Frage zu kommakorr. Barlow und ADC für 12" Dobson

coffeecups36

Neues Mitglied
Hallo,

ich habe den Explore Scientific 12" Ultra Light Dobson II und würde den gern planetentauglicher machen.

Ich beobachte nur visuell und verwende das SVBony SV215 Zoomokular und würde gern folgendes Equipment dazu kaufen:

- Kommakorrigierende Barlow von Gerd Düring: APM Link
- ADC (günstiges zum Einstieg, gerne auch andere Vorschläge): StellaLyra ADC Link

Meine Fragen:
1) benötige ich für das Düring Barlow noch irgendwelche Adapter (z.B. diese Variante: APM Link mit Adapter ), oder ist das nur für Kameras relevant?
2) Sind die beiden Dinge mit dem Dobson "kompatibel" oder brauche ich sonst noch etwas dafür?
3) spricht etwas gegen das Equipment, wenn ich später einen Binoviewer zB den Baader Maxbright II dazu ergänze?

Vielen Dank & LG
 
Was versprichst Du dir von der komakorrigierenden Gerd Düring Barlow? Mit dem SVbony 215 (3mm-8mm) bist Du ohne schon im Hoch- und Höchstvergrößerungsbereich.

Sinnvoller fände ich z.B. ein Weitwinkelokular um einfacher/länger den Planeten im Sichtfeld zu haben oder eine EQ-Plattform die die Nachführung übernimmt...

Gruß Horst
 
Hallo Coffeecups36,
ich sehe das wie Horst, die Kombination von Barlow und Zoom funktioniert nicht wirklich.
Mit der Barlow bist du schon bei 8mm in der Höchstvergrößerung.
Je nach Verlängerung durch den ADC verlängert sich auch die Brennweite und entsprechend auch wieder die Vergrößerung.
Grundsätzlich würde ich mich zum Anfang eher bei 200-300x Vergrößerung orientieren.

Wie sich der Verlängerungsfaktor der APM Düring Barlow berechnet kannst du hier nachlesen.
Beitrag im Thema "Gerd Düring Komakorregierende Barlow" Gerd Düring Komakorregierende Barlow

Ob die billigen ADCs auch visuell was taugen kann ich nichts zu sagen.
Die Anwendung/Ausrichtung scheint eher umständlich zu sein?
Der Pierro Astro soll da etwas besser sein, allerdings hat auch dieser nur zwei Prismen und führt damit Aberrationen ein.
Daher würde ich an deiner Stelle das Projekt ADC eher erst einmal zurück stellen bis du mehr Erfahrung in der Planetenbeobachtung hast.

Ich würde eher Richtung Binokularansatz gehen, was bei mir einen großen Wahrnehmungsgewinn gebracht hat.
Allerdings bringt auch das nur was wenn der Gittertubus die Justage hält.
Auch eine Nachführung bringt einen großen Wahrnehmungsgewinn, das Objekt bleibt auf der optischen Achse und das Beobachten wird ruhig und entspannt.
Auch machen die hohen Vergrößerungen nur mit einer Nachführung wirklich Spaß und Sinn.

So gesehen baut sich das Ganze von der Montierung auf, über den Tubus usw. also über die Mechanik, erst dann klappt es auch mit der Optik.
LG
 
Vielen Dank,

ja sehe ein dass die Barlow nichts bringt, war wegen des Preises und der Kommakorrektur verlockend. Dass das ADC mit zwei Prismen Aberrationen einführt wusste ich nicht, vielen Dank für den Hinweis. Lasse ich daher auch besser bleiben. Hatte mir ein etwas schärferes Bild erhofft, da das Zoomokular ab 4-5mm einfach schon ziemlich unscharf ist.. Mars zB macht aktuell keinen Sinn zu beobachten. Lichtverschmutzung lt. Map = Bortle 5

Da ich vom ES 92° verwöhnt bin und das doch um einiges lieber nutze als das SV215, überlege ich doch noch ob ich den Weg Bino einschlagen soll oder Mono mit einer 4 x Barlow mit dem ES 92° 17mm...

EQ Plattform seh ich mir an, vielen Dank, wusste nicht dass es sowas gibt, dachte für sowas bräuchte man so eine GoTo Box o.ä..
 
Das SV-Zoom hätte für mich einen zu kurzen Augenabstand und ein zu kleines Gesichtsfeld für die Handnachführung am Dobson.

Die Unschärfe bzw. die schlechte Vergrößerungsfähigkeit kann am Newton leider viele Ursachen haben.
Die üblichen Verdächtigen wie Dejustage und ein nicht an die Temperatur angepasster Hauptspiegel solltest du als Newton Benutzer ausschließen können.
Aber auch eine offene Gittertube kann Körperwärme und Atemluft in den Strahlengang eindringen lassen, bei Handnachführung kann es auch die warme Hand sein die Warmluftschlieren verursachen kann.
Kann man alles im Sterntest erkennen bzw. kontrollieren, am besten an einem Stern in Planetennähe um vergleichbare Situationen zu haben.

Ich konnte gestern nach dem GRF-Transit auf Jupiter mit einigen Details ebenfalls Mars beobachten.
Im Vergleich zum Jupiter ist Mars nochmal deutlich heller, so das Details schnell überstrahlt werden.
Mehr als 288x und 320x war an meinem 16" auch nicht drin, hier aber mit schönen Kontrast.
Dabei muss ich ND Filter zur Lichtdämpfung am Binokularansatz verwenden.
Auf Mars konnte ich die weiße Polregion Hellas gut erkennen, Mare Boreum als dunkel Region welche in eine graue Wolke eingebettet war.
Die Vulkane auf die ich es abgesehen habe blieben leider unsichtbar.
Zum einen wegen der Vergrößerung und zum anderen wegen Überstrahlung der Tharsis Region.
LG
 
Hallo,

meist ist doch einfach das schlechte Seeing die Ursache. Wenn beim ausgekühlten Dobson Sterne im Zenit aufgeblähte Fußbälle ;) sind, kannst du das vergessen.
Ist etwas übertrieben ausgedrückt aber die unruhige Luft bläht die Sterne auf.

Aber auch beim Jupiter selbst siehst du die Bedingungen besonders gut bei längerer Beobachtung.
Da tauchen ab und zu wie aus dem Nichts Details auf um dann wieder vom Seeing verwaschen zu werden.

Ein Graufilter könnte die Wahrnehmung von Details etwas verbessern, da die hellen Gebiete nicht so überstrahlen.

Gruß,
Holger
 
Wie schon geschrieben, den größten Anteil der Schärfeprobleme liegen eher an den äußeren Umständen als am Okular. Da ist das SVbony nämlich für ein Zoom erfreulich gut.

Statt einer Barlow bin ich den Weg einer verhältnismäßig feinen Okularabstufung gegangen, die mir Objekt- und Bedingungsbezogen immer ordentliche Ergebnisse liefert. Diese Abstufung beinhaltet u.a. die ES 82° Okulare 6,7mm und 4,7mm, die mir neben der Preis-/Leistung auch vom Einblick gut passen (aber nicht vergleichbar zu den 92° Okularen sind).

Gruß Horst
 
Moin.

Visuell macht ein ADC bei niedrig stehenden Planeten absolut Sinn. Beim Saturn habe ich ihn an meinem neuen 5“ Apo als echten Gamechanger erlebt. Auch am Mars erhöht er deutlich die Sichtbarkeit von Details, solange der Planet noch niedrig steht.

ABER! So ein ADC braucht ein langes Öffnungsverhältnis um gut zu funktionieren. Ansonsten erzeugt er die oben angesprochenen Aberrationen. Irgendwo habe ich gelesen (ich glaube in der Anleitung von TS), dass ein Öffnungsverhältnis von f/10 oder länger empfohlen wird. Ich setze meinen ADC deshalb hinter einer telezentrischen 3x Barlow ein (Meade 3x TeleXtender, hatte ich noch liegen). Bei der ist der Vegrößerungsfaktor nicht so sehr vom Arbeitsabstand abhängig.
Am TS 125/7.8 SD-Apo habe ich dann etwa f/24 und bummelig 3m Brennweite. Als Okulare nutze ich dann ein 20mm Plössl oder mein altes 15mm Eudiaskopisches Plössl. Der lange Arbeitsabstand erhöht die Brennweite dann doch etwas mehr, deshalb lande ich mit dem 15mm bei geschätzt 230-250x. Ich hatte noch keine Gelegenheit, das genauer zu ermitteln.

Ich bin aber im maximal sinnvollen Vergrößerungsbereich und das mit dem angenehmen Einblick und der guten Qualität des Eud. Plössls. Ich bin damit sehr zufrieden.

Fazit: Barlow und ADC lohnen sich visuell durchaus, aber man muss ein bisschen was beachten und sich mit der Konfiguration beschäftigen.
Eine GUTE Barlow mit T2-Gewinde kann man unten direkt in den ADC schrauben. Das spart Bauhöhe und Arbeitsabstand. Komakorrektur macht am schnellen Newton auch bei hohen Vergrößerungen Sinn. Denn mit steigender Vergrößerung vergrößert man auch die Koma mit. Bei meinem 16“ f/4 sehe ich mit dem 5-8mm Speers Zoom eindeutig, dass der Paracorr die Planetendetails am Rande des Gesichtsfeldes deutlich erhöht. Und für einen Nutzer eines nicht automatisch nachgeführten Dobsons ist die saubere Abbildung im Feld durchaus ein wichtiger Aspekt.

Soweit meine Erfahrungen. Alle anderen Faktoren, insbesondere Seeing, sind davon natürlich unbenommen. Wenn man die Planeten über ein aufgeheiztes Häuserdach hinweg beobachtet, bleiben sie matschig. Da nützt einem auch das beste optische Zubehör gar nichts. Und wenn der offene Gitterrohrnewton Luftunruhe vom erwärmten Nutzer einfängt, ebenfalls. In dem Fall bringt eine Socke mehr als das beste Okular. ;)

Bis dann:
Marcus
 
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Vielen Dank,

habe den Dobson neu justiert, Standort gewechselt (kein Umgebungslicht) und über viele Stunden ausgekühlt. War merklich besser und 300x waren kein Problem. Nur Stand jetzt die Helligkeit im Weg, die war beim Mars noch viel zu hoch, werde den bereits angesprochenen ND/Graufilter erstmal besorgen.

Interessanterweise wird es bei höherer Vergrößerung erstmal nur bei einer Seite vom Marsrand unscharf.

@mettling: verwendest du den ADC mit Barlow auch mit deinem Dobson und mit Paracorr?

Dass der ADC bei langem Öffnungsverhältnis besser funktioniert und die angesprochenen Aberrationen reduziert wusste ich nicht, vielen Dank für den Hinweis.

Also dann auf jedenfall nur mit Barlow, und da käme bei mir dann nur das 2" ES92 in Frage, was die günstigen ADC wohl ausschließt da die alle 1.25" sind (ich meine gelesen zu haben dass 1.25" auf 2" eher problematisch ist, jedenfalls bräuchte ich da erstmal einen Adapter). Und der GreatStar ist mit über 1600€ schon arg teuer und für mich jedenfalls zu viel.

Ich werde mich mal weiter in das Thema Binoviewer einlesen und vermutlich erstmal diesen Weg einschlagen.
 
Moin.

Den ADC habe ich noch nicht so lange und deshalb am 16"er noch nicht ausprobiert. Den habe ich aber auch eher für Deepsky. Der Paracorr ist bei mir fest im OAZ verbaut (SIPS), insofern würde ich ihn ohnehin benutzen. Für Planeten habe ich eher den Apo. Der ist weniger Seeingempfindlich und liefert bis 250x ein gutes Bild.

Für hohe Vergrößerungen = kurze Okularbrennweiten brauchst Du kein 2" Zubehör. 2" -1,25" Reduzierstück, darin die Barlow, darin der ADC, darin das Okular. Wenn Du auf die 92° Gesichtsfeld verzichtest, findest Du auf jeden Fall passende gute Planetenokulare im passenden Brennweitenbereich. Das 13mm Nagler T6 zum Beispiel. Da gilt es mit der Brennweite von Barlow und Okular zu spielen.

Bis dann:
Marcus
 
da das Zoomokular ab 4-5mm einfach schon ziemlich unscharf ist.. Mars zB macht aktuell keinen Sinn zu beobachten.
Das kann aber auch sein das du schon in Vergrößerung kommst die nichts mehr bringt....hast du mal gegen 4 oder 5mm Plössl verglichen? Falls bei dir rumliegend.

Man könnte ja weil auch zu hell mal ein rot oder Orangefilter versuchen? Das hilft auch gegen atmosphärische Aberation.

Gruß Frank
 
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