Fotografie APO vs Newton

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Tommy!

Also der Microfocus nutzt dir leider nichts bei der Temperaturempfindlichkeit, die sich in Fokusverlagerung äußert :-(

Du musst doch zugeben, ohne Flattener ist das Bild schon recht gut! Na klar, mit Flattener noch deutlich besser.

Wenn Du -verständlicherweise- so hohe Ansprüche ans Koma hast, dann muss Dein Autoguiding auch verflucht gut sein! Und gerade
dies ist schwierig, viele Anfänger schmeissen dann oft das Handtuch (ich damals auch :-()

In der Tat sieht es so aus, dass die Verkippung nicht wegjustiert werden kann.

Mit den Vor- und Nachteilen hast Du total Recht. Selten habe ich einen Bereich wie die Astronomie gesehen, wo regelrechte verbitterte Glaubenskriege stattfinden etwa Apo vs. Newton, OAG vs. Nachführrohr.

Daher mein Traum: Ein Teleskop so billig wie ein Newton, Schärfe eines Apos, kurz wie ein Mak oder SC, Koma eines RC,
schnell wie ein f/2.8 Rohr aber vom sonstigen Verhalten besonders bei Temperatur und Fokussierung wie ein f/8.

Bevor ich jetzt verbal massakriert werde, sage ich lieber Servus,

Scotty
 
Hallo Rolf,

also ich glaube ihr meint eher die Eckdaten des Teleskops stehen weiter hinten, oder? Also ich mag die Astrofotos mit künstlich kleingerechneten Sternen nicht besonders und wenn dicke Sternflatschen nicht durch schlechtes Seeing entstehen, sondern durch ein schlechtes optisches Gesamtsystem dann ist dagegen leider kein Kraut gewachsen. Daher würde ich schon einen gewissen Wert darauf legen, dass die Foto-Optik von den Spots her OK ist. Man muss dann abschätzen, bis zu welchem Grad und bis zu welcher Öffnung das Sinn macht, denn natürlich wäre es akademisch von einem 8-Zöller ideale 0,5" Spots zu fordern, während man selbst unter besten Bedingungen keine 1" Sternabbildungen hinbekommt.

Richtig ist also eher, dass die beste Optik ihr Potenzial erst zeigen kann, wenn das gesamte weitere Equipment perfekt funktioniert und unter besten Himmelsbedingungen aufgestellt ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

hier noch mein Senf zu dem Thema als jemand der den Astrofoto Einstieg gerade so hinter sich hat.

Ich würde Dir auch zu einem kleinen APO raten, allerdings eher zu einem guten 80mm nicht zu einem 65mm.

Wie schon ausgeführt hast Du am Anfang eine ganze Menge andere Probleme als die Qualität der Optik. Und es kommen auch erstmal jede Menge Anschaffungen hinzu, die man primär erstmal gar nicht einrechnet. Und da würde ich mir die zusätzlichen Probleme mit einem Newton erstmal sparen.

Beim kleinen Refraktor kannste wg. der geringern Brennweite auch erstmal mit Sucherguiding beginnen und brauchst nicht gleich nen OAG, der wieder seine eigenen Probleme mit sich bringt (Leitsternsuche, etc...).

Die geringere Brennweite macht auch das Guiding einfacher.

So und nun kommt das aber, warum ich GUTER APO schreibe.

Ich habe einen WO Zenithstar 66/388mm mit Reducer auf 310mm.

Hat etwa ein Jahr gedauert bis ich alles soweit in Griff hatte. Da war die Optik kein Problem. Aber jetzt kommt die nächste Phase wo man schon etwas mehr erwartet von seinen Bildern und dann fängt es an, dass einen die optischen Macken der Optik aufregen.
Zudem kommt, dass man mit 500-600mm Brennweite dann doch mehr Möglichkeiten hat, gerade bei der Fotografie von Kugelsternhaufen/Galaxien.

Also ich würde, wenn ich nochmal anfangen würde direkt zu einem der 80/480 APOs greifen. Damit kannste länger was anfangen.

Wenn es finanziell eng ist, halte ich den Weg den Flattener/Reducer nachzukaufen durchaus für gangbar. Wie geschrieben, Du hast erstmal andere Baustellen. Aber ich würde darauf achten, dass es eben auch passende Teile zu dem Teleskop gibt.

So das waren meine 2ct zu dem Thema.

CS
Volker

Nachtrag: Und da gebe ich Sven nun recht. Mit der EBV lässt sich vieles beheben, aber viel besser ist es, wenn es gar nichts zu beheben gibt ;)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Scotty,

wenn ich lese "eher typisch bei den Crayfords" zuckt das Augenlied. Die Crayfords sind ja gerade deshalb einmal eingeführt worden, um das endlich in den Griff zu kriegen. Angefangen hat das seinerzeit mit dem Spiegelshifting bei SCs. Zumindest kam es damit ins Gespräch. Da begannen dann Sternfreunde, den shiftenden Hauptspiegel festzusetzen und einen Crayford an das SC-Gewinde zu schrauben. Nach und nach sind dann auch die Zahntrieb-Auszüge anderer Teleskoptypen durch Crayford-Auszüge ersetzt worden. Es gab ohnehin nur wenige Beispiele wirklich sauber laufender Zahn & Trieb Auszüge. Ich meine, dass Pentax da ganz gute Beispiele geliefert hat. Die alten Vixen 60mm Auszüge hingegen würde ich eher als visuell tauglich bezeichnen und für das, was chemisch so ging, waren sie ganz OK - zumindest festgesetzt.
Nachdem dann einige teure Hersteller gute und robuste Crayfords als Alternative hatten, hat sich das Prinzip herumgesprochen. Und inzwischen kommt das Zeug aus China, mit Toleranzen, schlagenden Wellen und auch abenteuerlich dünnen Antrieben. Aber fein auf Hochglanz eloxiert.
Und nun... lese ich was davon, dass die Crayfords ja gerne verkippen. Das ist so eine Art Rückwärtsentwicklung...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven!

Wie Du so richtig bemerkst, kommt "das Zeug inzwischen aus China" mit nicht selten schlechter Qualität. Dass man aus einer eigentlich soliden Konstruktion Schrott produzieren kann, wenn Toleranzen keine Rolle spielen, ist die logische Konsequenz!
Dass sich so manch ein Teleskop als Gurke entpuppt, siehe die absolut seriösen Wolfgang Rohr Berichte, kennen wir zur Genüge.

Allerdings ist der Crayfordauszug nich das Maß aller Dinge,
denn nicht umsonst wurde dieser weiterentwickelt, nennt sich dann Monorail, wo man sich auf das Verkippen fokusiert hat.


Überhaupt ist die Astronomiebranche einzigartig:

1. Viel Schrott wird verkauft, meistens aus China
2. Quasi kein Wettbewerb, da der Markt auf 2 Familien
aufgeteilt ist. Und wo kein Wettbewerb existiert, kann man
es sich leisten, Schrott zu verticken.
3. Verbitterte Glaubenskriege (z.B. etwa Apo vs. Newton)

Zu diesen Themen habe ich mich verbal schon "ausgekotzt":
http://www.scottys-universe.de/chinaqualitaet.htm
http://www.scottys-universe.de/astromafia.htm

In diesem Sinne dennoch einen schönen Tag,

Scotty


 
Hallo zusammen,

interessante Grundsatzdiskussion hier! Da zeigt es sich halt immer wieder: Schön, wenn man Refraktor + Newton hat. ;)

Bin seit mehreren Jahren nur visuell unterwegs und wollte den schönen, justierbaren 4" TMB mit stabilem Feather Touch OAZ auch schon hergeben. Habe mich aber zum Glück anders entschieden. Auch wenn ich ihn aktuell fast nur für visuelle Sonnenbeobachtung hernehme, denke ich doch, dass man mit diesem Teil auch recht nette DS-Aufnahmen hinbekommen könnte. Vielleicht packt mich die DS-Fotografie auch mal wieder...

Selbstverständlich vermag ich auch die anderen oben genannten Faktoren (Montierung, Guiding, Kamera, etc.) richtig einzuschätzen. Bin lange genug dabei. :biggrin:

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Scotty,

welche 2 Familien meinst du denn? Also, wenn ich so in der Welt rumschaue gibt es doch noch ein wenig mehr was man sich zulegen kann!

Viele Grüße
Werner
 
hallo Scotty,

ja, es ist ein heiss umstrittenes Pflaster, und oft weiss man nicht wem man Glauben schenken soll. Da hilft nur selber ausprobieren und sich unabhängig Praxis Erfahrung zu schaffen. Da habe ich gelernt dass es immer pro und kontra gibt, und ein rigid festgelegter Standpunkt der Situation nicht entsprechen kann. Die Faktoren sind zu vielfältig, und die Ansprüche an das Ergebnis auch. Ich halte meine Ansprüche für moderat, da gibts viel strengere, z.B. der Norbert hier:
http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=4&t=5589

Die Erfahrungen sind auch sehr unterschiedlich, ich habe z.B. keine Probleme mit Temperaturdruft bei meinen Skywatcher Normal Newtons, bei den Apos aber schätze ich den Mikrofokuser weil ich schon weiss wieviel ich drehen muss wenn die Temperaturdrift die Sterne aus dem Fokus schiebt. Ich fotografier mit Eos und prüfe das nur am Rohbild am Kamerabildschirm.

Daher denke ich man soll es Ernst nehmen wenn andere Leute andere Erfahrungen machen, vielleicht kommt man ja drauf woran das liegt und lernt noch was, und halte mich aus "Religionskriegen" raus - das bringt nichts. Ich vermute du siehst das auch so ähnlich und dann macht es Spass zu diskutieren.

in dem Sinn lg und cs
Tommy

 
Hallo zusammen,

im Prinzip schwingt sich doch alles immer ein.

Ist man unzufrieden - und damit meine ich ausdrücklich selbstauferlegte Unzufriedenheit, nicht solche, die einem von anderen eingeredet wird - wird man das Problem analysieren und sofern es im gesteckten Rahmen möglich ist, lösen.

In jeder Aufnahme wird jemand Fehler finden. Schaut Euch die Hubble-Bilder an. Halos, Höfe...
Jedoch sollte man nie vergessen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Astroaufnahme lebt von der Tiefe und dem Gesamteindruck, nicht von 2 verbogenen Sternen in der Bildecke.
Visuell ist es genau so: Die Freude am Seheindruck sollte überwiegen. Nicht selten werden Instrumente schlecht-diskutiert, obwohl es dem Anwender bis dato Freude bereitet hat.

Ein fertiges Astrofoto hat mit den Rohbildern, die aus der Kamera herausfallen, nur den Ursprung gemein. Alleine beim Stacken, Stretchen und RGB-isieren passiert dermaßen viel mit den Bilddaten....

Kleine Sterne: Sterne sind per Definition in erster Linie punktförmige Lichtquellen. Alles, was im Astrofoto von einem Pünktchen abweicht, entspricht also schonmal nicht der Wirklichkeit. Von daher hat der Fotograf IMHO alle Freiheiten, besonders, wenn die Hauptaussage des Bildes auf dem schwachen Nebel liegen soll, der eben nicht von tausenden fetten Sternen erschlagen werden soll.
Für mich sind Sterne unliebsames Beiwerk in der Aufnahme und eigentlich sollte ich meine HP umbenennen :-)

Ein Astrofoto kann die Wirklichkeit (was ist das überhaupt im astronomischen Sinne?) nicht ananähernd abbilden. Daher bleibt nur die Interpretation.

Viele Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

du schreibst:

Zitat von Rolf_Geissinger:
Visuell ist es genau so: Die Freude am Seheindruck sollte überwiegen. Nicht selten werden Instrumente schlecht-diskutiert, obwohl es dem Anwender bis dato Freude bereitet hat.

Da hast du recht! Nur leben wir nicht isoliert und schauen gelegentlich mal "über den Gartenzaun". Es kann manchmal auch kritisch werden, wenn man auf Teleskoptreffen geht. Auch ganz ohne Diskussion, nur durch eigene Beobachtung kann es passieren, dass plötzlich die schöne heile Welt in Scherben vor einem liegt. Habe ich schon mehrfach miterlebt und es erging mir selbst so vor vielen Jahren. Habe aber zum Glück einiges daraus gelernt und genieße seitdem jede einzelne Beobachtungsnacht in vollen Zügen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Tommy!

Stimme Dir absolut zu! Bei so einem Religionskrieg bekommt man nur sein Fett weg, wird als unseriös bezeichnet, kenne ich.

Traurig, dass es Leute gibt, die so ein Hammerbild (Dein Link)
zerreißen, weil sie beim Ausdruck auf DIN A3 unterm Mikroskop entdecken, dass die Sterne in den Ecken etwas größer sind...

Was mich mehr interessiert:
Wurde hier am PC (und wenn ja, wie) die Sterne kleingerechnet,
oder ist das Bild in der Wüste von Chile entstanden, Seeing um die 1??
Herzliche Grüße

Scotty
 
Hallo Scotty,

solch eine feine Sternabbildung ist mit einem kleinen, hochwertigen APO normalerweise kein Problem, solange man nicht zu heftig an den Daten zerrt.

Bei Bedarf kann man jeden beliebigen Sternradius am PC einstellen (ab Null). Meist ist das aber gar nicht notwendig.

Ich habe nicht mich ohne Grund weiter oben für Linsen bei Fotoambitionen ausgesprochen.

Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

also erstens: Du würdest analysieren. Das macht nicht jeder Typ Mensch. Da liegt dann das Grundproblem, wieso es für den einen etwas von Glaubenskrieg hat und für den anderen was von Windmühlenflügeln.

Zweitens: Das Problem sind nicht die Sterne, die zu Punkten werden, sondern der Zwang, etwas dorthin zu erfinden, wo mal Sternflatschen war. Mit "Interpretation" hast Du nun ein weites Feld eröffnet. Ich erinnere an den großen Erfinder, der Io unscharf gedreht, mit Gallileo-Fotos überlagert, und dreimal durch den Wolf gedreht hat, um zu präsentieren, dass er mit seinem kleinen Gürkchen Io-Oberflächendetails aufnehmen konnte. Wo soll jetzt die Grenze sein?

Um mich auch mal festzulegen: Ich denke bei kleinen Öffnungen wird man fotografisch eher zu gut korrigierten ED-Objektiven hin tendieren, während man mit Spiegeloptiken so seine Probleme hat. Die werden dann sehr stark obstruiert und daher tendieren die hellen ersten Beugungsringe dazu, generell vom Seeing mit dem Stern zu riesigen Flatschen verarbeitet zu werden.
Bei großen Öffnungen wird aber der Apo zunehmend teuer und auch kritischer bezüglich Farbkorrektur, etc. Ich beobachte da, dass nur wenige Fotografen bereit sind, den Preis eines 6" Foto-Apos in einen 8" oder 10" Foto-Newton mit adäquater Korrektur und Mechanik zu stecken. Und das hat dann in meinen Augen zur Folge, dass das optisch bessere System nicht zum Einsatz kommt. Natürlich auch, weil es eben nicht ganz so einfach möglich ist, für diese Optiken Seeing und Guiding zustande zu bringen, so dass die mögliche Qualität ihren Weg ins Bild findet. Vom persönlichen Standpunkt aus dürfte dann der Öffnungsverzicht durchaus der richtige Weg sein und in seiner Tendenz dann zwar Richtung Apo weisen - aber offenbar auch nur, weil vielen Sternfreunden wieder die Preisrelation zwischen dem sauberen, beherrschbaren 6" Fotonewton und dem nötigen Fotokorrektor nicht zu behagen scheint. Aber das wird man so klar ohnehin nicht herausarbeiten können, weil es ja immer um persönlich geprägte Entscheidungen geht.

Tja... und die Frage der Machbarkeit stellt sich ja auch nicht. Die Frage der Marktfähigkeit ist doch am ehesten angebracht. Und die... ist wirklich eine Glaubensfrage. Von dem was Kunden glauben und was Händler glauben was Kunden ihnen glauben.

Clear Skies
Sven
 
hallo,

danke für die Blume, nein hier wurde nichts kleingerechnet, bei 525mm sind die Sterne auf einem Canon Chip mit 5,2µm Pixeln eh schön klein wenn das Seeing und das Guiding passt. Der Apo ist recht farbrein und wurde von mir penibelst zentriert, ein Entkipper war nicht nötig:

http://interferometrie.blogspot.com/2012/08/107700-apm-triplett-apo-nr.html

Der Himmel war auch recht dunkel, etwa 6mag, trotzdem hab ich ganz schön in der EBV das Licht aufdrehen müssen, die beiden kleinen Galaxien haben wenig Oberflächenhelligkeit. Sieht man an den Halos um die helleren Sterne.

Es ist aber auch mit kleinen Newtons möglich, feine Sterne zu bekommen, Tommy Henne zeigt es uns auf fantastische Weise, hier mit 130/650 Töpfchen:
http://www.distant-lights.at/m31-2011_10_02.htm

Wie soll man da vom kleinen Newton abraten, so pauschal geht das doch nicht!

lg Tommy
 
Zitat von tommy_nawratil:
Wie soll man da vom kleinen Newton abraten, so pauschal geht das doch nicht!

lg Tommy

richtig Tommy, pauschal geht das auch nicht. Allerdings sollte man bei solchen Beispielbildern die fotografische Erfahrenheit des Fotografen nicht unberücksichtigt lassen. Ebenso die verwendete NEQ6, sowie Subframes von 15min welches ein hochgenaues Guiding voraussetzt. Ebenso die insgesamt 40 (!) Stunden Belichtungszeit und einen 6m Himmel gibt es auch nicht überall.

CS Hans_Peter
 
Hallo Scotty,

das sind in meinen Augen Spekulationen, welche die wahren Verhältnisse am Markt nicht korrekt darstellen. Zudem hat man heutzutage die Möglichkeit, quasi weltweit Waren zu beziehen und das völlig unabhängig von den 2 Familien, von denen du sprichst. Keiner meiner Teleskope stammt von diesen.

Ich heiße übrigens Werner. Steht auch immer bei allen meiner Beiträge.

Viele Grüße
Werner
 
Servus Werner,

zweifellos kann man weltweit bestellen, dann aber viel Spaß
bei Garantiefällen! Und die 2 Jahre Garantie/Gewährleistung
existieren dann auch nicht, eher 6-12 Monate. Bei der heutigen Qualität ein Glücksspiel.....

Ich habe nicht geschrieben, dass alles unter den 2 Familien aufgeteilt ist, dennoch ist es schon erschreckend genug und sollte zum Nachdenken anregen.

Herzliche Grüße

Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tommy,

eine Tendenz ist ja kein pauschales Abraten! Es ist eben eine Tendenz. Ich tendiere generell zu guten Optiken.
Rolf macht sich da um die Güte seines 140er TEC offenbar keine Sorgen, sie ist ihm nicht wichtig. :biggrin: Oder sollte er doch trotz Foto-Ambitionen zum selben Ergebnis gekommen sein?

Ein Newton ist eine gute Optik, wenn man damit umzugehen weiß und ihm eine funktionierende Mechanik (die auf einem stabilen Tubus basiert) gönnt. Hat man diese Basis, ist es kein Ding, einen wenig geöffneten Newton einfach so und einen schnellen Newton mit entsprechendem Korrektor zu wunderschönen Astrofotos zu bringen. Da aber der Markt das nicht will - also die Kunden glauben nicht und die Händler wollen nicht - bekommt man solche Geräte nicht offiziell. Da kaufen dann erfahrene Astrofotografen einen 6" "Foto-Newton", fotografisch optimiert, mit Tuut und Rummptata, und dann reißen sie alles auseinander, kaufen alles mögliche nochmal einzeln und in vernünftig, und am Ende bemerken sie, dass nur noch der 6" Spiegel übrig ist, der in definierter Qualität die Hälfte von dem Wegwerf-Angebot mit Foto-Aufkleber drauf gekostet hätte. Das ist einfach die Realität der typischen Angebote.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

um einen TEC muss man sich normalerweise auch keine Sorgen machen. Man schaut sich die Rohbilder an oder schaut einfach mal durch. Mir reicht das völlig aus.
Das Ergebnis spricht für sich. Ich kenne niemanden, der mit seinem TEC unzufrieden ist (außer ein paar Optiktestern, aber die sind ja quasi nie zufrieden :-) )

Mein 140er ist übrigens Geschichte...

Ein 8-10" Newton, sorry "Astrograph" eines Edel-Herstellers kostet übrigens mit passender Mechanik, passendem Fokussierer und passendem Korrektor in etwa das selbe und mehr. Diese sind dann schön schnell und auch schön heftig obstruiert (von 8" bleiben da keine 8" mehr übrig).

Was will ich damit sagen: Es gibt durchaus Geräte am Markt, die super funktionieren. Der Haken and der Sache ist jedoch, dass der Invest bei den wirklich guten Sachen meist im hohen 4-stelligen, oft auch im 5-stelligen Bereich liegt.

Ich kenne einige, die haben ihre Newton Carbon-Tuben getunt und verbastelt und am Schluss das Vorhaben doch sein lassen, weil es immer noch zu labbrig war.
Versuche mal, eine 5 kg schwere Kamera an einen Newton drauzuhängen. Viel Spaß.
Meiner Ansicht nach, ist das fotografisch-mechanische Gesamtkonzept eines Linsenfernrohrs für die Fotografie prädestiniert. Das feine APO-Objektiv gibts obendrein noch dazu :-)

Klar, für eine DSLR reicht ein Newton von der Stange gut aus. Diese wiegt ja auch nicht viel. Der Kummer kommt dann spätestens beim Umstieg auf eine größere s/w CCD mit Filterrad.

Ich gebe hier nur wieder, was ich selbst erfahren habe. Ich habe fotografisch alle Arten von Teleskopen, Montierungen und Kameras durch und auf meinem steinigen Weg sehr viel Lehrgeld bezahlt.

Grüße
Rolf






 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Uwe

du schreibst doch weiter oben:

Zitat von Scotty60:
Überhaupt ist die Astronomiebranche einzigartig:

1. Viel Schrott wird verkauft, meistens aus China
2. Quasi kein Wettbewerb, da der Markt auf 2 Familien
aufgeteilt ist. Und wo kein Wettbewerb existiert, kann man
es sich leisten, Schrott zu verticken.
3. Verbitterte Glaubenskriege (z.B. etwa Apo vs. Newton)

Zu diesen Themen habe ich mich verbal schon "ausgekotzt":
http://www.scottys-universe.de/chinaqualitaet.htm
http://www.scottys-universe.de/astromafia.htm

In diesem Sinne dennoch einen schönen Tag,

Scotty

Wie soll man deinen Punkt 2 anders verstehen? Ist recht eindeutig...

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Rolf,

jetzt geh mal mit der Aussage "stabil ist nicht machbar" zu einem, der's gelernt hat. Der lacht uns doch aus, was in unserer Branche mit Carbon zurecht als "gebastelt" bezeichnet wird und was von der Stange sowieso nur als "too little, too late" betitelt werden kann. Und beim Zubehör lässt sich das natürlich genauso fortsetzen - wie dick sind noch gleich die Alu-Platten, welche die Abdeckung des Filterrades darstellen? Wenn ein Korrektor allein sein Glasgewicht hat, dann ist das ein Grund. Aber eine Kamera besteht im Wesentlichen aus ein paar Gramm Chip und ein paar Gramm Platine. Eloxierte Guß-Kühler sind ja sogar im PC-Bereich schon tot - sehen natürlich nett aus, aber eigentlich würde der Astrofotograf doch hauchdünne Kühlbleche mit einer Heatpipe für den entsprechenden Temperaturbereich brauchen.

Im Prinzip sind die Astrofotografen immer noch dabei, mit Wasser und Druckkochtopf zu arbeiten, wo anderswo schon längst schonend dampfgegart wird.

Das mag nun alles für einen Anfänger-Thread recht weit gehen. Und daher möchte ich auch noch einen Gedanken hier einwerfen, der für den Anfänger Thread genau treffend ist: Warum eigentlich soll ein Anfänger hier mit einer Lösung abgefertigt werden, bei der schon optisch Defizite in Kauf genommen werden? Es gibt einfach zu viele Teleskope die als Einstieg in die Astrofotografie angepriesen werden, unter der Prämisse, dass ein Anfänger einfach noch keine Ansprüche haben darf.
Doch! Darf er. Die Fotos sollen bitte schön aussehen, sonst macht das doch alles keinen Spaß.

Und daher erinnere ich auch nochmal an den guten alten Weg, Astrofotografie mit einem geeigneten Nicht-Zoom-Objektiv mit aufgesattelter Kamera zu beginnen. So ein olles 135mm Objektiv vom guten Hersteller auf 5,6 abgblendet wird gute Dienste tun.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

der, der das gelernt hat eine stabile Konstruktion zu machen, macht das aber nicht umsonst. Willst oder kannst Du das bezahlen? Nicht - also musst Du mit dem Vorlieb nehmen, was der Händler am Lager hat - oder selber bauen.

Ein Filterrad für 7 Stück 50 x 50 mm quadratische Filter ist unheimlich groß. An dessen Seitenwänden hängt das Filterrad selbst + Kamera. Ich bin froh um jedes 1/10 mm Wandstärke. Alle Teile des Filterades sind übrigens aus dem Vollen gefräst und nur da dick ausgeführt, wo es sein muss.

Die Kamera besteht im Wesentlichen aus dem Kühlaggregat. Eine Heatpipe ist dazu da, einen Wärmespot abzuleiten und die Wärme an die Umgebung abzuführen.
Bei einer Astrokamera muss aber aktiv gekühlt werden. Im Idealfall mit einem 3-fach Peltier Element (Triple-TEC). Das hat seine Masse. Die Kühlrippen in meiner Kamera sind sehr dünn.
Verglichen mit den Modellen von anderen Firmen (selber Chip) ist meine Kamera ein Winzling.

Die ganze Diskussison ist aber hinfällig, denn es gibt passende Komponenten am Markt. Die muss man aber bezahlen.

Ein Anfänger wird mit dem abgefertigt, was er bereit ist auszugeben.
Gutes hat seinen Preis - frag jeden Astrofotografen - Du wirst immer die selbe Antwort bekommen.

Warum gibt es eine Menge Schrott? Weil es Leute gibt, die das kaufen. Ich kaufe keinen Schrott mehr.

Grüße
Rolf


 
hallo Rolf,

"Warum gibt es eine Menge Schrott? Weil es Leute gibt, die das kaufen."

Das ist richtig. Aber wie soll ein Einsteiger, selbst ein halbwegs Fortgeschrittener, das wissen wenn Schrott als "kompromisslose Fotomaschine" beworben wird?

Ich hab einen Nachbar der wollte seine neue GM2000 einscheinern, mit Kamera am 3" OAZ seines Triplett Apos. Einscheinern war unmöglich. Er hat zwei verzweifelte Wochen den Fehler bei sich und der GM2000 gesucht... Dann die Erkenntnis - das OAZ Rohr wedelt wie ein Dackelschwanz je nachdem wo das Fernrohr hinzeigt.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

das Problem ist, dass Einsteiger nicht wissen, wem sie in den Foren Glauben schenken sollen. Es gibt zu viele Meinungen und zu viele "Berater", welche nur angelesenes Wissen herunterbeten, ohne irgend eine praxisrelevante Ahnung von der Materie zu haben. Der Einsteiger kann dies aber (noch) nicht unterscheiden.

Bei privaten Mails bezüglich Astrofoto-Zeug an mich kaufen die Leute im Allgemeinen das, was ich ihnen vorschlage und werden damit zu 99% glücklich.

Für den Unerfahrenen gibt es z.B. diese Möglichkeiten, Schrott von gutem Material zu unterschieden:

1) Lehrgeld bezahlen und selbst probieren
2) Die richtigen Leute fragen
3) beim richtigen Händler kaufen, der weiß, was er verkauft
(gibts durchaus, wenn auch selten und das sind die, die auf ihre Kunden hören!)

GM2000 einscheinern? Da hat Dein Nachbar wohl das Manual nicht richtig gelesen. Mit der Firmware geht das in 1 min.
Mach ich ja auch so und das passt für alle Fälle.

Wenn der OAZ so schlimm wackelt, wie Du das beschreibst, sollte man das aber recht früh bemerken.
Was war denn das für ein APO?


Also liebe Einsteiger: Schaut Euch im Deep-Sky Fotoforum um und guckt dort nach, wer wie oft über welches Equipment von Problemen berichtet. Schaut Euch auch die Bilder an, womit diese entstanden sind.
Bei sehr guten Bildern und wenig Gemeckere an der Ausrüstung könnt ihr relativ sicher sein, dass das Zeug etwas taugt.
Wundert Euch aber nicht über die Preise.

Grüße
Rolf



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

auch wenn ich Rolfs Ausführungen prinzipiell zustimme.

Als jemand, dem der Familienrat bestimmt keine 5 stelligen Beträge fürs Hobby zur Verfügung stellt, der aber trotzdem fotografieren möchte.

Eine Möglichkeit das Lehrgeld gering zu halten ist sich die Ausrüstung auf dem Gebrauchtmarkt zu holen.

Damit hat man auch eine ganze Weile zu tun, bis die Ausrüstung rund läuft, man genug Rohmaterial hat, bis man die EBV beherrscht.

Und wenn man dann doch mehr will, dann bekommt man die Sachen meist mit einem geringen Verlust wieder verkauft.

CS
Volker
 
Hallo Volker,

5 stellige Summen sind auch gar nicht nötig. Natürlich gibt es diverse Herangehens-Varianten und Rolf beschreibt eher den Weg, alles fertig zu kaufen.
Du kannst aber auch viel erreichen, indem Du Teile selbst anfertigst oder verbesserst. Außerdem ist das ganze natürlich auch eine Frage der Größenordnung. Wie schon von mir erwähnt, ist der Weg über ein Foto-Objektiv gar nicht so verkehrt. Gerade Festbrennweiten kann man immer wieder günstig abstauben, da sie den Ansprüchen des Alltagsfotografen zum Teil nicht mehr gerecht werden. Ich besitze beispielsweise ein 135mm Tele von Nikon aus den 1960ern oder anfang der 1970er. Das F-Bajonett passt noch heute an Nikon-Kameras und man bekommt für Nikon-Bajonett auch Anschlüsse für astronomische Kameras die über C-Mount oder T2 angeschlossen werden. Solche Objektive bringen bei Ebay heute kaum noch Geld ein, weil das Objektiv keine Automatikblende unterstützt, keinen Autofokus hat und laut offiziellem Datenblatt die kameraseitigen Objektivkontakte beschädigen könnte. (Das muss man selbst ausprobieren, bei meinem Objektiv weiß ich aber: Das könnte denen so passen, mit alles neu kaufen!!!)

Das Objektiv stammt aus chemischen Zeiten, ist aber gut gerechnet. Bei Blende 2.8 ist es schon sehr gut, ich bekomme aber immer einen winzigen Farbsaum. Bei f/3,5 ist der Farbsaum weg. Verkleinere ich meine 6 Megapixel auf Bildschirmgröße ist der Farbsaum von f/2,8 auch weg. Mit so einem Objektiv kann man sehr gute Astrofotos machen und man hat den Vorteil, dass die Montierung nur ein sehr geringes Gewicht tragen muss. Nur das Fokussieren ist sehr genau notwendig. Ich habe mir dazu einen Nonius auf Aufkleber gedruckt. Das ist nicht genau genug, um nach Monaten noch denselben Wert zu erwarten, aber ein Anhaltspunkt um am jeweiligen Abend sich über definierte Teilstriche mit Testbildern an den perfekten Fokus heranzutasten.
Sowas ist auf einer Montierung der GP-Klasse praktisch fürstlich montiert und ein kleines Leitrohr ist problemlos dazu denkbar.
Was mit 135mm klappt, geht auch mit diversen 300mm Objektiven. Und wenn das gut funzt, dann gibt es durchaus auch diverse kleine Teleskope, die in Frage kommen. Ein 114/500 mit Parabolspiegel kann mit Komakorrektor nachgerüstet werden oder man schaut mal, was zwischen 4" und 5" an f/6 Newton-Spiegeln zu haben ist. Da kann man je nachdem auch ohne Komakorrektor zufrieden sein - zumindest wenn man aus der Mitte ausschneidet oder ein DSLR-Bild verkleinert wiedergibt.

Es gibt Möglichkeiten. Dass die meisten Astrofotografen mit coolen Sprüchen der Kritik des Kostenaufwandes aus dem Wege gehen (Rolf suchte dieser Tage in dem Sinne ja auch schon wieder meine Schulter), darf Dich dann nicht stören.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

natürlich kann man auch mit einem Teleobjektiv einsteigen.
Man muß halt dabei bedenken, dass vermutlich recht schnell der
Wunsch nach mehr Brennweite aufkommen wird.

Tja und genau wg. dem Fokusproblem habe ich mich gegen ein Teleobjektiv entschieden und den kleinen William genommen.

Um auf das Ausgangsthema zurück zu kommen, würde ich dem 114/500 den 80/480 APO vorziehen. Von der Leistung her gleichwertig, aber durch die kompaktere Bauform besser zu handhaben. Aber ich denke das wurde hier ja schon durchgekaut.

Prinzipiell sind wir uns aber denke ich einig. Jeder angehende Astrofotograf sollte wissen, dass die Astrofotografie teuer wird. Ob man nun sofort investiert oder nach und nach aufrüstet sei jedem selbst überlassen. Gangbar sind viele Wege.

Rolfs Ausführungen seien dabei jedem Nahe gelegt um Fehlkäufe zu vermeiden.

CS
Volker
 
Hallo Sven,

ich weiß nicht, was Du immer mit Deinem Kostenaufwand hast.
In den Foren kommt bei Dir wohl leicht der Verdacht aus, dass "nur" Schüler und Studenten mit naturgemäß kleinerem Budget unterwegs sind.

Ich schreibe jetzt ganz allgemein:
Es gibt genau so viele Leute da draußen, die mitten im Beruf stehen (oder standen), gutes Geld verdienen und sich deshalb keine Bastellösungen antun wollen oder müssen. Nur schreiben die hier normalerweise nicht allzu häufig, weil sie es einfach Leid sind, sich für jeden APO oder jede Montierung über EQx-China-Niveau rechtfertigen zu müssen.

Manchmal kommt es mir vor, dass es besonders in D verpönt ist, ein wenig Kohle locker zu machen, wenn man das kann und will.
Warum auch investieren, wenn es doch tolle Bastellösungen gibt....

Wie Volker schon geschrieben hat: 300mm ist analog zum visuellen Beobachten ein 114 mmm Newton. Reicht keine Ewigkeit, wenn man tiefer einsteigen will. Wieviele Milchstrassen und Sternfeldübersichten will jemand knipsen?


Grüße
Rolf




 
Hallo Ramon,

ich persönlich würde Dir für den Einstieg den kleinen APO empfehlen. Allerdings würde ich bei der Montierung nicht sparen. Wenn Du erste Erfolgserlebnissen hast kommt irgendwann der Wunsch nach mehr und das bedeutet im Normalfall mehr Gewicht. Ich würde mich auch mal auf dem Gebrauchtmarkt umschauen. Da bietet gerade jemand eine OTE 2 an. Die trägt locker 20 KG fotografisch. Basteln braucht man da nichts. Eventuell muß man mal in ein Gegengewicht investieren.
Wenn jemand in der Lage ist in finale Lösungen zu investieren sei Ihm das gegönnt. Dafür braucht sich keiner schämen. Wenn ich in Namibia wohnen würde ich das möglicherweise auch tun. Aber vermutlich nicht.
Es gibt auch andere schöne Dinge auf der Welt. Ich habe mir vor zwei Jahren eine Madonna geleistet. Ich bin nicht sehr religiös. Aber wir hatten jetzt wieder 6 Wochen schlechtes Wetter. Ich sitze am Esstisch und schaue mir die Figur an, ein Traum. Und meiner Frau gefällt sie auch.
Also, was immer Du entscheidest, spare nicht an der Montierung.
Grüße
Karl



 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben