Frage zum Seeing

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Hallo AstroFreunde!

Ich habe da eine Frage zum Seeing.
Ich habe gestern und die Tage davor den Mars beobachtet. Ich kriege die Scheibe zwar so ca. Bei 120 fach relativ scharf aber alles drumherum herum wirkt sehr leuchtend grell bzw. trüb. Liegt das am seeing (tief am Horizont, Temperatur?) oder vielleicht an doch was anderem?
Einzigen Details waren das der Norden heller war als der Süden.
Der Saturn ist da deutlich angenehmer zu beobachten. Kein grelles Umgebungslicht.
Jupiter wiederum ähnlich wie mars aber nicht so schlimm.

Vielleicht irgendwelche Tipps?
Danke und schönen Gruß
 
Hallo Umut,

bei solchen Fragen ist eine hilfreiche Antwort nur möglich, wenn einige grundsätzliche Umstände der Beobachtung bekannt sind.
Es ist also wichtig, anzugeben, mit was für einem Teleskop (bei Dir wohl ein 6" f/8 Dobson) und mit welchem Okular die Beobachtung gemacht wurde.
Außerdem die Zeit, die bedingungen, der Standort und, wie schon angegeben, das Objekt und die Vergrößerung.

Ich kann mir jetzt zusammenreimen, dass Du mit 120fach am 6" f/8 Newton bei 1,2 mm AP liegst.
Da geht schon was bezüglich der Details und da passt die Beobachtung von helleren und dunkleren Beireichen recht gut.
Mehr geht nur, wenn man noch etwas höher vergrößern kann und durch den schlechten, tiefen Stand nicht noch zusätzlich in zu turbulente Luft und allzuviel horizontnahen Dunst hinein gerät.
Selbst an guten Standorten ist bei so tiefem Stand der Planeten, gerade am (derzeit) recht "kleinen" Mars geduldiges Warten auf wenige gute (Seeing)Momente angesagt.


Link zur Grafik: http://lexikon.astronomie.info/mars/beobachtung2014/img/Marsoppositionen.png

Das aufgehellte Umfeld der Planetenscheiben hat oft genug eine Fülle von Ursachen.
Natürlich bildet sich da horiiziontnaher Dunst, Nebel Schmusst oder schlichte Aufhellung durch Lichtglocken von Kunstlicht ab.

Darüber hinaus halten manche Leute die Newtonspikes

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/4swf-un-390e.jpg

für einen Fehler,
dann wird oft auf die Innenauskleidung eines Newtons mit Velours verzichtet, was sehr viel bringt,
oder unter Einfallendem Störlicht auf einer Taus-/Sreulichthkappe verzichtet.
Auch zwischen Auge und Okular eindringendes Störlicht klann den Kontrast deutlich mindern.

Gruß
*entfernt*
 
Danke Günther.

Also ich versuche etwas näher einzugehen.
Teleskop wie von Günther schon genannt: Dobson 6" f/8, Okular 10mm Baader Ortho mit und ohne Graufilter. Außerdem kam die 1,3 Barlow zum Einsatz (hier konnte ich keinen Filter anbringen da es selbst ans Okular geschraubt wird. Gibt es hierfür eine andere Technik um einen Filter anzubringen?)
Beobachtungsplatz ist mein Balkon im 2. Stock mit Blick in nordwestliche Richtung (Jupiter ist in der Dämmerung im moment mein bester Freund, Mars kommt nach Mitternacht in südwestlicher Richtung grad noch durch, gefolgt von Saturn).
Ich habe in unmittelbarer Nähe eine Straßenlaterne die schon hell ist.
Trotz Laterne ist bei klarem Himmel der "grosse wagen, Bärenhüter, corona borealis" etc. gut zu sehen.

Wie gesagt der Mars (Jupiter weniger) blinken sehr auch mit Graufilter. Er erscheint mir einfach wie ein roter Ball der außen herum trüb grell ist.

Danke für die Ratschläge
 
Hallo Umut,

okay Mond und Planeten stehen derzeit ungünstig tief, da kann man nichts machen.
Um so wichtiger scheint mir, da anzusetzen wo man etwas machen kann.

Der Graufilter sollte sich zum Einen zwischen Barlow (auch ohne Gehäuse bzw Okularaufnahme) und Okular einsetzen lassen oder (wenn das nicht geht, zumindest in das Filtergewinde der Barlowlinse. Wo er sitzt ist egal, aber wichtig zur Blendungs-/Überstrahlungsvermeidung ist er, wenn mit zu großer AP beobachtet wird.

Wenn du unter dem störenden Einfluss von Straßenlampen beobachten musst (läss sich nicht immer vermeiden) kommt einer Tau-Störlichtkappe und einer Tubusauskleidung mit Velours ganz entscheidende Bedeutung zu.
Schau mal da:

Veloursauskleidung mit Heiko

Ein frappierender Unterschied, auch am Himmel;

und/oder im

Dobtuning total

die Tau-/Streulichtkappe.

Sie sollte mindestens 1,5 x D(Tubus) über die vordere Fangspiegelkante hinausragen und zuverlässig Störlicht aus der Fangspiegel-/OAZ-Ebene heraus zu halten und 1-2° zur Öffnung hin ausgestellt sein, um vignettierung zu vermeiden.
In meinem Fall musste eine alte Isomatte herhalten. Das ist leicht, formstabil und höchst effektiv

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Wahnsinn Günther was du so bastelst.
Also das mit dem Velour traue ich mich als Anfänger nicht. Aber die Taukappe sollte zu machen sein. Danke
 
Hallo Umut,

irgendwann musst Du ran ans Velours, zumal auch ein f/8 Newton irgendwann mal die Justage verlieren kann und dann eine Grundjustage braucht.
Auch kann der HS ab Werk derart in die Halteklammern eingespannt sein, dass die Abbildungsleistung verdorben wird (Dreiecksverspannung).
Probier mal den Hs von hinten zu greifen und versuche ihn zu drehen. Geht das nicht, ist er zu stramm eingespannt.

Newtons out of the Box

Fürs Erste reicht es auch aus, den Bereich gegenüber des OAZ mit Veloursfolie auszukleiden, das geht ohne(!) Demontage und eine Taukappe zu basteln.

Gruß
*entfernt*
 
Ok.
Welche von beiden Methoden ist denn gewinnbringender/ effektiver gegen Streulicht?

Wenn ich bis zum OAZ es mit Velour verlege, was muss ich bzw. was muss ich nicht ausbauen? Weil du ohne Demontage schreibst? Die Spinne muss ja raus, FS auch?

Danke.

PS: Den HS kann ich von hinten mit der Hand nicht drehen :(
 
Okay Umut,

ich verlinke nun zu einer von mehreren guten Justieranleitungen im Netz, aber bevor Du anfängst zu Schrauben schau erst mal auf die Sterntestbilder!!!!

http://www.pteng.de/astro/justage/newton/frame_r.htm

So ähnlich wie im letzten Beispiel müsste das aussehen, wenn Dein HS verspannt ist.

Bei sehr hoher Vergrößerung (bei Dir etwa 250/300fach und mehr kriegst Du im Fokus also kein rundes Sternscheibchen hin sondern ein Kreuz oder Dreieck (Dreiecksverspannung durch drei Halteklammern).
In dem Fall musst Du die Halteklammern wie im Link zum Newton out of the Box lockern und dazu den HS mit der Zelle ausbauen. Die Vorsichtshinweise im Link sind berechtigt. Mal fällt die Zelle aus dem Tubus wenn Du die letzte Schraube lockerst, mal sitzt sie press im Tubus, also Vorsicht.

In dem Fall baue auch die FS-Spinne noch aus und kleide gleich den Tubus aus.
Nachher baust Du alles wieder ein und gehst nach der Justageanleitung vor.
Ich denke aber nicht, dass Dein 6" f(8 so schief zusammengeschustert ist, dass alles was ich hier

1. Voraussetzung für einen guten Newton

beschrieben habe, erforderlich ist. f/6 oder gar f/4 sind da wesentlich kritischer und dennoch bringt man mit etwas Geschick und Gefühl sogar einen f/4 Newton mit dieser Methode

Justage ohne Hilfsmittel

in einen so guten Justierzustand, dass auch mit höheren Vergrößerungen erfolgreich beobachtet werden kann.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, ich werde mir alles in Ruhe durchlesen.
Den FS hatte ich gestern erst neu justiert. Ich werde mich melden. Vielen dank nochmal. Man lernt nie aus..
 
bitte auch an die lange Auskühlzeit denken., Das gilt für jedes Teleskop.
Solange das Teleskop nicht Umgebungstemperatur hat, gibt es aucb Tubus Seeing, das das Bild unscharf macht und zu weiteren Effekten führt.
 
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