Frage zu Mars

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Emissionsnebel

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Hallo, ich bin's mal wieder.

Ich denke die meisten von euch wissen vielleicht schon, dass Mitte dieses Jahres der Mars in einer sehr günstigen Opposition stehen wird. Ich habe Mars (und Merkur, aber das spielt jetzt keine Rolle) jedoch noch nie mit Teleskop beobachtet und hab keine Ahnung was mich erwarten wird. Mein Teleskop ist ein 6" Newton, 750mm Brennweite. Was kann ich damit sehen? Ich hab zwar schon mal Fotos gesehen, auf denen gezeigt wird welche Details man mit welcher Öffnung sieht, aber ich hab auch hier im Forum gelesen, dass man bei Mars Geduld braucht und etwas Erfahrung, da er visuell wohl schwieriger ist.
Was wird mich erwarten und welche Ausrüstung (zum Beispiel bestimmte Filter) bräuchte ich, um Details zu erkennen?

Viele Grüße
Kalle
 
Moin Kalle!

Erfahrungen am eigenen Teleskop sammelt man am besten selbst.

Irgendwelche Filtergeschichten braucht man nicht unbedingt, wenn man sie nicht schon vorher benutzt hat. Bei dieser Mars-Oppo wird man sowieso eher mit den Gegebenheiten am Himmel kämpfen müssen. Mars steht uns in den Sommermonaten zur Opposition zwar nah, aber auch sehr tief am Horizont. Da wird eher Seeing das Problem. Hier über Kiel erreicht der Planet kurz nach der Oppo zur Erdnähe Ende Juli nur 10° (!) Horizonthöhe - im Grunde kann man das vergessen und sich wirklich freuen, wenn in einer Sommernacht mal eine gute Sicht für Planetenbeobachtungen so nah am Horizont herrscht.

Mars zeigt sehr fein farblich uterschiedliche Strukturen, die nur mit sehr viel Beobachtungsgeduld zu erfahren sind. Am auffälligsten - gerade auch für Anfänger - sind sicher die Polkappe und Große Syrte. Aber die habe ich vor Urzeiten auch schon im 5-cm-Refraktor gesehen. Vielleicht nimmt man sich einen Bleistift zur Hand und versucht, das Gesehene zu zeichnen. das bringt bei der relativ langsamen Marsrotation schon einiges. Einige Zeit vor und nach der Oppo ist der sogenannte Phaseneffekt zu sehen - zu der Zeit ist das Marsscheibchen nicht ganz rund.

Apropos Rotation: Natürlich muß man bei Mars öfters mal die Beobachtungszeit wechseln, wenn man nicht ständig dieselben Strukturen vor der Nase haben will - der Planet rotiert ähnlich schnell wie die Erde und braucht für eine Umdrehung nur ca. 40 Minuten/Tag mehr. Da verschieben sich Strukturen also nur langsam, wenn man immer zur selben Zeit in kurzen täglichen Abständen beobachtet.
 
Die Strukturen am Mars sind verglichen mit den Gasplaneten sehr kontrastreich. Deshalb kann man auch jetzt schon Einzelheiten sehen, obwohl das Scheibchen nur etwas mehr als 5 Bogensekunden groß ist. Noch geht es, dass man den Planeten in der beginnenden Dämmerung zur Kulmination sehen kann, er erreicht hier in Leipzig eine Höhe von 20°. Da der Morgenhimmel atmosphärisch viel ruhiger ist als der Abendhimmel kann man damit wirklich etwas anfangen.

Die Polkappen sind leicht zu sehen, insbesondere, wenn man einen hellen Blaufilter einsetzt. Die große Syrte ist auch stets auffallend. Ich habe regelmäßig den Polsaum beobachtet und auch andere kontrastschwächere Strukturen. Hin und wieder habe ich Wolkenerscheinungen gesehen, entweder durch aufsteigende Luft am Olympus Mons oder am Terminator, also am Rande der Scheibe. Diese Wolken sind auch blau, weswegen auch hier ein Blaufilter hilft.

Mit 8 cm Öffnung lässt sich schon viel anfangen, mit einem solchen Instrument kann man am Mars durchaus 150x vergrößern. Freilich sollte das Teleskop einigermaßen farbrein sein, also nicht grade ein Kometensucher.

Winnie hat schon recht, dass der Planet zur Oppositionszeit niedrig steht. Aber es gibt immer wieder Abende, an denen die Luft recht klar ist. Mars wird ja 24 Bogensekunden groß. In manchen Oppositionen erreicht er nur 13; diese für den Mars wirklich gewaltige Größe gleicht auch einiges an atmosphärischen Widrigkeiten aus.

Ich benutze seit einiger Zeit einen atmosphärischen Dispersionskorrektor, das ist ein verstellbares Prisma, welches die farbaufspaltende Wirkung der Atmosphäre ausgleicht. Bei niedrigem Stand am Himmel erreicht man eine merkliche Verbesserung am Planetenbild.

Leicht dunstige Wetter ist übrigens oft besser geeignet als ein ganz klarer Himmel, die Luft ist dann ruhiger.
 
> er erreicht hier in Leipzig eine Höhe von 20°

Sorry, Uwe, aber Ende Juli bleiben dem Mars über Leipzig auch nur 13° Horizonthöhe zur Erdnähe. So üppig ist das leider auch nicht.
 
Hallo zusammen,

danke für eure Antworten, ich denke ich kann mir jetzt in etwa ein Bild machen. Na, dann kommt hoffentlich auch mal die ein oder andere klare Nacht.

Gruß

Kalle
 
Für uns Nordlichter ist deshalb immer die Opposition NACH der erdnächsten die beste. Da steht Mars schon wieder in der Nähe des Himmelsäquators, aber trotzdem noch sehr nahe.

Gruß Helmut
 
Hallo Kalle,

so hoch vergrößern wie es eben geht. Im Achtzöller konnte ich bis 300fach etwas mit dem Bild anfangen, trotz auch damals geringer Höhe. Viel Geduld für die ruhigen Momente mitbringen.

VG
Klaus
 
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