Fragen zur Benutzung eines 8" Dobson

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yamfs

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Hallo Wissende !

Ich, ein ambitionierter Rookie, habe mir ein neues 8" (1200/200) GSO GS-680 Dobson gekauft.

Gestern Nacht, trotz hellem Mond und teilweiser Bewölkung, hatte ich mein First Light. Bin extrem beeindruckt von meinen ersten Sichtungen.

Jedoch haben sich bei mir einige Fragen bzgl. der Bedienung des Dobson aufgetan.

1.) Muss der Ventilator dauernd an sein, oder ist es ausreichend ihn nur während der Abkühlphase laufen zu lassen.

2.) Frage bzgl. der max. sinnvollen Vergrösserung. Nach dem Studium dieses Forum und div. Internetquellen bzw. Bücher bin ich etwas verwirrt. Einmal heisst es 2 x Öffnung (=400x), ein anderes Mal ist von 1 x Öffnung (200x) die Rede. An was kann sollte ich mich, als Anfänger, nun halten?

3.) Aufgrund der frischen Temperaturen gestern Nacht, ist mir bei jedem Okularwechsel, die Linse beschlagen. Gibt es hier einen Trick. (Okulare vorwärmen, vielleicht in der Jackentasche?)

4.) Abkühlphase. Nur um sicher zu gehen. Soll das Dobson während der Aufwärmphase mit oder ohne Abdeckung abkühlen? Gibt es eine bevorzugte Lage ( waagrecht ? )

5.) Zum Beobachten des Mondes verwende ich den Filter ND96-06
Graufilter ND 06 - Lichtdurchlass 25%,(http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p318_Graufilter-1-25----25--Transmission-Durchlass.html) Da gestern ja der Mond fast voll war, hat das ziemlich geblendet. Würdet Ihr hier einen schwereren Graufilter empfehlen. oder liege ich mit einen Graufilte prinzipiell falsch?

6.) Zum Schluss noch meine wichtigste Frage.

Bei dem GSO waren zwei Okulare dabei. ein 9mm Plössel und ein WA 30mm (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p807_2--ERFLE---Brennweite-30mm---68----volle-Multiverguetung.html)

Mit dem 9mm hatte ich keinerlei Probleme. Stern im Sucher ins Fadenkreuz, mit dem 9mm war dieser auch schön mittig zu sehen und konnte auch ohne Probleme scharfgestellt werden.

Jedoch mit dem WA30 konnte ich nichts scharfstellen. Ich musste das Okular ca. 2-3 cm aus dem OAZ herausschieben und erst dort fixieren. Nur so war es mir möglich Scharfzustellen. Nun ist aber die Sicherungsnut sichtbar.
Ist das so in Ordnung oder mache ich was falsch.

Habe das Teleskop auch zuvor justiert. ( Fangspiegel schön mittig, Justierlaser trifft mittig den HS und auch das Zentrum des Lasers. Wie gesagt mit dem 9mm funktioniert alles wunderbar.

Link zur Grafik: http://www.dadasign.at/pictures/sicherungsnut.JPG

Für Antworten wäre ich überaus Dankbar, besonders die Sache mit dem Okular bereitet mit Bauchschmerzen.

CS aus Österreich,

David








 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin David!

> Muss der Ventilator dauernd an sein

Bei einem Achtzöller kannst Du den Ventilator während der Abkühlphase laufen lassen, um den Spiegel schneller auf Temperatur zu bekommen. Danach kann das Ding aus. Der Vent sollte übrigens die Luft aus dem Tubus absaugen, nicht reinblasen. Im Grunde braucht man keinen Lüfter bei so einem Gerät, meine Meinung. Ich bin jahrelang mit meinem ex-8"-Dobson ohne Aktivlüftung ausgekommen.

> Frage bzgl. der max. sinnvollen Vergrösserung.

Die hängt einzig und allein vom Seeing, also der Luftunruhe ab, wie hoch mal maximal vergrößern kann. Weniger Vergrößerung hilft da manchmal mehr, und die Vorgaben sind eine Richtschnur und keine feststehende Regel.

> ist mir bei jedem Okularwechsel, die Linse beschlagen. Gibt es hier einen Trick.

Ganz einfach: Okulare warmhalten, entweder in eine sauberen (!) Innentasche am Körper oder ab in den Okularkoffer. Okus sollen nicht im Freien rumstehen, auch nicht in diesen dusseligen Okularhaltern am Teleskop. Das gilt übrigens für jede Jahrezeit.

> Abkühlphase. Nur um sicher zu gehen. Soll das Dobson während der Aufwärmphase mit oder ohne Abdeckung abkühlen? Gibt es eine bevorzugte Lage ( waagrecht ? )

Was meinst Du?
Abkühlen: Dobson waagerecht stellen, alle Deckel ab, evtl. Lüfter an...
Nach der Beobachtung: Teleskop nicht gleich in das warme Zimmer, sondern erstmal bis zum Morgen an einem möglichst ungeheizten Ort (trockener Keller, Treppenhaus, Flur) abtrocknen lassen. Dann die Deckel drauf. Aufbewahrung des Tubus' am besten waagerecht.

> Jedoch mit dem WA30 konnte ich nichts scharfstellen. Ich musste das Okular ca. 2-3 cm aus dem OAZ herausschieben

Das ist ein altes Problem: Dir fehlt die 35 mm lange 2"-Steckerweiterung, die eigentlich bei der Lieferung dabei sein sollte. Mecker mal Deinen Händler an - vielleicht kriegst Du das Ding ja umsonst... ;) - sonst kostet so'n Teil um die 20 EUR, wenn ich mich nicht irre. Es ist ein Unding, daß man diesen Adapter immer noch bei einigen Modellen extra ordern muß.

Mit den Mondfiltern kenne ich mich leider nicht aus, tut mir leid. Ich brauche sowas nicht.
 
Hallo David,

1) Ich bin etwas anderer Meinung als Winnie. Ich meine zwar auch, dass man ohne auskommen kann, aber man muss ja nicht. Jedenfalls, wenn er wie von ihm beschrieben durch die Öffnung saugt, dann braucht man zur Auskühlung ordentlich dampf. Danach ist es gut, den Lüfter langsam weiterlaufen zu lassen. Das ist eine diffiziele Sache. Zuviel Zug und es gibt doch wieder Störungen, zu wenig und es gibt doch noch Luftschlieren. Man kann das mal am unscharfen, hellen Stern (oder Planeten) beobachten. Man sieht dann nämlich in der hellen, unscharfen Scheibe die Luftschlieren. (Mal beim Durchschauen die Hand vor die Öffnung halten, dann ist gleich mal alles klar...)
Mit dem Trick kannst Du selbst schauen, wie schnell nach dem Abschalten des Lüfters neue Schlieren kommen oder eben ob beim Langsamlauf eine Optimalgeschwindigkeit zu finden ist. Aber dazu muss eben eine Regelung her und es muss generell umgebaut werden.
Trotzdem hat Winnie schon auch Recht: Da geht es ja nach Abend mal anders und es geht um die letzten Prozente Leistung.

2. Vergrößerung: Also vom Seeing ist es abhängig, ja, aber natürlich immer in den Grenzen der Optikleistung. Es ist so, dass man bei durchschnittlichem Visus so etwa beim 1xÖffnung[mm] alle Details erkennen kann. Aber mit etwas Übervergrößerung fällt das leichter, besonders wenn die Details nicht zu sehr "pastellig" sind, also harten Kontrast haben. Außerdem ist das von Mensch zu Mensch verschieden. Menschen die eine schlechtere Auflösung schaffen, brauchen mehr Vergrößerung um an die Grenze zu kommen. So bei 2xÖffnung ist dann für die meisten die Grenze erreicht, dann wirken auch die harten Kontraste am Mond schon weich bzw. die Mondgebirge wirken rundgeschliffen (jupp, so wie das von manchem früheren Science-Fiction-Zeichner abgebildet wurde). Das ist dann endgültig Schluss mit sinnvoll, es sei denn man will speziell für Doppelsterntrennung wirklich das Beugungsscheibchen richtig groß sehen.
Eine weitere Rolle spielt auch die Bildhelligkeit. Bei 1xÖffnung (also 1mm AP) ist der Mond noch ziemlich hell und auch der ähnlich helle Jupiter blendet so noch viele Beobachter. Dann erkennt man durch Blendung nichts und muss mit dem Graufilter dämpfen um Details herauszuholen. Übrigens kann auch Umgebungslicht die Blendung mindern - wenn man damit keine Mitbeobachter stört. Das ganze ist sehr individuell. Ich habe mal erlebt, dass jemand der den ganzen Tag eine Brille mit selbst abdunkelnden Gläsern trug ganz ungeheuer blendempfindlich war.
Jedenfalls kann höher Vergrößern auch gegen Blendung helfen, wenn das Seeing (=die Luftunruhe) es zulässt. Man muss abwägen, ob man durch die dann größeren Details mit sanfteren Kanten die pastelligen Details nicht doch zu sehr abschwächt. Dann ist der Graufilter besser.

Graufilter ist gleich das Thema: Bei 8" Öffnung ist der 4x Grau ND=0,6 für hohe Vergrößerungen günstig. Den Mond, den man ja gern auch weniger stark vergrößert (weil das ja auch sehenswert ist), kann da durchaus auch 8x oder gar mehr vertragen. Viele Sternfreunde greifen daher auch zum variablen Polfilter. Aber dessen Einsatz ist eine eigene Diskussion - bitte mal die Suchfunktion anwerfen. Ich habe beides, den variablen, und drei "feste" Graufilter.

4. Abkühlen. Tja, wenn die Öffnung senkrecht nach oben steht, kann Tau quasi von oben ins Gerät fallen. Stellt man es schräg kann es ohne saugende Lüftung einen Warmluftkeil geben. Mit saugender Lüftung scheint schräg am besten zu sein, so dass die Optik den Himmel "sieht" und dorthin Wärme abstrahlen kann, während Tau nicht gleich auf den Spiegel fällt. Gegen waagerecht spricht aber auch nichts, dann sieht die Optik eben Bäume, vielleicht dauert's dann nen Hauch länger?

6. Hat Winnie ja erklärt. Da ist nichts hinzuzufügen außer der Hinweis, dass ein Händler eigentlich schön dumm ausschaut, wenn das Standard-Zubehör nicht zum Gerät passt. Ein Argument für die kostenlose Nachlieferung.

Clear Skies
Sven

 
Hi David,

kann mich Sven und Micha nur anschliesen!

Nur finde ichs vetwas seltsam das du mit dem 30mm ERFLE nicht in Fokus kommst? Hatte das exakt gleich Okular bei meinem 8" 200/1200 f/6 Galaxy Dobson am Start mit dabei und da brauchte ich KEINE Verlängerungshüle!
Als ich mir dann ein 17mm Nagler 2" kaufte hatte ich dieses Problem auch das mir extrafokal ca. 2-4mm fehlten um in den Fokus zu kommen.

 
HAllo zusamen !

Danke für eure Ratschläge/Antworten. Nun ist mir einiges Klarer.

Die Verlängerung war zwar dabei, jedoch hat mir der Verkäufer gesagt, das dieser Adatpter für das Fotographieren gedacht sei.
Da ich mit dem Dobson ja sowieso kein Fotos machen will/kann habe ich es bei First Light erst gar nicht beachtet.

Der Rest ist mir nun auch klarer.

Danke nochmals,

Gruß,

Dave

 
Hallo David,

1.) Muss der Ventilator dauernd an sein, oder ist es ausreichend ihn nur während der Abkühlphase laufen zu lassen.

Nein, muss er nicht. An meinem 10" GSO Dobson habe ich keinen Ventilator dran. Deckel weg, Tubus senkrecht nach oben reichte bisher immer, um die Tülle samt Spiegel abzukühlen. Zumal meine Geräte bei annähernd Außentemp. in der Garage gelagert sind.

2.) Frage bzgl. der max. sinnvollen Vergrösserung. Nach dem Studium dieses Forum und div. Internetquellen bzw. Bücher bin ich etwas verwirrt. Einmal heisst es 2 x Öffnung (=400x), ein anderes Mal ist von 1 x Öffnung (200x) die Rede. An was kann sollte ich mich, als Anfänger, nun halten?

Eher einfacher Öffnungsdurchmesser. Ich meine, die sinnvollen Vergrößerungen leiten sich ja von der Austrittspupille ab und somit letztlich vom Leistungsvermögen des menschlichen Auges. 2x Öffnung bedeutet ja letztlich 0,5mm AP, also in diesen 0,5mm dicken Strahl steckt dann die ganze Bildinformation... auch das Wabern beim Seeing. Also, lieber ein bisgen weniger Vergrößerung, also 1mm AP

3.) Aufgrund der frischen Temperaturen gestern Nacht, ist mir bei jedem Okularwechsel, die Linse beschlagen. Gibt es hier einen Trick. (Okulare vorwärmen, vielleicht in der Jackentasche?)
Naja, Jackentasche geht zwar, aber nur mit Schutzdeckeln auf dem Okular, die Taschen sind ja nie Fusselfrei. Es lohnt sich, sich wirklich anzugewöhnen, daß nur das derzeit benutzte Okular wirklich offen ist. Ich habe mir einen kleinen Koffer besorgt in dem die Okulare in ihren Drehpacks stehen, das reicht meistens, auch ohne Okulardeckel, in der Nacht aus.
4.) Abkühlphase. Nur um sicher zu gehen. Soll das Dobson während der Aufwärmphase mit oder ohne Abdeckung abkühlen? Gibt es eine bevorzugte Lage ( waagrecht ? )
Ohne Deckel, senkrecht nach oben.

5.) Zum Beobachten des Mondes verwende ich den Filter ND96-06
Graufilter ND 06 - Lichtdurchlass 25%,(http://www.teleskop-express.de/shop...ilter-1-25----25--Transmission-Durchlass.html) Da gestern ja der Mond fast voll war, hat das ziemlich geblendet. Würdet Ihr hier einen schwereren Graufilter empfehlen. oder liege ich mit einen Graufilte prinzipiell falsch?

Nein, der Graufilter ist ok. Du kannst natürlich noch einen weiteren Filter dazu anschaffen und so einzeln und in Kombi 3 Dämpfungen erzeugen. Die Frage ist aber eher, wie lange Du sowas nutzen wirst, da Vollmond eigentlich relativ uninteressant ist, es gibt kaum Details zu beobachten.
Anstatt fester Graufilter kann ich aus eigener Erfahrung auch den variablen Polfilter empfehlen, der durch Verdrehen variable Dämpfungen erzeugen kann. Der macht dann auch Gelegentlich an hellen Planeten wie Jupiter Sinn, um Details herauszuarbeiten.
6.) Zum Schluss noch meine wichtigste Frage.

Jedoch mit dem WA30 konnte ich nichts scharfstellen. Ich musste das Okular ca. 2-3 cm aus dem OAZ herausschieben und erst dort fixieren. Nur so war es mir möglich Scharfzustellen. Nun ist aber die Sicherungsnut sichtbar.
Ist das so in Ordnung oder mache ich was falsch.


Ächz! Unterschiedliche Fokuslagen der Okulare. Zwar kommst Du mit dem 9mm Oku in den Fokus, jedoch vermutlich ebenfalls erst weit aussen, also bei viel OAZ-Hub. Nun, es wurde ja schon angesprochen, da arbeitest Du wohl besser mit der OAZ-Verlängerungshülse. Bei ganz knappen Fokusverfehlungen kannst Du auch den HS etwas verfahren, also mittels Justierschrauben ganz nach hinten fahren. Bringt auch (vermutlich) ein bisserl mehr Ausleuchtung des Fangspiegels.
 
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