holger_merlitz
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Hallo Fernglasfreunde,
passend zum (voellig aus dem Rahmen gelaufenen) Thread zum Thema chinesische Fernglaeser und Werbeversprechungen (urspruengliches Thema: Reisefernglas fuer 200 Euro) erhielt ich gerade eine e-mail eines Lesers meiner Web-Seite. Er fragte, ob es sich eigentlich noch lohne, viel Geld fuer ein Fujinon auszugeben, wo doch andere Hersteller nahezu dieselbe Leistung fuer einen Bruchteil des Preises erreichten. Er bezog sich dabei auf eine Beschreibung der Oberwerk 11x70/15x70 auf
www.bigbinoculars.com/1570.htm
Hier heisst es: "The view is very close to Fujinon FMT-SX series quality, for a fraction of the price". Echt gut, fuer 150 Dollar! Und diese Oberwerks erreichen das alles auch mit viel kleineren Prismen, also handlichen Geraeten im Vergleich zu diesen unmoeglich schweren und klotzigen Fujinons.
Angesichts solcher Aussagen, und es handelt sich ja nur um ein Beispiel aus einem Sumpf vergleichbarer oder schlimmerer Uebertreibungen (siehe die Nachtaktiven Autofokus Glaeser auf E-bay fuer 10 Euro), muessen wir uns auch der Frage stellen: Kann ein Haendler mit serioesen Informationen ueberhaupt noch gegen die Konkurrenz bestehen? Und damit auch: Tun wir Wolfi Ransburg und anderen Internet Anbietern vielleicht Unrecht, wenn wir deren allzu blumige Beschreibungen der Importfernglaeser anprangern? Und: Was ist heute eigentlich anders, verglichen mit der Situation vor 20-30 Jahren, als ein Produkt noch deutlich nuechterner beschrieben und trotzdem verkauft werden konnte?
Zur letzten Frage ein paar Bemerkungen: Noch vor 10 Jahren ging ein Kunde, der ein Fernglas haben wollte, zum Optikfachgeschaeft, wo ein erfahrener Verkaeufer von Mensch-zu-Mensch auf ihn einwirken konnte. Heute geht vieles direkt ueber Internet und die Beratung faellt flach. Damit wird der unerfahrene Kunde schnell zur Beute. Dazu kommt sicher auch ein erstaunlich unkritisches Verhalten (besonders der juengeren Generation) zur Werbung allgemein. Ich bin noch in den 70er Jahren aufgewachsen und zu einer kritischen Einstellung gegenueber etablierten Institutionen erzogen worden. Heute beobachte ich, wie die Kids im Bus sitzen und auf ihren Handis eine Spam SMS erhalten, eine Aufforderung zum Herunterladen irgendwelcher alberner Geraeusche (Furz etc.) als Klingelton. Ich wuerde schaeumen vor Wut ueber diese Spam, aber die Kids sind voll begeistert und laden alle gleich drauf los (und bezahlen natuerlich dafuer).
Hier muss man auch anerkennen: Die Werbestrategen haben es endlich geschafft, sich mit Kinderkanal (und jede Menge Werbung auf diesen Medien) eine unkritische und dumme Kundschaft heranzuzuechten. Und das zieht sich durch alle Bereiche des Lebens und erreicht natuerlich auch den Bereich der Optik.
Kann ein einzelner Idealist, der seine Fernglaeser auf serioese Weise anbietet, wie wir es fordern, unter diesen Umstaenden noch ueberleben?
Gruss,
Holger
passend zum (voellig aus dem Rahmen gelaufenen) Thread zum Thema chinesische Fernglaeser und Werbeversprechungen (urspruengliches Thema: Reisefernglas fuer 200 Euro) erhielt ich gerade eine e-mail eines Lesers meiner Web-Seite. Er fragte, ob es sich eigentlich noch lohne, viel Geld fuer ein Fujinon auszugeben, wo doch andere Hersteller nahezu dieselbe Leistung fuer einen Bruchteil des Preises erreichten. Er bezog sich dabei auf eine Beschreibung der Oberwerk 11x70/15x70 auf
www.bigbinoculars.com/1570.htm
Hier heisst es: "The view is very close to Fujinon FMT-SX series quality, for a fraction of the price". Echt gut, fuer 150 Dollar! Und diese Oberwerks erreichen das alles auch mit viel kleineren Prismen, also handlichen Geraeten im Vergleich zu diesen unmoeglich schweren und klotzigen Fujinons.
Angesichts solcher Aussagen, und es handelt sich ja nur um ein Beispiel aus einem Sumpf vergleichbarer oder schlimmerer Uebertreibungen (siehe die Nachtaktiven Autofokus Glaeser auf E-bay fuer 10 Euro), muessen wir uns auch der Frage stellen: Kann ein Haendler mit serioesen Informationen ueberhaupt noch gegen die Konkurrenz bestehen? Und damit auch: Tun wir Wolfi Ransburg und anderen Internet Anbietern vielleicht Unrecht, wenn wir deren allzu blumige Beschreibungen der Importfernglaeser anprangern? Und: Was ist heute eigentlich anders, verglichen mit der Situation vor 20-30 Jahren, als ein Produkt noch deutlich nuechterner beschrieben und trotzdem verkauft werden konnte?
Zur letzten Frage ein paar Bemerkungen: Noch vor 10 Jahren ging ein Kunde, der ein Fernglas haben wollte, zum Optikfachgeschaeft, wo ein erfahrener Verkaeufer von Mensch-zu-Mensch auf ihn einwirken konnte. Heute geht vieles direkt ueber Internet und die Beratung faellt flach. Damit wird der unerfahrene Kunde schnell zur Beute. Dazu kommt sicher auch ein erstaunlich unkritisches Verhalten (besonders der juengeren Generation) zur Werbung allgemein. Ich bin noch in den 70er Jahren aufgewachsen und zu einer kritischen Einstellung gegenueber etablierten Institutionen erzogen worden. Heute beobachte ich, wie die Kids im Bus sitzen und auf ihren Handis eine Spam SMS erhalten, eine Aufforderung zum Herunterladen irgendwelcher alberner Geraeusche (Furz etc.) als Klingelton. Ich wuerde schaeumen vor Wut ueber diese Spam, aber die Kids sind voll begeistert und laden alle gleich drauf los (und bezahlen natuerlich dafuer).
Hier muss man auch anerkennen: Die Werbestrategen haben es endlich geschafft, sich mit Kinderkanal (und jede Menge Werbung auf diesen Medien) eine unkritische und dumme Kundschaft heranzuzuechten. Und das zieht sich durch alle Bereiche des Lebens und erreicht natuerlich auch den Bereich der Optik.
Kann ein einzelner Idealist, der seine Fernglaeser auf serioese Weise anbietet, wie wir es fordern, unter diesen Umstaenden noch ueberleben?
Gruss,
Holger