Hallo Peter,
hier kannst du dir die Werte umrechnen lassen.
Calculates RMS, Peak-Valley and Strehl
bbastrodesigns.com
Hier die Formel wie man den rms in Strehl umrechnet, einfach bei google in die Suchleiste reinkopieren.
1-((2*3,14*0,016)^2)
Das Ergebnis lautet dann 0.989 (Strehl)
Wie Horst schon erklärte, leitet sich die Strehlzahl aus dem rms ab.
Der rms wiederum wurde von einem Optik-Programm aus einem Streifenmuster (Interferogramm) ermittelt und bezieht sich auf die gesamte Fläche.
Solche Interferogramme werden mit einem Interferometer erzeugt und sehen dann z.B. so aus.
Dabei werden Messpunkte (mehrere 100-10.000) auf die Streifen gelegt und mit sogenannten Zernike-Polynomen abgeglichen.
Daraus wird dann die Wellenfrontabweichung ermittelt.
Dabei entspricht die theoretisch ideale Wellenfront einer glatten runden Scheibe.
Aus deren Abweichung werden dann alle Messwerte ermittelt.
Das Bunte Bild mit den vielen Zacken in dem Protokoll ist die daraus errechnete Wellenfrontabweichung.
Das die aussieht wie die Schweizer Alpen hat nichts zu sagen, ist also keine Rauheit wie fälschlicher weise oft angenommen wird, sondern ist eine Einstellung (Glättung) in der Software.
Das Loch in der Mitte stellt die Obstruktion des Fangspiegels dar, der Bereich ist dann in der Messung nicht erfasst worden.
Die Synthetic Fringe Map, ist ein künstlich erzeugtes Streifenmuster was Sinnbildlich dafür stehen soll "gerade Streifen=perfekte Parabel oder Sphäre".
Der Profile Plot ist ein Querschnitt durch den Spiegel als Höhendarstellung (Linie mit den Dreiecken), welche im unteren Wellenfrontbild zu sehen ist.
Daraus kann man dann den ptv ermitteln, dieser bezieht sich also im Gegensatz zum rms nur auf zwei Messpunkte.
Den ptv kann man in der Regel ignorieren da er mehr für den Spiegelschleifer von Interesse ist, z.B. wo noch Vertiefungen oder Erhöhungen auf der Fläche zu finden sind.
Der einzelne ptv-Wert ist oft auch von einer großen Ungenauigkeit behaftet, da Randartefakte von den Interferogrammen schnell einen hohen ptv Wert erzeugen.
Durch Mittelung mehrerer Auswertungen kommt man dann dem "wahren" ptv Wert näher.
Der Spiegel wurde vermutlich im unbeschichteten Zustand bei 632nm gemessen, also im roten Licht.
Ob sich der Strehl auf die Bezugswellenlänge von 550nm bezieht glaube ich eher nicht, da nicht angegeben, umgerechnet auf diese Wellenlänge verschlechtert sich das Ergebnis i.d.R minimal um 1-2%.
Der Strehl ist quasi die finale Zahl zur Qualitätsangabe, dabei setzt man den gemessenen Strehl ins Verhältnis zum theoretischen Ideal.
Gemessen wurde 0.99, das theoretische Ideal ist 1, also ist dein Spiegel nur 1% vom Ideal entfernt.
Du hast also einen sehr, sehr guten Spiegel gekauft.
LG