Fragen & Gedanken zu günstigem Richfielder

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Benny
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Benny

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Hallo,

schon ziemlich lange suche ich nach einer für mich brauchbaren Richfield Ergänzung. Ich habe auch schon mal einige gehabt die in diese Kategorie fallen, einen 90/500 Achromaten, einen 114/500 Newton und einen Vixen 130/720 Newton (obwohl letzterer maximal ein halbes Grad mehr zeigen konnte wie mein Dobson). Der 114/500 ist eine Verlegenheitslösung, mit den vorhandenen Okularen ist gar nicht so viel Feld drin und es gibt auch praktisch nichts was man an ihm verwenden könnte um eine höhere AP zu erreichen (m.W. ist bei 22mm LVW Schluss mit nutzbaren Okularen da f/4 taugliche dann nur noch in 2" erhältlich sind), der 90/500 war eigentlich sehr schön hab mich damals nur getrennt um das Geld für den 8"er zusammenzukratzen ;)
Der Vixen 130/720 war prinzipiell auch klasse, so richtig richfieldig war er nicht aber dafür war auch schon sehr viel bei Planeten drinne...

Jetzt habe ich mir mal alles vorgenommen was an Richfieldern bis 400€ (ja ein Budget habe ich leider) so erhältlich ist und nach erreichbarer AP und Feld untersucht. Meine Anforderungen:

- Richfielder zur rein visuellen Deepskybeobachtung (Sternfelder, grosse offene Sternhaufen, Nebelgebiete wie Nordamerika & Co.)
- Hohe AP (auch um Nebelfilter einzusetzen)
- Erreichbares Feld von deutlich über 3° am liebsten 4°+
- max. um 400€ mit evt. erforderlichen Zubehör
- nicht zu kleine Öffnung
- Öffnungsverhältnis nicht schneller als f/5
- Planetenbeobachtung spielt mit dem Instrument keine Rolle

Einige meiner Wünsche kollidieren und da geht's mir darum einen Kompromiss zu finden. Eigentlich war ich ja ziemlich auf einen 130/650 eingeschossen, da günstig, grosse Öffnung ect. aber irgendwie gefällt mir die Einschränkung auf 1,25" Okulare nicht und so bliebe ich auch bei unter 3° erreichbares Feld.

Ich lasse bei meiner Aufstellung jetzt mal die zu kleinen Öffnungen weg:

80/400 Achr. - f/5 - ca. 4,5° - 6,4mm AP
80/600 ED - f/7,5 - ca. 4° - 4mm AP
90/500 Achr. - f/5,5 - ca. 3,5° - 5,7mm AP
102/500 Achr. - f/5 - ca. 4,75° - 6,1mm AP
114/450 N - f/4 - ca. 3° - 6,3mm AP
120/600 Achr. - f/5 - 4° - 6mm AP
130/650 N - f/5 - ca. 2,75° - 6,4mm AP

An Okularen hab ich die zu Grunde gelegt die ich eben gerade habe, sind alle nicht (zumindest im Übersichtsbereich) für f/5 geeignet aber bei den 1,25" Gerätem gibts eh kaum Alternativen oder die AP würde gleich wieder merklich runtergehen, im 2" Bereich wünsch ich mir dass es dieses Jahr noch mit einem 35er PanO klappt, das böte dann zwar nicht mehr Feld aber mehr AP und eben auch tauglich.

Puuh sehr viel Text, sorry. Favoriten habe ich natürlich aber ich möchte erstmal Eure Meinung dazu hören. Ich weiss dass es in dem Bereich viiiel bessere Apos gibt aber die sind mir zu teuer für den speziellen Einsatzzweck. Achja Montierung erstmal ausser Acht, theoretisch müssten sie alle noch von meiner EQ3-2 getragen werden aber dat ist wieder ein anderes Thema ob da nochmal was anderes kommt oder gar so eine azimutale á la Giro ...

Viele Grüße Benny
 
Hallo Benny,

hast Du mal den 114/450 mit dem 32mm Superplössl probiert?
So übel finde ich die Randabbildung gar nicht. Wenn Du ein Oku für f5 richtig randscharf haben willst musst Du ja auch Geschütze auffahren ...

Wenn Dein Geschütz in Zukunft aber ein 35er Pano ist, dann würde ich den 120/600 nehmen und Umtauschrecht prüfen. Allerdings nur wenn Du auch die Nebelfilter in 2" hast.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass der zusätzliche Aufwand zum 114/500 nicht soo viel Gewinnn bringt.

CS

Klaus
 
Hi Benny,

Du hast sicher schon einen Link auf meinen 8" F/6 + 102/500er Dobson gesehen.
Auf dem ATB z.B. könntest Du das live sehen.
Besser geht es m.E. mit engem Budget nicht, die Kombi ist wirklich ungewöhnlich auber auch wirklich super.

Als Einzelgerät hast Du auf EQ 2-3 keinerlei Probleme mit dem leichten kurzen 102er zu erwarten.

Rein für Richfield hat der "FarbHofer" m.E. sogar Vorteile gegenüber einem auf 2" umgebauten 114/450er Parabolspiegel und genau diesen Umbau mit ungewissem Ausgang wollte ich mir auch nicht antun.
Allerdings waren auch am 102/500er ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
1. Das Auszugsrohr vignettiert/beschneidet die Öffnung, ich habe es 30 mm abgesägt. Dabei fiel auch eine interne kleine Blende weg, Veloursfolie wurde ersatzweise in das komplette Rohr bis zum Okular-/Zenitspiegelansatz eingebracht.
2. Die Innenschwärzung war sehr fadenscheinig bis nicht vorhanden, Veloursfolie eingebracht.
3. Der OAZ traf die Frontlinsenmitte nicht ganz und musste eingerichtet, mittels Tesa unter(!) den Lagerstreifen "entshiftet" und justiert werden.
4. Die Taukappe ist (wie üblich) zu kurz, eine aufsteckbare Verlängerung aus Moosgummi kein Aufwand

Im Ergebnis habe ich einen Richfielder der herrliche Anblicke großer/naher Sternhaufen, Übersichtsbeobachtungen/Milchstraßenspaziergange mit vielen M-Objekten, Beobachtungen von Begegnungen zw. Kometen/Planeten und DS-Objekten erlaubt. Mit hartem O III bei AP zw 5 mm und 7,5 mm unter gutem Himmel zeigt er den Cirruskoplex komplett, Mordamerikanebel mit Pelikan im Feld.

Mehr als 75fache Vergrößerung tu ich dem Refraktörchen nicht an (außer zu Testzwecken), man sollte halt schon auf "artgerechte" Haltung achten. ;)

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Klaus,

momentan hab ich ja einen 114/wasauchimmer 450-500 der aber dank Kugelspiegel und zu kleinem Fangspiegel eh nichts ist, den Skywatcher kenne ich aber ein 32er hat ja dann schon 8mm AP. 2" OIII ist vorhanden und 1,25" UHC, ein 2" UHC kommt vieleicht nochmal. Das irgendwann mal kommende PanO kaufe ich ja nicht speziell für einen Richfielder sondern hauptsächlich für meinen jetzigen und eventuell kommende Dobsons :) Ich denke mir auch dass vom Licht kaum Unterschied zwischen 114 und 120mm besteht, mir ginge es da eher um das erreichbare Feld, mit dem 32er am 114/450 wären es ja auch fast 4° aber eben bei 8mm AP und das ist ja nicht so toll. Danke für deine Einschätzung!

Grüße Benny
 
Hi Günther,

ja die Kombination habe ich schon gesehen, wäre toll wenn's dieses Jahr auf dem ATB mal live klappt :)

Was du beschreibst kommt dem was ich mir vorstelle sehr nahe, insbesondere dass man 2" Okulare und OIII Filter einsetzen kann, Vergrösserung ist ja dann nicht so das Thema, wie gesagt es soll bei Übersichtsbeobachtungen bleiben am schönsten direkt neben den Dobs gestellt, damit man sich nach Augenverbiegerei mit schwachen kleinen Galaxien mal entspannen kann ;)

Grüße Benny
 
Hallo,

wenn du im Bereich von unter 50-60 fache Vergrößerung bleibst, dann finde ich den 120/600 Achro den besten Kompromiss. Hatte ihn selber mal und war bis 50fach sehr glücklich damit. (Habe ihn leider verkauft, werde ihn mir bei Gelegenheit aber wieder anschaffen). Du bekommst mit den passenden Okularen ein Gesichtsfeld von über 4° hin. Das dann kombiniert mit einem OIII Filter ist schon sagenhaft.
Die Newton in dieser Größe haben leider meistens nur einen 1,25" Okularauszug. Es gibt zwar einen 150/750 GSO Newton mit 2" Auszug, aber das erreichbare Feld ist dann mit dieser Brennweite nicht mehr ganz so groß.

Der 120/600 Achro liegt mit 300,- Euro noch gut in deinem Bereich. Du musst dir aber klar darüber sein, das dies ein Spezialist für weite Felder bei niedriger Vergrößerung ist. Dort leistet er sehr viel - Vergrößerung über 60fach ist aber nicht wirklich zu empfehlen, da helfen auch Filter wie der KontrastBooster nicht weiter.


Gruß Oliver
 
Hallo Oliver,

vielen Dank, ja es soll rein für Übersichtsbeobachtungen genutzt werden, wie schon gesagt am liebsten in lohnenden Nächten gleich neben den "Dicken" gestellt, da kann ich dann nahtlos wechseln, denn da fängt es bei 2° und 40x bei mir an.

Mal noch eine Frage: Selbst wenn ich das nötige Kleingeld hätte finde ich gar keine ca. 5" Apos die entsprechend schnell sind. Warum? Wäre der Restfarbfehler da auch schon zu offensichtlich damit sich das noch lohnt?

Viele Grüße Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,

wenn man zwei vergleichbare Geräte heranzieht, finde ich schon, dass da ein Gewinn vorhanden ist:

Newton 114/500 mit 1,25" gibt beim 32er Plössl (43° sGF!!) 2,75° Feld.

Farbhofer 102/500 mit 2" gibt beim 35er Panoptic (68° sGF) 4,75° Feld.

Das ist nicht ohne.

Ich selber habe mich für einen 75/600 entschieden, da ich das Teil überwiegend im lichtverseuchten Garten einsetzen will. Wenn es mir um maximale AP und richtiges Richfield ohne Option auf höhere Vergrößerung ginge, würde ich in Richtung Farbwerfer 100/500 oder 120/600 gehen.

Ciao
Martin
 
Hi Benny,

wenn das Gewicht kein entscheidender Faktor ist (das war bei mir wegen der auszugleichenden Kopflastigkeit des Dobsons natürlich ein Thema) kann man natürlich den 120er auch empfehlen, die Wehwehchen des 102er hat er aber auch.

Beim APO läuft das eigentlich nicht anders als beim FH, nur sind eben viel größere öffnungsverhältnisse realisierbar ohne dass der Farblängsfehler stört.
Allerdings muss auch beim APO mit steigender Öffnung das Öffnungsverhältnis kleiner werden sonst wird allen teuren Sondergläsern zum Trotz Farbe wieder ein Thema.
Linsen brechen Licht und es braucht einen definierten Weg um es wieder da hin zu bringen, wo es hingehört.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo,

da der Feldunterschied ist beträchtlich und eben nicht f/4...

@Günther: Ja auch APOs müsen mit etwas Farbe leben wenn sie so schnell sind aber warum werden sie nicht angeboten? Wenn ein Markt für so schnelle Achromaten da ist wäre es doch für den interessierten mit dem entsprechend grösseren Geldbeutel auch was mit weniger Farbfehler oder ist es wirklich so, dass dann die Unterschiede anfangen zu schmelzen (grosse Öffnung + schnelles f/x) und es sich deshalb nicht mehr wirklich lohnt im Niedrigvergrösserungsbereich? Nur aus Interesse, ich muss zwangsläufig in niedrigeren Segmenten bleiben :)

Grüße Benny
 
Hallo Martin,

voll Zustimmung. Bin aber von etwas über 50° für das Superplössl ausgegangen. Ausgemessen hab ich die Felder nicht, vielleicht ist das ja der Unterschied. Fast 5° Feld ist natürlich - boa ey ...

CS

Klaus
 
Hi Benny,

das ist eine reine Definitionsfrage.
Zu kurz wird der APO zum ED und der zu kurze ED bringt nicht mehr als ein FH.
Die Deinition APO ist ja ohnehin schon ein Problem. Muss APO alle Farben im Fokus (wie) exakt zusammenführen oder reichen drei Farben aus?
Wenn man aber von Haus aus "Farbe" beim APO akzeptiert, was will man dann dafür bezahlen? Da dürfte die Vermarktung problematisch sein.

Schon wenn ich meine sehr geschätzte 102/500er "Blausau" hernehme und die wünschenswerte justierbare Fassung gerne hätte, dann noch einen satten Crayford mit Untersetzung und super Innenschwärzung + gerechnete Verblendung stellt sich doch massiv die Frage, ob ich den Preis dafür zahlen will oder mir dann doch lieber einen kleinen schnellen Newton auf 2" umbaue und das universellere Gerät zum günstigeren Preis habe.
Das kann man dann über ED und APO fortsetzen, aber wenn schon APO, dann bitte so wenig Farbe wie irgend möglich fürs Geld.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hi Günther,

das klingt nachvollziehbar also wirklich so, dass sich der Mehrpreis dann einfach gar nicht mehr lohnen würde und daher auch keine Abnehmer mehr finden würde. Neugier befriedigt :super:

Grüße Benny
 
Hallo Benny,

ich versuche mal etwas anders zu argumentieren, und zwar objektbezogen. Wenn ich mir so einen Stapel von Richfield-Objekten anschaue, dann kommt unter den Standardobjekten nur M31 über 3°, und dafür braucht man sehr guten Himmel. Ansonsten kommt man mit 3° sehr gut aus, man sollte die aber auch minimal haben. 6mm AP halte ich auch für wünschenswert, es macht Spaß sich damit M31, M33, NGC 1499 und NGC 7000 anzuschauen. Sogar der Zirrus geht in 3° komplett rein.
Konsequent wäre dann wohl der Griff zum 120/600, der bietet nämlich ordentliche AP um 20-fach. Bei kleineren Öffnungen kommt man immer näher an den Feldstecher-Bereich, bei 80mm Öffnung wären 6mm AP ja nur 13x, und da wäre man mit einem 13x70 beidäugig dabei und im Vorteil. Bei 100mm Öffnung ist man mit 17x dann schon etwas davon weg, aber 120mm erscheinen mir da ganz gut. 2" müssen aber sein (in 1,25" gehen nur 2,6°).
Bleibt die Okularfrage. Das 35er Pano fand ich gerade vor 2 Wochen am 12" f/5 Dobs enttäuschend, was die Randabbildung angeht. Das 27er Pano ist da wesentlich besser, aber die Feldblende ist dann nur wenig größer, als in 1,25". Bei was für Okularen landet man dann? Vielleicht aber passt das 35er Pano besser zur stärkeren Bildfeldwölbung des 120/600.
Ich fürchte das ganze hängt auch sehr am Anspruch an Randschärfe und dem daraus abgeleiteten Okular.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

danke auf für diese Sicht, stimmt eindeutig vom reinen "Reinpassen" braucht man keine 4° Feld, über ein Grossfernglas hab ich auch schon nachgedacht, aber da gibts zwei Probleme, erstens gibt's m.W. in meinem Budgetrahmen nur solche mit Geradeinblick das wäre mir aber nicht entspannt genug und zum Zweiten stehe ich mit Binos auf Kriegsfuss, da ich die wahren Vorteile nicht ausschöpfen kann weil ich von Geburt an kein räumliches Sehen habe (Gehirn gleicht dieses Defizit in den allermeisten Alltagssituationen aus aber nur wenn es auf Erfahrungen zurückgreifen kann, schwer zu erklären).

Durch das 35mm PanO durfte ich schon ein paar Mal schauen, natürlich begeistert aber durch ein 31er Nagler hab ich jetzt z.B. noch nicht geschaut zum Vergleich (kann ich aber sicher bald mal nachholen, hat einer hier sich gerade zugelegt ;) liegt aber auch weit aus meinem Budget). Da muss ich wohl in der Tat ausprobieren wie ich es empfinde, ich bin aber sicher mit meinem 30mm Reese UWA an f/6 da etwas abgehärtet :)

P.S.: Armins 114er Grossfeldnewton ist ja auch äusserst schmackhaft aber das wäre mir für ein Zwischendurchgerät etwas viel Bauarbeit und mit den ganzen Komponenten auch nicht mehr sooo günstig.

Viele Grüße Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Martin,

ups .. Danke für den Hinweis!

CS

Klaus
 
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