Fotografie günstiger Einstieg / Aufstieg?

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Markus4004

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Hallo,

ich habe noch kein Teleskop, aber eine DSLR. Mit der habe ich nach den üblichen Widefield-Aufnahmen angefangen M31 und M42 zu fotografieren. Ich habe dazu bei 60mm Brennweite jeweils 500x 5Sekunden belichtet und das Ganze dann (zusammen mit Darks usw.) dem Deepskystacker gegeben. Die Bilder sind ganz ok, aber noch überhaupt kein Vergleich mit den Bildern hier im Forum. Ich brauche unbedingt mehr Belichtungszeit und auch mehr Brennweite, was sich ohne Nachführung natürlich gegenseitig ausschließt.

Ich brauche also eine Nachführung. Nun mein eigentliches Problem: Ich weiß nicht, wie weit ich gehen werde. Wenn ich sicher wüßte, dass ich in 3 Jahren durch einen 200/800 Newton fotografieren werde, dann würde ich jetzt einfach eine EQ6 kaufen und gut ist. Mir widerstrebt es aber >1000€ für eine Montierung mit Zubehör auszugeben, wenn ich vielleicht eh nie über 300mm Brennweite rauskomme.

Ich hatte zuerst an eine EQ3 gedacht. Die kostet nicht so viel und ich würde sie dann (falls ich weiter mache) durch eine EQ6 ersetzen.
Allerdings scheint es die mit guten Motoren nur im Paket mit Goto zu geben, wodurch sie auch fast 500€ kostet. Außerdem sind einige Leute der Ansicht, dass man bei 300mm (an APS-C) schon guiden sollte, wodurch natürlich noch das Leitrohr+Guidingcam zum Gewicht der Kamera dazukommt. Trägt die das überhaupt noch zuverlässig? Vom Gewicht her hätte ich ja gesagt, aber andererseits benutzt laut Montidatenbank niemand so eine Kombination.

Eine andere Möglichkeit wäre eine HEQ5. Da könnte ich mit so ca. 800€ einsteigen und wär dann langfristig wahrscheinlich auf ein 150/750 Newton beschränkt - aber sooo groß solten die Unterschiede zum 200/800 auch nicht sein. Sind aber eben auch wieder 800€ zum Einstieg.

Ich habe auch an eine Astrotrac gedacht. Die kostet aber auch um die 700€ und kann nur in eine Richtung nachführen. Obwohl man da auch ein Teleskop draufpacken könnte (die angegebene Belastbarkeit ist ähnlich zur HEQ5) tun das nur die wenigsten.


Habt ihr irgendwelche günstigen Empfehlungen? Gibts interessantere Einstiegs/Aufstiegs-Kombinationen? Visuell interessiert mich nicht so sehr. Ich hab mir das mal auf einer Volkssternwarte angeschaut, aber im Vergleich zur Fotografie finde ich das nicht so spannend. Ich hab's auch handwerklich nicht so, sonst würde ich mir vielleicht eine Barndoor bauen.

Sonstige Infos zu mir:
Die Gegend hier ist halbwegs ländlich. Ich habe eine DSLR u.a. mit 70-300mm Teleobjektiv, ein Notebook und ein Auto. Ich habe weder Garten noch Balkon und wohne im 2. Stock.
Fotografieren will ich erstmal nur Deepsky. Wenn ich mal ein Teleskop+Webcam habe auch den Mond. Planeten haben keine Priorität.


Wie ihr seht bin ich ziemlich unschlüssig und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

ich bin aktuell eigentlich in genau der gleichen Situation. Ich komme aus der Fotografie, bin seit Jahren astrobegeistert und möchte in die Astrofotografie.

Ich habe nun mit einigen Hobbyastronomen gesprochen und mich von Händlern beraten lassen und haben mir Angebote zu schicken lassen. Der Hintergrund und die Rahmenbedingungen sind deinen sehr ähnlich. Fotografieren möchte ich mit der Optik und nicht per Piggy-Back.

Resultat: ich werde mir die HEQ-5 kaufen. Bei mir ist ein 200/1000 GSO geplant. Je nachdem, ob ich diese noch gebraucht bekomme oder nicht wird es entweder die GoTo in gebraucht oder eine neue SynTrek damit ich die günstig zur GoTo ausbauen kann.

Ein späteres AutoGuiding soll dann über den Sucher statt finden. So ist noch ein wenig Luft in der max. Belastung und der lange Hebel sollte noch gut tragbar sein.

Lg Stefan
 
Servus Stefan, servus Markus,

zunächst einmal, hab mir eine HEQ5pro mit 200/1000 Newton (Skywatcher) als mobiles Gerät gekauft. Visuell dachte ich zuerst: "Wackeldackel", jedoch geht das, wenn man vorsichtig ist und kein Wind geht (aber nur visuell oder Kurzbelichtungen). Mein 200/800 zum fotographieren ist wesentlich schwerer, das geht sicher überhaupt nicht. Dazu müchte ich anmerken, dass die HEQ5 wesentlich steifer ist als eine ebenfalls vorhandene EQ5.

Deshalb: HEQ5 und zum fotographieren einen 130/650 oder einen 150/600 Newton, Komakorrektor und ein kleines Leitrohr, alles andere (mehr Gewicht) führt zu Frust und Unschärfe durch minimale Verwackler. Dazu: Meine Fotos, die ich mit 200/800 GSO auf EQ6 gemacht habe, waren nicht so scharf, wie die Bilder die ich jetzt mache, seit ich eine schwerere Montierung habe.
Meine Fotos: http://www.astrobin.com/users/Gottfried/

Ein spannender Einstieg in die Astrophotographie könnte die Barndoor Montierung sein (ein einfaches Selbstbauprojekt, geht bis etwa 200mm Brennweite). Einfach mal nach Barndoor Mount oder nach Astrofrust googeln. Wen es dann nach ein bis zwei Jahren immer noch gepackt hat, der kann dann auch mit EQ6 oder mehr weitermachen.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Marcus,
ich hatte mit einer Vixen GP und einem 150/750 Newton angefangen zu Knipsen.Mit einem leichten Leitrohr war das wohl die absolute Obergrenze für die Montierung.
Eine HEQ5 ist eine Nummer stabiler als die GP und deren Klone.
Anfangs weiss man noch nicht genau welche Brennweite die Objekte der Begierde Erfordern.Ausgedehnte Nebel,oder kleine Galaxien...?
Daher würde ich zum Gebrauchtkauf Raten.Dann hast du bei einem möglichen Wiederverkauf nicht viel Geld Verbrannt.

Die leichten Reisemontierungen,wie Astrotrack;Fornax 10 oder Vixen Polarie,sind eben auf Reisetauglichkeit getrimmt...ich habe einige sehr gute Ergebnisse mit solchen Montierungen gesehen,aber mir persönlich sind die zu teuer,zumal ich nicht auf Flugreisen gehe ;)

Grüße Rainer
 
Hallo zusammen,

Eine HEQ5 ist mit 14kg Belastbarkeit angegeben (wahrscheinlich visuell). In der Montidatenbank sind Leute, die 10kg fotografisch draufgepackt haben, zufrieden.

Meine Rechnung ging deswegen so:
Ein GSN1507Foto wiegt 6kg, mein Kamerabody 1kg, Leitrohr mit Guiding Cam zB 1,5kg macht 8,5kg. Damit bleiben 1,5kg für Kleinkram (Prismenschienen, Rohrschellen, usw). Ist das realistisch?

@Gottfried:
Zur Barndoor: Ich hab kein Werkzeug und was mechanische Sachen angeht sehr wenig Erfahrung. Eine Barndoor auf das Niveau einer EQ3/NEQ3 zu bringen ist sicher nicht so ganz einfach.

@Rainer:
Um die Größe mach ich mir schon länger Gedanken. Bei 300mm hat 1 Pixel eine Breite von etwa 3,6", bei 1000mm eben entsprechend 1". Da schwere Montierungen aber schnell unanständig teuer werden ist die Frage eigentlich nicht: "Welche Brennweite brauch ich?", sondern eher "Was kann ich mit meiner Brennweite fotografieren?". Es gibt ja auch durchaus Seiten im Netz, bei denen man Objekte nach Größe/Helligkeit sortieren kann.
Für den Anfang wäre ich mit Bildern in solcher Qualität erstmal zufrieden http://www.j-baechli.ch/astrofotografie/Controller?action=GALLERY

 
Servus Markus,

selbstverständlich sollte der 150/750 auf der HEQ5 auch fotografisch gehen, der 200/1000, den Stefan empfiehlt ganz klar nicht. Den 150/600 habe ich empfohlen, weil Du ganz klar nach einer Foto-Optik gefragt hast, Du dann doch weniger Belichtungszeit brauchst. Um einen Korrektor kommst Du aber auch bei dem 150/750 nicht herum.

Eine Barndoor dürfte, was Tragfähigkeit und Präzesion angeht die EQ3 ziemlich schnell übertreffen. Einer EQ3 würde ich ein 70/500 Leitrohr plus 200mm Tele zutrauen, mehr nicht.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

ich hatte an ein 150/750 gedacht, weil man fehlende Lichtstärke durch längere Belichtungszeit ausgleichen kann, aber fehlende Brennweite läßt sich nicht ersetzen. Ich kann aber auch noch nicht wirklich beurteilen, wie wichtig kurze Belichtungszeiten wirklich sind.

Von der Belastbarkeit hätte ich eine EQ3 auch so eingeschätzt, aber ist da eine Barndoor wirklich besser?

Gruß
Markus
 
Servus Markus,

bei der Barndoor kommts sicher darauf an, wie sie gebaut ist.

Mit den Belichtungszeiten ist das ja so, dass sich die Standard-Objekte oft schon mit wenig Zeit irgendwie abbilden lassen. Mancher freut sich über ein 180sec Einzelframe ohne Bearbeitung, weil das Objekt überhaupt schon erkennbar ist. Wenn die Ansprüche an die Bildästhetik steigen, steig meist auch die Belichtungszeit. Mit meinem 8"f4 bin ich bei 5-15 Stunden. Das geht natürlich nur stationär im eigenen Garten. Wenn Du auf Mobilität angewiesen bist, must Du auf Belichtungszeit verzichten, dadurch werden Deine Bilder stärker rauschen, gehen tut das natürlich auch. Wenn Du dann noch von f4 auf f5 gehst, rauschts nochmal mehr. Wenn Du zusätzlich näher an die Belastungsgrenze der Monti kommst, wird das Bild unschärfer.
Die angeführten Punkte sind oft nur minimal, aber wie mein 8"f4 noch auf der EQ6 war, hab ich mich beim Vergleich der Ergebnisse meiner Fotosession mit Bildern des gleichen Objektes oft geärgert, dass mit kleinen kurzbrennweitigen Optiken die gleichen Details abgebildet werden konnten, gleichzeitig aber das Feld größer ist. Jetzt fahre ich etwas overmounted, dabei kann ich aber das Seeing und die Optik ausnützen, habe oft die gleiche Schärfe, wie andere mit größerer Optik, die aber eine elastischere Montierung haben.
Das alles zu lernen hat mich viele Jahre Zeit gekostet, bin jetzt halt auf dem Trichter, möglichst große Monti mit der Optik, die gerade da ist oder so. Am Taubenberg (wo die ambulanten Münchner Astrophotographen ihre Nächte verbringen) sah ich öfters Leute mit einer G11 von Losmandy, darauf zwei 80mm Refraktoren. So etwas funktioniert dann erstaunlich gut.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

an so lange Belichtungszeiten habe ich noch gar nicht gedacht, aber 50% mehr Licht ist mobil natürlich ein gutes Argument. Dann habe ich jetzt auch ein gutes Argument für ein lichtstarkes Teleobjektiv. ;-) Mein aktuelles macht bei 300mm auch nur f/5,6.

Versteh ich Dich richtig, dass Du auch schon bei 300mm eher für die HEQ5 statt EQ3 plädierst?

Gruß
Markus
 
Hallo zusammen,

wir betreiben eine HEQ5 und eine LXD75. Eigentlich müsste die HEQ5 aufgrund ihres massiveren Achsenkreuz signifikant mehr tragen als die LXD75. Tut sie aber nicht in dem Umfang ,wie man es vielleicht erwartet. Der fotografische Vorteil liegt bei 1 – 1,5 Kilo, je nach Hebel. Das Problem ist das Originalstativ. Es deutlich schwächer als das der LXD75. Das macht natürlich ein deutlichen Verlust der Tragkraft aus. Meine Empfehlung daher, wenn schon eine HEQ5 , dann unbedingt eine besseres Stativ ordern.
 
Servus,

die EQ3 ist mir von einem Vereinskollegen bekannt. Als Einstieg in die Fotographie würde ich die nicht empfehlen. Wenn das Budget das irgendwie hergibt, nimm ne HEQ5. Evtl auch die LXD75, wobei ich die nicht uneingeschränkt empfehlen kann, der Polsucher ist bei der zB eine Krankheit und die Geräuschemmission beim Positionieren ist nicht schön. Goto muss zwar nicht sein, ist aber für die Fotographiererei sehr angenehm, gerade bei Objekten, die im Kamerasucher nicht sichtbar sind.
Mit einem Lichtstarken Tele kannst Du schon was reissen, aber es gibt nur wenige gute. Zur Zeit habe ich nur ein astrotaugliches Objektiv, dass ist das Canon 50mm 1:1,8. Sehr gut ist wohl auch das 200/2,8L von Canon. Viele Objektive lassen am Rand etwas nach, ist bei Portrait-Aufnahmen oder auf der Pirsch nach Tieren nicht schlimm, die Kometen in den Bildecken bei Sternfeldern sind aber nicht hinnehmbar. Da ist unter Umständen ein kleiner ED-Refraktor plus Korrektor/Reducer preiswerter und besser als ein fast unbezahlbares 400/4, dass zudem abgeblendet werden muss.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Nochmal ich,

bei 300mm geht die EQ3 wohl gerade noch, habe mal einen Beitrag im "Interstellarum", weiss nicht mehr welche Ausgabe, gelesen, da hat einer durch ein paar Verbesserungen die EQ3 für 300-400mm fototauglich bekommen, indem er an den Lagern was gemacht hat, Fett getauscht, irgendwelche Gummiringe gegen Beilagscheiben ausgetauscht hat. Bei Interesse kann ich den Artikel raussuchen und scannen, damit Du weisst, worauf Du Dich einlässt.

LG,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

Danke für das Angebot mit dem Artikel, aber das ist nicht nötig. So Zeugs wie Schmierung auswechseln hatte ich eigentlich nicht vor.

Im Biete-Forum wird gerade eine EQ3 mit RA-Motor angeboten. Der Verkäufer gibt an, er könne damit mit 600mm ca. 50 Sekunden belichten. Das wär dann das doppelte bei 300mm. Das ist schonmal sehr viel mehr als meine 5s bei 60mm bisher, aber es gibt ja auch genug Leute die 10 Minuten belichten und die machen das ja auch nicht nur aus Spaß.

Das ist aber wahrscheinlich dieser billige Motor; die von der Skyscan sollten eigentlich besser sein.

Gruß
Markus
 
Servus Markus,

die Steifigkeit einer Montierung geht meist mit einem gewissen Materialaufwand einher, kostet Geld und wiegt was...
Präzesion kostet aber noch mehr und je kleiner zB die Schneckenräder sind, um so genauer müssen sie sein um den gleichen Feheler zu produzieren. Werden die Schnecken/Schneckenradkombinationen kleiner und ungenauer, dann ist das zum fotografieren nicht mehr wirklich gut. Schau Dir die Bilder in den Foren, z.B. hier in der Galerie an, oder bei Astrobin, schau nach, was für Montis eingesetzt werden. Die Leute geben ja nicht umsonst so viel Geld aus. Auch mit einer guten Monti ist es noch schwierig genug, gute Astrofotos zu machen.
Du kannst zwei Strategien fahren: EQ3 kaufen, Fotos machen, sehen, dass es nicht sehr gut geht, weiter aufrüsten, EQ3 mit Verlust weiterbringen (alternativ die Lust drüber verlieren und künftig was anderes machen, weil sich kein Erfolg einstellte).
Oder was schwereres, teureres kaufen, mehr Spass dran haben, gleich dabeibleiben (auch hier ist es natürlich möglich, die Lust zu verlieren, aber vernünftiges Equipment lässt sich auch vernünftiger weiterverkaufen).

Denk drüber nach,

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

ich habe im Vorfeld natürlich schon geschaut was die Leute so benutzen. Das Problem ist aber, dass die Leute halt typischerweise das nehmen was sie haben und nicht die kleinste Montierung die noch gut ausreicht. Schönes Beispiel gerade: Ich hab auf Astrobin nach Bildern geschaut und das erste schöne Bild von M31 das ich gefunden habe wurde mit einer 10micron GM4000 gemacht. Der hat eine Montierung für 20.000€ sicher nicht deswegen benutzt, weil er bei 300mm mit den Montierungen für 5.000€ unzufrieden war, sondern weil die Sternwarte halt ein großes Teleskop mit dieser Montierung hat.

Die Bilder, die mit der EQ3 gemacht wurden, sind oftmals schlechter als die mit anderen Montierungen. Es ist aber aber schwer zu erkennen, ob das an der Montierung oder den mangelnden Bildbearbeitungskenntnissen der Fotografen lag.

Du hast allerdings völlig recht mit dem "wieder verkaufen". Das scheint wirklich die bessere Wahl zu sein. Lieber ein bisschen mehr Wertverlust riskieren und dafür weniger Frust haben.

Danke für die Hilfe.

Gruß
Markus
 
Servus Markus,

mit dem Wertverlust meinte ich eigentlich, dass die weniger wertige Monti einen höheren Wertverlust beim Wiederverkauf erleidet.
Natürlich nimmt man her, was man gerade hat. Mein Wiedereinstieg sah so aus, dass ich mir Mitte der 90iger ein C8 auf Vixen Superpolaris (Vorgänger der GP) mit Zweiachssteuerung zwecks Fotographie gekauft hab. Fotografie war damit, trotz OffaxisGuider, Doppelfadenkreuzokular, und Fokalreducer nicgt möglich. Allerdings PiggyPack mit Tele (mein Andromedanebel von damals mit 500/8 aufgenommen, zeigt ungefär etwas weniger als ne dslr mit 135mm abbilden würde). Dann kam ne EQ6 und ein 8"f5, damit waren die NAchführfehler etwas kleiner, aber immer noch deutlich sichtbar. Erst die weitere Reduzierung der Brennweite auf 800mm und der Umbau der EQ6 auf bessere Motore/Getriebe sowie der Einsatz von Autoguiding brachte dann den Erfolg. Mittlerweile waren jedoch über 10 Jahre ins Land gegangen. Die Anschaffung einer deutlich schwereren und genaueren Monti bracht dann noch einmal zusätzliche Schärfe, da weniger Spiel und eine höhere Präzession in den Bildern sichtbar wird. Die EQ6 war eine der ersten, wenn ich mir meine HEQ5pro ansehe, glaube ich kaum, dass die vom gleichen Hersteller ist. So etwas funktioniert heute schon ohne Tuning, aber einer EQ3 traue ich reproduzierbare Ergebnisse nicht zu (evtl. bis etwa 300mm, aber nur mit Autoguiding). Vielleicht solltest Du erst mal gebraucht einsteigen, da kannst Du viel Geld sparen, meine HEQ5pro mit 8"f5 Newton, Okularen und Justierlaser hat unter 500 Teuro gekostet und ist neuwertig. Eine Volkssternwarte/Astroverein aus Deiner Region ist Dir bestimmt behilflich, wenn Du Dir unsicher bist, das richtige Gebrtauchtgerät zu finden.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Zitat von Markus4004:
Hallo Gottfried,

ich habe im Vorfeld natürlich schon geschaut was die Leute so benutzen. Das Problem ist aber, dass die Leute halt typischerweise das nehmen was sie haben und nicht die kleinste Montierung die noch gut ausreicht. ...........

Hallo Markus,
ich misch mich mal mit abgespecktem Wissen und Erfahrungen aus der Vergangenheit ein.

Deine o.a. Prämisse, der Hund kann fliegen, dann kann die Katze auch Auto fahren ;) ist m.E. falsch wie richtig.
Spekulationen werden dir nicht weiter helfen, weder bei der richtigen Kaufentscheidung, weder dir den Weg zu einem guten für dich zufriedenstellenden Foto ebnen.

Es könnte doch auch sein, rein spekulativ, dass die "Leute" das benutzen, weil sie zuvor schon was anderes hatten, was sie aber nun nicht mehr benutzen wollen, obwohl sie es benutzen könnten.

Wenn auch die hier geposteten und auch historische Aussagen wie z.B. die von Kutter; "eine Montierung verhält sich zum Fernrohr wie das Uhrwerk zum Zeiger" kein guter Ratschlag sind, sollte aber einleuchtend jener gelten, ein Montierung kann im Grundsatz nicht überdimensioniert sein. Höchstens zu viele Reserven haben und davon nicht genug. Fast alle User hier haben evtl. auch nicht die finanziellen Mittel ihre Sicht auf eine Montierung zu verwirklichen. Eine Umfrage würde dir wohl welches Ergebnis liefern, wenn die Frage lauten würde:
Welche Montierung würdet ihr unabahängig vom frei zur Vefügung stehenden Invest einsetzen?
EQ3 und sonstiges aus China gefertigtes Equipment würde denke ich nicht gelistet werden, wenn dann vll. aus Bescheidenheit.
Gute Montierungen sind teuer und das hat seinen Grund, genau dieser eröffnet den Markt für die weite Verbreitung der uns bekannten EQ3, HEQ5/6 etc..... Das ist auch i.O. so, wir müssen alle das Geld verdienen.
Das muss aber nicht für die Montierungen sprechen, sondern für die Umstände des Einsatzes.

Von der NP bis zur SP und SPDX in Paarung mit C8/80er und 100er Refris und einem 125Kutter f28 bis zum heutigen Teleskop sage und rate ich dir - nimm die stabilste und schwingungsärmste Montierung die du bekommen und transportieren kannst.

Denn dann kannst du zu Beginn aufgeführten Faktor
..... Es ist aber aber schwer zu erkennen, ob das an der Montierung oder den mangelnden Bildbearbeitungskenntnissen der Fotografen lag.
schon mal ausschließen. Und manche Erfahrungen muss man nicht machen, z.B. hätte ich mal auf die Kollegen gehört ;) Außerdem möchtest du dir doch etwas aneignen, Wissen und Freude am Hobby und das sollte nicht mit dem Ärger verbunden sein, dem Werzeug/Instrument etwas abzugewöhnen.

Jedenfalls viel Erfolg und gutes Gelingen bei deinem Vorhaben, vor allem aber gute Sicht und viel Spaß.
z.Zt. einen Vixen ED103s auf einer Mizar EX-M1 und ich kann dir nur sagen - traumhaft steif und das macht so viel Spaß)
 
Servus Dominique,

im Prinzip hast Du Recht. Einzig die HEQ5/6 bitte nicht (mehr) mit der EQ3 in einen Topf schmeissen. Die UrEq6 hatte ich selbst. Die hatte schon noch so ein wenig 3.te-Welt Flair. Entsprechend auch die Ur-Heq5. Die aktuellen weißen Modelle sind bezüglich Präzession, Bedienungskomfort und Steifigkeit locker mit traditionellen Amerikanischen und Japanischen Montis auf Augenhöhe. Da haben die Schlitzaugen wirklich Gas gegeben.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried.

Du würdest also die in meinem Zusammenhang des freien Invest eine HEQ6 kaufen? Hiervon sprach ich, nicht von der XEQ3/5/6 in der Einzelbetrachtung.
Nun, mag sein das sich was geändert hat. Meine Kenntnisse über z.B. die HEQ5 sind gegenwärtig, da ich ab und an mit ihr beobachte. Die 6er habe ich nur einmal zu Gesicht bekommen, ein ganz schöner Brocken, von dem ich nicht weiß, was sie z.B. visuell zu tragen vermag. Da lasse ich mich selbstverständlich gern aufklären. Wenn Montierungen mit kleinem Eigengewicht im Verhältnis ein hohe Traglast haben, dass sind konstruktiv gute Parameter. Katalogwerte im Abseits, berichtet mal eure Erfahrungen. 16kg zu 20kg passt m.E. nicht zu einer durchdachten Montierung. Das sind aber Werte, die ja durch eure Aussagen revidiert werden können.
Das Kreuz der Mizar wiegt 10kg und trägt m.E. sehr gut um die 14-18kg, nachweislich. Den Kutter mit allem PipaPo bei 1,4m mit 14kg konnte die DX als ausgelastet betrachtet werden-doch visuell komfortabl.
Aktuell:
Die Vixen SPHINX mit Angabe von ~7-8kg und Lastfähig von angegebenen visuell 15kg kann ich beistehen, da ich auch hier ab und an sehr gern (HALLO UWE) mit Kombo 10"/f5 beobchate.
Das sehe ich aus der Vergangenheit bereits Unterschiede, da ich eben z.B. der HEQ5 das nicht zutraue. Gut, die Preisliga war auch im Vergleich andere, wohl berechtigt.


Dank dir sehr für deine Aufklärung, die wenn möglich vervollständigt wird?

 
Servus Dominique,

mein background ist, dass ich nach Quelle 114/900 ein C8 auch Vixen SP hatte. Das ging visuell gerade so. Dann hab ich mir 2000/2001 eine EQ6 gekauft, eine der ersten. Das war schon Bastelwerk. Die hatte ich mit verschiedenen Motoren und Getrieben und Steuerungen bis dieses Jahr in Betrieb. Dann lief mir ein 60kg Achsenkreuz über den Weg und das steht jetzt in meinem Garten und funktioniert mit Escap und Boxdörfer Dynostar sehr gut und zuverlässig (mit 5" Refraktor, und zwei 8" Newtons, je nachdem was ansteht). Die Tragkraft nutze ich bei weitem nicht aus und das ist herrlich entspannend. Um noch was elektrisches transportabeles zu haben griff ich zu, als eine heq5pro verscherbelt wurde, mit 8"f5. Zuerst dachte ich, das sei ein Wackeldackel, aber das geht in Ordnung. Mein 8"f4 mit Leitrohr ist zu schwer dafür, wiegt 14kg, das war meine Maximalbelastung für die EQ6, aber auf der HEQ5 ist das zuviel. Aber Mechanik, Verarbeitung und Elektronik sind absolut in Ordnung.
Das gilt auch für die neuen EQ6 Montis. Aber die Mizar ist natürlich feiner, auf jeden Fall behalten. Andererseits, die neue wahlweise azimutale EQ6, mit Encodern und Rutschkupplungen, leichter als die bisherige EQ6 bei gleicher Tragfähigkeit, könnte fein sein...

Ein Freund hat auf einer Ur-Eq6 einen GSO 10"f5. 16kg, 1,2 Meter Länge, das ist meines erachtens zu viel, aber ich mags lieber weniger wackelig.

Hoffe etwas helfen zu können,

viele Grüße,

Gottfried
 
Servus Dominique,

freilich ist das alles subjektiv, mir sind weniger elastische Montierungen lieber. Wie gesagt, auf der EQ6 hatte ich max. den 8"f4 und mehr wollte ich der auch nicht zumuten. Andere packen mehr drauf und sind glücklich, für mich wärs nix...

Aussehen tuts so: http://www.astrobin.com/22219/

Ein wenig mehr als den Schrottwert musste ich schon bezahlen, dafür war auch ne Steuerung dabei (Boxdörfer Dynostar). Das Gewicht ist real, kein Alu, nur Stahlplatten, Stahlachsen (50mm Vollmaterial). Die Schneckenräder haben 150mm, das sit was anderes als die Kompaktklasse, das funktioniert einfach ohne Mucken. Im Hintergrund ist der Schutzbau, eine umgedrehte Regentonne mit Verkleidung, leider passt der Tubus nicht mit drunter.

Viele Grüße,

Gottfried

Viele Grüße
 
Gottfried, ich danke für den Link.
Sie hält wohl, was sie rein optisch verspricht.
Glückwunsch und weiterhin schöne Beobachtungen.
 
Hallo,

Was den Wertverlust angeht: Da wollte ich einfach zum Ausdruck bringen, dass ich es eigentlich nicht gewohnt bin (außer beim Auto) mir gebrauchte Sachen zu kaufen bzw. gebrauchte Sachen wieder zu verkaufen. Eine HEQ5 oder EQ6 gebraucht wieder zu verkaufen führt wahrscheinlich zu weniger Wertverlust als eine EQ3 dauerhaft im Keller zu lassen.

Allerdings gibts hier im Biete-Forum vergleichsweise selten Angebote für aktuelle gute Montierungen.

Damit steht meine Entscheidung fest, es wird keine EQ3 werden.

Danke für die vielen Antworten.

Gruß
Markus
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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