Fujinon Transmissionsgrad - die Realität

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ThomasL

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Hallo an alle,

das hatte ich mir schon lange vorgenommen und endlich in den letzten Tagen realisiert, einfach um einmal die unglaublichen Angaben Fujinons bzgl. des Transmissionsgrades ihrer Ferngläser zu untersuchen.

Als Testobjekt nahm ich mein eigenes 7x50 FMT-SX (alte Version) mit in das Optik-Labor meines Arbeitgebers, wo mir ein leistungsstabiler Laser mit grüner Welenlänge (532nm) und ein Coherent Laserleistungsmesser mit 1% Genauigkeit zur Verfügung stand. Nach Warmlaufen und Kalibrieren der Messeinrichtung kam bei mehreren Messdurchläufen ein Transmissionsgrad von genau 83% heraus, also noch weit unter den Angaben aus den damaligen Prospekten mit gedruckten 95% ...

Leider stand mir nur ein grüner Laser zum Testen zur Verfügung, und ich hoffe, demnächst auch Transmissionswerte für Blau (473nm), Rot (635nm und 650nm) und ggfs Gelb (594nm) liefern zu können.

einen schönen Sonntag noch
Thomas
 
Interessant wäre es natürlich jetzt, wenn man mit derselben Testapparatur auch andere Spitzengläser vermessen könnte. Ich denke da an die berühmten Zeiss FL oder an Leica Ultravid z. B. Im Vergleich zeigen sich dann die Unterschiede, einzelne Zahlen sind - so meine ich - nicht besonders aussagekräftig.
 
Laser ist nicht ideal

Hallo Thomas,

eine interessante Messung! Ich schliesse mich Friedel an: Diese Transmissionsmessungen liefern oft sehr unterschiedliche Resultate und sind eigentlich nur dann aussagekraeftig, wenn man mehrere Fernglaeser mit dem selben Versuchsaufbau misst und die Resultate dann vergleicht.

Grundsaetzlich sollten wir eines nicht vergessen: Ein Laser erzeugt kohaerentes Licht, im Alltag haben wir es aber mit inkohaerenten ('chaotischen') Lichtquellen zu tun. Eine optische Anordnung aus Linsen und Prismen erzeugt immer auch eine teilweise Polarisation, die Dein Messergebnis im Prinzip verfaelschen koennte, wenn Du eine kohaerente Lichtquelle verwendest.

Korrekterweise wuerde man so vorgehen: Man nimmt eine inkohaerente Lichtquelle mit spektraler Verteilung, die der des Sonnenlichts nahe kommt (Plancksche Strahlung bei 5600 K), misst die Transmission fuer verschiedene Frequenzen, und gewichtet anschliessend mit der spektralen Empfindlichkeit unserer Netzhaut (die am Tage und in der Daemmerung unterschiedlich ist!).

Die Messung bei einer bestimmten Wellenlaenge (z.B. Gruen) duerfte zumindest einen Anhaltspunkt liefern, wie gesagt, wenn man sie mit anderen Fernglaesern vergleicht. Als absolute Zahl wuerde ich das Resultat (83%) aber nicht allzu ernst nehmen, genauso wenig wie die offizielle Angabe von Fujinon. Dass deren Verguetung auf hohem Niveau liegt, sieht man auch ohne Apparatur, an dem hellen Bild, an der Abwesenheit von Geisterbildern, und an den Spiegelungen an der Objektivlinse, die viel schwaecher sind als bei vielen anderen, billigeren Fernglaesern.

Viele Gruesse,
Holger
 
Zitat: "Interessant wäre es natürlich jetzt, wenn man mit derselben Testapparatur auch andere Spitzengläser vermessen könnte. Ich denke da an die berühmten Zeiss FL oder an Leica Ultravid z. B."

=> In der Nummer 11/2005 einer bekannten Zeitschrift für die Jagd :-(, deren Name leider auf der von mir herausgetrennten Seite nicht verzeichnet ist, ist ein umfangreicher Transmissionstest (nach Industrienorm)verschiedenster für die Jagd in Frage kommender Ferngläser erschienen. Hier ein Auszug:
Leica Ultravid 10x42: 87,6 (Tag); 83,6 (Nacht)
dito: 10x50: 85,5% (Tag); 82,3% (Nacht)
dito: 12x50: 87,3% (Tag); 82,9% (Nacht)
Zeiss Classic Dialyt 8x56: 94,4% (Tag); 92,4% (Nacht)
Zeiss T*FL 8x42: 93,3% (Tag); 90,5% (Nacht)
Swarowski EL 8,5x42: 86,9% (Tag); 84,8% (Nacht)
Nikon Monarch 10x42: 78,8% (Tag); 76,4% (Nacht)...
Docter B/CF 8x42: 83,8% (Tag); 80,9% (Nacht)
Docter B/CF 10x42: 79,1% (Tag); 77,4% (Nacht)
Weder Fujinons noch teurere Nikons wurden getestet...
Gruss: Beat Fankhauser
 
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