Frage zur Kaufentscheidung für das erste Teleskop

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haensken

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Hallo liebe Astro-Gemeinde,

mein Name ist Hannes und ich wohne in HH. Durch einen Zufall habe ich kürzlich wieder 100 % meiner Begeisterung für die Astronomie zurück erlangt und bin nun kurz vor der Entscheidung, mir ein „richtiges“ Teleskop anzuschaffen. Daher bitte ich, da hier ja die geballte Expertise vorhanden zu sein scheint, um Eure Hilfe bei meiner Entscheidung. Ich habe mich schon recht umfangreich belesen, auch hier im Forum, es haben sich aber auch noch einige Fragezeichen zu den Ausrufezeichen hinzugesellt.

Mein Papa hat mir vor ca. 25 Jahren mal ein winziges Teleskop geschenkt (3“ Refraktor, Skyview oder sowas). Damit habe ich schon einiges ausprobiert, meistens aber nur den Mond zufriedenstellend anschauen können. Letztens las ich in mehreren Artikel darüber, dass der Saturn mit sehr einfachen mitteln bereits erkennbar sei und ich hatte einen berauschenden Moment der Erleuchtung, als ich tatsächlich (aber auch wirklich nur gerade so erkennbar) den Saturn gefunden habe. Und das nach so vielen Jahren, wo ich das schon viel früher hätte herausfinden können.

Seit dem hat mich die Begeisterung wieder voll gepackt und ich möchte mir nun also ein richtiges Teleskop kaufen. Aufgrund meiner eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten war meine Wahl nun vorerst auf ein Dobson mit Rockerbox gefallen (die üblichen Verdächtigen: GSO, Skywatcher, Galaxy). Damit müsste man den Saturn schon recht gut anschauen können. Die knapp 380 EUR für ein 8“ Dobson in seiner absoluten Basisversion sind auf jeden Fall meine absolute Schmerzgrenze.

Im Hinterkopf schwirrt mir schon rum, dass ich eigentlich auch gerne mal meine Nikon DSLR an ein Teleskop anschließen möchte, allerdings macht man ja beim Wunsch der Astro-Fotografie (abgesehen vom Mond oder anderen ähnlich hellen Objekten) immer ein sehr großes, neues (und vor allem teures) Fass auf, daher kann/muss das erstmal warten. Vorerst jedenfalls. Ein wirklich für Astrofotografie geeignetes Setup ist vermutlich noch für lange Zeit deutlich über meinem Budget, da ich auch gelesen habe, das reine Goto-Montierungen nicht wirklich für superpräzise Nachführungen geeignet sein sollen.

Ich bin mir dessen bewusst, dass sehr schnell der Wunsch nach besseren Okularen entsteht oder ich auch mal einen 1:10 Crayford-Nutzen möchte. Natürlich könnte ich auch ein gebrauchtes Teleskop kaufen, hätte dabei aber Sorge, dass ich etwaige Mängel nicht identifizieren kann, weshalb ich ein neues Teleskop bevorzugen würde. Bei einem kleineren Refraktor/gebrauchten Newton mit Stativ, den man sich in dem Bereich ja auch gut holen könnte, hätte ich wiederum die Befürchtung, dass ich z.B. den Saturn nicht doll/scharf/zufriedenstellend genug vergrößert bekomme. Gebraucht habe ich da z.B. ein Omegon Teleskop N 150/750 EQ-4 für knapp 300€ oder ein Bresser Teleskop N 150/1400 Pollux EQ-2 für sogar nur 210 € gefunden.

Meine Frage als an dieser Stelle: Was würdet Ihr tun? Ein 8“ Dobson (z.B. Galaxy oder Skywatcher) holen und beständig erweitern?

Vielen Dank für Eure Zeit und Tipps!
Hannes
 
Hallo Hannes,

unabhängig vom Budget bietet es sich an, visuelle Beobachtung und Astrofotografie auch gerätemäßig zu trennen. Mit einem 8" Dosbon machst du definitiv nichts falsch, sondern sogar vieles richtig. Fang an mit diesem Gerät zu beobachten und wenn du wirklich in die Astrofotografie einsteigen willst, findest du auf meiner Website eine kleine Einstiegshilfe .

Und auch wenn du Fotos machst, ein 8" Dobson ist ein prima Zeitvertreib, während die Kamera Photonen sammel.
 
Hallo Hannes,

kaufe bitte niemals den Bresser Pollux. Das ist ein ganz übler Katadiopter, höchstens für das Abgewöhnen der Astronomie geeignet.

Grüße

Kurt
 
Oh, das ging ja schnell! Vielen Dank schonmal für die schnellen Rückmeldungen und die Bekräftigung (und den Hinweis zum Bresser Pollux!). Was ich noch vergessen habe zu sagen: Ich scheue mich nicht, die manuelle Nachführung zu lernen und zu meistern, ich freue mich da schon sehr drauf. Auch das Zurechtfinden und "Lesen" des Himmels finde ich extrem spannend!

Vielen Dank für den Hinweis zu Deiner Einstiegshilfe, habe die Seite parallel geöffnet und freue mich aufs Lesen!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Hannes,

das wichtigste wurde bereits geschrieben - keinesfalls 'Pollux' oder ähnliche Katadiopter kaufen, Foto/Visuell trennen und ein Link für Einsteiger zum Einlesen.
Daher nur etwas Senf, nämlich meiner:
Dobson-'schubsen' lernt man nicht, das geht intuitiv (ok, Übung schadet nicht). Da hilft nur selbst ausprobieren - manche sind gleich von diesem Prinzip begeistert, andere müssen sich daran gewöhnen, widerum andere kommen damit einfach nicht klar. "Entschärfen" lassen sich etwaige Probleme aber mit einer EQ-Plattform, das hängt vom Bastelkeller und Bastelgeschick ab (auch der Preis - in einer guten Bastelwerkstatt liegt der notwendige Kram eh schon rum, ansonsten muss man so run 80-100 Euro investieren).
Bzgl. Bastelgeschick noch ein weiterer Punkt: Um mit einer DSLR nachgeführte Aufnahmen zu machen, genügt oft eine sog. Barndoor. Die kann man sich aus einer Gewindestange und einem Stück aus einer Dachlatte zusammenzimmern, oder aber ein feinmechanisches Meisterstück aus diesem Prinzip machen. Bauanleitungen finden sich zuhauf.


Als ganz pauschale Einschätzung (weder die Qualität vom Beobachtungsplatz noch die Leidensfähigkeit ist bekannt): Es wird entweder ein 8" Dobson, dem wenig später zumindest eine Barndoor folgt, mittelfristig bessere Okulare (zumindst das obligatorische 2" Erfle und eines für den Höchstvergrößerungsbereich, verm. Planetary) oder aber ein Star Adventurer mit nem keinen Mak.

cs
Jürgen
 
Hallo Hannes,
Zitat von haensken:
...hätte ich wiederum die Befürchtung, dass ich z.B. den Saturn nicht doll/scharf/zufriedenstellend genug vergrößert bekomme.

Meine Frage als an dieser Stelle: Was würdet Ihr tun?
auch wenn Du das jetzt nicht hören willst: gar Nichts was in Richtung Neuanschaffung tendiert.

Ich denke, in deinem Kopf siehst Du schöne, grosse bunte Bildchen a la "Hubble" als Anreiz für die Beschaffung eines neuen Equipments. Über die doch sehr eingeschränkten Finanzmittel wollen wir erst mal gar nicht reden.

Mein Tipp: Versuch mal in deiner Umgebung bei einigen Forenmitgliedern (werden sich sicher Einige melden, so Du das willst..) durch deren Teleskope zu schauen und nur so weißt Du, was dich erwartet bzw. wofür deine Euros hinzulegen sind.
 
Hallo Hannes,

Willkommen auf Astronomie.de. :)

Da Du aus Hamburg kommst, hast Du Glück. Da gibt es einen sehr guten Astronomie-Verein, die GvA:
www.gva-hamburg.de
Die veranstalten regelmäßig Anfängerworkshops in Neu-Allermöhe, sowie Klönschnackabende und haben eine Außensternwarte in Handeloh.
Da solltest Du unbedingt mal vorbei schauen, an einem Abend mit erfahrenen Hobbyastronomen lernst Du mehr über die praktische Beobachtung als durch langes lesen im Internet.

Ansonsten ist ein 8"-Dobson ein sehr gutes Einsteigerinstrument, mit dem Du jahrelang Spaß haben kannst. Die Galaxys von ICS werden gern und oft empfohlen, weil sie recht sinnvoll zusammengestellt sind. Es gibt in Hamburg auch einen Astroladen, den Astro-Shop (nur echt mit dem Bindestrich). Wenn Du Dich da mal verabredest, kannst Du Dir sicherlich auch ein Teleskop in Natura anschauen.

Bis dann:
Marcus
 
Nochmal danke für Eure Rückmeldungen, das ist echt toll! Den GvA habe ich mir auch direkt angesehen und verstehe, dass es Sinn macht, sich dort mal einzufinden und umzuhören.

Hubble-ähnliche Bilder erwarte ich übrigens nicht von einem Teleskop in dieser Preisklasse (oder überhaupt einem Teleskop) und bin mir dessen bewusst, dass jedes Teleskop immer mit Vor- und Nachteilen behaftet ist. Ich habe mir schon diverse youtube-Videos angeschaut von Menschen, die eine CCD oder DSLR an das Gerät angeschlossen haben. Das repräsentiert natürlich nicht zu 100 % das Seh-Ergebnis, aber ist näherungsweise ja vermutlich schon ganz grob das, was man dann sehen wird.

Mit dem Astro-Shop hatte ich sogar schon Kontakt, meine Freundin wollte mir zum Geburtstag eine "Privataudienz" bei einer Sternwarte o.ä. organisieren damit ich meinem Wunsch möglichst nahe komme. Daraus ist jetzt der Wunsch nach einem Teleskop resultiert. :)

Also, danke Euch nochmal, ich halte Euch gerne auf dem Laufenden, wie es weiter geht und teile meine Erfahrungswerte natürlich!

Viele Grüße
 
Hallo!

Zitat von haensken:
Hubble-ähnliche Bilder erwarte ich übrigens nicht von einem Teleskop in dieser Preisklasse (oder überhaupt einem Teleskop) und bin mir dessen bewusst, dass jedes Teleskop immer mit Vor- und Nachteilen behaftet ist. Ich habe mir schon diverse youtube-Videos angeschaut von Menschen, die eine CCD oder DSLR an das Gerät angeschlossen haben. Das repräsentiert natürlich nicht zu 100 % das Seh-Ergebnis, aber ist näherungsweise ja vermutlich schon ganz grob das, was man dann sehen wird.

Nein! Du HAST falsche Vorstellungen. Die Bilder, die mit DSLR oder CCD entstehen, haben wenig bis gar nichts mit dem visuellen Eindruck zu tun. Die Bilder sind stundenlang belichtet. Erst dadurch werden so viele Details und Farben erkennbar.
DU wirst nur gröbere Strukturen in S/W erkennen können.

Suche mal nach Astro-Zeichnungen. Die sind deutlich näher am visuellen Eindruck.


Grüße Alex
 
Zitat von alexfra:
...

Nein! Du HAST falsche Vorstellungen. Die Bilder, die mit DSLR oder CCD entstehen, haben wenig bis gar nichts mit dem visuellen Eindruck zu tun. Die Bilder sind stundenlang belichtet.
...

Grüße Alex

Jepp; ich sag' nur "gestern M13 und M3 visuell unter (Vor)Stadthimmel und bei gleichzeitig aufgehendem Mond...". Da war's nix mit hochaufgelösten, wunderschönen Kugelsternhaufen!
Nach längerem Beobachten und Abschatten gegen Streulicht "blitzten" visuell bei 130fach immer wieder einige Sterne aus dem Haufen auf, um danach im grauen Sumpf des Fleckchens wieder unterzugehen.
 
Hallo,

das sehe ich nicht so extrem wie der Peter und Alex. Die verwackelten Planetenvideos auf YouTube (zum Beispiel) sind nicht stundenlang belichtet und geben den visuellen Eindruck schon gut wieder, nur dass es in Natura nicht so verwackelt sein sollte ;).

Und gerade bei Kugelsternhaufen wie M13 finde ich den Eindruck am Okular oft ästhetischer als die überbelichteten Fotos. Genügend Öffnung und (mindestens genauso wichtig) dunklen Himmel vorausgesetzt, sieht jeder KS von der Form her anders aus, die Fotos zeigen da doch oft nur eine ziemlich dichte Sternenkugel, egal welcher KS da gerade vor der Linse war. Ab acht Zoll sind viele schon gut auflösbar. Mit 12 machen die aber natürlich noch deutlich mehr Laune...

Ich würde auf jeden Fall auch hier im Biete-Forum, auf Kalaydo, E-Bay Kleinanzeigen oder z.B. der Facebook-Gruppe "Astronomie Biete / Verkaufe" reinschauen. Da gibt es schonmal gebrauchte Schnäppchen.


CU
Klaus

 
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