gardalon
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Einen schönen Tag zusammen,
Die aktuelle Schönwetterperiode ausnutzend, habe ich vergangene Nacht mit dem 114/900er mal wieder Mond und Planeten ins Visier genommen. Nach einer guten Stunde Auskühlzeit fing ich gegen 2 Uhr zunächst mit dem Mond an. Schon hier fiel mit das absolut traumhafte Seeing und die absolute Luftruhe auf, die herrschte. Hier habe ich mich richtig geärgert, noch keine Barlow gekauft zu haben-deswegen blieb die Vergrößerung auf 138x limitiert.
Aber auch so haute der Mond mich förmlich vom Hocker: Die Hyginus-Rille habe ich zum ersten mal bewusst beobachtet. Filigran und fein, aber gestochen scharf zog sie sich über die Mondoberfläche zu beiden Seiten des mit pechschwarzen Schatten gefüllten Kraters Hyginus. Nahe des Terminators tauchte auch die Ariadaeus-Rille scharf abgegrenzt und gut beobachtbar aus dem Dunkel. Sogar die Triesnecker-Rillen, die ich immer für ein nicht ganz einfaches Objekt gehalten hatte, zogen sich mit zahllosen feinen Verästelungen durch den Mondstaub.
Weiter ging es nach Norden, zum wundervollen Kraterdreieck Aristillus-Autolycus-Archimedes. Das Alpental musste ich minutenlang einfach genießen, und das Identifizieren einzelner Berge der Mondalpen fiel auch recht leicht. Langsam wurde es richtig gnadenlos kalt, und in Angesicht meiner unbehandschuhten Hände, die langsam aber sicher steif zu werden drohten ;-), beeilte ich mich, noch einen Blick auf die Hadley-Rille zu werfen. Nach einem weiteren kurzen Abstecher zu Stöfler und seinen zahllosen Neben-und Nachbarkratern gings vom Balkon erst einmal zum Aufwärmen etwas in die Wohnung.
Rund eine Stunde später war auch der Saturn in einer vom Balkon günstigen Beobachtungsposition. Titan und Rhea waren mit CdC-Karte schnell aufgespürt. Der Saturn selbst war atemberaubend-durchgehend knackscharf, mit deutlichen Farbabstufungen der Saturnkugel, weithin sichtbarer Cassini-Teilung und der ganz klar erkennbaren "Bauchbinde" des Saturns. Über eine halbe Stunde habe ich den Ringplaneten nicht aus den Augen lassen können. Die anschließende Suche nach dem Asteroiden Ceres war leider erfolglos, aber ich habe auch nicht allzu intensiv gesucht.
Letztes Objekt des Abends sollte dann schließlich kurz vor Beginn der Morgendämmerung der Jupiter werden, den ich seit rund fünf Monaten nicht mehr gesehen habe. Leider ging er in der von den langsam anlaufenden Heizungen versauten Luft etwas unter, außer den galileischen Monden gab es deswegen nur die üblichen zwei Wolkenbänder mit Polverdunklung unter ständigem Gewaber.
So, und nach solchem Seeing darf es jetzt ruhig zwei Wochen Wolken setzen ;-).
Und noch eine kleine Frage: War dieses sehr gute Seeing eher lokal begrenzt, oder können andere Beobachter die guten Bedingungen bestätigen?
Gruß, Gardalon
Die aktuelle Schönwetterperiode ausnutzend, habe ich vergangene Nacht mit dem 114/900er mal wieder Mond und Planeten ins Visier genommen. Nach einer guten Stunde Auskühlzeit fing ich gegen 2 Uhr zunächst mit dem Mond an. Schon hier fiel mit das absolut traumhafte Seeing und die absolute Luftruhe auf, die herrschte. Hier habe ich mich richtig geärgert, noch keine Barlow gekauft zu haben-deswegen blieb die Vergrößerung auf 138x limitiert.
Aber auch so haute der Mond mich förmlich vom Hocker: Die Hyginus-Rille habe ich zum ersten mal bewusst beobachtet. Filigran und fein, aber gestochen scharf zog sie sich über die Mondoberfläche zu beiden Seiten des mit pechschwarzen Schatten gefüllten Kraters Hyginus. Nahe des Terminators tauchte auch die Ariadaeus-Rille scharf abgegrenzt und gut beobachtbar aus dem Dunkel. Sogar die Triesnecker-Rillen, die ich immer für ein nicht ganz einfaches Objekt gehalten hatte, zogen sich mit zahllosen feinen Verästelungen durch den Mondstaub.
Weiter ging es nach Norden, zum wundervollen Kraterdreieck Aristillus-Autolycus-Archimedes. Das Alpental musste ich minutenlang einfach genießen, und das Identifizieren einzelner Berge der Mondalpen fiel auch recht leicht. Langsam wurde es richtig gnadenlos kalt, und in Angesicht meiner unbehandschuhten Hände, die langsam aber sicher steif zu werden drohten ;-), beeilte ich mich, noch einen Blick auf die Hadley-Rille zu werfen. Nach einem weiteren kurzen Abstecher zu Stöfler und seinen zahllosen Neben-und Nachbarkratern gings vom Balkon erst einmal zum Aufwärmen etwas in die Wohnung.
Rund eine Stunde später war auch der Saturn in einer vom Balkon günstigen Beobachtungsposition. Titan und Rhea waren mit CdC-Karte schnell aufgespürt. Der Saturn selbst war atemberaubend-durchgehend knackscharf, mit deutlichen Farbabstufungen der Saturnkugel, weithin sichtbarer Cassini-Teilung und der ganz klar erkennbaren "Bauchbinde" des Saturns. Über eine halbe Stunde habe ich den Ringplaneten nicht aus den Augen lassen können. Die anschließende Suche nach dem Asteroiden Ceres war leider erfolglos, aber ich habe auch nicht allzu intensiv gesucht.
Letztes Objekt des Abends sollte dann schließlich kurz vor Beginn der Morgendämmerung der Jupiter werden, den ich seit rund fünf Monaten nicht mehr gesehen habe. Leider ging er in der von den langsam anlaufenden Heizungen versauten Luft etwas unter, außer den galileischen Monden gab es deswegen nur die üblichen zwei Wolkenbänder mit Polverdunklung unter ständigem Gewaber.
So, und nach solchem Seeing darf es jetzt ruhig zwei Wochen Wolken setzen ;-).
Und noch eine kleine Frage: War dieses sehr gute Seeing eher lokal begrenzt, oder können andere Beobachter die guten Bedingungen bestätigen?
Gruß, Gardalon