Fragen zum geeigneten Monitor

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Harzsky

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Hallo!

Ich hoffe, dass ich in diesem Forum richtig bin:

Das Visualisierungsmedium bei allen Aufnahmen ist bekanntlich der PC-Monitor. Mit seiner Qualität und Einstellung steht und fällt das Ergebnis eines Astrofotos und auch für etwaige Beurteilungen von anderen Betrachtern bei Veröffentlichung sollte
eine etwa gleiche Kalibrierung angestrebt werden.

Gibt es einen Kalibrierungsstandard, den man verwenden sollte?
(Kalibrierungstool wie z.B Spider o.ä.)

Sind die neuen LCD-Monitoren wirklich geeignet, nach der mühevollen Bearbeitung guckt man etwas mit schrägem Winkel und alles war oftmals für die Katz...

Monitorgröße: Ist es besser, mit einem möglichst großen Monitor
zu arbeiten oder gibt es ein Optimum ?

Was benutzt ihr so für Monitore für eure Bildbearbeitung?

Beste Grüße

Martin
 
Hallo Martin,
Du sprichst des Pudels Kern bei der Bildbearbeitung an! Kalibrierung ist idealerweise für alle beteiligten Geräte durchzuführen, also nicht nur der Monitor, sondern auch z.B. der Drucker oder Scanner. Bei der (DSLR) Kamera scheiden sich die Geister, da die Lichtverhältnisse ja meist unterschiedlich sind (außer im Fotostudio mit immer gleicher Beleuchtung), aber bei den bei uns üblichen Aufnahmesituationen haben wir wohl zu wenig Licht für eine sinnvolle Kalibrierung. Dies nur grundsätzlich vorab.

Zu Deinen Fragen:
Einen Standard gibt es nicht, die diversen angebotenen Geräte unterscheiden sich meist in Funktionsumfang und damit verbunden Preis. Ob es aber ein Spyder oder ein Gerät von x-rite / i1 ist, dürfte kaum einen Unterschied machen. Wichtig ist, dass die Geräte überhaupt kalibriert werden, am besten mit einem Colorimeter, da das Auge (zusammen mit dem Gehirn) einfach zu anfällig für "Fehlmessungen" ist. M.E. ist nicht einmal das neueste Modell der Hardware notwendig.

Bei den Monitoren wird es schwierig bzw. teuer :-)
Grundsätzlich lässt sich mit einem Colorimeter JEDER Monitor (auch das Display eines Notebooks) kalibrieren. Damit ist schon viel gewonnen. Meist ist der Monitor viel zu hell eingestellt (cd/qm) und oft Gamma falsch gesetzt. Das eigentlich wichtigste Kriterium beim Kauf eines Monitors für Bildbearbeitung, die Größe des Farbraums / Gamut, wird leider von kaum einem Hersteller oder Händler angegeben - außer es handelt sich um spezielle Hardware zur Bildbearbeitung. Die meisten LED Displays haben einen recht kleinen Farbraum, kaum einer schafft AdobeRGB. Wenn man diesen Farbraum haben möchte, muss man bei Spezialanbietern nach besonderen Produktlinien suchen (EIZO, NEC, Lenovo, sicher einige andere), Preise werden dann aber schnell vierstellig.
Die Monitorgröße würde ich bei den Spezialmonitoren davon abhänging machen, wieviel Diagonale ich für ein gegebenes Budget bekommen kann. Klar, größer ist immer wünschenswert, kann aber schnell richtig teuer werden.

Einen Tipp habe ich noch: Falls jemand noch alte Monitore hat, z.B. mit Sony-Röhre, kann man Glück haben: Einfach mal mit dem Colorimeter die Größe des Farbraums messen - da kann es sehr positive Überraschungen geben!

Welche(n) Monitor(e) verwende ich zur Bildbearbeitung?
Ich habe zwei alte 22" Röhrenmonitore mit den genannten Sony-Röhren (genau: IBM P202). Der Farbraum ist fast AdobeRGB, im Vergleich mit einem EIZO ColorGraphics Display ist der Farbraum im grünen etwas kleiner, dafür im Rotbereich etwas größer. Aber insgesamt fand ich den Unterschied so gering, dass sich für mich die Anschaffung eines ähnlich großen Displays so lange nicht lohnt, so lange diese alten Monitore noch klaglos ihren Dienst verrichten (zufällig heute nachgeschaut: Seit 1998 bzw 1999!).

Wichtiger Hinweis noch zum Schluss: gerade bei "alten" Röhren sollte man regelmäßig (ich mache es ca. alle 4 Wochen) den Monitor neu kalibrieren, falls sich die Farbdarstellung durch das Alter verändert.

So, wurde bissl lang, aber ich hoffe, ich hab alle wichtigen Aspekte verständlich dargestellt. :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Herwig,

erstmal vielen Dank für Deinen ausführlichen und hilfreichen Beitrag.

Leider habe ich keinen Röhrenmonitor; ich hatte mir schon gedacht, dass die sehr gut geeignet sind.
Die angesprochenen Spezialmonitore habe ich mal gegoogelt:
Zu teuer.
Also werde ich mich wohl für einen mögl.großen 27" LCD mit gutem Schrägeinblickverhalten entscheiden, und diesen mit den üblichen Tools, wie Spider kalibrieren.
Vielleicht kann ich noch etwas über den von Dir erwähnten Adobe RGB- Farbraum herausfinden!

Vielen Dank und beste Grüße

Martin
 
hallo Martin,

ein Hinweis: auch wenn AdobeRGB einen grösseren Farbraum gegenüber sRGB bietet - als Heimanwender, der kein "komplettes" Farbmanagment lebt und praktiziert, birgt das keine Vorteile, sondern eher massive Nachteile.
Heutige (heilwegs gute) Monitore decken sRGB sehr gut ab. Selbst mein altes(!) preiswertes Lenovo/Yoga2-13 bietet 85% Farbraumabdeckung. Solange du die Bilder nur für Monitorausgabe (Homepage etc.) oder normalen Ausdruck per Drucker oder übliche Onlineausbelichter brauchst, bleib bei sRGB. Typisches Problem ist häufig, (habe ich selber durch) - man arbeitet voller Tatendrang im AdobeRGB, und wenn man dann mal "unbedacht" Bilder weitergibt, ist das Ergebnis auf normalen HeimanwenderPCs blass und kontrastarm und man erntet fragende Blicke...
Aber die Entscheidung zu einem Spyder ist selbstverständlich sehr gut.

viele Grüsse - Ronald
 
Hallo,
Eine ganz gute Anlaufstelle für einen Überblick ist die Webseite prad.de, es gibt dort auch eine Kaufberatung mit Vorschlägen und natürlich ein Forum.

http://www.prad.de/new/monitore/kaufberatung/kaufberatung.html

Ich glaube nicht das man mit 20 Jahre alten Röhrenmonitoren bessere Ergebnisse erzielt als mit aktuellen LCD-Monitoren der mittleren Preisklasse. Die Medienlandchaft ist ja auch nicht ausgestorben und muss auch damit arbeiten. Nach AdobeRGB würde ich überhaupt nicht recherchieren, außer du möchtest es bis zur Perfektion treiben. Aber Perfektion gibt es nicht für 189€ im Saturn.

Viele Grüße,
Felix
 
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