Fragenhagel zu Astrofotografie-Equipment

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ImKeller

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Hallo zusammen,

ich habe irgendwann vor auch in die Astrofotografie zu starten. Vorerst möchte ich mit meinem Dobson noch weiter Erfahrung am Sternenhimmel sammeln, man kann sich jedoch nie früh genug vorbereiten und informieren.

Ich hätte gerne eine Übersicht von allem was ich überhaupt benötige um in der Fotografie starten zu können. Teleskop, Montierung und Kamera ist selbstverständlich aber was für Zubehör wird da noch benötigt? Was für Geräte könnt ihr einem Anfänger empfehlen? Es sollten keine High-End Geräte sein, das billigste mit dem man nur mäßige Ergebnisse erzielt aber natürlich auch nicht. Wie viel Budget muss ich in etwa einplanen? Ich weiß, dass die Astrofotografie recht teuer ist, hätte aber gerne mal eine konkrete Zahl vor Augen, am besten mit Beispielgeräten.

Fotografieren möchte ich Deep Sky Objekte, Planeten sind zwar auch schön aber nicht zwingend notwendig. Meinen Dobson möchte ich weiterhin zur reinen Beobachtung nutzen, also soll ein zweites Teleskop nur für die Fotografie hinzukommen. Ich tendiere momentan eher zu einem APO, lasse mich aber gerne umstimmen. Ich habe gehört, dass nicht so viel Öffnung wie beim Beobachten benötigt wird, bei Newtons noch ein hochwertiger Koma-Korrektor erforderlich ist und die APO´s leichter sind. Was für eine "Mindestöffnung und Mindestöffnungsverhältnis" ist denn für die meisten Nebel, Galaxien etc. erforderlich? Könnte hier 80mm Öffnung für mich ein grober Richtwert sein? Das würde die Suche ja schon einmal etwas einschränken. Aus einer Tabelle von Sven Wiensteins Homepage habe ich herausgelesen, dass f/6 und f/7 bei einem APO fototauglich sind. Sind Flattener zwingend notwendig oder nur optional?
Taugt hier z.B. der vergleichsweise günstige Williams Optics Apochromatischer Refraktor AP 61/360 Zenith Star; Skywatcher Apochromatischer Refraktor AP 80/600 Evo Star oder TS Optics Apochromatischer Refraktor AP 72/432 FPL53 Photoline etwas? Bei letzterem habe ich hier im Forum sogar schon ein paar schicke Bilder gesehen. Mir fehlen einfach noch ein paar Anhaltspunkte.

Die Montierung soll natürlich stark genug sein um das Teleskop stabil zu tragen. Kann man grob sagen welche Montis für welche Gewichtsklassen geeignet sind oder kann man sich auf die Traglast-Angaben aus den Shops verlassen? Hier finde ich GoTo recht interessant, das würde dann doch auch als Nachführung fungieren oder verwechsle ich was?

Für die Fotos schwebt mir eine Canon 500D vor; worauf muss man bei der Kamerawahl achten? Müssen diese astro-optimiert sein? Ich denke mal, dass so eine kleine Webcam(?) nicht mit einer DSLR mithalten kann.

Gegen gebrauchte Geräte bin ich nicht abgeneigt, hier hängt das aber immer von dem gerade Angebotenem ab. Auch für einen Selbstbau wäre ich bereit (wenn das ohne Erfahrung überhaupt möglich ist) sofern es vernünftige Anleitungen gibt und sich das rentiert. Handwerkliches Geschick und technisches Denkvermögen ist vorhanden.

Sorry für den Roman und diesen Fragenhagel. o_O

Vielen Dank vorab & Clear Skies
Julian
 
Hallo Julian,

ich würde viel kleiner anfangen:

Eine kleine Reisemontierung oder eine EQ-3 Synscan,
eine DSLR, unmodifiziert (Mod braucht es nur für rote Emissionsnebel), gerne Deine 500D,
ein Weitwinkel (Samyang), ein Normalobjektiv (EF 1.8/50 STM), ein kurzes Tele (Samyang 85 oder 135), jew. mit Streulichtblende,
ein L-3 Filter gegen zu fiese Farbsäume als Clipfilter.

Damit kann man Widefields machen, lernt fokussieren, belichten und nachführen und das ganze Handwerk der EBV dazu, und wenn einem danach immer noch danach ist geht's weiter.

Das ganze gebraucht geht für runde 1000€.

Zu viele machen den Fehler und investieren bevor sie die Sache ausprobiert haben. Astrofotografie ist eine Sache der Geduld, nicht der Ausrüstung, die kann man kaufen, die Ausdauer und die Geduld nicht.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Gerade die Vorschläge für das Kamera-Zubehör sind sehr hilfreich.

Was für ein Teleskop kommt denn dann für die "kleine" Montierung infrage und was lässt sich damit fotografieren? Gibt es eventuell Beispielbilder? 5 Kg für Teleskop, Kamera und Zubehör kann da ja schon etwas knapp werden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die Fotografie etwas für mich ist. Für die Beobachtung muss man ja schließlich auch geduldig sein. Ich habe nur keine Lust nach ein paar Wochen neu investieren zu müssen, da das Equip zu wenig kann. Generell hast du aber natürlich recht und "Größer" ist immer mit einem Risiko verbunden.

Gruß
Julian
 
Hallo Julian,

gar keines.

Die Idee mit einer solch kleinen Ausrüstung zu starten liegt in der Beschränkung auf das Minimum, um die Prozeduren zu lernen und zu verinnerlichen, zudem gibt es in den kurzen Brennweiten tolle Motive en masse.

Eine kleine Reisemontierung trägt auch einen kleinen APO, aber die Brennweite potenziert die Nachführprobleme und glaub mir, das muss man sich nicht am Anfang geben. Eher würde ich später eine CMOS-Kamera mit kleinem Chip an das 135er bauen, die macht die Brennweite mit ihren kleinen Pixeln und dem Cropfaktor wett, ein APO mit >400mm Brennweite ist als Objektiv anfangs erstmal nix.

Und wenn es dabei bleibt kann die kleine Montierung ein Resesetup bleiben und es kommt was größeres ins Haus, anders rum kauft man erstmal für viel Geld ein und stellt dann fest, dass es doch nix wird und darf das ganze Geraffel wieder abstoßen, meistens mit Verlust ...

CS
Jörg
 
Hi Jörg,

jetzt verstehe ich dich richtig. Die Kamera kommt direkt auf die Monti, die quasi als Stativ dient. Davon habe ich auch schon gelesen nur nicht mehr dran gedacht.

Das wäre natürlich auch eine Überlegung wert, finde ich gar nicht mal schlecht solange ein paar Deep Sky Objekte gehen. Damit wären dann ja auch schöne Milchstraßen-Bilder möglich. Dahingehend muss ich mich mal weiter informieren.

Danke dir.
 
Hi Julian,
die gleiche Frage hatte ich mir vor ein paar Wochen auch gestellt. Auch ich habe einen Dobson und wollte anfangen zu fotografieren.
Was ist es bei mir geworden:
Kamera: Sony NEX 5R (gebraucht)
Objektive: Samyang F1.4/85mm sowie ein paar ältere Objektive von Porst usw. (alles gebraucht)
Montierung: Vixen GP (gebraucht), ein selbstgebautes Stativ aus Holz und eine neue Skywatcher Steuerung inkl Handcontroller und Motoren (neu).
Damit habe ich angefangen (Kosten für alles: etwa 950€) und meine ersten Ergebnisse wie auch Frust (der letzte Satz von Jörg oben ist richtig) eingefahren. Neben dem eigentlichen fotografieren kommt ja auch noch die Bildbearbeitung dazu, die nicht einfacher ist (zumindest am Anfang).
Aber: das ganze macht trotzdem unheimlich Spaß, Schritt für Schritt wird man besser und wenn das erste einigermaßen brauchbare Bild herauskommt, ist man happy.
Vor kurzem habe ich mir einen kleinen ED Refraktor 80/560mm auch gebraucht gekauft, war günstig in der Bucht. Damit gehts jetzt weiter, wobei ich mit dem ganz langsam anfange, primär nutze ich das Samyang.
Übrigens: mit dem Dobson kann man zumindest den Mond auch gut fotografieren, hat mit meiner Sony gut geklappt.
Ich wünsch Dir jetzt schon viel Spaß!!

LG Stefan
 
Hallo Julian,

klar, das Objektiv ist das Fernrohr, zum Guiden einen 50er Sucher mit ner WebCam und PHD2 (kost' nix), hilft beim Einnorden und guidet zuverlässig, es reicht dazu irgendein alter Laptop, die Anforderungen sind sehr mäßig, geht selbst mit WinXP noch.

Damit hat man dann alles, was ein "großer" auch hat, man kann sich einschießen, wie Stefan gut beschreibt. Und eine EQ3 trägt durchaus auf einen vernünftigen Stativ auch noch ein 300er Tele oder einen kleinen APO, das ist alles noch gut transportabel. Den APO gibt's gebraucht, das Tele (Tip: Pentacon 4.0/300, wenns geht mit 86mm Filtergewinde, das sind die letzten), also man muss da nicht tief in die Trickkiste langen.

Mit der nach und nach steigenden Brennweite tastet man sich an die Themen "Präzises Einnorden", "Guiding" und Bildauswertung ran, was man mit den Widefields gelernt hat kann man mit mehr "Objekt" im Bild verfeinern, alles nach und nach.

CS
Jörg
 
Hi,

wie Du anfägst ist meiner Erfahrung nach egal!
Die Frage ist welches Budget Du hast, und dann lege los.
Ich halte von dem ‘rantasten’ mit verscheidenem Equipment nix...

Ich habe mir damals ein Budget gesetzt. Dann habe ich die CGEM gekauft, ein Skywatcher ED80/600, Flattener und etwas Zubehör. Dazu den MGEN und eine gebraucte 450D.

Und dann einfach losgelegt.

Wenn ich es mir damals hätte leisten können hätte ich mir gleich eine noch tragkräftigere Montierung gekauft...

Überlege Dir was Du fotografieren willst, ob Du stationär oder mobil arbeitest, und dann wieviel Kohle Du ausgeben kannst.

Und dann kauf Dir die beste Montierung die Du bekommst, eine gute Nachführung und irgendein Teleskop für Deine Kamera. Ein Gerät um die 600..800mm Brennweite passt gut zum APS-C Sensor.

Und dann leg los... Du wirst super viel und total schnell lernen.

Und, der Meinung bin ich immer noch - 70% der Bilderqualität ist Bildbearbeitung, 20% die Montierung, 10% der Rest.
Alles muss stimmen für die 100%, aber ohne EBV hilft auch kein Superteleskop ;)

Viel Erfolg,
Ernie
 
Hallo Julian,

Ernie hat zwar grundsätzlich recht, aber ist gibt da eine Sache, warum ich dieses Vorgehen NICHT empfehle... dein ganz pers. Schweinehund! Du hast bereits einen 8" Dobson und wenn du schon mal im Winter in den HImmel geschaut hast, kennst du auch das Problem mit der Kälte und dem Schleppen vorweg, aber ein 8" Dobson ist verhältnismäßig wenig Geschleppe und wenn du nach ner halben Stunde kalte Füße bekommst, packst du ein und gut ist. Das machst du aber nicht mal eben, wenn du fotografieren willst. Ne halbe Stunde brauchts schon mal schnell bis alles einsatzbereit ist und dann kommt erst die Zeit in der du Bildmaterial gewinnen kannst und bestenfalls die Nachbereitung mit Flats und Darks...

Meine Empfehlung geht daher eher Richtung Reisemontierung mit DSLR und leichtem Teleobjektiv. Damit geht der Aufbau, das Ausrichten der RA auf den Pol und Grundlagen der Bildgewinnung und vor allem auch Bildbearbeitung schnell in Fleisch und Blut über.

Schau mal hier: Einsteiger-Guide

Auf meiner Website www.13parsec.de findest du auch Bildmaterial und unter jedem Bild auch das Equipment mit dem es aufgenommen wurde!

Ich bin der Ansicht, dass das kleine/leichte Equipment gerade zu Anfang den Vorteil hat, dass man es sich schnell mal schnappt und raus geht, selbst wenn dann nach ner Stunde Wolken reinrollen ist das "halb so wild". Fängst du direkt mit ner EQ6, 8" Newton und dem vollen Geraffel mit Autoguider, DLSR, Heizbänder usw. an, bist du schnell mal bei 60kg inkl. mobiler Stromversorgung und gerade zu Anfang dauert der Aufbau auch ein wenig. Da ist es ganz natürlich, dass man es sich 3 Mal überlegt, ob man sich das Geraffel unter den Arm klemmt und raus geht, gerade wenn man dann auch nocht am nächsten Tag zur Arbeit darf.

Blendet man den inneren Schweinehund aus und nutzt auch das große Geraffel bei jeder noch so kleinen Gelegenheit, hat Ernie recht, die Lernkurve ist dann steiler und der finanzielle Aufwand bestenfalls geringer, da man keine zusätzliche Reisemontierung gekauft hat...
 
Hier gibt es ja schon ordentliche Hinweise.

Ich würde Dir zwei Bücher empfehlen, die ich selbst habe und sehr gut finde:

Astrofotografie: Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung von Katja Seidel
Astrofotografie. Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung - K. Seidel
Tolle Website der Autorin: Nacht-Lichter - Astrofotografie mit einfachen Mitteln

und

Astrofotografie: Von der richtigen Ausrüstung bis zum perfekten Foto von Thierry Legault
dpunkt.verlag: Astrofotografie - Von der richtigen Ausrüstung bis zum perfekten Foto


Anmerkungen:
Unter den Links findest Du auch Probekapitel zum download.
Das erste Buch würde ich übrigens ausschließlich im Online-Shop des Rheinwerkverlages erwerben, wenn Dir die Option ebook/digitale Ausgabe (u.a. EPUB und PDF) wichtig ist. Diese kostet dort nur 5 EUR Aufpreis. Bei einem Buchkauf ohne diese Option kann man leider die elektr. Ausgabe nicht mehr nachträglich erwerben.
 
Guten Morgen,

vielen Dank für diese unterschiedlichen Meinungen, Anregungen und Tipps. Ich finde die Lösung mit nachgeführter Kamera auf Reisemontierung gar nicht mal schlecht. Kam mir erst gar nicht in den Sinn aber ist für einen Anfänger wahrscheinlich das Beste.

Wenn ich beispielsweise die EQ-3 Synscan wähle, ist dort alles enthalten zum Aufsuchen und Nachführen oder wird noch etwas benötigt? Ich habe bei mir auch noch ein 9x50 Suchfernrohr rumfliegen falls man damit etwas anfangen kann.

Die Bilder und der Guide von Markus Webseite bestätigen das noch mal für mich. Solche Fotos hatte ich mir vorerst als Ziel gesetzt. An dieser Stelle auch mal ein Lob: Die Webseite ist sehr übersichtlich und informativ. Gefällt! Da werde ich öfter mal vorbeischauen.

Gut ist, dass ich mit Bildbearbeitung schon Erfahrungen gesammelt habe und daran Spaß habe. Da ich auch beruflich mit Soft- und Hardware zu tun habe, werde ich dahingehend wohl keine Probleme haben.

Ich werde mal weiter in dieser Richtung recherchieren und auch eure Vorschläge zu den Geräten berücksichtigen.

Gruß
Julian
 
Die eq3 trägt bis ca. 5 Kg, bei der Pro Synscan ist alles dabei (Schrittmotoren, Steuerung und Polsucher). Goto geht damit auch, ebenso Guiding. Das Stativ würde ich aber durch etwas stabileres ersetzen. Ich würde mir warsch. keine EQ3 kaufen, eher GP oder EQ5, Synscan kann man da auch noch nachrüsten.
 
Moin,

w.g. EQ-3,

dachte ich auch mal, dann habe ich auf einem Treffen eine auf einem Berlebach Stativ gesehen,

das wars. EQ-5 ist mir zum rumschleppen zu schwer und für DSLR mit Objektiv oversized.

Für was größeres dann schon eher EQ-6.

CS
Jörg
 
Hallo Julian,

vielen Dank und schön, wenn du mit den Infos was anfangen kannst!

Zur EQ3: Das ist genau die Montierung, die meiner Meinung nach absolut zwischen Bier und Schaum liegt... Die EQ3 trägt nur geringfügig mehr als die üblichen kleinen Reisemontierungen, ist aber deutlich sperriger und schwerer zu transportieren. Ja mit dem entsprechenden Upgrade ist das Teil in beiden Achsen zu guiden, im Gegensatz zur Star Adventurer aber ich denke wenn man ernsthaft über 600s Einzelbelichtungen mit Autoguider nachdenkt ist die EQ3 auch nicht das Mittel der Wahl.
Aufgrund der Größe/Gewichts der EQ3 ist sie auch nicht mal eben so als kleines Reiseequipment oder für den Rucksack geeignet, so dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach über ist, wenn eine größere Montierung angeschafft werden soll.

Wenn es keine Reisemontierung werden soll, würde ich pers. zu einer Montierung der EQ5-Klasse greifen. Die ist nicht deutlich größer/schwerer als die EQ3 bietet aber zusammen mit einem 80er ED APO noch genug Reserven um auch mit Autoguider entsprechend lang belichten zu können. Mit "kleinen" Teleobjektiven bis 135mm (eventuell auch 200mm) Brennweite brauchst du bei guter Polausrichtung nicht mal zwingend einen Autoguider um ordentliche Bilder zu bekommen.
 
Moin,

mit nem Berlebach drunter kannst Du deutlich mehr aufpacken, dazu das zweiachsige nachführen... Bei vergleichbaren Preisen habe ich mehr als mit den Trackern.

Klar, auf lange Sicht brauchts mehr, mir ist die EQ-5 gewichtsmäßig grenzwertig für meinen Rücken, da brauchts auch ein bessers Stativ, auch da wär ich wieder bei Berlebach.

Beide performen auch mit Goto gut, insofern ist das selbstredend auch gut. Hat mit der Grundidee des kleinen Anfangs keinen Konflikt.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

natürlich kann man mit nem Berlebach oder ner Betonsäule auch was an der Zuladung drehen, aber grundsätzlich (ich nehme mal ne EQ3-2) ist die Montierung bis 5kg belastbar, d.h. zwar nicht, dass sie bei 5,1kg zusammenbricht, aber wenn ich das mit meiner ehemaligen Star-Adventurer vergleiche (die hatte ich mal mit nem Fotostativ-Adapter auf dem Stativ meiner AZ-EQ6) liegen die nicht so weit auseinander, dass die anderen Vorteile der kleineren Reisemontierungen und ggf. späteren Weiterverwendung nicht überwiegen würden... Zumal auch das reine Gewicht nicht unbedingt die maßgebende Größe ist, sondern viel häufiger der Hebel des Teleskops bzw. ungünstige Gewichtsverteilungen und nicht zuletzt Wind.
 
Hallo Julian,
Astrofotografie Einsteiger machen meistens den gleichen Fehler: Sie diskutieren, was die beste Optik für sie ist und übersehen dabei, das Montierung und Stativ das wichtigste Equipment bei der Geschichte ist.
Du kannst die tollste Optik auf eine schlechte Montierung setzen und wirst immer nur schlechte Bilder bekommen. Umgekehrt kannst du mit einem "Farbwerfer" auch gute Fotos auf einer guten Montierung hin bekommen.
Mein Rat daher: Kläre welche Montierung du dir leisten kannst und schleppen willst. Deren Tragfähigkeit grenzt danach dann sowieso die Optik ein. Sei dann aber auch realistisch und überlade die Montierung nicht. Auf diese Art und Weise machst du dann auch aus einer guten Montierung einen Wackeldackel.

Ich selber habe eine EQ3, EQ5 und EQ6 (Jäger und Sammler halt...). Die EQ3 ist davon die überflüssigste Montierung. Sie ist nicht sehr stabil und die EQ5 ist nicht viel sperriger. Die EQ6 ist dagegen gewichtsmäßig eine andere Liga. Ich bewundere die Leute, die damit mobil unterwegs sind...
Mein Favorit bzgl. Stabilität und Gewicht ist daher ganz klar die EQ5 (oder vergleichbare). Da gibt es dann aber auch wieder Leute, die darauf einen 200er Newton setzen. Wenn du dir das Leben als Einsteiger schwer machen willst, dann kopiere das oder pack was kleineres drauf. Ich habe da einen 90/600 Apo drauf - das geht gut.

Also, am Anfang der Astrofotografie gehört das meiste Geld in Montierung und Stativ und dann erst in die Optik. Grundsätzlich gilt dabei, dass du viel Geld sparen kannst, wenn du gebraucht kaufst. Insbesondere bei den Kleinanzeigen kann man da Schnäpchen machen - du musst dir dafür aber auch Zeit lassen...

Viel Spaß beim Entscheiden, Marc
 
Hey zusammen,

ich denke wenn ich vorerst ohne Teleskop fotografiere, werde ich nur ein kleine Reisemontierung anschaffen um das Budget zu schonen. Falls es dann soweit kommen sollte, dass ich durch ein Teleskop fotografieren möchte, wird die alte Monti verkauft und eine neue angeschafft.

Bezüglich EQ-3: Ich finde es ganz angenehm, dass dort schon alles enthalten ist (GoTo, Stativ etc.), ich nicht noch teuer nachrüsten muss und diese ja ausreichend sein sollte. Bei der genannten Star Adventurer habe ich bisher nur den Kopf(?) einzeln gefunden und Nachrüstung ist dementsprechend teuer. Vorschläge für Preis-Leistungsstärkere Montierungen nehme ich natürlich gerne an.

Gruß
 
Die EQ-3 ist deswegen ok, weil erstens "willst Du sie" ja schon mal irgendwie (was auch eine Rolle spielt), zweitens hat man sie quasi immer zur Hand hat und sie ist leicht. Eine EQ-3 kann man also immer in der Zimmerecke stehen haben, als Zweitmontierung und/oder wenn wenig Gewicht drauf kommen soll. Ich habe EQ-3, EQ-5, HEQ-5, GP, GP-DX, G-8, G-11, allerdings alles auf Berlebach, und alles ist fein für die jeweilig passende Röhre drauf.

Die EQ-3 haben wir auf der Sternwarte auch als "Schulungsmontierung", mit einem 72mm Refraktor drauf, die ist auch da sehr beliebt.

Allerdings haben alle Vor-Kommentare im wichtigsten Punkt vollkommen recht: Fotografie und Stabilität heißt: schwere Montierung. Gewicht ist Masse und Masse ist Ruhe und Ruhe ist das, was wir brauchen beim Fotografieren. Trotzdem kann ich eine EQ-3 empfehlen, um mal irgendwo zu beginnen und später gegebenenfalls auf eine schwerere umzusteigen. Dann wird die EQ-3 zur Schnellspechtl-Montierung in der Zimmerecke oder im Auto. ;)

Bei längerer Brennweite nimm die EQ-5.

lg
Niki
 
Hallo Julian und Niki
auch ich habe eine EQ-3 mit SynScan-Steuerung und kann sie fotografisch empfehlen für leichte Brennweiten unter 500mm.
Und auch ich habe sie auf Berlebach Report-Stativbeine, die an den normalen Stativkopf passen, montiert. Das ist sehr empfehlenswert.
Die Stativbeine gibt es auch einzeln bei Berlebach.

Grüße

*entfernt*
 
Hey Niki und Dietrich,

ich danke euch für die Info und den Erfahrungsbericht. Wenn so eine Monti auch für Schulungen benutzt wird, ist das ja eigentlich genau das richtige. Das eine Montierung nicht schwer genug sein kann, ist mir durchaus bewusst. Es müssen aber immer Kompromisse getroffen werden.

Berlebach habe ich jetzt schon öfter gelesen und habe mich dort auf der Homepage auch schon etwas umgesehen. Dort gibt es ja etliche dieser Stative ohne, für mich, klar erkennbaren Unterschied. Welche ist denn die passende oder empfehlbare für eine EQ-3? o_O
Würde das mitgelieferte Stativ für den Anfang genügen oder bietet ein Berlebach wirklich so eine merkbare Qualitätssteigerung? Ist ja auch wieder nicht ganz günstig, da wären wir wieder bei den Kompromissen.

Grüße
 
Ich würde mal die 3er nehmen, wie sie ist und damit viel fotografieren. Wenn Du nicht auf der Monti herumklopfst sollte alles gut sein (das gilt auch für schwerere ;)). Holzbeine dämpfen Schwingeungen schneller weg, ein Berlebach ist auch konstruktiv stabiler bei der Verbindung der Beine zum Kopf. Aber natürlich verwenden hunderte Kollegen einen EQ-3 mit dem Alu-Stativ und machen schöne Fotos damit (siehe astrobin).

Also: das Berlebach kannst Du Dir in 3 Jahren zu Weihnachten auf die Liste setzen, wenn Du es brauchst oder willst, notwendig ist es anfangs sicher nicht.

lg
Niki
 
Ja, dem kann ich zustimmen. Bei mir dauerte es aber nur ein halbes Jahr, bis es ein stabileres Stativ werden sollte. Und ich hatte das Berlebach-Report schon, weil ich auch andere Gebiete fotografiere.
Der Einsatz der Berlebach- Stativbeine ergibt wirklich eine merkbar bessere Stabilität.
Wenn du aber erst anfängst, dich in der Astrofotografie zu betätigen, - geh' erst einmal durch die vielen kleinen Schwierigkeiten des Gebiets.
Ja, die Stativbeine sind ein's.
Die mitgelieferten Stativteile haben aber nur nach kurzer Zeit dümmliche Defekte gehabt ( Schraubgewinde zerbröselt, Knebelknöpfe abgebrochen, Schellen verrostet).

Grüße

*entfernt*
 
Hey ihr,

vielen Dank erneut für eure detailreichen Antworten. Ihr helft mir echt weiter und macht es mir leichter, mich zu entscheiden.

Eine Frage habe ich allerdings noch. Nachdem ich nun ein wenig nach Objektiven gesucht habe, bin ich auf dieses Teleobjektiv gestoßen Canon EF 200mm f/2.8 II USM. Hier wurden einige beeindruckende Deep Sky Aufnahmen mit dem Objektiv getätigt und ich bin recht angetan davon. Da das aber ein ganz schöner Brocken ist und mir hier ein "kurzes Tele (Samyang 85 oder 135)" ans Herz gelegt wurde, lässt sich das überhaupt noch auf einer EQ-3 verwenden oder ist das schon zu wackelig / ungeeignet für einen Anfänger?

Gruß
 
Canon 200 f/2.8 ist super. Geht locker auf der EQ-3. Samyang ist günstiger, aber ob 135 oder 200mm Brennweite ist egal, was die Montierung betrifft. Bei 500 oder 1000 mm ist das kritisch. Da darf dann kein Wind gehen, der die ganze Sache zum Schwingen bringt. Also: was immer Du kaufst bis - sagen wir mal - 300mm wird funktionieren. ;)

PS: Bei DSLR Spiegelvorauslösung verwenden.

lg
Niki
 
Alles klar, hab ich mir schon fast gedacht aber lieber safe than sorry. :D
Dann wäre es das fürs erste. Jetzt heißt es gute Angebote finden.

Vielen Dank!
 
Hallo nochmal,

nachdem ich nun eine Canon EOS 500D erstanden habe, ist auch eine Montierung in Sicht. Ich habe ein gutes Angebot für eine Staradventurer erhalten. Diese hat jedoch kein GoTo, ist das ein Muss in der Fotografie oder lassen sich auch so die Objekte einigermaßen finden. Wie funktioniert das dann überhaupt wenn ich nur eine DSLR habe? Schaue ich auf der Kamera ein "Live-Bild" an und springe von Stern zu Stern wie beim beobachten?

Danke & Gruß
Julian
 
Ja, mittels Live-Bild.
Bei kürzeren Brennweiten findest Du Deine Objekte, es geht also ohne GoTo. Aber probiers einfach aus, das sagt Dir mehr als alle Theorie. :)

lg
Niki
 
Danke für die schnelle Antwort Niki! (y)

Dann werde ich da wohl zuschlagen. Zur Not gibt es bestimmt auch Upgrade-Kits für die Staradventurer.

Gruß
 
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