Fujinon 10x50

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JoachimSchmolke

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Liebe Fernglasfreunde,

endlich habe ich ein 10x50 von Fujinon zum Testen bekommen.
Ich möchte hier keinen großen Testbericht schreiben. Trotzdem möchte ich Euch kurz meinen Eindruck mitteilen.
Das Fujinon hat - ohne wenn und aber - von allen auf dem Markt befindlichen vergleichbaren Spitzenferngläsern die beste Bildqualität. Für die Astronomie kann man sich kein besseres Glas wünschen, vor allem wegen der konkurrenzlosen Randschärfe. Als Universalglas ist es etwas zu schwer - vor allem fehlt aber der Mitteltrieb.
Auch die Augenmuscheln könnten etwas konfortabler sein. Ich habe etwas Probleme die Nase zwischen die großen Okulare zu bekommen.
Im direkten Vergleich zu meinem EL 10x42 von Swarovski ist mir folgendes aufgefallen:
Helligkeit, Brillianz und Kontrast liegen in der Bildmitte bei beiden Gläsern ungefähr auf gleichem Niveau. Je mehr man zum Rand hin sieht, desto mehr fällt das EL ab.
Nun zum ultimativen Zeitungstest:
Blatt einer Tageszeitung auf einem Brett befestigt, Brett in 16 m Entfernung aufgestellt, Ferngläser aufgelegt, Testperson sitzt. "Eingeschossen" habe ich mich auf die beiden Worte "Sie ist".
Um feinste Details sicher erkennen zu können, muß man den Augen etwas Zeit lassen.
Die Worte "Sie ist" konnten von dem Fujinon auf Anhieb
gerade noch aufgelöst werden. Das Bild war gestochen scharf. Im EL gelang mir das nicht mehr. Das schwarz der Buchstaben war im EL überraschenderweise genau so kräftig wie im Fujinon. Es fehlte aber der letzte Rest an Schärfe. Ich habe es immer wieder probiert mit dem EL die beiden Worte zweifelsfrei aufzulösen. Es gelang nicht ganz. Fakt ist: auch in Punkto Mittenschärfe kommt das Spitzen-Dachkantglas nicht ganz an das Spitzen-Porroglas heran. Dafür ist das EL aber unschlagbar handlich - es liegt wie angegossen in der Hand und die Augenmuschel sind sehr konfortabel.
Auch hier hat sich wieder bestätigt: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht.

Gruß
Joachim
 
Hallo,
Zeitungspapier scheint mir wirklich völlig ungeeignet um einen solchen Test durchzuführen. Die Auflösung und Farbdichte bei gedruckten Zeitungen und Zeitschriften ist so schlecht, dass diese zum test von High-End Ferngläsern wahrlich unwürdig sind. Um einigermaßen verläßliche Ergebnisse erwarten zu können müsste man m.E. solche Buchstaben mindestens mit einem Laserdrucker (1200x1200dpi) auf gutem Papier ausdrucken!
Gruss
Sebo
 
Hallo Joachim,

wie würdest Du das Fujinon 10X50 im Vergleich zum Nikon 12X50SE einstufen? Das Nikon ist viel leichter, daher ist es möglicherweise freihändig trotz 12facher Vergrößerung so gut zu gebrauchen wie das Fujinon, es hat einen Mitteltrieb und die Optik soll ja auch nicht von schlechten Eltern sein.

Gruß,

Manfred
 
"...
Auch die Augenmuscheln könnten etwas konfortabler sein. Ich habe etwas Probleme die Nase zwischen die großen Okulare zu bekommen..."


Hallo Joachim,

könntest Du das bitte noch etwas ausführlicher beschreiben, ich hab nämlich eine ziemlich große Nase (siehe hier) - ein altes Familienerbstück - und bin gerade dabei das Fujinon 10x50 ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Welchen Augenabstand hast Du denn, d.h. geht eine große Nase auch bei normalem Augenabstand ( 7 cm) nur schwer dazwischen ? Sind die Gummiaugenmuscheln umklappbar ? Bin sehr an weiteren "Testergebnissen" interessiert.

Schöne Grüße
 
Hallo Sebo,

eine normale Tageszeitung reicht völlig aus um sich ein Bild von der Schärfezeichnung eines Fernglases machen zu können. Vor allem dann, wenn es andere Ferngläser als Vergleichsmöglichkeit gibt.

Gruß
Joachim
 
Hallo Stephan,

die Gummiaugenmuscheln sind umklappbar. Entscheidend ist aber der Abstand der Augen voneinander. Bei mir ist er etwas klein (63mm). Ist er größer, dürfte auch eine große Nase nicht stören. Richtig kritisch ist das bei dem Fujinon auch bei mir nicht.

Gruß
Joachim
 
Hallo!

Auch ich bin seit gut fünf Wochen Besitzer des Fujinon 10x50 und muß sagen, daß ich total begeistert bin! Ein sehr erfahrener Astro-Kollege und ich haben gleich mal das Glas mit einem 10x50 Swarovski verglichen. Während mein Freund der Meinung war, etwas mehr Details in Objekten erkennen zu können, war ich der umgekehrten Ansicht und fand das Fujinon besser. Wir einigten uns aber darauf, daß der Unterschied wirklich nur ganz marginal ist.
Was uns aber beide vom Hocker gehauen hat, ist, daß das Fujinon wirklich bis zum Rand knackscharfe Sternpunkte abgebildet hat. Der Österreicher ließ am Bildrand diesbzgl. doch etwas nach. Zwar hat das Swarovski ein etwas (0.1 Grad) größeres Feld, das kann man aber m.E. nicht ganz wegen der Randunschärfe ausnutzen. Daher finde ich, hat das Fujinon ein eigentlicher größeres, NUTZBARES Sehfeld.
Vorteil des Swarovskis ist natürlich schon der Mitteltrieb. War aber für mich kein Hindernis, da ich das Glas zu 95% astronomisch nutze.
Zudem finde ich, liegt das Fujinon richtig satt in der Hand und kann ohne Probleme noch schön freihändig genutzt werden.
Auch ich habe eine relativ große Nase bei geringem Augenabstand und finde die Augenmuscheln nicht problematisch.
Alles in allem bin ich damit überglücklich und jeder bestätigt mir, daß es wohl das beste Fernglas ist, das man für diesen Preis kaufen kann. Immerhin ist das Swarovski doppelt so teuer!
Also unbedingt mal genauer anschauen!!

CS

Alex
 
Hallo Alex,

Ich kann mich Deiner Meinung zum Fujinon nur anschliessen! Neben der sehr guten Randschaerfe ist auch dessen Resistenz gegen Geisterbilder aussergewoehnlich gut. Gerade jetzt am Mond ist das zu bestaunen: Waehrend nahezu alle Fernglaeser mehrere Sekundaerbilder entwickeln, wenn der Mond im Sehfeld ist, bleibt das Fujinon fast komplett verschont. Dadurch kommt der Mond mit einem sehr guten Kontrast. Dies ist wohl ein Verdienst der Verguetung, die mit einem patentierten Elektronenstrahl-Verfahren aufgetragen wird und unschlagbar gut funktioniert. Wenn es ein paar 100g leichter waere, dann waere es mein ideales 10x50 (mit der Einzelokular-Einstellung kann ich leben).

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

wie ist das denn, wenn Du knapp neben dem Mond schaust mit dem Glas in Sachen Geiserbilder? Mir ist bis jetzt noch keins untergekommen, bei dem das ohne nennenswerte Reflexe ausgegangen ist.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo,

"Wenn es ein paar 100g leichter waere, dann waere es mein ideales 10x50 "

Da sind wir wieder beim Knackpunkt angelangt! Und wenn es nicht so groß wäre und wenn es Zentralfokussierung hätte und....dann wäre es ein echtes Universalglas dass auch überall hin mitgenommen wird.
Dann wäre es bestímmt so teuer wie ein Dachkant von den großen 3, aber optisch auch um Nuancen besser und ich könnte endlich meine Zeitung oder meinen Laserausdruck schön scharf (schwarz) abgebildet aus 10-15m Entfernung lesen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Ich denke die Diskussionen hier gehen langsam an der Sache vorbei (->siehe Thread Docter Nobilem).
Wie schon oben (Wollmilchsau..) treffend bemerkt, kann man eben nicht alles haben.

Auf jeden Fall ist das Fujinon ein Klasse Astroglas mit sinnvollem Zubehör zu einem erschwinglichem Preis. Kauft man sich noch ein 8x32 etc. für den Alltasgebrauch dann stimmt die Sache wíeder...

Grüße

Robert
 
Hallo Andreas,

Das ist ein guter Punkt: Das Fujinon hat mit dem Mond mehr Probleme, wenn er sich knapp ausserhalb des Sehfeldes befindet, als innerhalb. Die Streulicht-Unterdrueckung ist hier nicht so gut wie beim Nobilem, was auch in der Daemmerung immer wieder auffaellt. Das liegt daran, dass eine diffuse Beleuchtung der Innentuben beim Nobilem entweder besser abgeschirmt wird, oder auch daran, dass der Innenanstrich des Nobilem (sieht aus wie Russ, mit sehr rauher Oberflaeche) die Reflexionen besser unterdrueckt. Allerdings ist das Fujinon auch hier noch auf einem passablen Niveau.

Einen Vergleich Nobilem/Fujinon (auf englisch) habe ich ja auf meiner Web Page

http://de.geocities.com/holger_merlitz/fujinon10x50.html

Gruss,
Holger
 
Testobjekte

> Das Fujinon hat mit dem Mond mehr Probleme, wenn er sich knapp ausserhalb des Sehfeldes befindet, als innerhalb. Die Streulicht-Unterdrueckung ist hier nicht so gut wie beim Nobilem, was auch in der Daemmerung immer wieder auffaellt ...

Hallo Holger,

mir ist schon klar, daß wir mit unserem zukünftigen ultimativen Astroglas vorwiegend ö-Punkte in 15m Entfernung und den Mond knapp außerhalb vom Sehfeld beobachten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Mir würden aber noch ein paar andere Sachen einfallen. Auch wenn es nicht so relevant ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, vielleicht könnte man beim Thema Mond mal schauen, wie es um Streulicht und Kontrast bestellt ist, wenn selbiger in der Mitte des Sehfelds steht? Geisterbilder und Reflexe sind nur die halbe Miete. Die Sichtbarkeit des aschgrauen Mondlichts um Halbmond herum oder die Erkennbarkeit von Sternen in der näheren Umgebung des Mondes sind dafür gar nicht mal so ungeeignet. Schau doch mal in den Astrokalender, vielleicht gibt es in den nächsten Tagen noch eine passende Sternbedeckung durch den Mond? Und bei Vollmond kann man sehr schön testen, wie es um die Sichtbarkeit von schwächeren Sternen mit Mond im Sehfeld bestellt ist. Inwieweit sich Streulicht von den Innenwänden bei der Deep-Sky Beobachtung auswirkt, das sollten wir besser an geeigneten Deep-Sky Objekten überprüfen. Was die Unterschiede Porro vs Dachkant betrifft, so sollten wir auch nicht vergessen, ein paar schöne Doppelsterne unter die Lupe zu nehmen. Hier sollte sich zeigen, ob das Leica im Vergleich zu den Porrogläsern den kürzeren zieht oder nicht.

Das mag alles nicht so spannend sein wie die ö-Punkte, aber vielleicht hilft es uns ja, den Bericht am Ende in einer astronomischen Zeitschrift unterzubringen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Ist nur so 'ne Idee ...

Frank.
 
Re: Testobjekte

Hallo Frank,

Das geht schon klar - ich werde mir auch noch einmal den Mond ansehen. Aber Du wirst sicher verstehen, dass ich gerade voll und ganz mit dem neuen 'Sie ist' - Test ausgelastet bin :-)

Viele Gruesse,
Holger
 
... ich habs jetzt auch, kam heute an, noch kein Test unter Sternenhimmel möglich (siehe Wetterbericht), aber bei der Tagbeobachtung der erste Eindruck: ein wirklich sehr gutes Fernglas, tatsächlich bis 95 % des Bildfeldes knackscharf, dabei die gleiche Bildfeldgröße wie bei meinem bisherigen Minolta Aktiva 10 x 50 W, und das W bedeutet dabei Weitwinkel, davon waren aber nur ca 60 % wirklich scharf beim Minolta, und gegen den Rand wird dort die Unschärfe schon sehr auffällig (ich habe allerdings bei beiden Augen einen leichten Astigmatismus und beobachte ohne Brille). Beim ersten Vergleichtest mit der Schrift auf einem Mineralwasserflaschenetickett in 25 m Entfernung war das Fujinon auch in der Bildmitte sichtbar besser (am Rand eh). Das Fujinon ist deutlich schwerer und grösser als das Minolta, was aber wohl durch die grössere Masse die Zitteranfälligkeit bei Freihandbeobachtung reduziert, meist werde ich aber das Fujinon mit Stativ einsetzen. Mit der Einzelokularfokussierung habe ich kein Problem, und vor allem: meine Nase passt bequem dazwischen ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Die Gummiaugenmuschel finde ich sehr angenehm, aber eine Verbesserung hab ich dazu noch vorzuschlagen, um seitlichen Lichteinfall ganz abzuschotten: die Baader Gummiaugenmuschel (für Aufsteckdurchmesser 33,5 - 34mm) (z.B. hier) passt genau zusätzlich auf die ausgeklappten Fujinon-Augenmuscheln, der Augenabstand ist auch damit noch bequem ausreichend und auch wenn diese zusätzlichen Baader Augenmuscheln drauf bleiben (diese zurückgeklappt) passt die Okularabdeckung noch gut drauf.
Ich bin schon gespannt auf den ersten Nachteinsatz.
 
Hallo,

meine These, dass Dachkant-Gläser eher ein überteuerter Modegag sind, scheint sich immer mehr zu bestätigen...

Gruß,
Peter

 
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