Für dunkle Gegend: 8x56 oder 10x56?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Friedel

Aktives Mitglied
Wenn man in eine dunkle Gegend fährt, vielleicht sogar in eine sehr dunkle Gegend (Wüste z.B.), sollte man welches Fernglas mitführen:

8x50 bzw. 56 oder 10x50 bzw. 56? (Oder lieber 7x42?) Einbeinstativ ist natürlich dabei und Alter ist noch unter 40.

Womit sieht man mehr (oder anders)? Macht die größere Austrittspupille die geringere Vergrößerung wett oder umgekehrt? Hat jemand schon Erfahrungen im Vergleich sammeln können?


 
Wenn ich in eine solche Gegend fahren würde und nur ein Glas mitnehmen könnte, wäre vermutlich das Fujinon 10x50 FMT-SX2 dabei.

Du schreibst hier von 5 verschiedenen Gläsern.

Hast Du die alle oder willst Du Dir erst eins kaufen? Wenn Du die hast, müsstest Du doch selbst am besten einschätzen können, welches am besten für diesen Zweck geeignet ist?

Und wenn Du erst ein Glas kaufen willst, dann ist die Frage, ob Du längere Zeit in einer "Wüste z.B." sein wirst oder ob es nur eine (relativ) kurze Reise ist? Wieviel kannst/willst Du ausgeben?

Gruß
Adson
 
Die grosse Austrittspupille erleichtert bei sehr dunklem Himmel das Erkennen grossflächiger Strukturen, die einen geringen Kontrast haben (Nordamerikanebel und dergleichen). Mehr Vergrösserung hilft aber dabei, die kleineren Galaxien und Kugelsternhaufen zu identifizieren, die bei 8x noch fast punktförmig sind. Ausserdem steigt die Grenzgrösse schneller mit der Vergrösseung als mit der Öffnung, so dass man mit dem 10x Fernglas mehr Sterne sieht.

Idealerweise nimmt man ein leichtes 7x42 mit, für die ausgedehnten Objekte und die Milchstrasse, und ein deutlich stärkeres Gerät (kann auch ein Spektiv oder kompaktes Teleskop sein) auf Stativ für die Detailbeobachtung. Wenn man nur ein Fernglas mitnehmen kann, dann wäre ein 10x56 wohl ein guter Kompromiss.

Viele Grüsse,
Holger
 
Danke für die genaue Erklärung!

Es geht darum, jemandem ein Glas zu leihen bzw. ein neues zu kaufen (natürlich nicht nur für den Einsatzzweck Wüste).
Das Einsatzgebiet wird immer wieder dunkle bis sehr dunkle Gegenden sein, ein Celestron 7x50 (baugleich mit einem Vixen aus Japanfertigung, Porro mit leichtem Tunnelblick und guter Abbildung, guter Verarbeitung, nicht wasserfest und schön leicht) ist in Reichweite. Natürlich wäre gerade bei schwacher Vergrößerung ein weites Feld zu wünschen.

Die Argumentation, ein 7-fach vergrößerndes und ein Spektiv oder Ähnliches mitzunehmen, klingt auf jeden Fall gut. Da keine Eile nötig ist, kann ich mich in Ruhe auf dem Gebrauchtmarkt umsehen.
 
Hallo Friedel,

ich schlage mich gerade mit dem selben Problem herum, welches Glas für dunkle Gegenden freihändig (!) das Optimum ist; Nebenbedingung brillenträgertauglich. Für mich käme aus Gründen der Vielseitigkeit kein Glas mit Einzelokularfokussierung in Frage.

Also, aus meiner Sicht wäre für gute Bedingungen ein Fujinon 10 x 60 HBT Hunting interessant. Bloss - man findet nichts darüber, es gibt keine Erfahrungsberichte, nichts. Da sind die 600 Einstandspreis schon ein Risiko. Auf der Fujinon HP findet man darüber keine Informationen.

Ich habe mir nun ein Nikon Monarch 10 x 56 DCF bestellt, das kostet 400 Euro und könnte die Bedingungen erfüllen. Sobald ich es habe, folgt ein Bericht.

Ansonsten kommt man bei idealen Bedingungen rein astronomisch nicht an einem Fujinon 10 x 70 FMT-SX vorbei. Dieses kann man wegen des Gewichtes und der Einzelokulareinstellung nicht bei Tag einsetzen, sonst hätte ich schon längst ein.

Viele Grüße
Andreas



 
Hallo Andreas,

dazu eine Frage:

Und wozu müsste dieses Glas mit großer AP auch tagsüber einsetzbar sein (weshalb Du Einzelfokussierung ablehnst)?

Also irgendwie passt doch das eine (große AP) nicht mit dem anderen (auch tags voll einsetzbar) nicht zusammen.

Es sei denn, man müsste sich auf ein einziges Glas beschränken ...

Gruß
Adson

 
Hallo Andreas,

ich finde ein Glas in der Größe 10x56 von den Maßen ganz praktisch, es geht eben noch leichter in den Rucksack als ein 10x70. Trotzdem, die Vorurteile bzgl des 10x70 kann ich nicht alle teilen (ich hab eins :o), es ist optisch ganz hervorragend, geht noch gut in der Hand. Die Einzel-Scharfstellung ist kein Problem, eher ein Vorteil, da merkt man sich die Zahlen für unendlich bzw so 50m etc. Für Astro reicht ja eine Einstellung, in der Dämmerung reicht die Schärfentiefe locker für Wildbeobachtungen aus. Ist eine Welt, fast taghell!
Am Tage kann man da auch durchgucken, falls gerade zur Hand, nur der Luxus zum Pupillenbräunen ist etwas schwer zu schleppen.
Also ich habe auch ein 7x40, aber ich käme nicht auf die Idee es Nachts rauszuholen wenn ich das 10x70 irgendwie transpotieren könnte.

cs
Kai
 
Hallo Kai,

ist das Fujinon 10x70 denn noch freihändig zu gebrauchen? Wenn einmal auf dem Stativ, dann wird es ja so unbequem ohne Schrägeinblick. Daher würde ich in den meisten Fällen auch eher zum 10x50 greifen, das ohne Stativ viel flexibler ist und dazu noch mehr Sehfeld bietet.

Viele Grüsse,
Holger
 
Hallo Adson,

große AP kann man sehr wohl gut am Tag einsetzen: Es es ergibt sich ein ungeheuer komfortables Einblickverhalten. Schau mal bei Tage durch das Fujinon 10x70, das ist ein unvergleichlicher Einblickkomfort.

Ein großes Dämmerungsglas wäre auch für die Naturbeobachtung sehr gut nutzbar, nur eben nicht mit Einzelfokussierung. Bei bewegten Onjekten geht dann damit gar nichts mehr.

Da haben die Hersteller halt an der Mechanik gespart, ok kann man machen, aber man muss es nicht schönreden und den Nachteil als Vorteil verkaufen wollen :/

Viele Grüße
Andreas

 
Nur ein wenig Offtopic, beim Stöbern hier im Board stieß ich auf das Swift Audubon 8.5x44 ED.

Dieses könnte vielleicht auch ein guter Kompromiss sein, das allerdings kaum besprochen wurde. Es hat immerhin eine AP von 5,2mm und 44mm-Objektive. In früheren Versionen soll der Augenpupillen-Längsabstand allerdings zu knapp gewesen sein. Beim neuen soll es besser sein. Vorteile: Man kann es noch ohne Stativ gut nutzen, ein kleiner Stativadapter reicht fürs Einbeinstativ und der Preis ist hinnehmbar. Wenn die Abbildungsqualität auch noch gut ist, sollte ich mir das mal ansehen. Vielleicht besitzt es ja jemand und nutzt es für den Himmel?
 
Hi Friedel!

Das Glas ist hier eigentlich ziemlich ausführlich besprochen worden, allerdings sind dies zumeist ältere Einträge. Gib es doch einfach mal in die Suchmaschine ein.
Ich habe es selbst getestet und fand es wirklich sehr gut. Für mich war die optische Leistung nicht schlechter, als bei teureren Gläsern (habe es allerdings nur am Tag getestet). Der Grund, warum ich mich gegen das Glas entschieden habe, war das ungünstige Einblickverhlten. Ich mußte meine Augen fast an die Okulare quetschen, um das volle Sichtfeld ausnutzen zu können. Das mag bei Dir anders sein, also solltest Du s auf jeden Fall mal testen.

Gruß

Tim
 
Hallo Holger,

erst einmal ein Lob für Deine Homepage, ich lese sehr gern Deine Berichte! Durch so viele Ferngläser wie Du habe ich noch nicht geschaut, und das 10x50 kenne ich auch nicht live. Es ist sicher ein super Glas, vieleicht sogar optisch das beste aus der Fujinon Reihe.
Mit dem Freihand-Beobachten ist es so eine Sache, mich stört weniger das Wackeln als vielmer das Halten, das geht in der Tat nicht sehr lange. Am besten geht es auf dem Rücken liegend, trotzdem bleibt man etwas angespannt. Dann geht noch aufstützen und anlehnen, zB Bäume, Holzstapel, Auto.
Trotz der ganzen Kompromisse, nehme ich das Glas am liebsten freihand. Wenn ich schon ein Stativ mitnehme dann kommt da gleich das 16x70 drauf.
Also ich denke das ist individuell, aber ich möchte auf die Öffnung ungern verzichten.

Kai
 
Stimmt, ein paar Bericht gibt es über das Swift - jedoch bin ich mir nie sicher, ob der AP-Längsabstand nun beim aktuellen Modell größer wurde. Alle Berichte beklagen ihn nämlich als zu knapp - ob das auch für die aktuelle Version gilt? Aussagen wie "ins Okular hineinkriechen" sind für mich ein Ausschlusskriterium. Wenn die aktuelle ED-Version also andere Okulare spendiert bekommen hat, würde ich mir eins genauer anschauen.
 
Hallo Andreas,

klar sind 7 mm AP komfortabel im Einblick. Aber außer für die klassischen Marine-Anwendungen kann ich da wenig Nutzen erkennen, der es rechtfertigt, deswegen so einen Klopper mit sich herumzutragen ...

Das Fujinon 10x60 soll angeblich gut sein, aber keiner weiß war genaues. Das wäre in der Tat ein brauchbarer Kompromiss.

Gruß
Adson
 
Zitat von fraxinus:
Hallo Holger,

erst einmal ein Lob für Deine Homepage, ich lese sehr gern Deine Berichte! Durch so viele Ferngläser wie Du habe ich noch nicht geschaut, und das 10x50 kenne ich auch nicht live. Es ist sicher ein super Glas, vieleicht sogar optisch das beste aus der Fujinon Reihe.
Mit dem Freihand-Beobachten ist es so eine Sache, mich stört weniger das Wackeln als vielmer das Halten, das geht in der Tat nicht sehr lange. Am besten geht es auf dem Rücken liegend, trotzdem bleibt man etwas angespannt. Dann geht noch aufstützen und anlehnen, zB Bäume, Holzstapel, Auto.
Trotz der ganzen Kompromisse, nehme ich das Glas am liebsten freihand. Wenn ich schon ein Stativ mitnehme dann kommt da gleich das 16x70 drauf.
Also ich denke das ist individuell, aber ich möchte auf die Öffnung ungern verzichten.

Kai

Hallo Kai,

Danke für Dein Lob! Ich kann mir gut vorstellen, dass diese 70mm Ferngläser freihändig zu schwer sind. Wenn Du sehr dunkle Nächte hast, dann kann das 10x70 Fernglas noch etwas mehr zeigen als das 10x50, wenn es um ausgedehnte Objekte geht. Dafür hat es aber auch weniger Sehfeld und man kann es nicht so lange halten. Aus diesem Grunde erscheint mir das 10x70 ein bischen zwischen den Stühlen: Zu schwer für die freie Hand, fürs Stativ dann aber doch mit zu wenig Leistung. Wenn Du das 10x50 mal in die Hände bekommst, dann solltest Du mal vergleichen, und ich könnte mir vorstellen, dass Du hinterher das 10x50 behälst und das 10x70 verkaufst.

Viele Grüsse,
Holger
 
Hallo Holger,

gut, daß Du mich warnst. Da gucke ich also lieber nicht durch das 10x50 :biggrin:

Nein, nein, das 10x70 behalte ich, habe es mal zum Neupreis erstanden, aber ich glaube das 10x50 gabs da noch nicht oder eben gerade erst ganz neu. Jetzt gibts das 10x70 ja manchmal gebraucht für unter 400 Euro, oder gar unter 300, da kann ich nur sagen: zuschlagen! Nur, nan muss eben den Zitter-kontra-Stativ-Kompromiss *wollen*, sonst wird's nichts.

Mit dem Stativ, das siehst Du richtig, es bringt darauf nicht soviel mehr, als daß es sich der Aufwand lohnen würde.
Letztens konnte ich es mit dem 7x50 eines Freundes ausgiebig vergleichen und muss sagen, da ist ein deutlicher Unterschied in der Wahrnehmung, trotz mehr Wackelei. 7x50 gibt allerdings auch größere Felder...
Habe auch oft mit einem 150mm Newton verglichen, (niedrigste Vergrößerung, 8mm Pupille). Im Newton ist alles etwas heller und die Sterne funkeln mehr, insgesamt nicht viel Unterschied und Nebelflecken sowie kleine Sternhaufen fallen mit dem Fujinon leichter auf.

Grüße
Kai
 
Hallo Holger,
hallo Fernglasfreunde,

Zitat:
>>Aus diesem Grunde erscheint mir das 10x70 ein bischen zwischen den Stühlen: Zu schwer für die freie Hand, fürs Stativ dann aber doch mit zu wenig Leistung. Wenn Du das 10x50 mal in die Hände bekommst, dann solltest Du mal vergleichen, und ich könnte mir vorstellen, dass Du hinterher das 10x50 behälst und das 10x70 verkaufst.<<
Zitat Ende.
:super:


Jahrelang schaute ich sehr gerne durch mein Vixen 11x80...

...dann kam das 10x50 Fujinon.
Nun wartet das 11x80 auf weitere Einsätze unter dunkelstem Himmel! :Trost:


Gruß,
Stefan

 
Es gibt eben für und gegen alles Argumente.

Wenn ich nur ein einziges Glas für Astronomie behalten dürfte, dann wäre es wohl das 10x50 Fujinon ... 5 mm AP halte ich für optimal beim Astro-Fernglas.

Gruß
Adson
 
Hallo Friedel,

ich hatte das Swift Aubudon ED im Test und es war für mich in der Summe der Eigenschaften ein sehr gutes Fernglas für den Preis.

Ich selbst kam, bei richtiger Einstellung der drehbaren Augenmuscheln, hervorragend mit dem Einblick klar und 8,5fach ist -wieder für mich- ganz hervorragend freihändig händelbar, 10x50 ist schon sehr grenzwertig.

Wie das Glas Dir oder dem Wüstenreisenden passt kann man nur im persönlichen Test herausfinden. Wenn es passt, kann es erste Wahl sein, wenn nicht fällt es eben durch.

Simone Hauptmann z.B. kann einen solchen persönlichen Test, auch im Vergleich mit anderen Gläsern ermöglichen.
http://www.optixxx.de/login.php?sess=2brsuddk8nauv8gcaqh6ab0611
Mehrere Sternen-/Fernglasfreunde haben so schon IHR Glas gefunden.

CS
*entfernt*

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben