Fotografie APO vs Newton

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SunLaps

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Hallo,

ich möchte mir eine eigene Foto-Ausrüstung zulegen, allerdings bin ich mir momentan nicht sicher ob ich ein Foto-Newton (6" mit Korrektor) oder lieber den kleinen TS65Q APO zulegen soll. Was mir am Apo ein wenig "sorge" bereitet ist das Verhältnis f/6,5 und die damit verbundene Belichtungszeit. Es kommt eine EOS 450D zum Einsatz kommen. Ich möchte mit dieser Ausrüstung nur Deepsky fotografieren, für Sonne und Planeten nutze ich andere Ausrüstung.

Bei der Montierung werde ich wohl zur HEQ5 syntrek greifen, ein M-Gen wir später auch noch dazu kommen, vorerst kommt eine Webcam beim Guiding zum Einsatz.


So, was meint Ihr, soll ich lieber zum APO greifen oder doch zum Newton und vielleicht habt ihr noch den ein oder anderen Tipp parat :)


Grüße
Ramon
 
Servus Ramon,

seh Dir einfach mal die Bilder an, die in der Galerie oder im entsprechenden Board sind.
ein kleiner Apo bietet Dir evtl ein größeres Feld. Für die gleiche Tiefe bei flächigen Objekten wirst Du etwas länger belichten müssen.
Der Spiegel wird mit 600 oder 750 mm ein etwas kleineres Feld haben. Wenn Du keine Justageprobleme oder ähnliches hast, sollte die abbildung dann auch Detailreichzer sein.
Die kürzere belichtungszeit wird besonders dann wichtig, wenn Du mobil unterwegs bist und nicht die Aufnahmeserie automatisiert im Garten laufen lassen kannst.
Selbst guide ich auch mit webcam (icam-tracer). Mit meinem 100/700 Leitrohr und der Überlagerungsfunktion von guidemaster gehen da Leitsterne bis 9,5m, das genügte mir bisher immer. Leitrohr ist bfix verschraubt, ein Excenter erlaubt mir, mit der Webcam einen Leitstern im Feld einzustellen.

Eine Auswahl meiner fotos siehst Du hier: http://www.astrobin.com/users/Gottfried/

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Servus,

ich habe mich nochmal mit Vereinskollegen unterhalten und werde nun zu einer Vixen GPD2, bzw wenn ich eine gebrauchte finde eine GP/DX, greifen.

Auch habe ich mich auf astrobin ein wenig umgesehen und finde die Bilder mit dem Apo nicht schlecht :)

Die kürzere belichtungszeit wird besonders dann wichtig, wenn Du mobil unterwegs bist und nicht die Aufnahmeserie automatisiert im Garten laufen lassen kannst.

Ja soll für den mobilen Einsatz sein, wenn ich stationär fotografiere mache ich das von der Stewa aus ;)

Grüße
Ramon
 
Servus Ramon!

Also anhand von Bildern zu entscheiden,ob Apo oder Newton, verschweigt dir so einige Probleme. Etwa Justieraufwand, Schwierigkeit der exakten Scharfstellung, Teperaturdrifts, etc. F/6.5 mag nicht gerade schnell sein, moderat passt, aber ein Apo mit dieser Lichtstärke liefert dir haarnadelfeine Sterne, seltenen Justieraufwand, geringeren
Temperaturdrift gegenüber schnellen Newtons, keine Beugungserscheinungen durch den Fangspiegel (Kreuze an hellen Sternen), unkritischere Feineinstellungen. Das einzige, was für einen Newton spricht:Der Preis. Als Apos
kann ich Dir sehr den Equinox 80 mm und den Evostar 80 mm ans Herz legen, auch für Fortgeschrittene sind das gute Instrumente mit super Preis-Leistrungsverhältnis.

Herzliche Grüße aus Kiefersfelden

Scotty60

www.scottys-universe.de
 
hallo Scotty,

das find ich ein bisserl zu pauschal abgeurteilt.

Du verschweigst bei deiner Apo Lobeshymne die Problematik mit schlecht justierten Objektiven, von Flattenern die oft nicht passen und auch verkippt sein können, generell den Farbfehler besonders bei einigen zweilinsigen Apos (nicht allen!), und über die Temperaturdrift lässt sich auch trefflich streiten. Ich habe bei meinen Newtons so gut wie keine, bei meinen Apos immer.

Ich mag meine Apos auch sehr, aber der Preis ist nicht der einzige Vorteil eines Newtons: Schnelles Öffnungsverhältnis und Farbreinheit wären da auch zu erwähnen.

lg Tommy

 
Servus miteinand,

das mit der Temperaturdrift halte ich auch für zu pauschal. Apos haben mitunter eine gewaltige Temperaturdrift, während ausgekühlte Newtons mit Stahl- oder Pertinaxtubus im Bereich bis zu 1,2 Meter Brennweite auch mit kleinen Pixeln nächtelang ohne Nachfokussieren laufen.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Servus,

Newtons scheinen, bei passender Montierung, wohl die bessere Wahl zu sein, bin aber immernoch ein wenig unentschlossen... :D


kurze Frage zur Montierung, ist eine GP DX oder eine EQ6 (Upgrade 3) "besser"?

Grüße
Ramon
 
Hallo Jungs,

ich wurde wohl falsch verstanden! Ich habe nicht pauschal ausgedrückt, dass Apos niedrigeren Temperaturdrift haben als Apos, sondern dass schnelle Systeme, also F/4 Newtons natürlich
stärker mit Temperaturdrift zu kämpfen haben als langsamere (oft Apos), wobei es keine wesentliche Rolle spielt, ob Newton oder Apo. Je schneller, desto leichter machen sich Tempertaturänderungen bemerkbar beim Fokus, und die optischen Fehler nehmen sogar quadratisch zu!

Also bei einem guten Apo wie die Equinoxe spielt der Restfarbfehler keine Rolle mehr!

Und das Argument mit den weniger passenden Flattener oder schlechte Linsen beim Apo, das gibt es auch beim Newton, nennt sich dann schlechte Spiegel bzw. schlechte Komakorrektoren!
Und gerade bei Spiegeln wird so viel Schrott verkauft, das kann man überall nachlesen. Schließlich ist ein guter Spiegel erheblich schwieriger herzustellen als gute Linsen, Stichwort Faktor 4!

Ein zweilinsiges Objektiv bei 80 mm Apo ist okay, aber unverzeihlich ab etwa 120 mm, da der Farbfehler exponential mit der Öffnung zunimmt!

Gruß

Scotty

www.scottys-universe.de
 
Reservus,

Apo oder Newton, das ist ein Glaubenskrieg, den ich hier nicht entfachen möchte! Tipp: Gerne Newton, dann aber ein moderates System f/6 oder langsamer. Die Bildqualität freut sich gewaltig,
u.a. auch das Koma, und Temperaturdrift wird unkritischer.

Schaue mal unter http://www.scottys-universe.de/equipment.htm

da habe ich paar Geräte vorgestellt.
Gruß

Scotty
 
Servus Scotty,

die Geräte hast Du auf Deiner Seite vorgestellt. Aber da ich auf Deiner Seite nur einige, teils etwas unscharfe Astrofotos finde, im Bericht Angaben wie:

"Skywatcher Equinox 100/900



Mittlerweile verkauft aus Platzgründen, aber dieses legendäre Gerät hatte bei Planetenbeobachtungen mit gut 400 facher Vergrößerung

den 14 Zoll Skywatcher Newton Platzhirsch regelrecht deklassiert. Das Bild blieb immer noch scharf und wurde nicht matschig, da keine

Obstruktion vorliegt und die Optik offensichtlich Klasse ist! Überhaupt stellt die Skywatcher Equinox Serie eine der wenigen Ausnahmen

dar in punkto Chinaschrott.
"

Damit deklassierst Du Dich als ernstzunehmender sachlicher Berater. 400x mit einem 100mm Refraktor machen einige, aber es ist leere, sinnlose Vergrößerung.

Nichts für ungut,

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hi Zusammen,

mal my two cents. Apo wie Newton kommen doch fotografisch nur mit nachgeschaltetem Korrektur zur vollen Entfaltung. Egal ob der Korrektor offiziell nachgerüstet oder von vornherein fest eingebaut ist (R114SS, 75er Pentax). Wie kritisch das Gesamtsystem dann auf Durchbiegung/Justage reagiert ist eine Frage des Öffnungsverhältnis'. Fokusdrift ist dann auch eine Frage des Gesamtsystems (Verhalten der Optik im Vergleich zum Tubusmaterial, z.B. ist Apo+Karbon eigentlich Kontraproduktiv).

Im Endeffekt ist ein Vergleich allein schon deshalb hinkend, weil beim Fotonewton an 8" und seltener 6" oder eben noch mehr Öffnung gedacht wird, während der Foto-Apo ja bei 65mm Öffnung anfängt und bei 6" Öffnung schon eine Art "Klischee-Berufsgruppen-Einkommensvorstellung" voraussetzt. Das weicht zwar durch Chinaprodukte auf, aber die sind entweder fotografisch nicht so toll oder eben auch teuer. Insofern kann man auch schlecht anführen, dass ein Newton schwieriger nachzuführen ist - ein kleiner Apo hat einfach nicht die Tubusdurchbiegung, die beim größeren Newton zum OAG zwingt.

Also wird man vermutlich nicht fragen Apo oder Newton, sondern Öffnung und Brennweite. Daraus ergibt sich dann das eine oder andere. Qualitativ gute wie schlechte Lösungen finden sich auch unter beiden Titeln...

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Hi Zusammen,

mal my two cents. Apo wie Newton kommen doch fotografisch nur mit nachgeschaltetem Korrektur zur vollen Entfaltung. Egal ob der Korrektor offiziell nachgerüstet oder von vornherein fest eingebaut ist (R114SS, 75er Pentax). Wie kritisch das Gesamtsystem dann auf Durchbiegung/Justage reagiert ist eine Frage des Öffnungsverhältnis'. Fokusdrift ist dann auch eine Frage des Gesamtsystems (Verhalten der Optik im Vergleich zum Tubusmaterial, z.B. ist Apo+Karbon eigentlich Kontraproduktiv).

Im Endeffekt ist ein Vergleich allein schon deshalb hinkend, weil beim Fotonewton an 8" und seltener 6" oder eben noch mehr Öffnung gedacht wird, während der Foto-Apo ja bei 65mm Öffnung anfängt und bei 6" Öffnung schon eine Art "Klischee-Berufsgruppen-Einkommensvorstellung" voraussetzt. Das weicht zwar durch Chinaprodukte auf, aber die sind entweder fotografisch nicht so toll oder eben auch teuer. Insofern kann man auch schlecht anführen, dass ein Newton schwieriger nachzuführen ist - ein kleiner Apo hat einfach nicht die Tubusdurchbiegung, die beim größeren Newton zum OAG zwingt.

Also wird man vermutlich nicht fragen Apo oder Newton, sondern Öffnung und Brennweite. Daraus ergibt sich dann das eine oder andere. Qualitativ gute wie schlechte Lösungen finden sich auch unter beiden Titeln...

Clear Skies
Sven

Im Grunde kann ich der Info aus Absatz 1 uneingeschränkt zustimmen.
Nur ist es leider auch so, daß Dir der OAG nicht sonderlich viel bringt, wenn die Teleskopbasis schon nichts taugt. Denn bei schnellen Öffnungsverhältnissen, das ist beim Refraktor schon F/5 aber beim Newton nun mal auch und entsprechend große Chips wird Dir der OAG nicht helfen, wenn sich die Optik über die lange Belichtungsreihe selbst dekollimiert (Optik = Teleskopoptik + Korrektor). Es folgt meist die Tendenz, die Mechanik des Tubus erheblich zu verbessern: Tubus, OAZ nicht vergessen und dann stoßen wir schon zu Mehrkosten (alleine schon beim OAZ) der dem Anwender im Nachgang noch ein schönes, kleines Loch in die Teleskopkasse sprengt. Beim APO stütze ich das Auszugsrohr zusätzlich ab und wähle eine längere Prismenschiene. Im Endeffekt darf man sich ruhig sehr genau fragen, welches Teleskop beim jeweiligen Anwendungsbereich das günstigere ist.
Ein Beispiel für solche Geräte sind die GSO F/4 Newtons. Leuchten zwar Vollformat aus. Aber die Mechanik macht dies auf der kompletten Strecke nicht mit.
Kern der Aussage: OAG ja, ganz nett, aber die Kollimation wird dennoch beeinflußt. Also kein Allheilmittel.

Aber hier gehts um einen kleinen Newton vs. TS Q65. Ich würde mir eher die Frage stellen, ob da Feld was die beiden Teleskope bedienen auch auf Dauer reizvoll ist. Denn der Einsteiger wird die Mechanik nicht direkt so auslasten, wie ein Profi mit CCD und Filterrad. Und für den Anfang sind 750 mm Brennweite mittlerweile kein Hexenwerk mehr. Irgendwann wünscht sich der Einsteiger mehr Tiefe (im Sinne von Vergrößerung) in den Aufnahmen und das schon recht bald. Da würde ich doch mehr zum Newton tendieren. Denn eine DSLR mit Komakorrektor machen die meisten Auszüge heute noch mit.

Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Gerrit,

ich will da gar nicht so in die Tiefe gehen, aber letztendlich stellt sich die Problematik der mechanischen Stabilität bei Apo und Newton auch wieder sehr ähnlich dar, und wenn beim APO Mängel des OAZ leichter kaschierbar sind, dann zahlt man doch bezüglich Öffnung und Brennweite drauf.

Für den Einsteiger ist die eigentlich wichtige Quintessenz, dass man an ein kleines, beherrschbares Gerät noch am ehesten in Form eines kleinen APO mit vielleicht 80mm Öffnung kommt, während beim Kauf eines 6" "Fotonewton" vielfach ein Totalumbau erst einen Fotonewton daraus macht. Der einzig nachvollziehbare Grund dafür ist der Markt. Der Markt "will" möglichst blöd gebaute Newtons für wenig Geld. Das erfüllt sozusagen das Klischee. Beim Apo ist das Klischee durch die hingedengelten China-EDs derweil etwas aufgeweicht oder gar angematscht - man nähert sich an :D

Clear Skies
Sven
 
Zustimmung. Wenn man die Brennweite und Belichtungszeit außen vor läßt, passt das. 80er ED F/7.5 vs 150 mm Newton F/5.
Die Mods tun sich nichts. Nur hat man beim Newton etwas mehr Öffnung und damit auch Reserven fürs visuelle spechteln von Deepsky-Objekten. Und welcher Einsteiger knippst nur.

Grüße
 
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Hallo,

ich werde mir für den Anfang den Apo zulegen, aufrüsten kann man nach und nach.
Danke für die Erläuterungen :)

@Gerrit

Wenn ich CCD machen will, dann fotografiere ich von der Sternwarte aus, dort haben wir eine gute CCD und ein gute Teleskope, "CCD auf dem Feld" ist für mich erstmal kein Thema.


Grüße
Ramon
 
Hallo Ramon,

gute Entscheidung zum Apo!
Achte darauf, dass es einen passenden Flattener gibt, der wirklich funktioniert.


@Sven
... und bei 6" Öffnung schon eine Art "Klischee-Berufsgruppen-Einkommensvorstellung" voraussetzt.

Welche Berufsgruppen sind das denn Deiner Meinung nach?

Grüße
Rolf



 
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Hi Sven,

sowohl als auch, wenn Elektrotechniker bereits als Klischee-Berufsgruppe gilt.

Die Berufsgruppen, die ICH mir unter diesem "Klischee" vorstelle, haben für Astrokram mit Sicherheit keine Zeit oder kein Interesse.


Nun sag halt, was DU Dir darunter vorstellst!


Grüße
Rolf

 
Hallo Gottfried,

habe ich irgendwo geschrieben, dass man bei 100 mm Öffnung 400 fach vergrößern muss, um die max. Auflösung zu erreichen? Mitnichten! Dass diese schon bei einer Auflösung des Auges von etwa 1-2 Bogenminuten entsprechend früher eintritt, ist dann logisch. Warum wohl habe ich dennoch die scheinbar sinnlose Leerlaufvergrößerung verwendet? Um irgendwelche destruktive Oberlehrer zu wecken? Nein, sondern um das optische Potential des Apos aufzuzeigen, denn ein obstruiertes Gerät gleicher Öffnung wird schon bei niedrigeren Vergrösserungen nachlassen bei Schärfe und Kontrast. Und nur das wollte ich beweisen, mehr nicht, womit meine Seriösität nicht in Frage steht!!! Auch bei Sternentests macht eine solche Leerlaufvergrößerung durchaus Sinn! Kleiner Tipp: Wenn Du die Intention einer Aussage nicht ansatzweise verstehst, solltest Du den Autor nicht gleich rund machen, das entspannt das Klima in den Foren gewaltig......

Bleib locker und herzliche Grüße,

Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,

Nein, sondern um das optische Potential des Apos aufzuzeigen, denn ein obstruiertes Gerät gleicher Öffnung wird schon bei niedrigeren Vergrösserungen nachlassen bei Schärfe und Kontrast.

leider meinen Apoanhänger immer durch schwachsinnig hohe Vergrößerungsangaben
das angeblich so große Potential eines Apos verdeutlichen zu müssen.
Das ist aber nur kontraproduktiv. Der Kontrast den ein 100mm Gerät
bei 400x liefert ist nur noch gering. Der Grund dafür ist die Beugungsunschärfe.

Das sieht man als normalsichtiger Beobachter dann auch sehr schön am Objekt
wenn Strukturen die bei 140x noch hart erscheinen bei 400x weich und abgerundet erscheinen.

Das hat erst einmal nichts mit Obstruktion oder nicht zu tun,
sondern mit der Beugungsunschärfe.
Die Obstruktion macht das Ganze dann nur noch schlimmer.
Das gilt allerdings ebenfalls für Farblängsfehler und Spherochromatismus.

Ein annähernd perfekter 8" Newton mit 20% Obstruktion
kann visuell ohne weiteres mit einem 7" echt-Apo mithalten.
Ein 6" Newton mit 33% Obstruktion mit einem 6"f/15 Achromat.

Zur Temperaturdrift:
Mein Newton mit Low-Expansion Spiegel im Isoliertubus
hat weniger als fast jeder Apo. Wie Gottfried schreibt:
Es gibt Apos mit starker Temperaturdrift.
Aber auch welche in denen sie gering ist.
Alles hängt davon ab ob der Designer Optik, Fassung und Tubusmaterial
geschickt kombiniert hat, oder eben nicht.

Scharfstellung:
Wiso sollte diese beim Newton schieriger sein?

Justieraufwand:
Hängt von der Mechanik ab. Das gilt für den Newton ebenso wie für den Apo.
Ich kenne Apos die sind unjustierbar, weil die Fassung schrott ist.
Ich kenne Newtons die justiert man 1x im Jahr, weil die Fassungen gut sind.

keine Beugungserscheinungen durch den Fangspiegel (Kreuze an hellen Sternen)

Die Kreuze an Sternen werden durch die Spinne hervorgerufen.
Mit deren Hilfe kann man übrigens sehr gut scharfstellen :biggrin:

Das einzige, was für einen Newton spricht:Der Preis.

Und die Farbreinheit. Und die Verfügbarkeit großer Öffnungen.
Und die Lichtstärke die kurze Belichtungszeiten ermöglicht.
Und daß Komakorrektoren von der Stange gibt.
Für perfekte Funktion inclusive perfekter Bildfeldebnung
brauchen aber auch Newtons wie Apos passend gerechnete Korrektoren.

Als Apos
kann ich Dir sehr den Equinox 80 mm und den Evostar 80 mm ans Herz legen, auch für Fortgeschrittene sind das gute Instrumente mit super Preis-Leistrungsverhältnis.

Aus meiner Sicht kein guter Vorschlag für Ramon90 der ja knipsen will.
Bei f/7,5 muß er ziemlich lange belichten.
Dem Teil fehlt noch der Flattener, z.B. der TS Flattener.
Wie sieht es mit einem Reducer aus?
Der 80/500mm Equinox ist lichtstärker, aber teurer, etwas weniger farbrein und es fehlt immer noch der Flattener
und/oder Reducer.

Sorry. Ich sehe es so wie Gottfried. 400x mit 100mm Öffnung.
Das scheint so etwas wie das Apo-Syndrom der Sehschwachen zu sein.

CS,Karsten
 
Servus Uwe,

gern bleibe ich locker ;-)

vielleicht verstehe ich mehr als Du meinst.

mit freundlichen Grüßen,

der destruktive Oberlehrer Gottfried
 
Hallo Ramon,

mein Tipp: Ich würde an Deiner Stelle lieber im Deep-Sky Astrofotografie-Unterforum posten und dort die Frage nochmal stellen.
Es geht darum, dass Dich erfahrene ASTROFOTOGRAFEN fachkundig aus EIGENER Erfahrung beraten. Ein fototaugliches Gerät hat andere Anforderungen, als ein visuell optimiertes Gerät. Die 1000. Abhandlung über theroretische Vergrößerungen interessiert keinen Menschen.

Gut ist auch, einfach in die Bildergalerie zu schauen. In 99% der Fälle steht genau drunter, welches Bild womit geknipst wurde. Das ist meistens Equipment, was nach lange optimiert wurde und damit sehr brauchbare Ergebnisse liefert. Bei den Bildern bekommst Du dann auch ein Gefühl dafür, was womit ereichbar ist - umfangreiche EBV-Kenntnisse vorausgesetzt!

Viele Grüße
Rolf



 
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Hi Ramon
zunächst kann ich Rolf nur Recht geben wenn er sagt dass du dich im Deep-Sky Bilderforum das Equipment der Astrofotografen mal anschauen sollst. Ist zumindest mal eine Infoquelle zum ersten Orientieren.

So und nun was zum STEINIGEN
Das Teleskop = Aufnahmeoptik ist aus meiner Erfahrung heraus das letzte Glied in der Kette zum guten Astrofoto. Du brauchst dem Glaubenskrieg keine Beachtung schenken. Wichtig, und das ist das A und O, ist die Nachführung sowie genügend/ausreichende Einzelbilder MIT natürlich gut getroffenem Fokus. Danach kommt umfangreiche Kenntnis in der EBV, und die dauert erfahrungsgemäß recht lange. Erst wenn dies alles zufriedenstellend gemeistert wird kann über Teleskope mitsamt ihren Eigenschaften und Einsatzzweck nachgedacht werden. So lange tuts m.M. nach ein kurzbrennweitiges Gerät, welches auch keine große Ansprüche an die Montierung stellt. Da tendiere ich momentan zu einem kleinen Refraktor -sprich dem TS65Q. Muss aber nicht unbedingt die ********* sein.

...die Steine können nun geschmissen werden...

CS Hans-Peter
 
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Hallo Ramon,

ich stimme Rolf und Hans-Peter hier zu!
Die Wichtigkeiten könnten etwa so gereiht sein:
1. - 100. Montierung
101.-500. Guiding
501.-1000. Okularauszug + Adaption der Kamera
1001.-1999. Kamera
2000. - ?? EBV - saubere Kalibrierdaten (Flats etc), gute bearbeitung mit einem entsprechenden Programm - auch die kosten was (die wirklich guten..)!

irgendwo dahinter : Teleskop -> Type, Öffnungsverhältnis

Was hilft ein super schnelles Gerät, wenn man als Einsteiger die Abbildung in den Ecken nicht sauber hinbekommt? Wenn man permanent mit dem Fokus daneben liegt? Wenn sich kleine Verkippungen dramatisch auswirken?

Also besser mit Bewährtem einsteigen und auf etwas Tiefe verzichten, dafür Spaß an sauberen Rohdaten haben.
Also entweder ein kleiner Newton, aber am besten gleich auf einen guten OAZ wechseln, oder ein kleiner APO - den Preis für einen guten Korrektor gleich mitkalkulieren!

LG, Markus


 
Hallo Hans-Peter und Markus,

auch von mir volle Zustimmung für Euer Ausführungen.
Das Teleskop kommt auch meiner Erfahrung nach erst relativ weit hinten in der Kette. Superschnelle Systeme haben in Summe meist mehr Nachteile als Vorteile.

Nachführung, Fokussierung, Mechanik, EBV, dann ganz lang nix, dann das Teleskop.

Aus meiner eigenen Erfahrung mit vielen fotografisch genutzen Teleskopen kann ich eigentlich nur zur Linse raten, besonders wenn die Kamera mit OAG und Filterrad fast 5 kg wiegt.

Fürs Fokussieren gibts FocusMax oder Bahtinov.



@Hans-Peter:
Das mit den Steinen kannste getrost vergessen. Du gibst nur wieder, was Deine und auch die Erfahrungen vieler anderer zu diesem Thema ist.

Wie gesagt, bei der Astrofotografie gelten ganz andere Maßstäbe als im Visuellen. Ich bin als Fotograf ganz froh, dass ich mich um ganz andere Dinge kümmern kann, als um leidige Optik-Diskussionen.



Grüße
Rolf
 
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Hallo,

Bedeutung der Ausrüstung für fotografische Anwendung sehe ich letztlich auch so:

1) Montierung
2) Stabilität von Auszug und Adaptation zur Kamera (und auch allen sonstigen Verbindungen)
3) für Fokussierung ist ein motorisierter Auszug eine feine Sache

Die Art der Optik ist erst einmal weniger wichtig - ein kleiner APO ist sicher ein idealer Startpunkt.

Ach so, und ich würde mir keine Optik ohne genau passenden Korrektor mehr holen.

Viele Grüße

Kai
 
Hallo KAStern!

Auch wenn unsere Meinungen etwas divergieren, so bleibt Dein Vortrag erfrischend sachlich, so macht das Spaß hier.

Aber nun in medias res:

1. Da Newtons meistens schneller sind als Apos,erstere liegen
bei typisch f/4-f/5, letztere bei f/6-f/8, haben die Newtons
weniger Tiefenschärfe, was das Scharfstellen erschwert.
Kannst ja mal einen f/2.8 Newton in den Fokus bringen, da
brauchste schon paar Schnäpse im Blut, mal etwas überspitzt
formuliert. Und mehr Schärfentiefe bedeutet auch mehr
Toleranz gegenüber Temperaturdrifts, da diese am Fokus
"nagen". Und einen f/4 Newton zu justieren ist deutlich
schwieriger als einen moderaten Newton. Einen f/6 justiert
man noch mit eienr Pulle Bier in der anderen Hand!

2. Natürlich bedeutet eine Vergrößerung über 1.5*Objektiv-
durchmesser Kontrast- und Schärfeabfall, ohne dass die
Auflösung steigt. Dennoch kann dies zur besseren
Erkennbarkeit von Details führen, wenn Deine Augen nicht
mehr die Jüngsten sind.....

3. Sicherlich ist der besagte Evostar nicht gerade schnell,
aber dafür in der anvisierten Preisklasse von unserem
Sternfreund. Und bei dem Gerät wird er nicht die unter 1.
aufgeführten Probleme haben, ist also sehr fokustolerant.

4. Ich will keine Flattener oder Komakorrektoren wegdisku-
tieren, aber ein 80er Equinox ohne Flattener mit einem
22 mm Sensor (KAF8300) erzeugt respektable Bilder, siehe

http://www.scottys-universe.de/Bilder1100/M16_Equinox80_15min__LRGB___.jpg

Links oben erkennt man eine leichte Verkippung, eher typisch
bei den Crayfords, aber das ist was anderes als die Bildfeldkrümmung.

Und da traditionell das Geld schnell ausgeht beim teuren Einstieg in die Astrofotografie, könnte man anfangs auf den Flattener in diesem Fall verzichten. Dann lieber alles Geld
in eine gute Montierung stecken und erst einmal beim Teleskop sparen, das ist das letzte Glied der Ausrüstung.

5. Auch wenn ich Apos liebe wegen ihrer brutalen Schärfe und
Wartungsarmut, so bekenne ich mich auch zu Newtons, habe
u.a. 10 und 12 Zoller von Orion UK hier. Und bei einem
moderaten f/6.4 Newton kann man den Komakorrektor bei
Verwendung von APS-C Sensoren weglassen, da liegt das Koma
im akzeptablen Bereich. Was nämlich bisher hier keiner
erwähnt hat: Auf der optischen Achse verschlechtern diese
Korrektoren sogar das Bild etwas.....

6. Na klar muss ein f/6.25 Apo bei gleichem Durchmesser und
gleichen Gläsern etwas mehr Farbe haben als der f/7.5
Evostar, aber die Unterschiede sind marginal, eher
theoretischer Natur, da bei 80 mm Durchmesser die
chromatische Aberrqation nicht so brutal ist wie bei
einem 120er System, Stichwort exponentielle Zunahme.
Die Equinoxserie besticht ja bekanntlich durch wenig
CA.

Herzliche Grüße

Scotty


 
hallo,

ja macht Spaß mitzulesen! Also nochmal Senf für Scottys durchaus verständliche Einwände :-)

1. Mikrofokus, und du kannst auch ganz entspannt nen f/4 scharf stellen
2. stimmt, aber nur an hellen Objekten sonst gehen den älteren Augen erst recht das Licht aus. Abhilfe: Öffnung (Newton...) da muss man nicht über 1x Öffnung gehen und
auch die Floaters in der Augenflüssigkeit stören nicht so sehr
3. stimmt!
4. auch dein Bild beweist: Ein Flattener ist was schönes! Hier ein 100% Foto mit 80/600 ohne Flattener:
http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Flattener_all/80-600_noFlatt.jpg
5. nein die Koma dieses Newt liegt für mich noch lange nicht im akzeptablen Bereich ;-)
6. der Farbfehler des Equinox ist schon etwas stärker, aber vor allem beim 80/600ED gibts einen für das Scope gerechneten verschaubbaren Flattener, und immer noch günstiger...

Das leichtere Handling und die etwas leichter erreichbare gute Sternabbildung machen den Apo für Einsteiger zu Recht zu einem interessanten Gerät. Aber man soll ja nicht glauben, dass da immer alles problemlos abgeht - was ist inzwischen mit deiner Verkippung Scotty, hast sie schon im Griff? Keine Justageschrauben am Apo woran man drehen könnte, richtig?

Hat eben alles Plusse und Mi-Nüsse

lg Tommy
 
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