Fragen zum Einstieg und Teleskopwahl

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Hallo Gerrit,

nun, da will ich aus meiner Erfahrung ein wenig widersprechen, was es die Randunschärfe angeht.
Bei einem Leuchtpunktsucher sinkt die Anzahl der für ein Starhopping zu verwendenden Stern auf ein zu übersichtliches Maß herab. Gerne werden diese Peilsucher bei kleineres Teleskopen verwendet.

Das Starhopping wird mit dem Teleskop durchgeführt. Hierbei empfinde ich es als ziemlich störend, wenn ich zwar ein großes Feld sehe, aber am Rand ein unbrauchbares Bild habe. Gerne verfolge ich Sternenkonstellationen bis näher an den Rand, bevor ich das Teleskop dahin schwenke.

Und mal aus Genuss durch die vielen Sterne der Milchstraße zu surfen wird auch nicht so recht Spaß machen.

Nein, aus meiner persönlichen Sicht sollte das Gesichtsfeld eine recht scharfe abbildung bis zum Rand haben.

CS,
Stefan
 
Hallo Denis.

Oben hast Du einen normalen GSO und ein GSO Deluxe verlinkt.

Ich selbst habe seit Weihnachten einen 10" GSO Deluxe von TS.
Was ich zu dem Gerät bislang meine ist folgendes:

1) Ich hab das Rollenlager provisorisch dringelassen. Durch Forenbeiträge war ich davon ausgegangen, mir das Rollenlager wohl nur mal anzuschauen und bald gegen ein Teflonlager (circa 30€) auszutauschen. Mit dem Rollenlager, welches zwischen zwei Metallplatten gelagert ist bin ich jedoch sehr zufrieden und werde es behalten. Auch ohne Filz ist es mir weder zu leichtgängig, noch zu schwergängig. Mit einer Schraube, an der oben ein Griff dran ist, kann man den Anpressdruck verstellen - Ich finde das Rollenlager komfortabel und kann nichts von dem teilen, was ich im Vorfeld über Rollenlager gelesen habe.
Ein Vergleich liegt mir nur zu einem 10" Skywatcher mit Teflonlagerung vor, welche mich nicht mehr überzeugt.

2) Das Friktionssystem am Höhenlager find ich richtig Klasse. An den großen Drehteilen kann man den Widerstand einstellen. Auch hier geht beim Nachschubsen des Dobson meiner Meinung nach alles super. Finde es weder zu leichtgängig, noch zu schwerfällig. Kann sehr präzise nachführen ohne Wackelei und das sogar, indem ich mit dem Kopf/Auge einfach Druck auf die Augenmuschel des Okulars ausübe. Das Höhenlager bietet noch eine Verstellung zur Balance, die ich auch sehr nützlich finde. Es erspart einem wohl das Anbringen von Gegengewichten wie z.B. Magneten.
Das Friktionssystem war der eigentliche Grund, warum ich mich für das Deluxe Modell entschieden habe. Irgendwann werde ich mir vielleicht eine "schönere" Rockerbox selbst bauen. In dieser müsste ich dann nur den Bereich für die Höhenlagerung freisägen und fertig. Das find ich komfortable als viele Selbstbaulösungen die ich mit dem Federsystem gesehen habe.

3) Die 1:10 Untersetzung am Fokussierer ist auch toll. Damit konnte ich von Anfang an sehr fein Scharfstellen. Wenn ich im direkten Vergleich nur das "grobe" Verstellrad bediene habe ich das Gefühl, die optimale Schärfe zu verpassen und drehe ständig hin und her.

Du solltest Dir überlegen, wie Du einsteigst - "komplett" oder mit bewussten Lücken. Ich bin Student und mag es nicht Mama und Papa nach Geld zu fragen. Deshalb bin ich mit einem 10" Gerät und Lücken eingestiegen. Habe mir nur die wichtigsten Okulare eingepackt, sprich ein Übersichtsokular, eins um 13mm und ein Zoom für 5-8mm. Werde mir nach und nach mehr Okulare hinzukaufen. Mächtig viel Geld lässt sich dadurch sparen, Zubehör in den USA zu kaufen. Dann wird aus Okularpreisen von 170 Euro auf Einmal 80 Euro und der gleiche Justierlaser kostet dann nicht mehr 60 Euro sondern 30 Euro. Dabei geht es um mehr als Kleingeld. Bei meiner Auswahl beträgt der Preisunterschied mehr als 400€. Nur diese Ersparnis hat mich zu der Entscheidung geführt, 10" statt 8" zu wählen. Es bietet natürlich auch die Möglichkeit, sich ein 8" Gerät vollkommener zu bestücken.

Schau Dir halt mal alles an. Im Beitrag von Gravity hier im Anfängerforum habe ich letzte Woche schon etwas dazu geschrieben und die Werbetrommel für den Standort USA gerührt. (Link)
Ich kann nur nochmal darum bitten, Einsteiger auf Einkauf in den USA hinzuweisen, da die anderen Preise doch erheblich die eigene Kaufentscheidung verändern können - solange man bereit ist, im Ausland zu bestellen.
 
Hallo Gerrit,

Der perfekte und zielsichere Starhopper ist also auf Randschärfe im Okular (wer sagt, dass das nur für das Überischtsokular gilt?) nicht angewiesen!?
Neben dem Teleskop führt er Sernkarten in mehrfacher Ausfertigung mit, die bei schwierigen Objekten die Grenzgrößen vom Anblick im Sucher über den Anblick im Übersichtsokular bis zum Anblick in jenem Okular zeigen, welches nicht nur das Objekt sondern auch den Weg zum Objekt anhand von Sternmustern sichtbar macht.

Selbst Thomas Jäger, der dieses,
http://www.astronomie.de/bibliothek/monatsbuch/2008/09-starhopper.htm
im praktischen Teil sehr empfehlenswerte, Buch geschrieben hat, lässt die Möglichkeit zu, dass es auch dann noch ein Zielgebiet geben kann, einen Zielkreis, in dem man auf die Suche nach dem Objekt gehen muss.
Mir passiert das in der Praxis sehr häufig.
Demnach hilft auch dem guten und ordentlich vorbereiteten "Starhopper" ein gutes, randscharfes Okular.
Sehr oft stellt sich doch auch die Situation ein, dass man ein bereits früher gefundenes und beobachtetes Objekt nochmals beobachten will, dessen ungefähre "Lage" kennt und eben nicht das Kartenarsenal mitführt.
Man ist also ungefähr richtig und.....rührt ein bischen rum.
Das passiert mir ständig.
Randschärfe hilft, so oder so.

Warum man auf der einen Seite eventuell doch so perfektionistisch ist, nur mit Starhopper-Vollausstattung Objekte aufzusuchen, dann aber deutliche Abbildungsmängel in Kauf nimmt, will mir ohnehin nicht wirklich einleuchten.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zitat von osho:
Hallo Chris,

Zitat von watkin:
Unschärfen am Gesichtsfeldrand [...] sind bei der Objektsuche unrelevant.

da gebe ich Dir vollkommen Recht. Wer eine andere Meinung vertritt nutzt vermutlich einen Telrad o.ä. zum groben Anpeilen des Objekts und "rührt" mit dem Übersichtsokular im OAZ solange in der Gegend rum, bis das Objekt ins Gesichtsfeld wandert.

Hallo Gerrit,

ich nutze auch einen Telrad und manchmal auch Starhopping.
Ich finde leichte Randunschärfen deshalb unrelevant, weil Objekte, die so klein sind, dass sie in der Randunschärfe untergehen würden m.E. für einen Einsteiger uninteressant sind.
Ein Einsteiger möchte in der Regel Objekte sehen, die dem Auge etwas zu bieten haben: Nebel, Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen und PNs, die sich in der Übersicht schon deutlich vom Hintergrund abheben und Form erkennen lassen. Und wenn das mit bezahlbaren Okularen erreichbar ist, dann denke ich, ist dem Einsteiger geholfen.
Dass das ein oder andere Objekt nicht auffindbar ist, sollte dabei hinnehmbar sein, denn Randunschärfe ist dafür nur eine von vielen möglichen Ursachen.

Ich finde, dass Einsteigern viel zu oft das Gefühl vermittelt wird, das alles furchtbar kompliziert und teuer sei. M.E. genügt es, auf gewisse Unzulänglichkeiten bei Komponenten hinzuweisen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass eine Beobachtung damit schlecht möglich sei.

CS
Chris
 
Hallo Stefan,

ich bezog mich auf Chris' Aussage zur Objektsuche.

Wenn jemand aufgrund einer nicht randscharfen Abbildung im Okular -oder anders ausgedrückt-, aufgrund eines f/5-Teleskops ohne High-End Okularausstattung, Objekte nicht findet, liegt das nicht am Equipment sondern am Beobachter, weil dieser einfach noch ungeübt im "Starhopping" ist und/oder ungeeignetes Kartenwerk zur Hand hat. Dieser Beobachter wird sich mit einem f/6-Teleskop und Ethos-Okularen genauso schwer tun.

Grüße

Gerrit
 
Hallo Günther,

angenommen, man möchte einen Quasar beobachten. Nicht der Sternfreund mit der randscharfen Abbildung im Okular, sondern der Beobachter mit der richtigen Aufsuchtechnik und dem Objekt angepassten Kartenmaterial wird Erfolg haben. Dies lässt sich 1 zu 1 auf –wie Du schreibst- kleine PNs oder auch schwächere GX, Kugelsternhaufen die in der Übersichtsvergrößerung nur winzige Nebelfleckchen sind (auch weit entfernte, kompakte offene Haufen können so aussehen), übertragen.

Grüße

Gerrit
 
Hallo Chris,

mir fallen viele Gründe für eine erfolglose Beobachtung ein.

Sollte jemand die Frage stellen, warum er Objekt xyz letzte Nacht nicht beobachten konnte, wird es nun in x Prozent der Fälle an der Rundunschärfe gelegen haben. Aha. Ein neuer Forenmythos ist geboren.

Ich bleibe beim: "Wahrscheinlich warst an der falschen Stelle."

Grüße

Gerrit



 
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