Hallo Amin,
> Schon mal vielen Dank an euch für die Infos.
Kein Problem <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
> Jetzt stellt sich mir noch die Frage, braucht
> der normale Amateur wirklich diese speziellen Daten?
Es kommt immer darauf an, _was_ genau du machen willst. Brauchen ist
relativ. Viele nützliche Daten für Amateurastronomen sind in den
sogenannten Jahrbüchern zusammengefasst. Dort kann man sich einen
Überblick über anstehende oder auch vergangene Ereignisse (Finsternisse,
etc.) verschaffen.
> Gibt es irgendetwas in der Amateurastronomie
> wozu diese extrem exakten Daten wirklich nötig
> sind?
Jede Menge <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Finsternisse Auf- Untergangszeiten Koordinaten von
Objekten Jahreszeiten, Sonnwenden Mondphasen und und und.....
Wenn man halt wissen will, wann die nächste Sonnenfinsternis am
Beobachtungsort XY ist, muss man das ausrechnen. Man hat heutzutage
natürlich Astronomie-Software, die das in nullkommanix erledigt. Manche
Leute finden eben Spaß daran, sich selbst mal an so eine Aufgabe zu
wagen. Natürlich kann man auch in einem Jahrbuch seiner Wahl nachsehen.
(Himmelsjahr, Ahnerts, ....)
Andere wiederum legen sich in einer lauen Spätsommernacht mit einem
Feldstecher bewaffnet unter den Sternenhimmel und spechteln drauf los...
Das kann sehr lehrreich, schön und entspannend sein.
Wenn man sich näher mit der Materie auseinandersetzen will, kommt man
logischerweise nicht um die Grundbegriffe und gängigen Bezeichnungen
herum, die sich eben eingebürgert haben. Das ist in jeder Wissenschaft
so. _Müssen_ tut man allerdings nichts <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Es erweist sich als
"sinnoll", _wenn_ man diesbezüglich was ermittlen will.
> a) Sternzeit - wozu? Es gibt doch eine genaue örtliche Zeit.
Sicher gibt es die, die sogenannte "Ortszeit". Vorausgesetzt, du willst
wissen, wann ein Stern oder ein Planet gut zu beobachten ist. Die
Koordinaten kann man aus einem Jahrbuch nehmen, wenn man dann die
Sternzeit berechent, kann man den Stundenwinkel des gewünschten Objekts
ermitteln. Der Stundenwinkel sagt einem im Prinzip, wann man das Objekt
am besten beobachten kann, bzw. ob man es zum gesuchten Zeitpunkt
überhaupt beobachten kannn.
> b) astronomische Dämmerung - ich sehe doch wenn es
> dunkel wird
Naja, klar. Es ist eben ein Maß für eine gewisse Dunkelheit, wenn man so
will.
http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_D%C3%A4mmerung
Wenn man z.B. sehr lichtschwache Objekte - Nebel, Galaxien etc.
beobachten will, muss man wissen, ab wann es astronomisch dunkel ist,
damit man in seinem Fernrohr auch was zu sehen bekommt.
> c) Librationswinkel beim Mond - kann damit ein Amateur
> etwas anfangen?
Leute, die gerne unseren Trabanten beobachten, können damit sehrwohl
etwas anfangen. Die Librationswinkel geben an, ob der Mond mit seiner
westlichen/östlichen (Libration in der Länge) oder nördlichen/südlichen
(Libration in der Breite) Seite weiter "zu uns" gedreht ist, man kann
dann eine gewisse Zeit lang Regionen am Rand beobachten, quasi ein wenig
über Ost/West bzw. Nord/Süd "hinaussehen". In Summe kann man etwa 59%
der Mondoberfläche durch diese Taumelbewegungen von der Erde aus sehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Libration
> d) Julianisches Datum -
> kann ein Amateur diese Zahlen wirklich gebrauchen?
Natürlich. Dies ist eine Übereinkunft über eine kontinuierliche
Zeitzählung, wenn man so will. Unbedingt notwendig, wenn man irgendwas
berechnen will. Z.B wenn man konstante Zeitabstände von Ereignissen weiß
(Veränderliche Sterne z.B.), kommt man mit dem Kalender nicht weit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Aber: man _muss_ nicht unbedingt immer was berechnen.
Man kann sich auch in einer lauen Spätsommernacht mit einem Feldstecher
bewaffnet unter den Sternenhimmel legen und den Himmel einfach geniessen
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Viel Spaß bei deinen Beobachtungen!
greet harald
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