Frage zum Thema Autoguiden

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Juwel

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Hallo,

habe da ein paar Fragen zum Thema Autoguiden für längere Belichtungszeiten. Soweit ich das verstanden habe besorge ich mir einen 8x50 Sucher, schraube das Okular ab und ersetze es mit einer Webcam. Die Webcam schließe ich an mein Netbook an, dann schließe ich das Netbook an die Fernrohrsteuerung an, auf dem Rechner läuft eine Steuersoftware z.B. Guidemaster. Dann peile ich einen helleren Stern mit dem Sucher an und die Software hält den Stern mittig.

Ist das so richtig? Habe ich was vergessen oder nicht beachtet?

Ich habe mal eine Philips Toucam umgebaut, sowas kann ich doch wieder nehmen und muss mir keinen extra teuren Autoguider kaufen, oder?

Welche Sucher sind denn besonders gut für das was ich vor habe geeignet? Was brauche ich denn zur Verbindung der Webcam mit dem Sucher?

Ach ja, einen hellen Stern werde ich immer finden, da ich vor habe, meine Kamera+Tele auf ein Kugelgelenk zu montieren. Meine mFT-Kamera mit Objektiv ist glücklicherweise sehr viel leichter als eine normale DSLR.

Danke schon mal für alle Kommentare.

Ciao,
Jürgen

Nachtrag. Hat jemand eine Ahnung, wie ich einen Sucher mit einer Prismenschiene um 90° versetzt verbinden kann? Also ---I---

------- = Schiene
I = Sucher

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jürgen,

für den Anschluss einer WebCam an einen 8x50-Sucher empfehle ich Dir:

http://www.teleskop-express.de/shop...ount-fuer-8x50-Sucher-von-TS--GSO--Meade.html

Die Beschreibung in Deinem ersten Absatz ist grundsätzlich richtig. Nur ist die Praxis etwas kopmplexer. Welche Montierung hast Du?; möchtest Du eine ASCOM-Plattform benutzen?.


Was Dein "Kugelkopf"-Ansinnen betrifft, habe ich Dich noch nicht verstanden. Bitte gib noch mehr Details bekannt. Was ist eine mFT-Kamera? Bedenke bitte, dass die meisten Kameras (ausser Canon-DSLRs mit nicht zu vielen Megapixeln) für die Langzeitfotografie leider nicht wirklich taugen, da das Sensor- und Ausleserauschen das Bild ruiniert.

Grundsätzlich muss das Guiding-Scope exakt parallel zur Aufnahmeachse ausgerichtet sein. Hast Du also in der Mitte Deines 8x50-Suchers den Guiding-Stern, dann muss dieser auch in der Mitte Deiner Aufnahmeoptik sein. Ein Guiding-Stern darf nicht zu weit von der Mittelachse entfernt sein, da sich Sterne in Horizontnähe scheinbar schneller bewegen als in Zenitnähe. Ungenauigkeiten fallen hier ziemlich schnell auf.

Gruß
Bernd
 
Hallo Jürgen, hallo Bernd,

für den Anschluss einer WebCam an einen 8x50-Sucher empfehle ich Dir:

diesen Adapter

STOPP!

Dieser Adapter hat einen Anschluß für C-Mount, das ist nicht identisch mit einem Anschluß für eine Webcam! Ne Webcam hat 12 mm Gewindedurchmesser, das ist viel kleiner als C-Mount!


Du kannst die Webcam entweder über diesen Adapter an eine Platte mit T2 Außengewinde anschließen, oder diese Okularklemme auf das T2 Gewinde der Platte draufschrauben und die Webcam mit ihrem (vorhandenen) 1 1/4" Adapter reinschieben und festklemmen...

Ich weiß aber nicht, ob du mit der 2. Lösung dann noch ein scharfes Bild bekommst. "Echte" Autoguider haben einen sehr kurzen Abstand zwischen T2 Gewinde und dem Chip. Der Abstand zum Webcamchip wird auf diese Weise größer...

Ich hab nen Sucher mit 90 Grad Einblick. Bei dem hab ich das Prisma samt Okular weggemacht, dann kam ich mit der 2. Lösung grad so in den Fokus, bei komplett reingeschraubter Optik vom Sucher...

Achtung, je nachdem, welchen Sucher Du hast, brauchst andere Grundplatten. Die Gewinde, mit denen die Platten mit dem T2 Gewinde in den Sucher reingeschraubt werden, sind leider nicht gleich bei den einzelnen Suchern ...

Mit einem "Kugelkopf" bekommst keine vernünftigen, geguideten Bilder. Kannst knicken, hab ich auch mal versucht. Nach 6 Wochen diverser Tests hab ich das Konzept verworfen.

Grundsätzlich muss das Guiding-Scope exakt parallel zur Aufnahmeachse ausgerichtet sein. Hast Du also in der Mitte Deines 8x50-Suchers den Guiding-Stern, dann muss dieser auch in der Mitte Deiner Aufnahmeoptik sein.

das kann ich nur unterstreichen. Andernfalls bekommst Bildfelddrehung oder längliche Sterne. Eventuell noch nicht sichtbar in den Einzelbildern, aber definitiv in den gestackten Bildern...
 
Hallo Jürgen,

"Desillusionierungsmodus an*

Dieses ganze Gebastele mit Web-Cam, Kugelkopf, Prismenschiene usw. wird Dich so nerven, dass Du das alles nach 2x erfolglosem
Benutzen in die Tonne hauen und alles nochmal in "Richtig" nach kaufen musst.
--> Hol Dir gleich etwas Brauchbares, das spart in Summe wertvolle "klare-Himmel-Zeit", Geld und vor allem Nerven.

Löse Dich von dem Gedanken, dass man mal eben so mit Low-Budget in die Astrofotografie reinschnuppern kann.
Das wird zwar immer gerne behauptet, aber schau mal, wer dann auch wirklich etwas zu Stande bringt.

"Desillusionierungsmodus aus*

Grüße
Rolf

 
Hi,

Zitat von Sternenfee123:
Grundsätzlich muss das Guiding-Scope exakt parallel zur Aufnahmeachse ausgerichtet sein. Hast Du also in der Mitte Deines 8x50-Suchers den Guiding-Stern, dann muss dieser auch in der Mitte Deiner Aufnahmeoptik sein.
das kann ich nur unterstreichen. Andernfalls bekommst Bildfelddrehung oder längliche Sterne. Eventuell noch nicht sichtbar in den Einzelbildern, aber definitiv in den gestackten Bildern...
na, da tretet Ihr jetzt aber alle off axis Guider in die Tonne.

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus,

das stimmt so leider nicht ganz!
"Off-Axis-Guider" bedeutet ja nicht, dass mit einer anders ausgerichteten Achse als der des Scopes geguidet wird.
Der off-axis-guider koppelt lediglich einen optischen Teilstrahl des Gesamtstrahls derselben Bildachse aus. Selbst wenn der OAG einen Stern neben der Bildmitte herauspickt, so entstammen Guider- und Kamerabild trotzdem der selben Bildachse. Wäre das nicht so, so wäre ein RA-Fehler irgendwo bei deltaRA(Aufnahmekamera)*sin(deltaDE(Kamera- und Guiderachse)) zu erwarten. Sprich extrem: Guiderachse auf Polaris und Aufnahmeachse auf Horizont ==> keine Guidingsternänderung, aber ganz viel Aufnahmebildänderung...

Hallo Rolf, hallo Fee

JA, stimmt! Stimme Euch vollumfanglich zu!


Gruß
Bernd

________________________________________________________
10"Newton;EQ6-EQMOD,OAG ;) mit Lodestar,ATIK314L,IMG0H

 
Hallo Bernd,

Zitat von astrohobbix:
das stimmt so leider nicht ganz!
"Off-Axis-Guider" bedeutet ja nicht, dass mit einer anders ausgerichteten Achse als der des Scopes geguidet wird.
doch, sehr wohl. Genau deshalb trägt der OAG seinen Namen.
Ein Teleskop hat eine optische Achse, und die verläuft genau in seinem Zentrum. Eine Kamera nimmt also nur einen einzigen Punkt auf, der sich auf dieser Achse befindet, alle anderen Punkte sind off axis (=Feld).

Der off-axis-guider koppelt lediglich einen optischen Teilstrahl des Gesamtstrahls derselben Bildachse aus. Selbst wenn der OAG einen Stern neben der Bildmitte herauspickt, so entstammen Guider- und Kamerabild trotzdem der selben Bildachse.
Nein. Die optische Achse ist eine Gerade und kein Zylinder oder Kegel.
Es spielt keine Rolle, ob man mit demselben Teleskop per Off-Axis-Guider einen Guidingstern außerhalb des Aufnahmefeldes nimmt oder denselben Guidingstern mit einem zweiten Teleskop. Der einzige Unterschied zwischen beiden Methoden ist der Abstand beider Achsen zueinander (OAG-Achse zu optischer Teleskopachse, beide optischen Teleskopachsen), der einen Parallaxenfehler bewirkt. Dieser Parallaxenfehler ist in beiden Fällen jedoch vernachlässigbar, da Sterne faktisch unendlich weit entfernt sind. Schon beim Mond beträgt der Parallaxenfehler bei 0,5m Teleskopabstand gerade mal 5,4*10^-4 Bogensekunden.

Bildfeldrotation kommt ja nicht dadurch zustande, daß man mit einem zweiten Teleskop auf einem Stern nachführt, der sich außerhalb des Aufnahmefeldes befindet, sondern vom Einnordungsfehler. Ein abseits stehender Guidingstern verstärkt die Bildfeldrotation, er bewirkt sie aber nicht. Auch wenn sich der Stern genau in der Mitte des Bildfeldes befindet, kann es es zur Bildfeldrotation kommen. Der Einnordungsfehler muß nur groß genug für die gewählte Belichtungszeit sein.
Bei idealer Einnordung könnte sich der Guidingstern sonstwo befinden: es käme zu keiner Bildfeldrotation, egal ob OAG oder Leitrohr.

Gruß,
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
"Was ist eine mFT-Kamera? Bedenke bitte, dass die meisten Kameras (ausser Canon-DSLRs mit nicht zu vielen Megapixeln) für die Langzeitfotografie leider nicht wirklich taugen, da das Sensor- und Ausleserauschen das Bild ruiniert.
"

mFT = Micro-Four-Third-System
wahr ist, dass die fourthird-kameras bei ähnlicher pixelmenge nur die die halbe fläche/pixel bieten und somit in sachen eingangsdynamik und rauschen im nachteil sein dürften...

... aber betreffs der canon-kameras: seit dieser tatsache sind viele Jahre ins Land gegangen. einzig für canon's spricht die verbreitung (und somit astro-zubehörverfügbarkeit ala clipfilter, preiswerter astromod, timer...). sonst haben die relativ schweren und klobigen dslr's mittlerweile eher mehr nachteile im vergleich zu aps-c-system(!)kameras anderer hersteller...

r.




 
Hallo,

also erst einmal danke für die Antworten; gut zu wissen, dass das mit dem Kugelgelenk nur theoretisch funktionieren kann. Wenn ich also einen Stern weit von der Bildachse zur Nachführung nehme, verstärkt sich die Bildfeldrotation, weil die Montierung nie 100% richtig ausgerichtet werden kann.

Dachte, bei meinen kurzen Brennweiten zusammen mit den eher kurzen Zeiten würde sich ein Fehler nicht sehr bemerkbar machen; dafür ist aber mein Himmelsausschnitt größer, vielleicht verstärkt das das Problem.

Ich habe jetzt ein paar Tests gemacht und gesehen, dass sich die Sterne trotz Einordnen der Montierung über viele Minuten immer ein wenig im Zickzack bewegen. Das konnte bisher Fitswork aber ganz gut ausgleichen und länger als 1min. habe ich nicht belichtet.

mFT-Kamera = Micro Four Thirds. Der Sensor ist etwas kleiner als APS-C, aber eben deutlich größer als bei Kompaktkameras (cropfaktor 2). Nachteil ist etwas kleinerer Dynamikumfang und etwas mehr Rauschen. Vorteil ist, das sehr geringe Auflagemaß, die Größe und das Gewicht. So wiegt mein 9-18mm Superweitwinkel gerade mal 150g und der Body 95g. Man kann auch jedes alte Objektiv ohne zusätzliche Linsen daran anschließen z.B. habe ich eine reihe guter alter Canon FD-Objektive daran angeschlossen, wie ein 50mm f/1,4

Ciao,
Jürgen
 
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Zitat von Rolf_Geissinger:
Dieses ganze Gebastele mit Web-Cam, Kugelkopf, Prismenschiene usw. wird Dich so nerven, dass Du das alles nach 2x erfolglosem
Benutzen in die Tonne hauen und alles nochmal in "Richtig" nach kaufen musst.
--> Hol Dir gleich etwas Brauchbares, das spart in Summe wertvolle "klare-Himmel-Zeit", Geld und vor allem Nerven.

Hallo Rolf,

also ich habe ja schon ein paar Fotos machen können und bin mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden so. Geht jetzt eben nur noch um einen zusätzlichen Sucher und einem Adapter, ansonsten hätte ich ja im Prinzip schon alles. Bisher habe ich nur bis 1min. Belichtung versucht mit der Auslöseautomatik, mangels Fernauslöser. Länger als 5min. Belichtung plane ich gar nicht, dazu ist der Himmel hier vermutlich auch zu sehr lichtverschmutzt, dafür haben wir aber sehr viele wolkenfreie Tage.

Wenn ich z.B. Bild 1 mit Bild 5 (also nach 5Minuten) vergleiche, sehe ich bei 300mm Brennweite (entspr. 600mm am Kleinbild) kleine Sprünge bei den Sternen, deswegen dachte ich an den Autoguider.

Bin 1/2 Jahr im Ausland und 1/2 Jahr in Deutschland, insofern wollte ich mir hier keine große und schwere Ausrüstung zulegen, da alles auch wieder mal weg transportiert werden muss. Daher fotografiere ich auch nur mit den Foto-Objektiven.

Ciao,
Jürgen

P.S. Hier mal ein beispielbild von mir

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/galleries/898620/M46_47
 
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