Fragen zum Teleskop Handling

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Brittsi

Neues Mitglied
Guten Tag an dieses wunderbare Forum, in dem ich schon viel las aber nun mit konkreten Fragen auf Antworten hoffe.

Seit ca. einem jahr fasziniert mich der Himmel und seine Lichtquellen etwas mehr als früher. Nachdem ich zum Spechteln dank Lidl nun nicht mehr nur Redshift und Fernglas zur Verfügung habe und das Lidlscope gewissenhaft aufbaute und auch Dank Binoviewer einigermaßen ausbalanciert etc. habe, stellen sich mir als blutigen Teleskopanfänger doch einige Fragen, auf die ich hier noch keine Antwort fand (habe aber auch noch nicht alles durchsucht)


1)
Das Stativ steht fest, die Polhöhe eingestellt und das Objektiv wird nach Norden ausgrichtet. Wenn ich den Süden bzw. die anderen Himmelsrichtungen beobachten will, stelle ich ab jetzt nur noch über die Rektationsachse bzw- Deklinationsachse die Himmelsrichtung ein, drehe also nur um diese beiden Achsen? Dann sind aber die biegsamen Wellen vor allem der Deklinationsachse schwer zu erreichen, da sie beim Blick in den Süden in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Gibt es da Tipps oder mache ich einen Denkfehler?

2)
Woran merke ich die Überdrehung der Deklinationswelle über 30 Grad, was laut Handbuch zu irreparablen Schäden führen kann?

3)
Kann ich mit der Rektazensionswelle ohne diese Gefahr der Überdrehung nachführen?

4)
Beim Nachführen mit Hilfe der Wellen, müssen die Feststellschrauben der beiden Achsen angezogen oder offen sein? Bei der Deklination geht es wohl nur mit angezogener Feststellschraube, bei der Rektazension ist es egal?

5)
In der Praxis: Wann führt ihr über die Welle nach und wann per Hand? Die grobe Anpeilung per Hand der Rest per Welle?


Danke für eure Antworten, sicher gibt es dann, nach First light auch noch die ein oder andere Frage.

Clear skies wünscht Reinhard
 
HI

@1 Warum wird das Objektiv nach Norden ausgerichtet? Da hast Du glaub ich was falsch verstanden.
Die Achsen sind aber teilweise wirklich schwer zu erreichen, es sei denn mal hat sehr lange Arme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

@2 ich kenne das Lidl leider nicht, aber bei meiner alten paralaktischen Montierung war der Verstellbereich auch endlich -> d.h. dann steht man an, wenn Du dann fest (!!!) weiterdrehst wird die Achse kaputt. D.h. mit Gefühl arbeiten dann kann nix passieren.

@3 RA sollte eigentlich auf unendlich zu drehen gehen

@4 wie gesagt die LIDL Montierung kenn ich nicht aber ich denke die Feststelldinger müssen geklemmt sein und dann führst Du nur mehr mit den biegsamen Wellen nach.
Habs bei meiner EQ5 ausprobiert und die RA lässt sich auch gut verstellen, denke weil die durch die Lage einfach mehr Gewicht -> Reibung abbekommt, prinzipiell aber -> festdrehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

@5 ganz richtig, zuerst per Hand anpeilen und dann fixieren und den Rest mit den biegsamen Wellen einstellen.

Viel Spass beim First Light

lg

Mathias
 
hallo reinhard,

ad 1)
nicht das objektiv, sondern die polachse wird auf den himmelsnordpol
ausgrichtet. für visuelle beobachtungen genügt es mit freiem
auge entlang der polachse den polarstern anzuvisieren.
weitere infos siehe auch: http://www.uni-essen.de/initiative/astro/mont/

wenn die welle der dek-achse schwer zu erreichen ist hilft es nur,
diese abzuschrauben und auf den gegenüberliegenden, näheren stift
zu schrauben, oder gleich zwei biegsame wellen für die dek-achse
zu montieren. biegsame wellen gibt es einzeln bei www.teleskop-service.de

ad 2)
das handbuch stammt noch aus der zeit, als das gerät mit einer
älteren montierung geliefert wurde. die neuere montierung hat
diese 30°-begrenzung nicht mehr. du kannst auch die dek-achse
unbegrenzt drehen. schäden können keine entstehen.

ad 3)
ja

ad 4)
die feststellschrauben der achsen müssen angezogen sein, bei beiden
achsen. es gilt: nur so fest anziehen wie nötig.

ad 5)
ja, genau so.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)

 
Hallo Reinhard,

ich schliesse mit den Ausführungen von Binoviewer an, möchte aber noch etwas aus eigener Praxis zufügen:

Die Biegsame Welle der RA störte mich nach und nach immer mehr, sie war irgendwie immer im Laufe des Abends im Weg. Irgendwann habe ich sie einfach weggelassen und am Zahnrad gedreht.

Die DE-Welle ist ungewöhnlich Lang, d.h. der feststehende Achsenteil, auf dem die biegsame Welle aufgebracht wird. Auch dieser Wellenteil kann im umgünstigsten Fall irgendwo anstossen oder wie in meinem Fall, bei angebauten Nachführmotor die Bewegungsfreiheit einfach einschränken.
Möglichkeit a) die Welle z.B. mit einem 'Dremel' kürzen.
Möglichkeit b) die Schnecke ausbauen und umgekehrt wieder einsetzen.

Zur Ausrichtung des Teleksopes hier noch was:
Link zur Grafik: http://people.freenet.de/reuscher/astro/montierung_prinzip.jpg
Die eingemalte Erde nicht wörtlich nehmen, natürlich ist der Nordpol nicht nordwestlich von Afrika <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Da Deine Montierung nicht über einen Polsucher verfügt, hilft nur das grobe Peilen auf den Polarstern, entweder durch das Teleskop, wenn es wie auf dem Bild ausgerichtet ist (aber nicht an RA/DE drehen, sondern die Montierung bzw Stativ stellen und mit der Polhöhe arbeiten oder mittels Kompass nach Norden stellen. Letzteres mach ich immer, geht schneller.


 
ergänzend möchte ich noch hinzufügen, daß man das gegenseitige
blockieren der biegsamen wellen auch durch kauf von anderweitigen
wellen und knöpfen verhindern kann.

bei langbauenden refraktoren sind vor allem längere und
sehr weiche, biegsame wellen ideal und zwar in jeder achsrichtung.
so hat man in jeder position immer beide wellen nahe dem körper
und kann sehr angenehm nachführen.

es sind aber, je nach gerät und anbauten, viele versch. kombinationen
ideal. für mein kleines maksutov auf der EQ1 verwende ich
zb. nur ganz kurze knöpfe.


verschiedene wellen und knöpfe gibts zb. bei www.teleskop-service.de
Link zur Grafik: http://www.teleskop-service.de/Antares/MontierungZub/wellen.jpg

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Vielen Dank!

Vielen Dank für alle eure Antworten. Nun kann ich etwas theoriegestärkt mich der Praxis widmen, ohne zu befürchten, grobe Materialfehler zu begehen.

Die Ausrichtung der Polachse und nicht des Objektivs nach Norden ist natürlich klar.

Nun gut, nun noch etwas weniger Wolken und dann vielleicht heute Abend zu Jupiter, die Monde sollten zu erhaschen sein. Vielleicht gibt es im Löwen ja auch noch anderes Schönes in Himmel über der Großstadt zu entdecken (M65; M66??)

Frohes Ostern und gutes seeing wünscht Reinhard
 
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