Hallo,
vielleicht etwas spät <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />, aber ich kam erst jetzt dazu, meinen WFT mal auszuprobieren. Vorweg: Meiner ist aus der "Restposten und Sonderangebote"-Ecke beim Tag der offenen Tür vom Teleskop-Service und war - weil Bastelware - SEHR günstig; ich weiß deshalb nicht, ob sich meine Erfahrungen auf andere Geräte beziehen lassen.
Verarbeitung
Tubus: Metalltubus, innen geschwärzt, mit Blenden. Ich gehe mit meinen Teleskopen nicht mit Samthandschuhen um <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />, deswegen hat sich wohl die Metalliclackierung schon an manchen Stellen abgelöst, sie scheint mir nur mäßig kratzfest.
OAZ: Der Auszug sitzt in einem Flansch, der ins Innengewinde des Tubus geschraubt ist. Rausschrauben geht recht einfach - aber das Reinschrauben ist recht diffizil <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />. Der Auszug ist mit reichlich zähem Chinafett auf der Zahnstange versehen, das habe ich beseitigt und anderes draufgemacht. Ebenso habe ich die Teflonstreifen, auf denen die Röhre läuft (ganz ähnlich wie beim Auszug der GSOs) mit Tesastreifen unterfüttert (wie Ekkehard/Pteng auf seiner HP schön erklärt), da etwas Kippeln spürbar war. Das Spiel lässt sich außerdem durch zwei Inbusschrauben, die eine Kunstoffplatte gegen den Auszug drücken, einstellen. Eine Arretierungsschraube ist auch vorhanden. Mit der jetzigen Bedienung bin ich recht zufrieden (OK, ist kein Feathertouch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />).
Objektiv: Luftspalt-Achromat, blau/grün vergütet, ohne Justiermöglichkeit, ausziehbare Taukappe.
Beobachtungen
Das WFT ist ein Richfield-FH mit IMHO unschlagbarem Preis-/Leistungsverhältnis. Ich verwende es mit einem 2"-Zenitprisma und 2"-Okularen, da spare ich mir das Adaptergefummel. Montiert ist das ganze auf einer Celestron NexStar80GT-Montierung.
Vor zwei Tagen habe ich damit beobachtet (1040m ü.NN, 6,1mag bei recht guten Bedingungen), zum Einsatz kamen ein Antares 32mm Erfle, ein 26mm und 9mm Nagler, ein 13mm und ein 5mm Hyperion. Als Vergleichsgerät nahm ich den nebenan aufgebauten TMB-APO 130/780 auf Vixen Sphinx <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> meines Sternwartenkollegen.
Große Objekte lassen sich damit schön anschauen - z. B. M31, Plejaden, M39, h+x Persei, M33, Helixnebel, auch Milchstraßenspaziergänge sind toll. Wenn man stärker vergrößert, um Kugelsternhaufen zu sehen, verliert das WFT natürlich stark an Boden gegenüber dem TMB - trotzdem schöne Anblicke bei noch moderatem Farbfehler. Bei starken Vergrößerungen für planetarische Nebel ist das Bild im Vergleich zum Apo noch einen Tick flauer und der Farbfehler deutlich sichtbar (dafür wurde es aber auch nicht gebaut!), die "Ohren" von M57 konnte ich aber damit deutlich erkennen. Etwas Linderung schafft dabei der Baader Semi-APO-Filter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gerät natürlich in keinster Weise mit einem APO verglichen werden kann - solch nadelfeine Sternpunkte selbst bei großen Vergrößerungen schafft das WFT natürlich nicht. Wenn ich mir aber vorstelle, wie viele WFTs ich zum gleichen Preis erwerben könnte, hat so ein Gerät durchaus seine Existenzberechtigung, als Reisegerät oder zum Widefield-Genussspechteln eine feine Sache. Man sollte bei allen Erwägungen bezüglich Qualität auch immer den wirklich günstigen Preis im Hinterkopf behalten!
Grüße,
Paolo