Fotonachführung

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cyrill

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Ich denke schon seit längerem über eine motorisierte Nachführung nur zur Fotografie nach. (bis 100mm Brennweite, Nachführung bis ca 5 Minuten) Alles zusammen (incl. Motor und Batteriefach) in einem kompakten Kästchen, nicht größer als ein Kameragehäuse. Scheint ja kein Hersteller im Programm zu haben. Warum eigentlich nicht? Geht das technisch nicht? Gibt es keine Alternative zum Schneckenradantrieb, z.B. Motor in der Achse? Gibts da irgendwo vieleicht jemand, der schon mal sowas gebaut oder drüber nachgedacht hat?
Grüße
Cyrill
 
hallo cyrill,

als fertigteil gibt es so etwas von vixen. du suchst aber vermutlich eine kleinere lösung. da hilft wohl nur der selbstbau.

ich habe aus zwei schneckenradsätzen (1:40 und 1:30, m=0,8 von conrad-electronic) und einem synchronmotor (24v, 1u/min bei 60hz) aus dem schnäppchenmarkt des selben händlers, alles in einer kleinen alu-schachtel, eine brauchbare nachführeinheit gebaut. die tragfähigkeit reicht für eine kleinbildkamera mit 200mm-objektiv.

bisher habe ich mit dieser anordnung aufnahmen bis 10 minuten belichtungszeit gemacht.

zur besseren ausrichtung habe ich meinen selbstbau später mit einem einfachen polsucher, der aus einer alten fernglashälfte entstanden ist, aufgerüstet.

da ich auf einige bauteile aus meinem fundus und den zugang auf diverse schrottkisten zurückgreifen konnte, hat mit der ganze spaß keine 50€ gekostet, allerdings schon eine kleine menge zeit.

gruß
gerhard
 
ich habe aus zwei schneckenradsätzen (1:40 und 1:30, m=0,8 von conrad-electronic) und einem synchronmotor (24v, 1u/min bei 60hz) aus dem schnäppchenmarkt des selben händlers, alles in einer kleinen alu-schachtel, eine brauchbare nachführeinheit gebaut. die tragfähigkeit reicht für eine kleinbildkamera mit 200mm-objektiv.

Hallo,
Könntest Du davoon mal ein Foto machen und hier präsentieren? Ich finde die Idee interessant.
Grüße Marty
 
Klasse. Das geht ziemlich in die Richtung von dem, was ich machen will. Ein Foto fände ich auch ziemlich interessant.
Grüße
Cyrill
 
hallo,

mit bildlichen darstellungen kann ich leider nicht dienen, da ich nur die möglichkeit der textmitteilung habe. der beschriebene aufbau ist allerdings geometrisch auch so einfach, daß wenig zu bedenken ist. lasst mich mal eine beschreibung versuchen, die dem kraftfluß entgegengesetzt aufgebaut ist:

1. sundenachse, in zwei stehgleitlagern mit bundbuchsen radial und axial gelagert, am freien ende die aufnahme für einen stativkopf, getriebeseitig fliegend das schneckenrad z=40. die länge der stundenachse beträgt ca. 120mm, der durchmesser max. 14mm, passend gestuft für die rad- und lagersitze.

2. zwischenwelle mit schnecke und schneckenrad z=30. hier muß nur die mögliche kollision der beiden schneckenräder berücksichtigt werden. die zwischenwelle ist ca. 75mm lang und hat 4mm bzw 5mm durchmesser. die welle ist in bundbuchsen gelagert, die axialkräfte werden von stützhülsen aufgenommen.

3. antriebswelle, trägt die schnecke für die erste getriebestufe, ist wie die anderen wellen gelagert und in meinem fall mit einer flexiblen kupplung mit dem synchronmotor verbunden. wellenlänge ca. 60mm, durchmesser 4mm.

4. getriebekasten aus 8mm alu-blech, vollkommen überdimensioniert, aber seinerzeit kostenlos verfügbar.

heute würde der getriebekasten aus multiplex entstehen, aber das ist nicht erprobt und auch nur eine ganz persönliche kleine spinnerei meinerseits.

aus der achsgeometrie von schneckentrieben ergibt ein solcher aufbau einen z-förmigen kraftfluß, der aber wegen der kleinen raddurchmesser noch sehr kompakt ausgeführt werden kann. nur der motor und die äußere stundenachsenlagerung bauen außerhalb des getriebekastens auf. die schneckenradsätze von conrad-el. sind brüniert und in der oberfläche dadurch sehr rauh, deshalb habe ich sie mit ventilschleifpaste eingeschliffen, nicht unbedingt notwendig, reduziert aber eventuelle drehschwingungen in der stundenachse.

5 übersetzungsverhältnis: aus dem gesamtübersetzungsverhältnis i=1200 und der moterdrehzahl n=0,866per. u/min bei 50hz netzfrequenz ergibt sich eine volle umdrehung der stundenachse in 1440 minuten und damit eine "gangabweichung" in bezug auf den sternentag von 0.28%, andere fehler im gleichlauf sind sicherlich größer. bei belichtungszeiten bis 10min mit 200mm brennweite oder 30min bei 50mm brennweite konnte ich keine fehler feststellen, solche die durch ungenaue einnordung entstanden sind mal ausgenommen.

6. netzunabhängiger betrieb: möglich mit einem aus der autobatterie zu speisenden dc/ac-wandler für 12-24v ausgangsspannung.

der beschriebene aufbau entspricht nicht den grundsätzen des apparate- oder maschinenbaus und wird vermutlich widerspruch und kopfschütteln provozieren. damit kann ich leben, ganz locker.

gruß
gerhard
 
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