Frage zu Fernglas Carl Zeiss 10x50 Jenoptem oder Beck Kassel CBS Tordalk 11x80 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Frage zu Fernglas Carl Zeiss 10x50 Jenoptem oder Beck Kassel CBS Tordalk 11x80

eltrah

Mitglied
Guten Tag,

ich bin neu hier und habe mich hier angemeldet um eine Meinung von Leuten zu bekommen, die sich mit Ferngläsern auskennen.

Ich würde gern etwas zu den Ferngläsern Carl Zeiss 10x50 Jenoptem und zu dem Beck Kassel CBS Tordalk 11x80 erfahren.

Vor und Nachteile. Verwendungsmöglichkeiten. Und was man für die Gläser im gutem Zustand bezahlen sollte.

Vielen Dank
 

Bachianer

Mitglied
Hallo eltrah,

erstmal Willkommen hier...:)

Ich finde deine Fragen etwas unspezifisch...Vor und Nachteile gegenüber welchen Gläsern?
Die Verwendungsmöglichkeiten sind ähnlich wie bei allen anderen Ferngläsern, Natur und Tierbeobachtung, Astronomie, Jagd (letzteres hoffentlich nicht...?!)

Wie kommst du gerade auf diese beiden Gläser, sind zwar alte Schätzchen aber vielleicht nicht mehr ganz so Zeitgemäß?!

Um mal Butter bei die Fische zutun, ich wäre vorsichtig beim Kauf solcher Ferngläser, zumal wenn ich wenig Erfahrung hätte, wie willst du einen guten Zustand beurteilen?

Grundsätzlich, viele dieser Gläser mögen äußerlich noch passabel aussehen aber was ist mit dem Innenleben?
Häufig benötigen die erstmal eine Generalüberholung weil die Prismen nach so viel Jahren belegt sind, ich hatte zwei davon (Zeiss Octarem 8x50, Zeiss Dodecarem 12x50) beides noch jüngere Modelle als deine erwähnten.
Tja, die mussten dann erstmal zum Binodoc der mir dann mitteilte das dieses Problem bei den allermeisten dieser älteren Gläser besteht, nach 30-40 Jahren muss so ziemlich jedes Glas mal überholt werden, zumal wenn sie genutzt wurden!
Diese Gläser sind halt nicht super abgedichtet, irgendwas kommt da immer rein und das eben nach so viel Jahren.
Dazu kommt Mitteltrieb, Knickbrücke, Dioptrinausgleich, Justierung u.s.w., kann alles zur Baustelle werden.

Die Vergütungen und Glassorten sind auch nicht mehr auf den neuesten Stand, hier hat sich in den letzten 20 Jahren jede Menge getan, neutralere Farben, bessere Streulichtunterdrückung, höherer Kontrast u.s.w.

Ich will die Gläser nicht schlecht machen, wenn man wirklich ein sehr gut Erhaltenes bekommt kann man immer noch große Freude an denen haben, allerdings können sie optisch einfach nicht mehr mit modernen Gläsern in Gesamtheit mithalten und wenn du dich nicht auskennst ist die Chance auf eine "Gurke" beträchtlich hoch.;)

Andreas
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Eltrah,

das 11x80, allerdings aus China, wird weiter gebaut und überteuert verkauft. Ich hatte mal die Danubia Version für 300 DM.
Die 11x80 Tordalks scheinen jetzt im Preis zu fallen, eBay Kleinanzeigen | Kostenlos. Einfach. Lokal.
Ohne das Glas zunächst ausprobiert zu haben, würde ich nicht mehr als 80 EUR ausgeben.

Das Jenoptem 10x50W hatte ich aus der letzten Baureihe, Export für den Westen. Für die Astronomie habe ich es nicht als besonders geeignet empfunden.

Jetzt benutze ich die Docter Nobilem Porros, das 8x56 ist für die Astronomie hervorragend geeignet.
Und das 15x60 ist schön zu haben - gestern sah ich damit den C/2019 Y4 (ATLAS) und die M81 M82 Galaxien, mehr war in der Lücke zwischen den Wolken nicht zu machen. (Swarovski und Leica Ferngläser habe ich auch)


LG,
Jiri
 

eltrah

Mitglied
Die beiden o.g. Gläser stammen aus der Erbmasse eines Sammlers. Sie sind äusserlich sehr gut anzusehen. Die Technik scheint meines Erachtes auch gut in Schuss zu sein, die Gläser sind klar ohne Pilz, Staub oder Kratzer. Die Mechanik ist leichtgänging.

Zur Sternbeobachtung wollte ich die Gläser nicht verwenden, aber ich habe gehofft hier eine fachkundige Meinung zu bekommen welches dieser Gläser "besser" ist.

Eins ist fakt, das 11x80 ist sehr unhandlich für den täglichen Gebrauch.

LG
 

Schmitti

Mitglied
Hallo Eltrah,

wenn du die Gläser nicht astronomisch verwenden möchtest, dann sollte die Wahl dir leicht fallen.

Das Toldalk wurde seinerzeit eigentlich für Astro- und ähnliche Zwecke gebaut. Damals waren Ferngläser mit 80mm Öffnung sehr selten. Man könnte es auch noch für Wild-/Vogelbeobachtungen aus einem festen Ansitz mit Fernglasauflage benutzen. Um den Hals hängen und damit durch den Wals spazieren macht garantiert keinen Spaß.

Da ist ein 10x50 schon das obere Ende der Fahnenstange. Meist verwende ich zu Fuß unterwegs 7x35, 8x30 und in letzter Zeit mit viel Freude auch den Vision King 5x25.

Wenn man 10x ruhig halten kann und es einem auf dauer nicht zu schwer ist, dann ist das Jenoptem aber durchaus ein gutes Glas!

CS Gerhard
 

Bachianer

Mitglied
Die beiden o.g. Gläser stammen aus der Erbmasse eines Sammlers. Sie sind äusserlich sehr gut anzusehen. Die Technik scheint meines Erachtes auch gut in Schuss zu sein, die Gläser sind klar ohne Pilz, Staub oder Kratzer. Die Mechanik ist leichtgänging.

Zur Sternbeobachtung wollte ich die Gläser nicht verwenden, aber ich habe gehofft hier eine fachkundige Meinung zu bekommen welches dieser Gläser "besser" ist.
hmm, hier muss die Rückfrage gestattet sein warum du dir kein eigenes Urteil gebildet hast?

Wenn du beide Gläser gesichtet hast gab es doch auch die Möglichkeit durchzuschauen?
Welches der beiden Gläser hat dir denn zumindest von der Optik mehr zugesagt?

Grundsätzlich bin ich aber bei Gerhard, dass 11x80 ist schon ein ganz schöner Backstein und zum Rumschleppen suboptimal geeignet, zudem ist 10x so ziemlich die Obergrenze bei Freihandhaltung.
Die Jenoptem durch die ich geschaut habe (3 oder 4 ?) hatten alle eine gute bis sehr gute Mittenschärfe, allerdings nur im Zentrum, nach ca. 50-60% lies diese deutlich nach, für Astro also eher nicht so geeignet.
Streulichtunterdrückung, Kontrast , neutralere Farbwiedergabe u.s.w. naja, da sind moderne Gläser klar überlegen.
Wenn es denn also eines der beiden Ferngläser sein muss wäre die Entscheidung einfach, dass Jenoptem.

Andreas
 

MikeS55

Mitglied
Hallo Eltrah,

das 11x80, allerdings aus China, wird weiter gebaut und überteuert verkauft. Ich hatte mal die Danubia Version für 300 DM.
Die 11x80 Tordalks scheinen jetzt im Preis zu fallen, eBay Kleinanzeigen | Kostenlos. Einfach. Lokal.
Ohne das Glas zunächst ausprobiert zu haben, würde ich nicht mehr als 80 EUR ausgeben.

Das Jenoptem 10x50W hatte ich aus der letzten Baureihe, Export für den Westen. Für die Astronomie habe ich es nicht als besonders geeignet empfunden.

Jetzt benutze ich die Docter Nobilem Porros, das 8x56 ist für die Astronomie hervorragend geeignet.
Und das 15x60 ist schön zu haben - gestern sah ich damit den C/2019 Y4 (ATLAS) und die M81 M82 Galaxien, mehr war in der Lücke zwischen den Wolken nicht zu machen. (Swarovski und Leica Ferngläser habe ich auch)


LG,
Jiri

Hallo Jiri,

warum hälst Du das Jenoptem für nicht besonders geeignet für die Astronomie?
Einblickverhalten?
Randunschärfe?

Gruß

Mike
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Mike,

eigentlich sind es die beiden Gründe wie von Dir oben aufgeführt: Kurzer Einblick und die Randunschärfe.
Es kommt dazu noch die niedrigere Lichtdurchlässigkeit in dem blauen Spektralbereich.

Die zwei besten, und dabei noch "kleinen" Ferngläser, die ich auch für den Nachthimmel einsetze, sind die Docter Nobilem Porros 8x56 und 15x60.
Leider wurde die Herstellung dieser Ferngläser eingestellt. Und in gutem Zustand gebraucht, sind sie unter 500 EUR kaum zu finden.
Auch mein Leica Ultravid und Swarovski EL Swarovision, können unter dem Nachthimmel mit den beiden Docters nicht mithalten, auch wenn der Unterschied nicht so groß ist.

LG, und bleibt gesund,
Jiri
 

Bachianer

Mitglied
Die zwei besten, und dabei noch "kleinen" Ferngläser, die ich auch für den Nachthimmel einsetze, sind die Docter Nobilem Porros 8x56 und 15x60.
Auch mein Leica Ultravid und Swarovski EL Swarovision, können unter dem Nachthimmel mit den beiden Docters nicht mithalten, auch wenn der Unterschied nicht so groß ist.
Hallo Jiri,

es gibt doch weder ein Ultravid noch ein EL das die Parameter 8x56 b.z.w. 15x60 hat, oder habe ich was verpasst?
In welchen Beziehungen sind die Nobilems denn besser für Astro, die Randschärfe dürfte es nicht sein, denn hier sind zumindest die EL fast unschlagbar?

Andreas
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Andreas,

Deine Bemerkung über das Leica und Swaro ist natürlich korrekt, weil die Öffnungen unterschiedlich sind.

Nun ist die Lage so, dass ich unter dem Nachthimmel auf die Docters zurückgreife, und das Leica und Swarovski für das Tageslicht bleiben, falls ich nicht doch das andere Docter, das 7x50 Nobilem Porro, in die Hände nehme.

Bleibt gesund,
Jiri
 
Hallo Eltrah,

da sind wir wieder bei einem typischen Phänomen in den Foren: Dein ursprüngliches Anliegen ist kein Thema mehr, die Diskussion hat sich in andere Bereiche verlagert. Das wird dir hier regelmäßig begegnen ...

Zurück zu deiner Ausgangsfrage:
Das 10x50 ist, wie Du selbst schon festgestellt hast, handlicher gegenüber dem 11x80. Und es ist durchaus auch für den astronomischen Einsatz geeignet. Ich benutze es selber dafür. Der Vergleich mit Leica/Swarovski/Docter hinkt, weil wir hier über ganz andere Preisdimensionen sprechen.
Als angemessenen Preis für ein Carl Zeiss 10x50 Jenoptem in gutem Zustand würde ich ca. 150 € ansetzen.

Gruß
Michael
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo eltrah,

wenn das 11x80 Tordalk aus der Auflösung in gutem Zustand ist und nicht überteuert wird, dann würde ich es an Deiner Stelle kaufen.
Bei mir ist das Regal mit den Ferngläsern schon voll, obwohl ich einige verkaufte.

Bleibt gesund,
Jiri
 

Bachianer

Mitglied
Hallo Eltrah,

da sind wir wieder bei einem typischen Phänomen in den Foren: Dein ursprüngliches Anliegen ist kein Thema mehr, die Diskussion hat sich in andere Bereiche verlagert.
Hallo Michael,

naja, Eltrah glänzt ja nun auch nicht gerade durch Auskunftsfreudigkeit, auf meine Fragen zum Thema immer noch keine Antworten und zu seinen Fragen hat er doch Antworten erhalten!
Das die Forenten dann nach einiger Zeit abschweifen sollte man nicht zum Vorwurf machen, zumal Mike's Frage auch das Jenoptem betraf. ;)

Andreas
 

MikeS55

Mitglied
Hallo Mike,

eigentlich sind es die beiden Gründe wie von Dir oben aufgeführt: Kurzer Einblick und die Randunschärfe.
Es kommt dazu noch die niedrigere Lichtdurchlässigkeit in dem blauen Spektralbereich.

Die zwei besten, und dabei noch "kleinen" Ferngläser, die ich auch für den Nachthimmel einsetze, sind die Docter Nobilem Porros 8x56 und 15x60.
Leider wurde die Herstellung dieser Ferngläser eingestellt. Und in gutem Zustand gebraucht, sind sie unter 500 EUR kaum zu finden.
Auch mein Leica Ultravid und Swarovski EL Swarovision, können unter dem Nachthimmel mit den beiden Docters nicht mithalten, auch wenn der Unterschied nicht so groß ist.

LG, und bleibt gesund,
Jiri

Hallo Jiri,

Danke für Deine Antwort.

Mich hätte noch interessiert welche Nobilem du verwendest. Die aus der letzten Serie?

Gegebenenfalls könnte man auch einen neuen Thread eröffnen :unsure:

Gruß

Mike
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Mike,

hier sind die Seriennummern:
15x60B DOCTER NOBILEM E1600149
8x56 B DOCTER NOBILEM O1300044 - das neueste mit QR Code
7x50 B DOCTER NOBILEM 7379364 - das ältere Modell

Hätte ich geahnt wie gut sie sind, dann hätte ich mir das Geld für Leica und Swarovski sparen können.
Aber, es sind keine zwei Augen die gleichen und ich bin auch kein Vögelbeobachter.

Bleibt gesund,
Jiri
 

MikeS55

Mitglied
Danke Jiri.

Na dann fehlt noch das Nobilem 10x50;)

Das 8x56 Nobilem (mit grüner Gummiarmierung) kenne ich auch unterm Sternhimmel. Absolut phantastisch. Völlig umwerfend! NGC 7000 und IC 5070 bei entsprechenden Bedingungen unvergesslich.

An den Nobilem's hatte ich lange Zeit Interesse.


Gruß

Mike
 

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Mike,

das 8x56 Nobilem ist ein Game Changer.
Ich mag auch das 15x60, die Sterne zeigen irgendwie mehr Farbkontrast, und die Carbon Stars und die roten Riesen sind meine Leuchttürme bei den Streifzügen durch den Nachthimmel.

LG,
Jiri
 

selenograph

Mitglied
Hallo zusammen,

ich würde das Jenoptem empfehlen. Ja, es ist nicht randscharf. Das stört allerdings bei freihändigen terrestrischen Beobachtungen recht wenig, da das Gesichtsfeld, im Vergleich zu modernen Ferngläsern mit 7,3° riesig und der sweet spot ausreichend groß ist. Da man bei Freihandbeobachtungen, das beobachtete Objekt automatisch in die Bildmitte nimmt, kann man mit der Randunschärfe leben.
Das 11x80 ist dagegen durch seine Größe und Masse (1570 g) kaum freihändig zu gebrauchen. Die Größe des Gesichtsfeldes ist mit 4,6° auch eher mager und nicht besonders groß.

Jiri,
ich habe mit Begeisterung deinen Thread zum Nobilem 8x56 B auf CN gelesen. Unglaublich welche Beobachtungen dir damit schon gelungen sind. Mich überzeugt das Nobilem 8x56 B auch immer wieder, siehe hier: Nobilem 8x56
Ich bin der Verrückte, der inzwischen alle nicht-gummiarmierten Nobilems gesammelt hat und natürlich damit auch beobachtet. Als Porro-Fan bin ich von den Nobilems einfach begeistert. Vor einiger Zeit habe ich nach langer Suche, das noch bisher fehlende Nobilem 7x50 B bekommen. Leider war es durch einen Sturz des Vorbesitzers defekt mit einem großen Chip an einem Prisma. Die Firma Optixxx hat das Nobilem repariert, gereinigt und kollimiert. Es ist nun wieder in einem hervorragenden Zustand und ich bin gerade auch von dem 7x50 sehr begeistert. Für mich ist es das beste 7x50 Porro-Fernglas mit Mitteltrieb. Ich denke, es wird optisch nur vom aktuellen Nikon 7x50 IF SP WP geschlagen, aber bekanntlich hat das eben keinen Mitteltrieb.
 

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j.gardavsky

Mitglied
Hallo Ralf,

mit Dir kann ich natürlich nicht konkurieren, aber ich bin sehr froh einen neuen Freund gefunden zu haben, der auch von den alten Docters derart begeistert ist.
Alt und altmodisch wie ich bin, bevorziehe ich (so weit möglich) die Optik, die in Germany gemacht wurde.
Ob es mein altes ZEISS und Leitz Mikroskop ist, oder ob es die Teleskopokulare sind.
Mein Docter Okular schlägt auch die anderen "Ultrawides".
Alles entscheiden meine blauen Augen, ha, ha.

Bleib gesund,
Jiri
 
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