Hallo Peter,
Zuerst hatte ich gedacht, ja klar Planetenbilder sind ja was völlig anderes wie DSO Bilder.
das würde ich auch weiterhin so sehen.
Es gibt da grundsätzliche Unterschiede in der Aufgabenstellung.
Bei DS Bildern geht es primär darum Licht über die Zeit zu sammeln und so die Lichtsammelleistung gegenüber der visuellen Beobachtung signifikant zu erhöhen.
Die Grenzgröße lässt sich so um mehrere Klassen nach oben schrauben.
Mond und Planeten sind hell genug, hier hat man daher eine prinzipiell ganz andere Zielsetzung. Hier geht es unter anderem darum mit möglichst kurzen Belichtungen das Seeing zu einem gewissen Grad „einzufrieren“. Etwas dass bei den langen Belichtungen bei DSOs unmöglich ist.
Aber kann eigentlich nicht sein. Das "Seeing" Problem müsste bei DSOs auch auftreten nur ist es da wohl nicht auffällig durch die Lichtschwachheit und weil die DSOs die beobachtet werden grösser sind. Es hat doch eigentlich nur etwas mit der grossen Vergrösserung und nicht mit dem beobachteten Objekt zu tun.
Das Seeing Problem wird bei DS Fotografie aber nicht gemindert sondern ganz im Gegenteil es wird hier verstärkt. Das ist der Preis den man für das Lichtsammeln über die Zeit zahlen muss.
Das Beugungsscheibchen wird dadurch auf die Größe des Seeing Scheibchens verschmiert.
Sterne werden dadurch deutlich fetter als visuell.
Das ist bei DS Fotografie aber ein Nachteil den man in Kauf nehmen kann wenn man den passenden Abbildungsmaßstab wählt.
Das Sampling wird dann auf das Seeing Scheibchens abgestimmt wenn dieses größer als das BS ist.
Generell ist der Abbildungsmaßstab/ Pixel und damit die Auflösung von Details bei DS Fotografie auch wesentlich kleiner.
Bei Abstimmung des Sampling auf das BS um Faktor 2,44 gegenüber der Planetenfotografie.
Das liegt daran weil das BS um Faktor 2,44 größer wie das Auflösungsvermögen des Teleskops ist (Grenzfrequenz nicht Rayleigh).
Und wenn das Seeing Scheibchen größer als das BS ist erhöht sich dieser Faktor sogar noch.
Bei DS will man aber möglichst viel Licht auf ein Pixel konzentrieren und nimmt hier daher das BS oder Seeing Scheibchen als Bezug für das Sampling.
Bei Planetenfotografie will man die maximale Auflösung und nimmt daher diese als Bezug für das Sampling.
Noch mal etwas Grundsätzliches. Ausgedehnte lichtschwache Strukturen von DS Objekten sind auf kurz belichteten Aufnahmen ja deshalb nicht sichtbar weil sie zu dunkel sind und nicht etwa weil die Auflösung zu gering wäre.
Man macht sie also auch nicht sichtbar wenn man die Auflösung erhöht sondern man macht sie sichtbar wenn man im Gegenteil das Licht auf weniger Pixel verteilt so das die Lichtintensität/ Pixel größer wird und die Auflösung geringer oder in dem man länger belichtet und damit mehr Licht über die Zeit sammelt oder am besten Beides zusammen.
Grüße Gerd