Frage zu Mondaufnahme mit ASI 120 MC-S

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Peter H.

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Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage zu einem "Versuch" einer Mondaufnahme mit meiner neuen ASI 120 MC-S.

Vorab muss ich sagen, dass ich ein Newbie im Bereich Astrofotografie bin.. Habe neu eine ASI 120 MC-S für Mond- und Planetenaufnahmen angeschafft. Im letzten Monat habe ich meinen ersten Versuch im Bereich Mond mit meinem alten Skywatcher Mak 127 auf GEM 28 und Sony A58 unternommen und ich war mit dem Ergebnis für meine Verhältnisse sehr zufrieden. Habe 66 Aufnahmen mit 1/125, ISO 200 gemacht und diese mit Pipp, AutoStakkert, RegiStax und PS bearbeitet (das gecroppte Ergebnis hänge ich mal an).

Heute habe ich dann mit dem Mak und der neuen ASI am Mond ein paar AVI's mit FireCapture aufgenommen. Das Seeing war grottig und ich habe ziemlich schnell abgebrochen weil das Wabern extrem war und mir sofort klar war, dass das keinen Sinn macht. Trotzdem war ich aufgrund der neuen ASI neugierig und habe versucht ein oder zwei AVI's zu bearbeiten. Das dabei nichts Brauchbares herauskommt war mir schon klar, aber ich frage mich, warum viele der Krater so ausgebrannte Ränder haben (kann ja wohl nicht an dem grottigen Seeing liegen).

Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen und einen Tipp geben, was ich da (bei den Einstellungen) evtl. falsch gemacht habe.

Das entsprechende Bild und einen Auszug aus dem FireCapture Log hänge ich auch mit an.

Schon mal vielen Dank im voraus, viele Grüße und cs


Mond mit Sony a58.jpg
Mond mit ASI 120 MC-S.jpg
FireCapture.JPG
 
Hallo Peter,

Ich sehe jetzt in deinem Bild nicht wirklich ausgebrannte Details, aber:

die ASI hat eine deutlich geringere Eingangsdynamik als deine DSLR - deshalb ist es wichtig, in Firecapture das Echtzeithistogramm im Auge zu behalten - jenes sollte den rechten Rand nicht berühren, Pixel sollten nicht in die Sättigung gehen.
Hilfreich ist auch, mit dem Gain runter zu gehen, das erhöht den verfügbaren Dynamikbereich - 49 bei dir deucht mir etwas viel.
Am Mond macht sich eine monochrome Kamera (120MM-S) erkennbar besser - höhere Auflösung und mehr Licht (geringeres Gain und/oder kürzere BelZeit). Natürlich gibt's auf dem Mond interessante Farben, aber da finde ich eine DSLR dann zweckmäßiger: farbiger Mond.
Übrigens - normalerweise sollte die 120-S bei voller Auflösung mit USB3.0 etwa 60fps liefern, da fehlen bei dir ein paar - setze HIGHSPEED mal auf ON.
Oft entstehen diese ausgebrannten Bildteile auch erst mit der EBV - ein übertriebenes Schärfen mit zu großen Radien ist da typisch. Gerade bei eher schlechtem Ausgangsmaterial ist man oft geneigt, fehlende Details dadurch "hervor zaubern" zu wollen.

viel Erfolg und besseres Seeing - Ronald
 
Hallo Peter,

Highspeed auf jeden Fall auf On sezten.
Am gain liegt es nicht, da nehme ich beim Mond auch 50 von 100.
Ich sehe da aber auch keine besonders ausgebrannten Stellen.
Ich nehme eher etwas dunkler auf damit nichts ausbrennen kann. Das lässt sich nachher nicht mehr korrigieren.
Bei Mosaiken vom kompletten Mond orienriere ich mich dann an der hellsten Stelle und stelle da die Belichtungszeit passend ein.
Ich achte gar nicht so auf das Histogramm sondern sehe mir das Livebild gründlich an.

Normalerweise verwende ich die Mono Kamera mit Rotfilter für den Mond aber für Farbaufnahmen mit meinem Mini Newton auch mal die mc.
Die schwachen Farben werden dann über die Nachbearbeitung durch Erhöhung der Sättigung hervorgehoben.

Gruß,
Holger
 
Man beachte am Kopernikus den rechten Kraterrand, der sich noch 2mal nach rechts "spiegelt". Hast du Filter im Strahlengang, ist die Optik
nicht justiert oder ist bei einem Teil der Aufnahmen der Versatz so groß, dass das Stacking-Programm das nicht ausgleichen kann?
66 Einzelbilder sind viel zu wenig (200-300 wär schon besser), und wozu brauchst du Pipp?
 
Hallo Ronald und Holger,

vielen Dank für Eure Antworten und Hinweise.
Das mit dem Highspeed hatte ich überhaupt nicht auf dem Radar, werde ich beim nächsten Versuch dann mal auf "on" stellen. Gain hatte ich zum einen nach dem Eindruck des Livebildes und unter Beachtung, dass das Histogramm nicht anschlägt, eingestellt. Habe in einem Tutorial mal gesehen, dass es so um die 70 % liegen sollte (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Werde beim nächsten Versuch dann auch lieber etwas dunkler aufnehmen. Hab gerade nochmal das aus AutoStakkert gekommene Bild angesehen und da waren die etwas zu hellen Kraterränder zwar auch schon vorhanden, aber nicht so extrem wie im Endergebnis. Habe es also wohl mit dem Schärfen übertrieben.
Dann warte ich mal auf besseres Seeing und werde einen neuen Versuch starten.

Viele Grüße,
Peter
 
Man beachte am Kopernikus den rechten Kraterrand, der sich noch 2mal nach rechts "spiegelt". Hast du Filter im Strahlengang, ist die Optik
nicht justiert oder ist bei einem Teil der Aufnahmen der Versatz so groß, dass das Stacking-Programm das nicht ausgleichen kann?
66 Einzelbilder sind viel zu wenig (200-300 wär schon besser), und wozu brauchst du Pipp?
Hallo Hans,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.
Filter habe ich nicht verwendet und die Optik müsste auch in Ordnung sein. Die 66 Einzelbilder bezogen sich auf das erste angehängte Foto, welches ich mit der DSLR gemacht habe. Dafür habe ich auch Pipp verwendet.
Bei der Aufnahme mit der ASI habe ich, wie aus der FireCapture-Datei zu entnehmen ist, 1000 frames aufgenommen und dafür natürlich auch Pipp nicht benötigt. Diesbezüglich war mein Eingangspost vielleicht etwas missverständlich oder Du hast es überlesen.

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

mit den "Spiegelungen" habe ich mich getäuscht. Die Strukturen sind echt, bei deinem Foto halt schlechter aufgelöst und deshalb so täuschend ähnlich.
Außerdem ist dein Foto vertikal gespiegelt, habe ich bei dem Vergleich korrigiert.

combo.jpg
 
Hallo zusammen,

hab mich nochmal an die Bearbeitung gemacht. Nachdem das Seeing ja so grottig war, habe ich diesmal nur 30 anstatt 50% der 1000 frames gestackt und mir bei der Nachbearbeitung in RegiStax und Photoshop auch etwas mehr Zeit gelassen und die Bilder nicht so "aggressiv" bearbeitet. Das Ergebnis ist zumindest meines Erachtens für die schlechten Bedingungen etwas besser geworden als der Erstversuch. Das überarbeitete Ergebnis füge ich nochmal bei.

Viele Grüße und nochmal Danke für Eure Ratschläge,
Peter

Kopernikus 11.05.2022.jpg
 
Hallo Peter,

ja, deutlich besser als der Erstversuch.
Kannst du das Bild nach dem Stack (Autostakkert?) irgendwo hochladen, dann kann wer mag sich daran versuchen.
 
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