Frage zu Revue 60/700 in der Holzkiste und mit Unitron K 12,5 als Dreingabe

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Nyksund66

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Ein herzliches Hallo,

ich bin neu hier im Forum und wäre für Eure kurze Expertenmeinung dankbar zu einem dieser Revue 60/700 auf azimutaler Montierung. Mich würde das Alter interessieren und leider ist der JTII Sticker nicht mehr auf dem OAZ, als ich es kürzlich erhalten hatte. Weiß zufällig jemand wie lange die Revue 60/700 von Towa noch mit Holzkiste ausgeliefert wurden? Bei meinem Carton 60/1000 ging diese Periode noch bis Ende der 1970iger, die Revue wurde m.E. aber bereits Mitte der 1960iger nur noch mit Pappschachtel ausgeliefert, wie auch mein Review 60/910 von 1967.

- Das kleine Teleskop ist noch aus Metall inkl. den drei Okularen (10,20,40) , laut Markenschild von Towa und kommt mit einer Holzkiste daher.
- Die hat nicht mehr die Filzeinlagen sondern Styropor an beiden Seiten links und rechts, jedoch noch keine Vollschalen.
- In der Kiste sind die Silicia-Beutel noch aus Stoff gefertigt
- Der Vorbesitzer meinte, dass es wahrscheinlich Ende der 1960iger oder Anfang 1970 seinem Cousin als Teenager zum Einstieg geschenkt wurde.
- Mein Revue 4013 von Kenko ist von 1967 und kam schon ohne Holzkiste sondern in der Pappschachtel.
- Die Objektivlinse des 60/700 hat im Gegensatz zum Kenko allerdings keine Alu-Spacer mehr, sondern einen Abstandsring



Herzlichen Dank und beste Grüße
Gerhard
 

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Hallo Gerhard,

freihändig würde ich spätestens Mitte der 60er ansetzen. Ich kaufte mir 1968 ein gebrauchtes Revue 60/900, das war schon in der Pappkiste. Ein Vereinskollege hatte damals das 60/700 neu gekauft; das war auch schon im Pappkarton.
Das Revue 60/700, das jetzt bei mir wohnt, fand erst vor ein paar Jahren zu mir. Das ist wohl auch aus den Endsechzigern, hat eine baugleiche Montierung mit Feinbewegung in Azimut und Höhe. Wenn ich mich recht erinnere, hat das auch 3 Alu Spacer, da muss ich allerdings noch mal im Wohnhaus nachsehen.

CS Gerhard
 
Hallo Gerhard,

ganz herzlichen Dank für die schnelle und umfassende Antwort. Bin völlig deiner Einschätzung, dass es aufgrund der Holzkiste eigentlich aus vor 1965 sein müsste. Mich hatte nur verwundert, dass es keine Alu Sparer mehr hat im Vergleich zum Revue 60/900 von 1968. Ein Abstandsring war für mich bisher immer ein Zeichen für ein jüngeres Modell. Ansonsten freu ich mich es jetzt erstmal am Wochenende aufzubauen und untern den aktuell ja sehr guten Himmel zu bringen.

Beste Grüße und CS
Gerhard
 
Hallo Gerhard,
ich habe eventuell die Möglichkeit das gleiche Modell günstig zu erwerben. Konntest du ein paar Eindrücke sammeln?
Danke und Gruß
Florian
 
Hallo Florian,

diese Generation der 60/700 sind noch recht ordentlich gebaut. Auch die azimutale Montierung mit Feinbewegung in beiden Achsen funktioniert gut.
Der Okularauszug ist allerdings für die 0,96" Okulare eingerichtet. Das war damals normal. Beim 60/700 kann man auch nicht einfach die Okularaufnahme austauschen, das ging bei den 60/900 der glichen Generation. Falls die Okulare mit bei dem Angebot sind, handelt es sich damals um Huygens oder Mittensway. Das Gesichtsfeld ist zwangsläufig kleiner als man es heute gewohnt ist. Falls die Okulare nicht dabei sind, ist es heute nicht mehr ganz einfach welche, vor allem in akzeptabler Qualität zu finden. Es gibt zwar Adapter 0,96" auf 1,25", mit denen kommt man aber nicht bei allen Fernrohren ans scharfe Bild.

CS Gerhard
 
Hallo Florian,

Gerhard hat das Teleskop mit allen Vorteilen und Limitierungen schon perfekt beschrieben und daher vielleicht nur noch ein rein persönlicher Eindruck, den ich beim Aufbau hatte - es ist wirklich überraschend zierlich. Ich hab ja noch das Revue 4013 von 1968 mit der einfachen aber schweren Montierung (das im Vergleich zu heutigen Teleskopen auch schon nicht gerade wuchtig daher kommt) aber dagegen wirkt das 60/700 fast wie ein kleines Fernrohr auf einer Aussichtsplattform :)
Die Abbildungsqualität ist, wie man es erwartet von diesen alten japanischen Teleskopen, sehr ordentlich und für 60/700 tadellos .
Es wäre für mich daher eine Frage des Preises, denn die Revue 4013 der alten, sehr wertigen Version aus den 1960/70iger, bei denen noch alles aus Metall war, gibt es ebenfalls schon für kleines Geld (50-100€) und da würde ich immer diesem den Vorrang geben. Die parallaktische Montierung kann man bei diesen auch azimutal verwenden und wie Gerhard schon sagte, die Option mit einem Vixen-Adapter für 15€ auf 1,25" umzurüsten ist schon sehr schön. Aber dies ist meine rein persönliche Einschätzung und soll diesen schönen kleinen Teleskopen in keinster Weise Unrecht tun.

Beste Grüße
Gerhard
 
Hallo,
danke euch zwei Gerhards für die Eindrücke. Die technischen Limitierungen der Geräte sind mir bewusst und ich schaue mich schon nach einem 1,25" Adapter um.
sehr wertigen Version aus den 1960/70iger, bei denen noch alles aus Metall war
Meinst du damit diese Version?
Meine Frage zielte in erster Linie tatsächlich auf das Bild an sich; etwas missverständlich von mir formuliert. Also konkret, wie erscheinen euch/dir z.B. die Pleiaden, Jupiter oder M42. Das sind ja häufig beobachtete Objekte, von denen jede/r eine Vorstellung hat, und man sich daher auch aufgrund der reinen Beschreibung evtl. ein Bild der Abbildungsleistung machen kann.
Gruß
Florian
 
Hallo Florian,

auf dem von dir verlinkten Bild ist eine spätere Version zu sehen. Entscheidende Unterschiede: Der Sucher sieht zwar ziemlich genial aus. Diese Sucher, die über einen einklappbaren Spiegel den Strahlengang des Objektivs in den Sucher leiten, haben ein langbrennweitiges aber sehr dünnes Okular. Das Gesichtsfeld am Himmel ist entsprechend klein. Bedeutender ist aber der Okularauszug (Posaunen Auszug). Dieser ermöglicht einen großen Fokusierweg, so dass man das Fernrohr geradsichtig und mit Zenitprisma benutzen kann. In der Realität ist der Schiebeauszug Teil mit seiner einen Klemmschraube aber eine sehr wackelige Angelegenheit. Ich habe bei einem Gerät dieser Generation den Auszug durch einen billigen, neuzeitlichen 1 1/4" Auszug ersetzt, bevor ich das Rohr an einen Anfänger weitergegeben habe. So wurde der Einstiegsfrust verhindert.

Wolltest du nur die Optik oder auch eine Montierung dazu? Ich kann mal nachschauen, was sich an 60/700 noch in den hinteren Ecken meiner Werkstatt findet.

CS Gerhard
 
Hallo Gerhard,

klingt interessant, das wusste ich nicht. Ein langer Fokusweg bietet ja eigentlich mehr Möglichkeiten, aber wenns unstabil wird ists natürlich doof.

Eine Montierung brauche ich nicht zwingend; v.a. sind gerade die oftmals an der oberen Belastungsgrenze und damit ein Schwachpunkt des Systems. Ich suche grundsätzlich einfach eine günstige Optik als Ergänzung zu meinen Ferngläsern. Das kann 60/700 sein, aber auch 80/900; nur nicht größer.

Nach den alten Modellen schaue ich einerseits, da sie mir optisch und handwerklich gefallen, und andererseits, da die neuen Einsteigerteleskope von der Optik womöglich gar nicht viel schlechter sind, aber halt dieser ganze China-Plastik-Sch***ß nicht meins ist. Da kann man auch nichts mehr selber vernünftig reparieren, im Gegensatz zu den alten Stücken.

Also schau gerne mal nach, teuer werden darfs aber nicht.

Gruß
Florian
 
Hallo Florian,

komme gerade erst wieder nach Haus und ich hätte Dir nichts anderes geantwortet :) Das ist ein tolles Angebot von Gerhard mal in seinem Fundus nachzusehen.
Das Modell, das ich meinte, habe ich Dir als Bild hochgeladen und zu Deiner anderen Frage, ob man die drei Objekte gut sehen kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher kann ich nur für mich persönlich sprechen. Plejaden gehen immer und ich schau sie mir gerne mit meinem 4" und ca. 15-facher Vergrößerung an, da sind sie für mich als Gesamtbild am Schönsten. Orionnebel geht ebenfalls, aber ich finde M42 kann schon etwas mehr Öffnung vertragen und wenn es schnell gehen soll, nehme ich immer wieder gern mein TAL1. Das ist was Qualität und Robustheit anbelangt, den japanischen Teleskopen auf jeden Fall ebenbürtig.
Beste Grüße und CS
Gerhard
 

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