Fragen zum Foucault-Test ?

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dziobek

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Es ist so weit, mein Spiegel erscheint sphärisch.
Paar Fragen:
1. Je flacher die Struktur desto schwächer der Schatten?
2. Hat die Lichtquellenintensität Einfluss auf die Dunkelheit des Schattens?
3. Ist eine 25 W Glühbirne normalerweise ausreichend?
4. Welchen Einfluss hat die Größe und Form des Loches durch das das Licht durchläuft?
5. Mit dem Test mit dem Lineal habe ich festgestellt, dass mir wenigstens die abgesunkene Kante erspart blieb. Ich sehe jedoch entlang der Aufhellung die von der Phase herrührt einen ca 1 cm breiten Schatten. Er ist an der Sicharkeitsgrenze, gerade noch wahrnehmbar. Ich glaube dass der Schatten auch durchgehend ist, also wie ein Kreis. Deswegen denke ich, es handelt sich um eine optische Täuschung hervorgerufen durch den Helligkeitsunterschied zwischen der leuchtenden Phase und dem Rest des Spiegels. Was denkt ihr?
5. Reicht ein 25mm Okular um das Voerhandensein der Pits festzustellen?
6. Gibt es jemanden der in Raum Dortmund schon mal die Leoniden beobachtet hat? Mir ist das noch nicht gelungen.
Es sind viele Fragen, aber das macht die Sache mit dem Forum ja erst spannend. Danke auf jeden Fall für eure Antworten.
Ich bin eigentlich erstaunt, dass ich die Sphäre doch hingekriegt habe. Ist das mit dem Paraboliesieren wirklich so schwierig?
Grüsse
Michael
 
Re: Antworten zum Foucault-Test ...

Hi Michael,


zu (i): Ja, je flacher die Struktur, d.h. je geringer die Abweichung von der Sphaere, desto schwaecher der Schatten.

zu (ii): Der Schatten bleibt ein Schatten, die Lichtquellenintensitaet sollte daran nichts aendern. Allein kannst Du mit hellerem Licht schwache Strukturen besser erkennen, da der Kontrast zunimmt.

zu (iii): Oh Gott, nimm bitte keine 25W-Gluehlampe. Ein Fahrradbirnchen reicht ! Oder (moderner) eine superhelle Leuchtdiode ! Eine 25W-Gluehbirne ist zu gross, zu warm und ich moechte keine 220V-Draehte an der Backe haben, wenn ich messe ... ich habe eine helle, gelbe Leuchtdiode vorsichtig abgefeilt und das emittierende Gebiet nahe an die Oberflaeche geholt. Dieses ist unmittelbar am Stanniolpapier, in welches ich per Stecknadel ein Loch gepiekst habe. Das ganze hat bis auf die Batterien in einem Filmdoeschen Platz und die Ausleuchtung ist auch bei f/3.7 noch gleichmaessig.

zu (iv): Die Groesse des Loches: Groesser ---> Helleres Bild, aber geringerer Kontrast da der prozentuale Anteil des von den Zonen in Falsche Richtung geworfene Licht, das von der Klinge diskriminiert wird, abnimmt.
Form des Loches: Parallel zur Klinge kein Einfluss (es gibt Leute, die einen Spalt verwenden und so ein helleres Foucaultbild bekommen), senkrecht zur Klinge siehe oben.

zu (v): Eine leichte Aufhellung, die bestehen bleibt wenn der Rest des Spiegels dunkel ist und die einige mm breit ist, ist eine leichte abgesunkene Kante. Kurze W-Striche, am besten mit Werkzeug oben, sollten sie zur Strecke bringen.

zu (vi): Ich weiss nicht, ob es im Raum Dortmund jemanden gibt .... ich weiss nur dass es im Raum Durham jemanden gibt der die Leoniden nicht gesehen hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> --- vor lauter Frust machte ich um 3 Uhr 12 einen Foucaulttest ... draussen war nichtmal zu erkennen wo sich am Firmament der Mond aufhielt ...


 
Hallo,
Der einfachste Tester is ein sog. Slittless Tester:
Link zur Grafik: http://marty.t.bei.t-online.de/Foucaulttester.jpg
Die Rasierklinge bedeckt die LED zur Hälfte.
Man sieht oben über der Leiste an der Rasierklinge entlang. Die halbe LED wird vom Spiegel umgekehrt auf der Rasierklinge abgebildet, dabei wird das meiste Licht abgedeckt.
Grüße Martin
 
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Hallo,
1. Ja, es kommt etwas auf die Lichtquelle und den Spalt bzw. die Messerschneide an.
Am besten sieht man schwache Oberflächendefekte mit einem Spalt als Lichquelle.
2. Ja sicher.
3. Ich würde doch lieber eine 12V Lampe oder LED empfehlen, schon aus sicherheitstechnischen Gründen,
4. Weniger als man annimmt, sonst würde ein Slittless Tester nicht gehen.
5. Das ist möglich, wie sieht das im Ronchitest aus?
5. Reicht ein 25mm Okular um das Voerhandensein der Pits festzustellen? Ja am besten im Durchlicht.
(Nach 5 kommt eigentlich 6 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> )
6. Ist das mit dem Parabolisieren wirklich so schwierig? Na ja , das wirst du sicher bald rausbekommen. Manchmal geht das ganz einfach, manchmal gibt es immer wieder Schwierigkeiten, je nach Geschick und Glück.
Grüsse Martin
 
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Hallo Martin

Der beschriebene SLITTLESS-Test ist für mich neu. Die Funktion habe ich noch nicht begriffen?
Wie gross ist das Loch? Was für Eigenschaften des Spiegels kann man beurteilen? Kann ich das irgendwo nachlesen?

Gruss Hans
 
Hallo,
Das hab ich aus der US e-mailliste, und ich habe es selbst ausprobiert.
1.) es geht!
2.) das Loch ist die halbe LED. mit einer scharfen senkrechten Kante.
Der Spiegel dreht das Bild rum und projeziert es spiegelverkehrt auf die Messerschneide. Im Endeffekt verhält sich der Tester wie eine in der Breite regelbare Spaltlichtquelle, bei der dir Parallelität der Schneide mit dem Spalt sichergestellt ist.
Du kannst damit Foucault und Zonentest machen. Für andere Verfahren brauchst Du andere Lichtquellen.
http://pw1.netcom.com/~mpeck1/astro/autof/autof.htm
http://www.fred.net/bdavy/FoucaultTester.htm
http://www.alltel.net/~microsys/astro.htm#FOUCAULT
Grüße Martin

 
Herzlichen Dank Martin

Ich werde das studieren und versuchen, doch bin ich in nächster Zeit weg.
Bin am Schleifen von einem Sekundärspiegel für ein "YOLO" (Schiefspiegler),
leider noch nicht mit grossem Erfolg.
Übrigens, dein Buch ist meine Schleifbibel!!!

Grüsse Hans
 
Hallo Marty,

hm ... der Tester fehlt in deinem Buch ( glaube ich - ist heute erst angekommen und bis ich es durch habe dauert es noch etwas ). Von den anderen Testern war ich irgentwie abgeschreckt - aber der hier ist sogar für mich einfach genug. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Übrigens: Das Buch ist wirklich gut geschrieben und sehr verständlich. Ich danke dir, dass du dir damals den Stress damit "angetan" hast. Alles weitere dann hoffentlich bald auf diesem Board ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
 
Hallo Astrokollegen,

um hier auch schon mal für meinen demnächst zu schleifenden Spiegel zu üben habe ich mir den unten gezeigten Slittless Tester gebaut, entstanden aus den Beiträgen oberhalb (Danke Martin).

Link zur Grafik: http://home.t-online.de/home/Raimund_Hilz/Sonstiges/Tester01.jpg

Jetzt hätte ich da noch ein paar Fragen an die Profis unter Euch:

Also die LED ist vorne plan abgefeilt und poliert, keine Linsenwirkung mehr vorhanden.
( Warum soll die eigentlich Plan gemacht werden, um total diffuses Licht zu erzeugen ? )
Sie wird von der Klinge ca. zur hälfte bedeckt wie es beschrieben wurde.
Wenn ich das jetzt an einem alten Versuchsspiegel teste so kommt bei einem bestimmten
Punkt die genaue Reflektion der nicht abgedeckten Seite der LED auf der Klinge zum Vorschein.

Wie kritisch ist der Abstand von der LED zum zurückreflektierten Bild ?
Ich komme jetzt auf ca. 10mm, um nicht zu weit aus der optischen Achse zu laufen.

Wenn ich jetzt von hinten etwas über dem Holz an der Klingenkante in Richtung Spiegel sehe, so
sehe ich dann nach evtl. etwas justieren den Spiegel hell und gleichmäßig erleuchtet.
Allerdings sind keine Schattierungen sichtbar.

Leider habe ich keine Ahnung, was das für ein Spiegel ist, er hat 150mm Durchmesser und eine
Pfeiltiefe von ca. 1,9mm, grob auf Papier skizziert könnte das eine Brennweite von ca. 1000mm
ergeben, wie gesagt nur grob.
Die Distanz vom Spiegel bis zur Klinge bei scharfer Abbildung beträgt jedoch ca. 1.500mm.
Den Spiegel habe ich mal gebraucht nur für Versuche gekauft und daher keine Daten vorliegen.
Er hat auch einige Kratzer aber das ist für den Zweck ja unerheblich.

Ist die effektive Brennweite dann wirklich die ca. 1.500mm ?
Dann könnte es ja sein, das es sich um einen Kugelspiegel handelt und daher keine Schattierungen sichtbar sind, aber das währe f/10, so ein Spiegel ist mir eigentlich nicht bekannt.

Wie kritisch ist die Justierung der Klinge, geht das von Hand oder soll hier ein Mikrometer oder ein
sonstiger XY - Schlitten verwendet werden ?

Vielleicht sind das total überflüssige Fragen und evtl. habe ich auch irgendwo einen krassen
Denkfehler drinnen, aber über eine kleine Hilfe würde ich mich dennoch sehr freuen.

Schönen Gruß und CS Raimund

 
Hi Raimund,

ich lerne auch gerade den Umgang mit einem Foucault-Tester an einem Test-Spiegel :-)

Zumindest eine Frage kann ich dir beantworten. Es gibt einen Abstand - den Kugelradius des Spiegels - bei dem der Spiegel einigermassen gleichmässig beleuchtet sein soll. Bist du zu weit weg vom Spiegel, dann wandert das Spiegelbild der LED mit der Bewegung deines Auges, bist du zu nah dran, dann wandert das Spiegelbild der LED entgegen der Bewegung deines Auges.
Die Brennweite des Spiegels entspricht dem halben Kugelradius!

Viel Spass noch beim Testen,
ciao, Heiner
 
Hallo,
Sehr schön, so kann man das machen.
Ich würde die Klinge etwas höher anbringen (unwichtig)
dann die Vorderfläche der LED etwas aufrauhen, damit sie diffus abstrahlt.
Dann mußt Du etwas rumprobieren.
Wenn ich das jetzt an einem alten Versuchsspiegel teste so kommt bei einem bestimmten Punkt die genaue Reflektion der nicht abgedeckten Seite der LED auf der Klinge zum Vorschein. Wie kritisch ist der Abstand von der LED zum zurückreflektierten Bild ? Ich komme jetzt auf ca. 10mm, um nicht zu weit aus der optischen Achse zu laufen.
Die Reflektion soll nahe an der LED sein, 10mm ist völlig in Ordnung.

Wenn die LED scharf auf der Klinge abgebildet wird ist die die Messerklinge genau im Kugelzentrum (bis auf eine kleine Verschiebung nach oben oder unten).
Wenn ich jetzt von hinten etwas über dem Holz an der Klingenkante in Richtung Spiegel sehe, so sehe ich dann nach evtl. etwas justieren den Spiegel hell und gleichmäßig erleuchtet. Allerdings sind keine Schattierungen sichtbar.Leider habe ich keine Ahnung, was das für ein Spiegel ist, er hat 150mm Durchmesser und eine Pfeiltiefe von ca. 1,9mm, grob auf Papier skizziert könnte das eine Brennweite von ca. 1000mm ergeben, wie gesagt nur grob.Die Distanz vom Spiegel bis zur Klinge bei scharfer Abbildung beträgt jedoch ca. 1.500mm. Den Spiegel habe ich mal gebraucht nur für Versuche gekauft und daher keine Daten vorliegen. Er hat auch einige Kratzer aber das ist für den Zweck ja unerheblich. Ist die effektive Brennweite dann wirklich die ca. 1.500mm ?
Zunächst ist er gleichmäßig erleuchtet. Wenn Du den Tester vorsichtig auf den Lichtstrahl zubewegst, dann wird der Spiegel plötzlich dunkel. Ist die Messerschneide zu weit zum Spiegel hin, denn kommt der Schatten von der Messerschneide her, bist Du zu weit weg, entgegen der Messerschneide. Wenn du das noch vorsichtiger machst, dann wird er an einer Stelle langsam dunkel. Dann siehst Du unterschiedliche Schattierung. In dieser Position ist die Messerschneide für alle Teile des Spiegels die grau aussehen (nicht dunkel und nicht hell) genau im Zentrum des Kugelradius. So kann man mit der Messerschneide für jede Teilfläche des Spiegels den Kugelradius bestimmen.
Die Messerschneide ist jetzt im Zentrum des Kugelradius, wenn die Entfernung 1500 mm beträgt, dann ist die Brennweite 750mm. Die Kratzer spielen keine Rolle.
Wenn Du einen Spiegel machen willst und nicht nur das Prinzip ausprobieren, dann empfiehlt es sich den Tester auf eine X-Y Mechanik zu setzten. In meinem Buch sind verschiedene Vorschläge. Es geht auch ein Support von einer Drehbank oder von einem Bohrständer. Auf meiner Homepage unter Hotlist, Spiegelschleifen, Testverfahren sind auch einige Bauvorschläge.
Grüße Martin
 
Hallo Raimund,
Ich hab soeben mal schnell den Radius Deines Spiegels ausgerechnet. Nimmt man die Pfeilhöhe von 1,9mm die Du genannt hast und 150mm Durchmesser als Basis bekommt man einen Radius von 1481,2mm was einer Brennweite von etwa 741mm entspricht. Das paßt auch ganz gut mit dem von Dir gemessenen Radius von 1500mm zusammen (nur etwa 2cm Abweichung).
Nimmt man jetzt die von Dir gemessenen 1500mm und den Durchmesser von 150mm als feste gegebene Werte kommt man auf eine Pfeilhöhe von 1,876mm
Also das paßt alles sehr schön zusammen und liegt denke ich innerhalb der meßgenauigkeiten - Du wirst sicherlich einen f5-Spiegel haben.

Viele Grüße
Raphael
 
Danke für die Infos !!

Hallo Leute,

Vielen Dank für Eure tollen Antworten, jetzt habe ich das hoffe ich auch soweit kapiert.
Die Klinge werde ich beim nächsten Versuch auf den XY Tisch von der kleinen Fräse montieren,
dann sollte es so funktionieren wie es soll.

Also vielen Dank schon mal und einen schönen Abend, es ist zumindest hier bei uns klar geworden
Und ich werde jetzt etwas herrichten, um später wieder Aufnahmen mit der Webcam von Saturn zu
machen, hoffentlich werden die heute etwas besser als die letzten.

Schönen Gruß und CS Raimund
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
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