Frage zu Wolfis neuen Fraunhofern

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Stefan28

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Ich muss sagen, auf Wolfis Homepage machen die neuen TS-Refraktoren ja keinen schlechten Eindruck, ganz im Gegenteil. Mich würde mal folgendes interessieren, und vielleicht können ja diejenigen, die durch so ein nettes Gerät schonmal geschaut haben, es auch ungefähr einschätzen:
mit welcher Öffnung eines Newton ist die Leistung der Refraktoren am Planeten, also bezüglich Kontrast und Schärfe, in etwa zu vergleichen (wenn wir mal den durchschnittlichen Newton rechnen, der im Umlauf ist, also weder Strehl 0,98 noch Grubenhund; Offnungsverhältnis etwa f/5)?

Danke schon jetzt für Antworten und clear skies!

Stefan
 
Hallo Stefan,
gerade im Zusammenhang mit schnellen (also kurzbrennweitigen) Fraunhofern eine schwierige Frage und eine noch schwierigere Beantwortung.....
<mit welcher Öffnung eines Newton ist die Leistung der Refraktoren am Planeten, also bezüglich Kontrast und Schärfe, in etwa zu vergleichen>
Alte Bauern-Regel aus den 80ern des vorigen Jahrhunderts war (also für lange FHs mit f/15 oder f/12): Refraktor hat etwa Faktor 30% bis 50% mehr Kontrast oder Schärfe (da zitiere ich z.B. unseren Ronald Stoyan, noch letztens in alten IS gelesen); in Zahlen:
ein (guter) 80er FH-Refraktor entspricht einem (guten) 100-110er Newton....
Vielleicht hat sich da auch schon was relativiert, denn R. Christen (Optik Designer von AP) spricht just im Netz von 20-25%.......(entspricht ja so in etwa der Kontrastdurchmesser-Regel: D-Obstruktion beim Newton)
Aber........
wie sich das bei f/5 oder f/6,5 FHs verhält???? Das verstärkt auftretende sekundäre Spektrum, z.B.an Jupiter wird Einiges an Kontrast und Schärfe hinne machen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
evtl. wird's 1:1???????
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Ich bin schon auf die neuen "Kurzen" von TS gespannt, besonders interessiert mich der 127/820mm FH als ???Reiserohr???
Würd ihn gerne mal antesten, vielleicht bekommt man ihn zur nächsten ATT in Essen.....
was meinst Du, Wolfi???
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Randolf,

die Teile schippern schon fröhlich am Teich. Ich freue mich auch schon sehr auf die Teile.

Erste Feedbacks:

MINUS

Tauschutzkappe ist Schrott (haben wir schon reagiert, es wird an alle kostenlos eine schöne Tauschutzkappe nachgeliefert)

Die Lackierung ist nicht ganz so schön, wie z.B. bei Vixen. Etwas rauher aber das ist rein kosmetisch.

Plus
Der Farbfehler ist geringer, als bei vergleichbaren Geräten und auch die optische Qualität ist etwas besser.

Das Gerät ist nicht so kopflastig.

Die gesamte Verarbeitung (bis auf die Tauschutzkappe) ist in Ordnung.

Der orginale Auszug ist gute chinesische Qualität. Wem das nicht reicht, dem sei unser TS Auszug (kugelgelagert) empfohlen.

Der Sucher ist sehr massiv und schön gelöst. Kleines Plus - der Baader Quick Release passt auf den Halter.

---------------

Testberichte werden sicher folgen und ich werde einen besonderen Augenmerk auf die Gesamtqualität des Produktes legen.

Deshalb bin ich für Feedbacks immer dankbar. In Essen werden sicher TS Refraktoren dabei sein.

Wolfi
 
Hallo Wolfi,
freut mich, das zu hören...
Wie schon gesagt, ich wäre scharf auf einen der kurzen 127er....
Refraktor-erfahren bin ich ja mit 90/1000mm auf NP und TAL100R auf EQ-5/Dobler......
Biete mich gerne als erstes Versuchskaninchen für den 127mm/ f/6,5 an....Schade, dass die großen Planeten im Mai nicht mehr so günstig sind.....und Mars noch nicht gut steht.....
Wann rechnest du mit dem Eintreffen der ersten Sendung???
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Da muß ich Wolfi (zumindest für den mir bekannten 127/1200er) rechtgeben. Optisch leider noch nix zu sagen (Scheißwetter hier) aber mechanisch (Tubus, Schellen, OAZ und so) ist das Ding schon ziemlich robust ausgelegt und auch recht exakt verarbeitet, da fehlts schon mal nicht dran denke ich.

Andreas
 
Oh, ich fürchte fast, ich habe mich mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte f/5 natürlich für den Newton.
Bei den Refraktoren würde mich die lange Brennweite viel mehr interessieren, weil ich so einen evtl. als Planetengerät interessant fand - aber dann muss er mir mehr bieten als mein 8" Newton. Daher die Frage.

Gruß Stefan
 
Hallo Stefan,

wenn Du einen guten 8" Newton mit einer Fangspiegelabschattung von deutlich unter 30% hast, dann wird sich auch ein sehr guter 6" Achromat schwer tun.

Der Newton hat zwar die Abschattung und hat eine offene Bauweise aber der Refraktor hat halt mit der Farbe zu kämpfen.

Wofür willst Du denn den Refraktor eventuell einsetzen?

Wolfi
 
Hallo zusammen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ich kann aus praktischer Erfahrung bestätigen, das der
8" f/5 SW-Newton (26% Obstruktion) mehr am Planeten zeigt als der 6" f/8 SW-Frauenhofer!
Je nachdem wie stark der Farbfehler beim FH ist kann er unter umständen auch gleich ziehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ein 5" f9,5 FH wird schon relativ wenig Farbfehler haben, aber einem 8" Newton unterlegen sein. Soweit meine Einschätzung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> .

CS

Arno Imig
 
Hallo Wolfi,

ich habe einen Skywatcher 8" f/5. Ich habe aber den Eindruck, dass er nicht das leistet bei der Planetenbeobachtung, was ich erwarten würde. Es ist eigentlich ein guter Spiegel, Strehl 0,89. Auf Zeichnungen scheint mancher aber mit einem 4"-Refraktor mehr Details z.B. am Jupiter zu sehen, daher die Frage, ob ein Refraktor mehr leistet oder nicht.
Kann das mit dem Fangspiegel zusammenhängen (s. mein Posting im Optik-Board), an dem 3 kleine Glasbsplitterungen auf der Rückseite sind, von denen ich nicht weiß, wie alt sie sind, sie sind mir jetzt erstmals aufgefallen. Kann es sein, dass - wie von Dir für GSO angesprochen - der Fangspiegel unter Spannung steht und daher die Absplitterungen und die vielleicht nicht so gute Abbildung kommen? Der Justagezustand ist - mit dem Chesire kontrolliert - gut.

Danke und clear skies

Stefan
 
Hallo Stefan,

mach doch mal mit dem Skywatcher den Sterntest (empfehle den Polarstern). Vergrößerung etwa 150-200fach und ruhige Luft und natürlich ein ausgekühltes Fernrohr.

Achte bitte auf folgende Einzelheiten:

Betrachte den Stern extrafokal und intrafokal (auf beiden Seiten des Fokus). Die Abbildungen müssten zumindest ähnlich sein.

Wenn der aufgeblähte Stern aussieht, wie ein Donut und der schwarze runde Fleck (durch den Fangspiegel) zentrisch ist und alles schön rund ist, hast Du die Optik gut justiert und sie hat auch keine Verspannungen (Fangspiegel)

Wenn sich die Abbildungen auf beiden Seiten des Fokus auch ähnlich schauen, stimmt auch die Kurve des Hauptspiegels.

Eine Fehlerursache kann noch sein, wenn sonst alles stimmt:
Wenn Du den Stern unscharf stellst, müsstest Du konzentrische Ringe sehen. Der innerste und der äußerste Ring sollten etwas heller sein. Wenn Du diesse Ringe nicht siehst, kann die Ursache eine rauhe Spiegeloberfläche sein, die würde natürlich den Kontrast reduzieren.

Dieser Test ist aber nur bei sehr ruhiger Luft durchzuführen, sonst würde Dir die Luft das Ergebnis verfälschen.

Wenn aber alles stimmt, kann es eine einfache Ursache geben:

Wenn die Luft nicht mehr Auflösung zulässt, wie ein Gerät mit 4" Öffnung auflösen kann und das ist bei den meisten Nächten der Fall, dann nützt bei Planeten und Mond die größere Öffnung des Newton nichts. Die Luftunruhe egalisiert diesen Vorteil.

Dann zieht eine andere wichtige Eigenschaft, der Kontrast. Und der ist bei einem guten Refraktor, aufgrund des Fehlens des Fangspiegels und der Spinnen, einfach größer. Meist kommt dadurch das Gefühl, daß ein kleinerer Refraktor viel besser sei, als ein Newton.

Wolfi

 
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