Fujinon FMT-SX 10x50: unumstritten?

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Hogel

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Hallo allerseits,
wie sieht das die Fernrohrgemeinde: Ist das Fujinon FMT-SX
10x50 der Allrounder für die Himmelsbeobachtung
(auch unter mäßigem Himmel) schlechthin?
Danke für eure Erfahrungen! :-) Rolf
 
Hallo Rolf,

ich besitze das Fujinon 10x50 zwar nicht, jedoch das Docter Nobilem 10x50. Ich denke ein 10x50 ist zur Himmelsbeobachtung auf jeden Fall ein Allrounder. Die AP von 5 mm wurde ja oft genug als nahezu ideal bezeichnet. Was mich persönlich jedoch an dem Glas stören würde, ist die Einzel-Okularfokussierung, da ich auch gerne tagsüber die Natur beobachte. Ein Fernglas mit Einzel-Okularfokussierung wie das Fujinon 10x50 macht eigentlich nur am Sternenhimmel Spaß, wenn man nicht nachfokussieren muss. Wenn man das Fernglas auch tagsüber benutzt, würde ich eher z.B. das Docter Nobilem 10x50 mit Zentralfokussierung empfehlen. Ansonsten soll das Fujinon echt klasse sein.

Grüße, Andre
 
Martin Birkmeier muss ja verkaufen. Also hat er mir "eingeredet", es sei deutlich besser als mein 30 Jahre altes Dekarem. Ich habe dies auf dem ITV mal verglichen. Und tatsächlich: Transparenz und Randschärfe sind besser, evtl. auch das Einblickverhalten. Dennoch habe ich mein Dekarem behalten.

Wer sich das Glas leisten kann/mag, macht damit einen guten Kauf.
 
Hallo
Ich führe ein 7x50 Marine Fernglas jagdlich. Dort habe ich bis jetzt nie die zentrale Scharfstellung vermisst.
Ich denke Porroprismen sind nicht so empfindlich was das scharfstellen betrifft, als die Dachkantengläser.
Dirk
 
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Hallo,

ich hab mein Fujinon 10x50 nach ca. eine Jahr wieder verkauft, obwohl es eine sehr schöne Abbildungsleistung hatte.

- Es war mir zu schwer für die Reise.
- Die Einzelokularverstellung war für die allgemeine Naturbeobachtung nicht praktisch.
- 10-fach war mir für relaxtes längerdauerndes Beobachten zu viel.
- Es neigte etwas zu Kidney-Beaning.

Ich habe mir stattdessen ein Pentax DCF-ED 8x43 angeschafft, das in den oben genannten Punkten deutlich vorteilhafter ist, und mit dessen Abbildungsleistung ich ebenfalls sehr zufrieden bin.

Die geringere Öffnung macht beim Beobachten keinen großen Unterschied.

Gruß und CS

Klaus
 
Ciao,

ich hab es und bin recht zufrieden - für DeepSky - Ich würde es auch wieder kaufen. Ich bin allerdings ein Durchgucker und nicht Draufgucker: d.h. es ist NICHT exakt randscharf, aber DAS ist für diesen Preis eben auch GAR NICHT zu haben (ich schätze auch nicht via ZEISS). Es ist also aus meiner Sicht preis-wert, und (ich schätze !) von seinem Preis-Leistungsverhältnis in seiner klasse konkurrenzlos.

Ich benutze es praktisch immer auf dem Stativ mit Getriebeneiger. Aus der Hand vergrössert es zu stark und es ist auch nicht leicht (kein 50mm Objektivglas ist wirklich 'leicht'). Wer Handbeobachtung will kauft ein kleineres Glas mit weniger Vergrösserung etwa 8x40 oder so... Einzelokularverstellung ist für Astronomie + für mich kein Problem, für Vogelbeobachtung IST es natürlich ein Problem...

Gruss, Peter

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dirk,

Ich denke Porroprismen sind nicht so empfindlich was das scharfstellen betrifft, als die Dachkantengläser.

Das stimmt nicht. Die Schärfentiefe ist im Wesentlichen nur abhängig von der Vergrößerung, je höher diese ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Ein 7x-Glas braucht man daher seltener nachzufokussieren als ein 10x-Glas. Das verwendete Prismensystem spielt dabei absolut keine Rolle.

Gruß

Manfred
 
Nochmals hallo,

für rein astronomische Anwendungen überlege ich mir eher, ein 10x56, 10x60 oder gar ein 10x70 anzuschaffen.

Geht das letztere noch kurzfristig freihändig (liegend)? Wer hat Erfahrungen?

CS KLaus
 
Ich habe lange Zeit ein 20x80 benutzt. Freihändig ist sehr grenzwertig. In der Waagerechten gehte es gerade noch so, wenn man sich anlehnt und abstützt. Im Ligene genau in den Zenit vllt. auch. Aber Schräg- und Steilblicke sind praktisch unmöglich. Das Problem ist in erster Linie das Gewicht, und dann erst die Vergrößerung.
Ich habe ein Schulterstativ dran, das funktioniert besser. Dennoch verbleibt bei einem solch recht leistungsfähigen Instrument das Problem, wie man Starhopping machen soll. Jedemal, wenn man in die Karte blickt, ist man wieder "raus". Auch das kann man lernen, aber es ist lästig.
 
Servus!

Also ich hatte auf dem ITV wie Uwe mein 10x50 Jenoptem mit dem Fujinon verglichen. Mein Zeiss ist allerdings aus der letzten Generation (ca. 6,5 Mio) mit der modernsten Vergütung der DDR-Produktion. Bis auf den Rand konnte ich eigentlich keinen Unterschied feststellen- ABER, das Zeiss ist halt WEITWINKEL...
Natürlich ist es nicht so robust, wasserdicht usw., aber ich liebe es! Und Zentralfokussierung hat es auch.

CS, Joe
 
Hallo Klaus,

ich habe seit kurzem, für dunklen Himmel, ein 9x63 Vixen Ultima.
Von dem was ich bis jetzt damit getestet habe, gefällt es mir sehr gut.
Es ist für ein Glas mit dieser grossen Öffnung absolut handlich und leicht. Es spielt in der Liega der 10x70 Gläser, ist dafür aber noch wunderbar freihändig zu verwenden, da viel leichter und einen Tick weniger vergrössernd.
Es ist zwar kein Weitwinkel Glas, hat aber Zentralfokussierung, ein wie ich finde tolles Einblickverhalten und einen super Kontrast.
Es ist sogar etwas leichter als das 10x50 Dekarem, was ich auch habe und auch sehr empfehlen kann.
Grüße, Marius
 
Ich habe ein 10x50 FMT-SX2 und bin damit inzwischen rundum zufrieden. Die Kritikpunkte wurden hier schon genannt - dem stehen aber eben auch die Vorteile dieses Glases gegenüber.

Für Astro-Beobachtung ohne konkrete Spezialisierung ist ein 10x50 sicher nach wie vor nahe am Optimum. Natürlich gibt es leichtere Gläser, natürlich gibt es Gläser mit Zentralfokussierung ... Ich benutze das 10x50 nur relativ kurz freihand und ansonsten auf einem Stativ (auch Einbeinstativ bringt schon sehr viel). Ich bin der Meinung, 10x kann ich nur wirklich ausnutzen bei ruhigem Bildfeld und da ist zumindest bei meinen Händen egal, ob ich nun 900 oder 1.300 g halten muss - es wackelt mir zu sehr. Deshalb: 10x50 ist gut, Stativ ohnehin ein Muss und damit kannst Du unbesorgt das 10x50 FMT-SX2 kaufen.

Mein Exemplar ist jedenfalls erstaunlich randscharf - dieser Begriff ist allerdings subjektiv, ich merke einen Unterschied zwischem bloßem Auge und auch Brille ggü. Kontaktlinsen. Letztere korrigieren meinen Astigmatismus nahezu optimal und damit sieht dann das Bild auch besser aus.

Wenn es kleiner und leichter und ggf. auch schneller fokussierbar sein soll, könntest Du auch ein 8x42 oder ähnliche Größe nehmen (da habe ich das Docter 8x42 seit ein paar Jahren und bin ebenfalls sehr zufrieden).

Viele Grüße
Adson
 
Hallo Rolf,

ich habe das 10x50 FMT-SX2 und bin begeistert.
Es zeigt wundervolle Ansichten am Himmel.

Unter dunklem Himmel (ca. 6,3mag) sind viele Nebel schon ohne Filter zu sehen. Mit Nebelfilter werden manche nach erneuter Adaption und dunklem Tuch über dem Kopf deutlicher oder erst sichtbar z.B IC1311 um GamCyg. Der Helixnebel ist ein realistisches Ziel. Sternhaufen werden sehr schön abgebildet da das Glas sehr Randscharf ist besonders wenn mehrere im Gesichtsfeld stehen. Ich hatte schon durch 10x50 Gläser geschaut die die Sternhaufen NGC6830 und 6823 etwas westlich von M27 nicht zeigten! Mit dem Fuji sind diese sichtbar.

Durch die Randschärfe ist es ein Genuss bewegte Objekte wie Satelliten zu verfolgen.

Bei M81 und 82 wird in die Gegend geschwenkt und sofort sind diese sichtbar. M101 ist eine leichte Beute. M31, ohne Worte!

Eindrucksvoll blieb mir eine Beobachtung des Kometen C/2004 Q2 (Machholz) in Erinnerung. Das Fuji zeigte als einziges von 5 Gläsern der 7x50 bis 9x63 Klasse den Gasschweif unter einem ca. 6mag Himmel!

Die genannten Kritikpunkte treffen zum großen Teil zu.
Aber deine Frage lautete:
>>Ist das Fujinon FMT-SX
10x50 der Allrounder für die Himmelsbeobachtung
(auch unter mäßigem Himmel) schlechthin?<<

Ich sage ja!
Bei der Astronomie verwende ich in der Regel ein Stativ. Dann ist das Glas TOP!
Ich nehme es aus dem Koffer und los gehts.
Den ganzen Abend beobachte ich durch ohne scharfzustellen. Andere Gläser versuche ich immer noch etwas besser zu bekommen.

Schau mal in die Preislisten der bequemen Dachkantgläser (L.Z.S.) die gerne angeführt werden. :augenrubbel:

Das Fuji ist NEU unter 600 Euro zu haben. Da bleibt genug Geld übrig um ein kleineres Glas für die Wanderung oder Vogelbeobachtung zu kaufen... :super:


Viele Grüße,
Stefan

PS
Ich habe noch ein schönes 11x80. Leider greife ich immer zum 10x50...

 
@ Hogel: Ich verstehe nicht ganz, wieso Du Dich für das Fujinon 10x50 FMT-SX2 interessierst, wenn Du doch derzeit eine "Fujinon 10x50 Kopie" gerade im Biete-Forum verkaufen willst, weil Du ein universelles Tag-und-Nacht-Glas suchst.

Das Fujinon Glas ist zwar leichter als die Kopie, aber trotzdem ein ordentliches Stück Optik. Und die Nachteile der Einzelokular-Fokussierung hast Du da auch ...

Fragend grüßt
Adson
 
Hallo Adson,
wieso schließt du aus meiner Frage nach der Qualität des Fujinon,ndass ich mir eins kaufen will?
Etwas mehr über die Qualität des Fujinon FMT-SX zu erfahren,
interessiert mich aus drei Gründen:

1) Du hast richtig gelesen, ich verkaufe zur Zeit meine Fuji-
Kopie, das TS Marine 10x50. Seinerzeit habe ich - zugegeben
etwas halbherzig - statt des Originals eine ( wenn auch wirklich gute ) Kopie zum halben Preis erstanden. Ich habe damals mit einem Fujinon 7x50 und einem Zeiss Dekarem 10x50 vergleichen können und mich dann für das 10x50 TS entschieden. Leider habe ich nie mit dem Original vergleichen können - und die Restzweifel nagen mit der Zeit, denn das Bessere ist immer der Feind des Guten!

2) Ich habe über die Frage nach dem besten Allrounder auch
gehofft, nicht nur etwas mehr über das Fujinon zu erfahren
(von Leuten, die es im Gebrauch haben), sondern auch etwas
über manche Alternative, wie ja auch weiter oben geschehen.

3) Das Fujinon ist einer der heißen Kandidaten auf der ewigen
Suche nach der "honigspendenden Wollmilchsau". Diese gibt
es wie fast immer nicht, denn es gibt nur Kompromisse:

- das Fujinon hat eine sehr gute Optik, ist aber für die
freihändige Benutzung schwer (jeder zweite schreibt hier,
man müsse das Fuji besser auf ein Stativ packen) und eigent-
lich nur bei Nacht sinnvoll einzusetzen.

- Das von sehr Vielen (auch von mir) oft eingesetzte 10x50
Dekarem oder Jenoptem hat eine sehr gute Optik, hat aber
einen wirklich knappen Augenabstand und nur 2/3 des Bildes
sind wirklich scharf. Es ist aber ein echtes Tag- und Nacht-
glas.

- ja und dann sind wir bei Zeiss/West, Leica, Swarovski,
Kowa usw. (die allesamt auch nicht randscharf sind, wie ich
oft gelesen habe) und wir sind bei 1500 - 2000 Euro (was mir
definitiv zu viel ist - Qualität made in Germany, Austria oder
Japan hin und her!)

Mein derzeitiger Kompromiss sieht mittlerweile so aus, dass
ich erst mal mein uraltes Dekarem durch die letzte, multi-
vergütete Version (nach ca. 1980) ersetzen will - zur rein
freihändigen Beobachtung bei Tag und Nacht.
Auf einem Stativ benutze ich schon lange mein 20/30x77
Miyauchi - ein wirklich schönes Gerät.
Ob ich mich doch irgendwann zur "reinen Ästhetik des perfekten
Bildes" durchringe und ein Original kaufe - wer weiß?

Weiße Bescheid!
Grüße :-) Rolf
 
Hallo,

interessante Gedankengänge, die mir sehr vertraut vorkommen. Ich habe irgendwann auch mal die beiden Kandidaten verglichen, das Original besitze ich seit ein paar Jahren und bin rundum zufrieden. Die Kopie wäre mir um die 130 - 140 EUR wert, für die ~ 300 EUR, die da mal aufgerufen wurden, ist das einfach etwas zu ambitioniert.

Mein Jenoptem musste auch wg. dem knappen Augenabstand gehen.

Nun ist das mit dem Fujinon so eine Sache.

Wenn ich kein anderes Glas hätte, dann würde ich es auch z.B. bei Wanderungen herumschleppen. Für die eigentliche Benutzung als FERNglas reicht auch die Einzelokularverstellung aus. Und ein Stativ ist ab 10x bei mir ohnehin "besser. Ich will damit sagen: Das Ding ist ein Breitbild-Fernseher - und wie immer eine persönliche Entscheidung zwischen den Vor- und Nachteilen.

Dürfte ich nur ein einziges Fernglas behalten, würde ich (derzeit) wohl das 10x50 FMT-SX2 ebenso verkaufen wie mein geliebte Miyauchi 15/22x60 und noch ein paar andere Gläser. Mein Universalglas ist aktuell das Docter 8x42 B/CF. Relativ klein, relativ leicht, 8x, robust, von Docter und optisch m.E. in dieser Preisklasse hervorragend positioniert.

Wenn Dir 8x zu klein ist, Du aber ein "universelleres" Glas als das Fujinon haben willst, empfehle ich Dir das Docter Nobilem. Frag Simone von optixxx.de und probier das Glas einfach mal aus. Ein "neues" Dekarem/Jenoptem würde ich Dir nicht empfehlen, dann lieber den aktuellen Nachfolger nehmen, auch wenn der paar Euroler mehr kostet. Er isses wert!

Gruß
Adson
 
Hallo Rolf,

wenns ums Optimum geht - ohne Rücksicht auf die Eurodollars - würd ich mir ein Zeiss Victory FL 10x56 kaufen.

Ich hatte vor wenigen Tagen Gelegenheit, das Glas (leider bei Tageslicht) zu testen, und ich empfinde es als sehr schöne Optik mit exzellenter Verarbeitung.

Gruß Klaus
 
Viele schreiben, ein Standardfernglas (z.B. ein 10x50) "nüsse" auf ein Stativ. Ich beobachte mit meinem Dekarem immer ohne Stativ. Das ist ja gerade der Vorteil des Fernglases: Einfach ansetzen und hinschauen. Das Gerät ruhig zu halten kann man lernen. Um man sollte auch alle Tricks anwenden: Das Glas gegen die Stirn drücken, den Kopf irgendwo anlehnen, das Gerät weit vorn fassen.
 
... mit dem Glas den Kopf irgendwo andrücken ist i.d.R. genauso "bequem und einfach" wie ein Einbeinstativ am Glas zu befestigen. Nur dass das Einbeinstativ wesentlich flexibler ist. Um mal kurz etwas anzusehen oder einer Bewegung zu folgen ist 10x50 i.d.R. problemlos freihand zu verwenden. Um aber 10 oder 20 Minuten konzentriert ein Objekt zu beobachten, geht der Komfortgewinn durch ein Stativ eindeutig über die Flexibiliät.

Nebenbei: Ein Einbeinstativ kann auch in der Hand gehalten werden und reduziert allein durch den niedrigeren "Griff-Punkt" das Zittern enorm (siehe auch Brandt "Himmelsbeobachtungen mit dem Fernglas").

Gruß
Adson
 
Hallo alle zusammen,
ich danke euch für eure hilfreichen Tipps und für die anregende
Diskussion. Ich hoffe, dass ich auf dem kommenden ATB/Burgwald
jemanden mit einem 10x50 Fujinon finde und dann muss mein
"frisches", 20Jahr altes Zeiss Dekarem zeigen, was es kann.
Sollte nach meiner Rückkehr eine Bestellung (wider Erwarten)
an Intercon-Spacetec gehen, lasse ich es euch wissen.
Danke :-) Rolf
 
Hallo Uwe, hallo Mitleser,

und ein Schulterstaiv bringt wirklich einen Gewinn...

CS und ruhige Hände ;) ,

Silvio
 
Die Für und Wider meiner Vorredner will ich nicht noch einmal aufgießen, da ist eigentlich so ziemlich alles gesagt.
Um es auf den Punkt zu bringen: Als Himmelsbeobachter ist das Fujinon 10x50 FMT-SX2 für mich durch kein anderes Glas zu ersetzen, weil ich
a) die Bildschärfe über das Feld mag
b) die Transmission irre gut ist (als Beleg dafür gibt es sinnigerweise die Tests von 7x50-Gläsern in Marinezeitschriften, Fujinon hat da regelmäßig die Konkurrenz getoppt)
c) der Sehkomfort durch großen Okulare sehr hoch ist und
d) weil ich vom Handling her immer auf Porro-Gläser stehe (habe halt große Hände).
Ich weiß, die Teile sind wirklich schwer, aber auch bei der Tagbeobachtung finde ich die 10x50 einfach überragend. Das liegt aber auch daran, dass ich z.B. keine Gartenvögel in 5m Entfernung beobachte, zu faul für lange Wanderungen bin (sonder eher mit dem Fahrad unterwegs bin) und ein gutes Fernglas auch gerne mitschleppe - alles zugegebenermaßen subjektive Faktoren.
Ein bestimmtes Fernglas als Astronomie-Allround-Glas zu suchen, ist natürlich angesichts der eingeschränkten Möglichkeiten von Ferngläsern bei der Himmelsbeobachtung etwas gewagt, aber nach vielen Jahren der Teleskopbeobachtung genieße ich die Binobeobachtung gerade, weil sie so einfach ist. Das einzig ware, eine Fernglas für alles gibt es aber in meinen Augen genausowenig wie das einzig ware Allround-Teleskop - wie immer muss man halt sehen, an welcher Stelle man die Kompromisse macht.
Das alles übrigens schreibe ich als Beobachter, nicht als ehemaliger Fujinon-Mitarbeiter - nur für den Fall, dass jemand meint, ich wolle "Schleich-Werbung" fahren... :-)
So oder so, Rolf, ich wünsche Dir viel Spaß beim Ausprobieren (denn nur so kommt man zu einer wirklich fundierten Meinung) und dabei vor allem richtig guten Himmel!

Stefan Korth



 
Hallo,

ich für meinen Teil habe mein "optimales Astrofernglas" gefunden. Seit einigen Tagen besitze ich ein Zeiss Victory FL 10x56, nachdem ich lange mit mir gekämpft habe, ob mir das Glas wirklich so viel wert ist, wie es kostet...

Kurze Beschreibung meines Eindrucks:

Sehr schön verarbeitet (aber nicht besser als mein PentaxDCF-ED 8x43, geht wohl auch nicht...), die Fokussierung geht eher etwas leichter als beim Pentax, ist aber auch im optimalen Bereich.

Der Transmissionstest nach Walter E. Schön ergibt für beide Gläser ein ähnliches Ergebnis: nahezu farbstichfreie Abbildung in ähnlicher Helligkeit.

Das Zeiss zeigt eine gaaanz leichte kissenförmige Verzeichnung, erkennbar nur wenn man drauf achtet. Die Abbildung von Sternen ist bis nahe an den Rand perfekt und läßt ganz außen etwas nach, vergleichbar mit dem Fujinon 10x50.

Das Glas hat ein optimals Gewicht für ruhiges Halten, allerdings ermüden die Arme eines normal gebauten Menschen doch nach einiger Zeit. Die Gestaltung des Glases unterstützt eine angenehme Nutzung.

Am Mittwoch Abend konnte ich "im Schnelldurchgang" einige Standardobjekte ansehen und war beeindruckt von dem was ich sah:

M13, M92, M20, M21, M8, CR399, M27, M57, M29, M39

Ich hoffe nun auf einen klaren Samstag für weiteres Beobachten :cool:

Und sorry für meine laienhafte Beschreibung...

Gruß Klaus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rolf,

ein derart schweres Fernglas mit Einzelokulareinstellung ist natürlich kein All-Rounder. Auch die von ICS so hochgelobten Transmissionswerte halten unabhängigen, vergleichenden (!) Beurteilungen nicht stand.

Fujinon hat sich mit seinen 70 mm FMT-SX Ferngläsern einen guten Namen gemacht, speziell das 10x70 ist auch wirklich extrem gut. Aber einfach herunter skalieren funktioniert hier leider nicht, da die Konkurrenz im 50 mm Bereich viel besser aufgestellt ist, als bei 70 mm.

In der 50 mm Klasse gibt es viele bessere Ferngläser, zum Beispiel die Dachkantgläser von Zeiss, Leica und Swarovski, sowie Spitzenmodelle von Vixen und Nikon, die in der gleichen Preisregion wie Fujinon spielen. Konkret könntest Du Dir das Vixen Apex Pro 10 x 50 DCF anschauen, kein großes Gesichtsfeld, aber sonst ein erstklassiges, modernes Fernglas.

Diese sind dabei leichter, wasserfest, teilweise sogar wasserdicht, und haben eine zentrale Scharfstellung. Bei den optischen Eigenschaften muss man natürlich differenzieren, was einem wichtig ist. Das Fujinon wäre mir mit seinem Gewicht von 1,400 g (Vixen 815 g) zu schwer, und mit seinen altmodischen Stülpmuscheln in Verbindugng mit der Einzelokularfokussierung einfach zu teuer.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

Das Vixen Apex Pro mit dem Fujinon zu vergleichen halte ich fuer gewagt. Mit nur 5 Grad Sehfeld spielt es in einer anderen Liga als das Fujinon mit 6.5 Grad. Natuerlich ist es deshalb viel leichter, und randscharf. Aber der Nachthimmel ist durch das Fujinon einfach beeindruckender, und, wegen der guten Randschaerfe, auch besser als durch ein Leica oder Zeiss.

Das Fujinon ist eben ein Spezialglas fuer die Astronomie, zu schwer zum Herumschleppen und sehr unbequem zu fokussieren. Ein Vixen, Zeiss oder Leica kann man dafuer auch fuer andere Zwecke jenseits der Astronomie gut gebrauchen.

Viele Gruesse,
Holger
 
Zum Beobachtungsgewinn habe ich gerade in La Palma ein neues
TS 10 x 50 Porro Fernglas - Weitwinkel - Stickstoff - Outdoor für €99 auf einem Einbeinstativ benutzt
und bin nach leider nur geringem Gebrauch (der 13" Newton war einfach zu verlockend) mit dem Glas
und der Einbeinunterstützung zufrieden.
Freihändig habe ich keinen Genuss bei 10x - nicht, wenn man Details erkennen will.
 
Beispiele: Ein 10x60 HB von Fujinon kann man genauso gut freihändig benutzen wie ein 10x50 FMT, ein 10x70 FMT dagegen halte ich für zu groß.

Stefan Korth


 
Zitat von R_Andreas:
Hallo Rolf,

ein derart schweres Fernglas mit Einzelokulareinstellung ist natürlich kein All-Rounder. Auch die von ICS so hochgelobten Transmissionswerte halten unabhängigen, vergleichenden (!) Beurteilungen nicht stand.

Wer Lust auf den Vergleich von objektiven Messwerten hat: Daheim auf meinem Rechner habe ich noch die Testergebnisse eines relativ aktuellen (2007?) Vergleichs von Marinegläsern, da lag Fujinon in Sachen Transmission vor allen anderen Porro-Gläsern und erst recht vor den (unsinnigerweise dort mit aufgeführten) Dachkantgläsern. Kann ich gerne einmal privat zuposten...
Abgesehen davon wird es kaum einem Beobachter gelingen, 1% Transmissionsunterschied wahrzunehmen, daher kann man innerhalb bestimmter Produktgruppen die Transmissionsdifferenzen anderen Faktoren wie Schärfe über´s Sehfeld, Handling etc. unterordnen.

Zitat von R_Andreas:
Fujinon hat sich mit seinen 70 mm FMT-SX Ferngläsern einen guten Namen gemacht, speziell das 10x70 ist auch wirklich extrem gut. Aber einfach herunter skalieren funktioniert hier leider nicht, da die Konkurrenz im 50 mm Bereich viel besser aufgestellt ist, als bei 70 mm.

Es war eher anders herum - zuerst gab es die 50mm-Gläser, die 70mm-Variante kam später und ist logischerweise (wie bei den meisten anderen High-End-Fernglasherstellern) auch nicht einfach hochskaliert.

Zitat von R_Andreas:
In der 50 mm Klasse gibt es viele bessere Ferngläser, zum Beispiel die Dachkantgläser von Zeiss, Leica und Swarovski, sowie Spitzenmodelle von Vixen und Nikon, die in der gleichen Preisregion wie Fujinon spielen. Konkret könntest Du Dir das Vixen Apex Pro 10 x 50 DCF anschauen, kein großes Gesichtsfeld, aber sonst ein erstklassiges, modernes Fernglas.

Einspruch meinerseits - aber eben auch ein ganz persönlicher: Für mich ist und bleibt das 10x50 FMT-SX im Moment das Maß aller Dinge bei der Himmelsbeobachtung, weil ich damit einfach am entspanntesten beobachten kann (Stichwort: Okularkonstruktion) und die Sternabbildung über´s Feld mag. Bei der Himmelsbeobachtung spielt das Gewicht für mich keine Rolle, weil ich das Glas dabei meistens auf einem Stativ habe.
Aber auch bei Tagbeobachtung gefällt mir das Glas sehr gut, weil ich meistens Dinge beobachte (Vogel-/Tierbeobachtung), die mehr als 50 - 80 Meter entfernt sind. Und dafür brauche ich noch nicht einmal eine Mittenfokussierung, sondern einfach gar keine - einmal scharfgestellt, immer scharf. Genau aus dem Grund bevorzugen professionelle Beobachter ja auch oft die Einzelverstellung. Klar, beim Wandern sind 1.4kg natürlich ein Klotz am Bein, aber wenn Familie Korth mit ihren vier Kindern auf Tour geht, dann spielt das schon fast keine Rolle mehr
Nochmal: Das sind meine ganz persönlichen Meinungen als Beobachter, die Vielzahl der unterschiedlichen Ferngläser im Allgemeinen und der unterschiedlichen Kommentare hier im Besonderen zeigen, dass eben viele Wege zum Ziel führen, wenn man in die Runde fragt.
Mein Tipp: Selber in die Hand nehmen und gucken. Noch gibt es landauf, landab reichlich Fernoptikhändler mit Ware an Lager (zumindest mehr als Teleskophändler) und auch reichlich Veranstaltungen (im Bereich Vogelbeobachtung), bei denen man Ferngläser nach eigenem Gusto ausprobieren kann. Das sagt immer mehr als 1000 Meinungen...

Schöne Grüße,

Stefan Korth



 
Hallo Stefan,

Wer Lust auf den Vergleich von objektiven Messwerten hat: Daheim auf meinem Rechner habe ich noch die Testergebnisse eines relativ aktuellen (2007?) Vergleichs von Marinegläsern, da lag Fujinon in Sachen Transmission vor allen anderen Porro-Gläsern und erst recht vor den (unsinnigerweise dort mit aufgeführten) Dachkantgläsern. Kann ich gerne einmal privat zuposten...
Abgesehen davon wird es kaum einem Beobachter gelingen, 1% Transmissionsunterschied wahrzunehmen, daher kann man innerhalb bestimmter Produktgruppen die Transmissionsdifferenzen anderen Faktoren wie Schärfe über´s Sehfeld, Handling etc. unterordnen.

Mir würde es reichen, wenn Du die Quelle der "objektiven Messwerte" öffentlich nennen würdest, das wäre glaubhaft genug. Ansonsten bin ich vollkommen bei Dir, dass die Transmission auf dem hohen Niveau keine sehr große Rolle mehr spielt. Dennoch ist es unwahr, dass das Fujinon die höchste Transmission besitzt.

Wie Du allerdings die lieben Vögelchen ohne Nachfokussieren bebachtest, bleibt mir schleierhaft. Mir scheint, ein fetter Nachteil soll hier irgendwie als Vorteil dargestellt werden.

Und dafür brauche ich noch nicht einmal eine Mittenfokussierung, sondern einfach gar keine - einmal scharfgestellt, immer scharf. Genau aus dem Grund bevorzugen professionelle Beobachter ja auch oft die Einzelverstellung.

Guter Witz, allerdings das Lachen fällt mir doch etwas schwer.

Welcher professionelle Beobachter bevorzugt bei einem 10x50 Fernlas die Einzelokularfokussierung? Einäugige?

Man muss immer nachfokussieren, sogar am Himmel sucht man den optimalen Fokus. Natürlich, wenn man immer an zwei Okularen herumfummeln muss, braucht man schon ein Stativ, ansonsten kann man nämlich das Glas umgreifen, eine Hand vorne am Objektivtubus, die andere an der Mittenfokussierung, und kann wunderbar freihändig beobachten. Du siehst, das schwere und unpraktische Fernglas zwingt Dich, ein Stativ zu benutzen.

Es ist übrigens ein gewaltiger Unterschied, ob das Objekt 50 oder 80 Meter entfernt ist, gerade bei 10-facher Vergrößerung. Hier muss grundsätzlich nachfokussiert werden.

Das ist ja auch nur meine Meinung, jeder kann gerne mit einem Klopperfernglas durch die Gegend laufen. Nur - wenn man bereits viel Gewicht mit sich schleppen muss, wäre es doch schön, nicht noch mehr um den Hals hängen zu haben. Du kannst mir nicht ernsthaft erzählen, dass Du ein 10x50 Fujinon mit in den Zoo oder an den Rhein nimmst, wenn Dir gute 8x32 Gläser zur Verfügung stehen, und Du hast bestimmt einige im Schrank.

Viele Grüße
Andreas

 
Hallo,

ich kann Andreas bezüglich des Nachfokussierens aus eigener Erfahrung nur beipflichten. Das Fujinon 10x50 eignet sich nicht wirklichfür allgemeine Naturbeobachtung - im Gegensatz übrigens zum 7x50, denn dort ist die Schärfentiefe erheblich größer. Aber - wer will tagsüber schon ein 1,4 kg schweres Fernglas mit 7 mm AP herumschleppen, wenn die Pupille des eigenen Auges nur 3 mm groß ist?

Gruß Klaus
 
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