Fragen zum Wiedereinstieg

#1
Ich überlege wieder in die Sternenguckerei einzusteigen.
An Fotografie besteht kein Interesse, neu entdecken möchte ich auch nix, ich will einfach nur etwas Spaß beim betrachten von Planeten und den gängigen Himmelsobjekten haben.
Was ich in jedem Fall möchte, sind zuverlässige, stabile und gut verarbeitete Gerätschaften (billig kaufen und dann aufwendig betriebsbereit machen ist nicht so mein Ding).
Ich stelle mir einen ≥ 8" Newton, auf einer stabilen, computergesteuerte Montierung und Stativ vor, zunächst nur ein Übersichtsokular und eines, was etwas größer kann.
Geld spielt erst einmal keine Rolle (das stimmt natürlich nicht so ganz, ich würde aber erst mal gerne sehen, was es für Möglichkeiten gibt, bevor ich mich einschränke).

Vielen Dank vornewech!

EDIT: Ein SC-System kommt auch in Frage, nur ein Refraktor nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Hallo Frank,

ich denke eine ganz typische Kombination ist ein 200/1000 Newton auf einer HEQ-5. Allerdings nennst Du zuerst Planeten und da finde ich den Newton von den Eckdaten her nicht optimal. Man kann damit Planeten gucken, aber ich meine, dass das Gerät nicht ohne Hand anlegen (Belüftung) diesbezüglich eine gute Leistung abliefern würde. Das mit f/5 nicht unkritische Öffnungsverhältnis verlangt nach ausgesuchten Okularen. Entspannter wäre ein 200/1200 Newton, der aber nicht nur teuer mit Goto zu montieren ist, sondern auch eine ziemlich schwergewichtige Ausrüstung ergibt.
Bei geschlossenen Tuben, womit wir bei einem Cassegrain wären (offen ob Mak oder SC), ist die Auskühlung und damit das Tubus-Seeing das Problem, weshalb man wieder Hand anlegen müsste, um das Gerät zu isolieren.
Natürlich ist es auch nicht gerade hilfreich, bei Planetenbeobachtung von einem Übersichtsokular und einer weiteren "irgendwas"-Vergrößerung zu sprechen.

Mir sind das ein paar Fragezeichen zuviel. Da kann man eigentlich nur zu einem der Standard-Päckchen raten. Also das bereits genannte wäre genauso problematisch wie ein typisches SC auf Goto-Montierung. Die Sache mit "nicht Hand anlegen" spricht eher für einen Apo. Jedenfalls wenn Geld keine Rolle spielt, könnte man ja auch an ein recht großes Gerät denken. Der Funktioniert "out of the box". Nicht ohne Auskühlzeit natürlich. Allerdings müsste das Paket schon auf 127mm bis 150mm Öffnung kommen (mehr ist immer besser) . Mit einem 4" Apo kommt man an die 8-Zöller letzendlich doch nicht heran.

Clear Skies
Sven
 
#3
Hallo Frank,

ich würde mir bei TS diese Carbonnewton anschaun, die man sich selber zusammenstellen kann. Dort kannst du genau sagen, wie groß der Fangspiegel sein soll und diverse Parameter, die es zu einem visuell getrimmten Gerät machen.

Du steigst wieder ein - wie groß war Dein größtes Gerät bisher?

Beste Grüße
Norman
 
#4
Danke für eure Antworten!
Inhaltlich muss ich mich genauer mit ihnen beschäftigen, ich habe doch vieles vergessen, wie mir scheint.

Aufgehört hatte ich vor einigen Jahren mit einem 4"-Tak-Apo.
Und beim Apo kommen wir dann auch zu meinem Spruch „Geld spielt keine Rolle“, wenn wir von einem 6"-Apo reden, ist mein Spruch dann doch Makulatur.
Ich hatte damals auch einige Erfahrungen mit einer „günstigen China-Montierung“ gesammelt und so etwas möchte ich nicht mehr.
 
#6
Hallo Frank,

wie sind denn Deine genauen Beobachtungsbedingungen vor Ort ?
z.B.
- Stadt / Land ?
- Garten / Balkon ?
- Lagerung ?
-Computersteuerung, sehr wichtig ?

Ich habe mit 114/900mm Newton auf Wackelmontierung angefangen. Nicht gerade komfortabel aber ich habe viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Anschließend folgte ein GSO Standard 8" F6 Dobson. Was für ein Auflösungsgewinn durch die größere Öffnung. Ob Planeten oder Deep-Sky, diese Anschaffung hat sich für mich sehr gelohnt. Vorher war ich etwas unsicher wegen der teils schlechten Erfahrungsberichte zur Dobson-Montierung/Nachführung. Aber was ist das praktisch. Rockerbox hinstellen, Tubus einhängen, fertig. Das waagerechte und senkrechte Nachführen finde ich auch einfacher als die schrägen Achsen bei der parallaktischen Montierung. Und die Stabilität ist klasse, kein Vergleich zu meiner Wackelmontierung.

Um z.B. beim Mond und den Planeten nochmal mehr Auflösung zu erzielen folgte letztes Jahr ein 12" F5 Dobson. Der Unterschied ist jetzt nicht so extrem wie beim ersten Update aber an den wenigen Nächten mit gutem Seeing bin ich z.B. beim Mond immer wieder begeistert von den vielen feinen Kratern.

Die Lagerung finde ich bei so einem Brummer aber sehr wichtig. Je einfacher der Aufbau desto häufiger nutzt man das Teleskop. Meine lagere ich in der kühlen Garage und brauche sie nur wenige Meter in den Garten tragen. Dadurch sind sie auch schon ausgekühlt und auch mal spontan sofort startklar. Den 8er lasse ich in der Rockerbox, das lässt sich noch gut gemeinsam tragen. Beim 12er geht das nicht mehr. Die Rockerbox kommt einzeln raus und anschießend folgt der in Griffhöhe gelagerte Tubus.

Gruß,
Holger
 
#7
Ich schreibe mal, wild durcheinander auf, was meine Ansprüche sind, was ich will.
  • unkomplizierte Handhabung, wobei mir wichtig ist, das Gerät ohne Bastelaufwand kurzfristig in Betrieb nehmen zu können.
  • Nur visuelle Beobachtung, keine Fotos. Beim Stöbern durch die Shops (Intercon Spacetec, TS, Herstellerseiten) fällt mir auf, dass die Fotografie einen deutlich größeren Bereich einnimmt, als das vor ca. 10 Jahren noch der Fall war.
  • Stabile, gut laufende Mechanik. Das „China-Zeugs“, was ich von vor 10 Jahren kenne, will ich nicht. Vielleicht sind die Sachen ja grundsätzlich besser geworden, bzw. die besser beleumundeten Hersteller lassen nun auch in China fertigen... dazu bin ich auf eure Expertise angewiesen, ich kann das nicht einschätzen.
  • Ich möchte hauptsächlich bekannte, große, helle Objekte beobachten. Sowohl Planeten wie auch Deepsky.
  • Ich werde hauptsächlich von zu Hause aus beobachten, die Sachen müssen also nicht auf das letzte Quäntchen Mobilität optimiert sein.
  • GoTo oder ähnliches ist zwingend.
  • Bauformen, die eher kurze Tubusse (den Plural habe ich gegoogelt ;-)) ergeben sind mir sympathischer, als lange.
Zum Punkt „unkomplizierte Handhabung“ noch eine Erläuterung.
Ich würde die Zusammenstellung des Equipments gerne so gestalten, dass ich lieber dabei den Aufwand betreibe und dann später relativ spontan loslegen kann... sozusagen ein Warmduscher-Teleskop. Ich mag mich halt nicht permanent mit der Technik beschäftigen und basteln müssen, sondern möchte möglichst schnell „fertig sein“ mit dem Kauf des Equipments.

Bei den Shops fiel mir auf, das TS nun bei z.B. einem Carbon-Tubus das „Made in Germany“ heraushebt, das Standard 2"-Auszüge heute wesentlich besser verarbeitet scheinen, als das noch vor 10 Jahren der Fall war. Wie sieht der Vergleich zwischen China-Ware und Herstellern wie Takahashi und Vixen aus? Sind die Chinesen näher herangerückt?
Eine platte, grundsätzliche Frage: Was macht mehr Sinn? Günstige 10" oder teure 8"?
 
#9
Input von mir nur zur Recherche:
die Suchfunktion beim astroshop.de gefällt mir am Besten, denn man kann am linken Rand immer noch weitere Kriterien zur Eingrenzung der Ergebnisse auswählen. TS ist in diesem Aspekt der Benutzer-unfreundlichste und zeitraubendste Shop. Zwischen astropshop und TS gibt's dann noch Abstufungen. Celestron-deutschland, von Baader betrieben, liegt z.B. an Benutzerfreundlichkeit für mich irgendwo dazwischen.
 
#10
Geben denn die Preise eine verlässliche Auskunft über die Qualität?
Gibt es denn eine Marke, der man eher ein schlechtes oder ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis nachsagen kann.
Ich habe eben ein Youtube-Video eines Meade LX-90 gesehen und mir erschien das Ding schon im Video sichtbar schlecht verarbeitet.
 
#11
Hallo Frank,

mit Garten und Garage, das sind doch gute Voraussetzungen. Es gibt auch Goto Dobson, aber ich kenne mich damit nicht aus.
Warum ist Dir das eigentlich so wichtig ?

Ich plane meine Beobachtungen mit der Freeware Stellarium und das Auffinden der Objekte anhand der Sternbilder / Starhopping finde ich eigentlich ganz einfach.

Gruß,
Holger
 
#12
Hallo Frank

nach dem lesen deiner Anforderungen ... was hältst du von so einem Boliden: CPC 9.25 ?
Du könntest es auf einem Wagen aus der Garage in den Garten fahren und zusammengebaut, abgedeckt in der Garage stehen lassen.

Einzige Einschränkung das relativ kleine mögliche Gesichtsfeld mit 1°.
Für Großfeld könnte man versuchen, einen 60mm SD APO oben drauf zu packen statt dem Sucher ...

Ich möchte mich aber an Holgers Frage dran hängen; brauchst du GoTo?
Starhopping macht Spaß und mit der richtigen Strategie finden man alle Objekte auch ohne GoTo.
Zumal du schreibst, große, helle ...

Gruß Martin

EDIT:
In einem anderen Thread wurde das Thema mx. mögliches Gesichtsfeld kürzlich diskutiert.
Auch ein Reducer käme in Frage; damit wären vielleicht auch bis 2° möglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
Hallo Holger,

Du meinst, warum mir ein GoTo-System so wichtig ist?

Na ja, weil ich es haben will. So wie es dir scheinbar unwichtig ist, ist es mir wichtig. Mir ist es lieber, den Sternenhimmel durch ein GoTo-System kennen zu lernen, anstatt mich am Sternenhimmel auskennen zu müssen, um ein Teleskop sinnvoll nutzen zu können.

Also um es kurz zu machen: Ich mag kein Dobson.
 
#14
Grundsätzlich, auch weil mir das Ding „fertig“ und „komplett“ erscheint, gefällt mir so was gut.
In wie weit es zu meinen Anforderungen passt und die Hersteller-/Verkäuferbeschreibung der Realität entspricht, kann ich leider nicht einordnen.
Aber 9 ¹⁄₄ " und die kompakte Bauweise, sind schon das, was mir vorschwebt.
 
#15
Hallo Frank,

zusatzinfos, die einiges erleichtern. Die Lagerung in der Garage (ich empfehle eine Kiste mit etwas darin zur Feuchteregulierung) nimmt der Auskühlproblematik einigen Wind aus den Segeln. Zwar sind Garagen im Sommer auch Backöfen, aber in der langen Dämmerungsphase passiert da auch wieder viel.

Nun, Foto ist wirklich viel stärker in den Vordergrund gerückt und die meisten Geräte müssen irgendwie Foto bieten. Andererseits sind die China-Geräte auch nicht mehr so einfach vergleichbar mit den Artikeln von vor 15 Jahren. Die Frage ist auch: Wie kommt man drum herum?
Aber gut, den Weg zeigst Du ja auch auf. Man kann sich auch schöne Komplettpakete von Takahashi oder Vixen zusammenstellen. Was SCs angeht, ist aber in den Jahren auch einiges an Produktion nach China verlagert worden. Und natürlich ist China als Teile-Lieferant gar nicht mehr umgehbar.

Um mal konkret zu werden: Ich finde von den Eckdaten her und nach der konkretisierung Deiner Wünsche einen 200/1000 Newton gar nicht so schlecht, aber mit dem Hinweis, hier bei den Okularen gut auszusuchen, da diese f/5 gerecht werden müssen.

Als Basis werfe ich mal eine Vixen SXD2 "Sphinx" mit Starbook in den Ring. Diese müsste einen "Newton ohne Namen" mit 52mm Fangspiegel ganz gut tragen: FN2001c | 200/1000 LACERTA Carbon Fotonewton mit 8-fach gelagerten
Beim Newton ohne Namen kann man die Lage des Fokus über dem Tubus anpassen. Ich denke das muss man nicht selbst ausrechnen sondern man kann da auf die Erfahrung des Anbieters zurückgreifen und eine unkomplizierte, visuelle Fokuslage wünschen.

Wäre mal so mein Ansatz.

Clear Skies
Sven
 
#16
Gerät aus der Garage ausfahren = neues Alignment für GOTO notwendig. Gibt es eine Chance für eine fest/halbfest installierte Montierung?

Und wenn Geld wirklich keine so große Rolle spielen sollte, einfach GM1000 nehmen, einen C11 oder ähnliches drauf und gut ist. Bei so unspezifischen Anforderungen könnte ein SC halt der Allrounder schlechthin sein.

Ein GOTO Dobson wäre im Prinzip auch möglich, und natürlich günstiger, da fällt mir aber kein wirklich qualitativ hochwertiges Model ein.
 
#17
Hallo Frank,

den Vorschlag von Martin finde ich auch gar nicht schlecht. Ich hatte mal Gelegenheit, durch den größeren Bruder, das CPC 11 bei sehr gutem Himmel zu schauen. Im Vergleich standen sehr gute 12er daneben. Das CPC hat zum Beispiel den Kugelhaufen G1 (größter Kugelhaufen in M 31) genauso gut gezeigt - bei Vergrößerungen um 300fach.
Von der Bildqualität her hat mich das System positiv überrascht. Tolle Abbildung. Das kleinere erreichbare reale Sehfeld dürfte kaum stören, wenn man digital und nicht manuell ansteuert und vornehmlich helle Objekte betrachten möchte. Großes Sehfeld ist ja v.a. fürs Aufsuchen/ Starhoppen wichtig.

Zu der weiteren Qualität vom CPC kann ich nicht viel sagen. Vielleicht hilft der HInweis, dass der Besitzer gewöhnlich auch mit diversen Highend-Apos photographisch wie optisch hantiert und von dem Gerät angetan war/ ist ;-)

Ansonsten, wenn es ein Newton werden soll - zusammenstellen lassen, nichts von der Stange, da die Fokuslage immer so ausgelegt wird, dass da einer noch photographieren kann. Das erfordert aber größere Fangspiegel und erhöht die Obstruktion, die man visuell möglichst klein haben will - v.a. bei Planeten und Co. Aber wie gesagt, das CPC hat mich da ein wenig eines besseren belehrt in Sachen militantem Geringhalten der Obstruktion.

Viele Grüße
Norman
 
#18
Ein Aspekt wäre vielleicht noch,
mit einem größeren (10") Newton auf EQ Montierung bist du ganz schön am Rumturnen,
um immer einen guten Einblick zu finden sollte der Tubus einfach rotierbar sein.
Beim CPC ist dein Einblick relativ fix.
 
#20
Ich danke euch allen fürs Beschäftigen mit meinen Anforderungen.
Ich werde jetzt erst mal alles sondieren, begreifen, abwägen und dann entscheiden.
Im Moment bin ich schlicht und ergreifend überfordert.

Vielen Dank an alle!
 
#21
Moin,

bezüglich SC und
"Handanlegen" in Form von Camping-Iso-Matte drum rum befestigen würde ausreichen?
das hatte ich vergessen: Was ausreicht liegt im Auge des Beobachters. Die Frage ist halt, was man machen kann. Sollte ich hier mit Velours-Auskleidung anfangen? Die Isolation ist noch relativ leicht zu bewerkstelligen und geht eines der Haupt-Probleme an. Macht man die Velours-Auskleidung komplett, muss man schon alles auseinander nehmen.

Clear Skies
Sven
 
#22
ahja, Merci Sven.
Die Frage hatte sich im weiteren Verlauf auch erübrigt, als die Garage die Parameter veränderte. Hab ich für mich dennoch abgespeichert.
CS Silver
 
#23
Ein Astrokollege hatte mal CPC 925 und 1100 gleichzeitig aufgebaut. Ich fand den Unterschied von der Größe her beinahe irrelevant, das drumherum (Stativ, Gabel) macht doch mehr aus als das Tönnchen in der Mitte. Im direkten Beobachtungs-Vergleich gewann dann aber das 11" Gerät öffnungsbedingt klar. Probleme mit Tubusseeing hatten wir da nicht, hängt sicher an den konkreten Umgebungsbedingungen. Ich finde persönlich den Einblick entspannter als beim Newton, aber das ist Geschmacks- und/oder Optimierungssache.

Für Weitfeld würde ich (evtl. zusätzlich) ein Großfernglas mit abgewinkeltem Einblick, ca. 70-100mm Öffnung empfehlen. Dazu ein Paar ~24mm Weitwinkelokulare, das ergibt ca. 3-4° wahres Gesichtsfeld, aufrecht und seitenrichtig. Da braucht es kein Goto, die dafür passenden Objekte siehst Du vorher meist schon mit bloßem Auge am Himmel. Ist dann aber eher Sternfelder und -haufen bestaunen als Galaxien bewundern (dafür passt so ein CPC besser).

Viele Grüße,
Sebastian
 

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