Freitags Beobachtung aufm Feld

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Hallo,
ich möchte hier jetzt auch meine visuellen Beobachtungen niederschreiben, da ich gerne immer die Bereichte von anderen lese.
Ich habe mich am Freitag danke Wettervorhersage auf einen klaren Himmel gefreut. Abends bin ich raus, um zu schauen wie es aussieht. Da stand mitten am Himmel eine schöne Wolke, beleuchtet von der nächsten großen Stadt. Trotzdem wollte ich den Abend nutzen, aber habe dann nur meine Sachen ins Auto gepackt und bin aufs nahe Feld gefahren. Am Anfang war keine besonders gute Einordnung des Himmels möglich, da die Wolke ziemlich gestört hat. Also meinen 8" Dobson aufgebaut und mal die Okulare ausgepackt sowie meinen neuen Skyatlas 2000.0 (sehr günstig bekommen, da gut gebraucht, aber wenn stört ein Kaffefleck auf dem Papier im Dunkeln?). Noch während die Wokle sich langsam auflösste hab ich dann M51 probiert. Dank aufgeheltem Himmel und wohl nicht ganz abgeschlossener Dunkeladaption nur die beiden hellfen Zentren gesehen, bei indirektem Hinsehen ganz leicht einen Nebel um das eine Zentrum erkannt. Das ließ meinen Mut leider etwas sinken, da ich das schon besser gesehen habe. Danach habe ich beschlossen ersteinmal zu warten, bis der Himmel endlich die Wolke los geworden ist. Gesagt getan, habe ich mir den Ringnebel angesehen. Wirklich schön, Hier in Zenitnähe war der Himmel merklich dunkler. Sogar die Milchstraße hat sich mit der Zeit im Zenit immer besser gezeigt. Im 32 mm Okular war der Ringnebel noch ein nebliger Kreis, im 8 mm Okular dann wirklich schon als Ring mit aufgehelltem inneren zu sehen. Dabei war der Nebel nach Außen schärfer abgegrenzt wie nach Innen. Um meinen UHC Filter zu nutzen, habe ich ihn an das 8 mm Okular geschraubt und war etwas entäuscht. Mir hat der Anblick ohne Filter besser gefallen. Ich habe Probleme mit meinem Auge bekommen, das ich nicht mehr scharf sehen konnte. Konnte einen Stern nurnoch kurzeitig scharf sehen, obwohl der Fokus von OAZ so gut es ging drin war. Nach dem Ringnebel hab ich den Hantelneben ins Visier genommen. Auch hier im 32mm Okular nur ein kleiner Nebelfelck. Im 17 mm schon als länglicher Nebel deutlich zu sehen. Nur die Hanelform habe ich da noch nicht so gut gesehen. Eher wie ein zentraller dickerer Strich, der zu den beiden langen Rändern verläuft. Im 13,4 mm Okular war die Hantelform dann schon indirekt zu sehen. Auch hier den UHC Filter vorgeschraubt. Die Form war jetzt besser abgegrenzt zum Himmelshintergrund. Allerdings nicht so deutlich, wie man es als auf Fotos oder Zeichnungen sieht. Dennoch ein wirklich schönes Objekt, das mich etwas gefesselt hielt. Danach habe ich im Sternaltas M56 als Kugelsternhaufen gesehen und versucht (nach vergeblichem Suchen des offenen Sternhaufens NGC 6791). Wirlich nur ein schwaches Nebelchen. Im 13,4 mm Okular leicht granuliert am Rand. Kein wirklicher Unterschied bei direktem und indirektem Hinsehen. Hinterher habe ich im Karkoschka gelesen, dass es sich um einen sehr schwachen KS handelt, also kann ich mich wohl mit diesem Anblick zufrieden geben. Da der Schwan schön hoch im Zenit stand, habe ich den Cirrusnebel noch probiert. Ohne UHC war hier nicht wirklich was möglich. Aber mit UHC habe ich den linken und rechten Teil im 32 mm Okular schön sehen können. Da das meine erste Beobachtung dieses Nebels war, habe ich hier einige Zeit verweilt. Der rechte Teil war viel filigraner und dünner wie der linke. Dafür hatte er größere Ausdehnung. Der linke Teil war etwas kürzer, dafür kompakter und breiter. Mir haben die feine, leuchtenden Außenlinie wirklich gut gefallen. Im Inneren habe ich nur ganz leicht ein wenig Aufhellung in den beiden Komponenten gesehen, keine deutlichen Strukturen. Werde ich auf jeden Fall unter dunklerem Himmel wieder probieren. Am Ende noch M31 probiert. War leider nur das helle Zentralgebiet zu sehen mit einem nach außen verlaufenden Nebel. Trotzdem fasziniert mich der Anblick einer Galaxie immer wieder, wenn man sich vorstellt wie groß die Entfernung ist und wie viele Sterne es dort noch gibt. Einfach faszinierend! Danach habe ich abgebaut, da ich mir nie die ganze Nacht um die Ohren schlagen will. Aber hat wirklich Spaß gemacht, vor allem der Cirrusnebel! Hoffe die nächsten Wochen folgen noch klare Nächte.
Zum Schluss noch eine kurze Frage (falls die hier nicht passend ist, bitte Bescheid sagen!):
Ich habe das Gefühl, dass ich im 8mm Okular alles viel leutschwächer sehe als in meinem 13,4 mm Okular. Ich habe teilweise Probleme die Sterne mit meinen Augen auf lange Zeit zu fokusieren. Habt ihr eine Ahnung was das sein könnte? Im 13,4mm und darüber hab ich das Problem nicht.
In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß am Beobachten,
Raphael
 
Hallo Raphael,

vielen Dank, dass Du uns teilhaben lässt an Deinen Beobachtungen! So langsam tut sich hier im Thread wieder was. Ich finde es ganz wichtig zu wissen, was andere so visuell für Erfahrungen machen, denn manchmal zweifle ich an mir selbst und meinen Teleskopen oder Okularen, doch wie es scheint, gehört das zu jedermanns Erfahrung, das ist immer gut zu wissen.
Nun, 8mm ist ja schon im Hochvergrösserungsbereich. Wenn die Transparenz nicht so gut war, wirst du wahrscheinlich auch all die Aerosole die so in der Atmosphäre schweben mitvergrössert haben und das ergibt ein maues Bild. Das kenne ich auch ganz genau wie Du, dass ich dann - in meinem Fall das 13mm Hyperion von Baader - als Rettung empfinde und noch was an Schärfe gewinnen kann, durch mein 5mm Hyperion sehe ich dann nur noch wie durch Celophanpapier, schrecklich und das hat mich schon am Okular zweifeln lassen. Doch dann gibt es wieder Nächte, da haut es mich von der Leiter gerade im Hochvergrösserungsbereich, was aber selten ist.
Also mit dem 13mm bin ich größenteils zufrieden.
Dann gibt es an einem einzigen Abend auch schon mal enorme Schwankungen bei der Durchsicht, die Atmosphäre ist ja ständig in Bewegung und ich vermute mal hier, dass Du dann durch das 8mm sehr konzentriert und angestrengt schaust und vor lauter Frust möglicherweise Verspannungen eintreten.

Wenn man so nach und nach die Tücken der Durchsicht kennenlernt wird man entspannter und gelassener, das wirkt sich sofort an der Sehkraft aus, doch es bedarf Erfahrung! Also immer dran bleiben am Okular und nicht verzagen, das alles gehört zu den wichtigen Erfahrungen eines guten Beobachters, auch diese Frustmomente! Am besten Notizen machen, zur Wetterlage und Deinen Wahrnehmungen.

Ich hab nun das ganze Wochenende frei und noch ein paar Tage dazu und all die Zeit gehört mir und es schüttet seit Tagen und soll auch nicht besser werden!!!!!!!!!!!! Wenn die Nächte klar werden und ich wieder früh raus muss, werd ich mir Wolken wünschen, weil ich dann nichts verpasst habe, denn das ist schmerzlich.

Bleib dran am Oku und freu mich schon auf Deinen nächsten Bericht, Gruss von Anette
 
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Hallo Raphael,

ebenfalls vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen, bin immer richtig froh hier wieder was neues zu lesen.

Bei 8mm wird die Austrittspupille schon etwas knapp, das stimmt schon, das macht die Objekte dunkler. Andererseits bist du von den magischen 200fach, die unsere Atmosphäre fast immer hergibt, noch ein Stück weg. Daher würde ich 8mm o.ä. auf jeden Fall weiter für Deep Sky einsetzen.

Bei mir isset so gewesen dass ich früher das Seeing schon so ab 150fach oft miserabel fand, mittlerweile gehe ich eigentlich immer auf 175fach und mehr. Zum einen filtert man die Unruhe im Hirn besser raus mit etwas Erfahrung. Zum anderen hat denke ich auch eine genauere Justage die Seeing-Anfälligkeit meines Dobsons gelindert.

Welches 8mm Okular ist es denn? Vielleicht ist das ja auch nicht so toll und kann ersetzt werden.

CU
Klaus


 
Hallo Anette und Klaus,
Danke für Rückmeldung, dass euch der Bericht gefallen hat. Habe auf jeden Fall vor, das fortzusetzen. Könnt euch beim Wetter beschweren, wenn das noch dauern sollte.

Das 8 mm Okular ist ein gebrauchtes Hyperion. Die Vergrößerung bei f/5 liegt ja nur bei 125x oder? Weil teilweise habe ich das viel besser in Erinnerung. Vielleicht war am Freitag die Transparenz wirklich schlecht, das erklärt warum M51 auch überhaupt nicht so einfach war wie vermutet.
Ja, die Erfrahrung muss ich noch deutlich ausbauen. Obwohl ich jetzt schon seit zwei Jahren beobachte, kommts mir immer noch sehr wenig vor. Werde auf jeden Fall dran bleiben. Die Justage habe ich das letzte mal mit Concenter gemacht, seitdem habe ich endlich die Schweifchen an den Sternen stark, aber noch nicht zu 100%, elliminiert. Ich danke euch auf jeden Fall für eure Hinweise.
In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Beobachten und klären Himmel jetzt wo Neumond vor der Tür steht.
Raphael
 
Hallo Raphael,

ich kenne das Okular nicht persönlich, aber nach dem was man so hört und liest ist es wohl mindestens OK.

M51 steht abends derzeit noch nicht allzu hoch. Wenn du dann noch Dunst und/oder Licht in der Richtung hast geht nicht viel. Im Achter war bei mir zwei Scheiben mit hellem Kern das höchste der Gefühle, mehr war selbst in der Eifel nicht drin für mich.

Generell ist die Beobachtung in höheren Graden ja meist einfacher/besser, je tiefer desto matschiger, so ist es meist bei mir auch.

Wenn du 1200mm Brennweite hast dann wären das bei 8mm 150fach, bei 1000mm hast du mit 125fach natürlich recht. Ich war jetzt von ersterem ausgegangen.

CU
Klaus
 
Hallo Raphael,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich bin zur Zeit auch wieder öfter draußen, nach einer längeren Pause schlägt das Astrofieber wieder zu.

Nochmals Danke für die vielen Anregungen.

CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,
danke für deine netten Worte. Ja bei mir eigentlich auch, aber manchmal fehlt irgendwie die Zeit. Und die Nächte über die Wochenenden sind eben deutlich weniger als die unter der Woche. Aber ab und an findet man immer wieder die Möglichkeit.
Am Wochenende war ich in Thüringen auf der Landessternwarte. Leider hatte es Samstagabend/-nacht viele Wolken. Sonst hätte ich vlt. bisschen zuschauen können, wie das 2m Teleskop dort in Aktion etwas ablichtet. Kann ich nur empfehlen, dort mal vorbeizuschauen. Ist wirklich toll dort oben auf dem Berg. Leider hat bei mir das Wetter nicht mitgespielt.
Klaren Himmel wünscht,
Raphael
 
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