem astrotreff ausführlich diskutiert und scheint wohl gut zu funktionieren. Tolle Idee, tolles Engagement, aber ich hab's selber noch nicht ausprobiert.

Noch ein Aspekt: Wenn Du visuell beobachten möchtest, dann tut es eine Einnordung über den Daumen. Wenn Du den Polarstern nicht sehen kannst, hilft ein Kompass (aber Ablenkung durch Metall beachten!!). Auf einem Balkon ohne Nordsicht hatte ich die Montierung im wahren Mittag nach dem Schatten ausgerichtet und dann die Position der Stativfüße auf dem Boden mit Klebeband markiert. Das war allemal genau genug fürs Visuelle.

Wenn Du fotografieren willst bekommst Du bei fehlerhafter Einnordung eine Drehung des Bildfeldes. Da hilft dann auch keine "schiefe" Nachführung in beiden Achsen. Fototaugliche Alt/Az-Fernrohre haben einen Bildfeldrotator, das ist aber ein teures Vergnügen. Der Vorteil besteht dann in der Gewichtsersparnis gegenüber einer parallaktischen Montierung.

Gruß,
Tom
 
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