Fujinon

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Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

@coltrane
"Ich habe oftmals den Eindruck, daß die Besitzer solch überteuerter Geräte ständig die Billigprodukte schlechtreden, nur um den hohen Kaufpreis ihrer Lieblinge besser rechtfertigen zu können."
Mit einem ähnlichen Argument könnte man natürlich behaupten, dass die Besitzer von preisgünstigen Grossferngläsern ihre Stücke über den grünen Klee leben um ihre besondere Cleverness zu beweisen ... und die Besitzer teurerer Geräte ärgern sich dann.

@Jürgen
Ich besitze auch ein preisgünstiges 25x100 und bin mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zufrieden, ich muss ja schliesslich eine Familie ernähren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Aber Du hast völlig recht, zu behaupten, dass man Geräte zu einem Bruchteil des Preises von hochwertigen Ferngläsern hinsichtlich Qualität und Leistung gleichsetzen kann, ist nicht gerechtfertigt. Ein Dacia Logan bringt mich auch von A nach B …

Gruss,

Tom
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Tom,

Ich besitze auch ein preisgünstiges 25x100 und bin mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zufrieden, ich muss ja schliesslich eine Familie ernähren

Also ich muß auch eine Familie ernähren und muß viele finanzielle Komprmisse schließen. Aber ich betreibe auch schon 25 Jahre dieses Hobby und habe eben auch schon so manche instrumentelle Entäuschung durch manches "Chinaschnäppchen" erlebt.
Und dann ist das Geld herausgeworfenes Geld. Also ist meine Devise mittlerweile, lieber etwas länger sparen und dann aber etwas kaufen, was man gerne in die Hand nimmt und durch das man gerne durchschaut. Mir ist eben ein ästhetischer Anblick nadelfeiner Sternabbildung lieber als die letzte Grenzgrößenklasse einer nicht richtig scharf abbildenden Optik.
Es ist ja auch sehr reizvoll ein 100mm Glas für dieses Geld zu bekommen. Diese spezielle Glas kenne ich auch noch nicht. Also wenn ich mich beim Durchschauen überzeugt bin, könnte es mich auch noch reizen. Allerdings hört man viel über die Serienstreuung bei den Chinaprodukten und so laß ich mich bei diesen Geräten nicht von einem einzelnen Testbericht überzeugen, sonder müßte "mein" Glas schon selbst länger testen können.
Außerdem finde ich die Montierungsproblematik der Geradsichtgläser umso schwieriger, je größer sie werden. Mein Traum wäre daher tatsächlich ein 77 bis 100mm Bino mit 45 oder 90° Einblicken. Dann sind die Chinesen aber auch nicht mehr soooo billig.
Das 20x88mm China TS Glas mit 90° Einblick kostet 1100 Euro und hat "nur" ein tatsächliches Gesichtsfeld von 2,3°. Das dürfte einem scheinbaren Gesichtsfeld von gerade mal 50° entsprechen. Das haut mich weder preislich noch von den technischen Daten vom Hocker.

Viele Grüße, Jürgen


 
Re: Binonansatz kein Ersatz für Grossfernglas!

Dein Vorgehen Richfield mit Binoansatz statt Großfernglas gefällt mir wirklich.
Welchen Binoansatz verwendest Du (vielleicht habe ich es auch überlesen)?


Hallo Achim & Thomas,

das mit dem Binoansatz am kurzbrennweitigem Refraktor funktioniert leider nicht so ganz wie gewollt als Ersatz für ein Fujinon denn:

1. macht der Binoansatz aus monokular 6" Öffnung Binokulare 4", also höchstens ein 100mmm Miyauchi, jedoch kein 150mm Fujinon. Dazu bräuchte man schon einen 9" Refraktor...

2. vignettiert Dir selbst der Baader-Grossfeld Binansatz mit seinen 28mm Durchlass bei f/5 - das merkt man natürlich nur im direkten Vergleich mit einem echten Doppelrefraktor vergleichbarer Öffnung.

Grund: Die Feldblende des Binos liegt ca. 15cm (=Lichtweg + Okularsteckhülse) vor dem Fokuspunkt des Okulars. An dieser Stelle hat der Lichtkegel des FH 150/750 bei einer angenommenen 100% Ausleuchtung von 10mm im Fokus (reicht visuell für 24mm Panoptik) einen Durchmesser von mehr als 38mm!!! => also beschneidet das Bino 45% vom Lichtkegel

Selbst bei einer angenommenen Ausleuchtung von nur noch 0mm im Fokus bräuchte man immer noch einen Durchlass am Bino von 30mm. Tatsächlich hat man jedoch weniger zur Verfügung, was effektiv eine negative Bildausleuchtung bedeudet

=> in der Praxis wird dadurch einfach das Bild insgesamt dunkler, was die meisten nicht merken. Im vorliegenden Fall hat man also eine zusätzliche Abdunkelung von 45% zum optimalen Fall was aus dem 150/750 ein binokulares 3" Gerät macht. Das hat man einfacher und billiger mit einem guten 80mm Fernglas...

3. Das grösste erzielbare 1 1/4" Gesichtsfeld kann man derzeit mit den 24mm Panoptik erreichen. Am 150/750+Binoansatz ergeben sich dadurch 2.18 Grad Gesichtsfeld, das Fujinon dagegen hat 2.7 Grad das sind 50% mehr Gesichtsfeld!!!

Aus meiner Erfahrung (habe selber Baader Grossfeld und 60° Baader) machen die Binos Sinn an Geräten mit f/7 oder länger (dann hauen auch die Prismen mit ihrer sphärischen Abberatioen und Farbe nicht so rein), d.h. wunderbar für Sternhaufen oder Galaxien. Aber für Grossfeldbeobachtungen (Milchstrasse, Dunkelwolken usw.) kommt man um ein klassisches Fernglas oder einen Doppelrfraktor mit z.B. 5" Öffnung nicht herum.

Grüsse, Christian
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Was mich persönlich reizen würde, wär ein richtiges Skywatcher 150/750-Bino;

Hallo Nico,

ich kann Dir nur von den 150/750 abraten. Ich konnte schon mehrere dieser Geräte begutachten und abgesehen vom Farbfehler der halt prinzipbedingt da ist zeigten alle Exemplare eine starke bis unerträgliche sphärische Abberation in der Grössenordnung zwischen 1/3 lambda und 1 lambda ptv!!!

An ein scharfes Bild war da nicht zu denken, auch nicht bei schwachen Vergrösserungen (umso wichtiger bei Binobetrieb).

reicht zwar von der Verarbeitungsqualität dann nicht an Fujinon heran, aber kostet im Selbstbau noch immer nur einen Bruchteil davon!

Ob sich das wirklich für die bunten 150 lohnt?
(alles TS-Preise)

2x 150/750 = 1300,-
2x 2" Spiegel = 300,-
4x 1 1/4" Spiegel = 400,-
2x Fokussierer = 280,-
CNC-Drehteile
für Spiegeljustage,
Tubusverbindungen, = ca. 800,-
Griffe, Deckel, Schrauben, 200,-
**********************************
Summe : ca. 3280,-

Dazu kommt noch die Arbeitszeit und eventuell die Mehrkosten für den Bau eines Prototypen wegen fehlendem KnowHows...
Wer sich auskennt und eine Drehbank beherrscht kann vielleicht etwas sparen, wer jedoch fertigen lassen muss landet dann leicht bei über 5000,- Euro.

Dann lieber eine Nummer kleiner (= mehr Gesichtsfeld) und dafür gescheite Optiken (= DeepSky + Planetenbeobachtung) nehmen, z.B. 80mm TMB´s, denn derern Mehrpreis machen bei den restlichen Kosten auch nicht mehr viel aus!

Grüsse, Christian

 
Binonansatz optischer Weg?

> vignettiert Dir selbst der Baader-Grossfeld Binansatz mit seinen 28mm Durchlass bei f/5 - das merkt man natürlich nur im direkten Vergleich mit einem echten Doppelrefraktor vergleichbarer Öffnung.

Hallo Christian,

das merkt man auch dann, wenn man mal rein aus Interesse die Austrittspupille am Okular nachmisst. So ein Binoansatz an einem 1:5 oder 1:6 Refraktor wirkt mit seiner vorderen Blende (Lichteintritt ins Prismensystem) wie ein nach innen zu lang geratener Okularauszug oder eine falsch platzierte Blende im Refraktortubus (auch das soll es ja schon gegeben haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) - am Ende wird halt die nutzbare Öffnung kleiner. Was mich bisher immer gewundert hat: kein Astrohändler macht Angaben, ab welchem Öffnungsverhältnis ein Bino sinnvoll nutzbar ist (oder habe ich da was übersehen?). Entscheidend ist dabei wohl nicht nur der freie Durchlaß des Prismensystems sondern das Verhältnis desselben zum optischen Weg, den das Bino inkl. Okularsteckhülsen benötigt. Wenn größere Prismen mit einem längeren optischen Weg einhergehen, dann habe ich am Ende möglicherweise keine größere nutzbare Teleskopöffnung.

> Aus meiner Erfahrung (habe selber Baader Grossfeld und 60° Baader) machen die Binos Sinn an Geräten mit f/7 oder länger

Kannst Du im Vergleich sagen, ob eins der Binos die Teleskopöffnung weniger einschränkt? Mit dem Baader 60 Grad Bino hatte ich ebenfalls den Eindruck, daß er (ohne Korrektor) ab 1:7 gut nutzbar ist. Bei schnelleren Geräten kann ich die volle Öffnung nicht mehr nutzen.

Frank.
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Christian!

Danke für die aufschlussreichen Informationen!
Dann werd ich wohl noch einige Zeit lang von einem >4"-Bino träumen müssen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Grüsse
Nico
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Stephan

ich kenne das TS 25 x 100 ebenfalls, ich hatte die ganze Serie an neuen Gläsern um diese gene die mir bekannten zu testen. Bei mir sind alle durchgefallen, Import dieser habe ich gestoppt, wenn heute noch jemand so ein Glas von mir unbedingt will, kaufe ich diese Einzeln bei TS.
Speziell das 22 x 100, 25 x 100 und 30 x 100 dieser Serie sind sehr Randunscharf, haben große Farbfehler, kleine Gesichtsfelder und jede menge Streulicht.
Bei Gelegenheit solltest du dein 25 x 100 mal gegen unser hauseigenes 25 x 100 anschauen, das zwar teurer ist als dieses TS Modell, aber den Mehrpreis allemal wert ist, weswegn wir unser hauseigenes weiter offiziel anbieten, das TS 25 x 100 nur auf besonderen Wunsch

APM 25 x 100

Link zur Grafik: http://www.apm-telescopes.de/images/products/fernglaeser/apm/25x100.jpg

TS 25 x 100 ( welches wir nach 1. Muster wieder aus dem program genommen haben )

Link zur Grafik: http://www.apm-telescopes.de/images/products/fernglaeser/apm/neue/80mm_bino.jpg
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Markus,
danke für Deine Nachricht,
wenn dem wirklich so sein sollte, dann hab ich ein absolut bombiges Exemplar erwischt. Der Farbfehler hält sich in ( meiner meinung nach ) Grenzen, wobei ich persönlich schon genau darauf achten muß, damit er mir überhaupt auffällt.
Auch die Randschärfe erachte ich als ok. Das Gesichtsfeld ist mir egal, weil ich einige solcher großen Gläser habe, und hier bei Bedarf ( war bisher nicht erforderlich ) jederzeit wechseln kann.
Grüße aus dem Spessart

Stephan
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Stefan

Mich wunderts auch, da ich mein 22x100 ebenfalls als optisch recht gut erachte!

Ich will hier aber auch gleich anmerken, dass das 1. Exemplar welches mir zugeschickt wurde aufgrund von Linsenverunreinigung auf der Innenseite retourniert wurde!

Mfg
Nico
 
Re: Binonansatz optischer Weg?

Hallo Christian,
das merkt man auch dann, wenn man mal rein aus Interesse die Austrittspupille am Okular nachmisst. So ein Binoansatz an einem 1:5 oder 1:6 Refraktor wirkt mit seiner vorderen Blende (Lichteintritt ins Prismensystem) wie ein nach innen zu lang geratener Okularauszug oder eine falsch platzierte Blende im Refraktortubus (auch das soll es ja schon gegeben haben ) - am Ende wird halt die nutzbare Öffnung kleiner.

Genau!

Was mich bisher immer gewundert hat: kein Astrohändler macht Angaben, ab welchem Öffnungsverhältnis ein Bino sinnvoll nutzbar ist (oder habe ich da was übersehen?).

Damit unterstellst Du den Händlern dass sie Ahnung hätten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Bei Baader finden sich wenn ich mir recht erinnere hin und wieder versteckte Hinweise auf f/7 oder f/10 in den Datenblättern.

Entscheidend ist dabei wohl nicht nur der freie Durchlaß des Prismensystems sondern das Verhältnis desselben zum optischen Weg, den das Bino inkl. Okularsteckhülsen benötigt. Wenn größere Prismen mit einem längeren optischen Weg einhergehen, dann habe ich am Ende möglicherweise keine größere nutzbare Teleskopöffnung.

Stimmt, daher macht auch das 2" Bino von Siebert IMHO keinen Sinn.

Kannst Du im Vergleich sagen, ob eins der Binos die Teleskopöffnung weniger einschränkt? Mit dem Baader 60 Grad Bino hatte ich ebenfalls den Eindruck, daß er (ohne Korrektor) ab 1:7 gut nutzbar ist. Bei schnelleren Geräten kann ich die volle Öffnung nicht mehr nutzen.

Ja das 60° Baader limitiert den Querschnitt auf 18mm. Beispielsweise vignettieren meine 16mm Nagler in diesem Bino deutlich. Das Grossfeld Baader ist dagegen auch mit 24mm Panoptik problemlos nutzbar (korrektes Öffnungsverhältnis vorausgesetzt).

Übrigens noch ein Hinweis an alle Nutzer von Glaswegkorrektoren an kurzbrennweitigen Geräten: Der Korrektor muss absolut präzise symmetrisch zur optischen Achse montiert werden. Kleinste Verschiebungen wirken wie eine Verkippung des Elements und resultieren in einem deutlichen Einbruch der Bildschärfe. Das ist nicht immer leicht, wenn der Korrektor wie von Baader vorgesehen nur quetschend verschraubt wird, dann hat er nämlich Spiel und kann verrutschen!
Auch sollte man die Spannung des Konterrings am Glaswegkorrektor prüfen. Ist dieser zu fest angezogen ist die Linse u.U. verspannt. Bei 2 von 5 Korrektoren war dies bei mir der Fall.

Grüsse, Christian

 
Re: Binonansatz optischer Weg?

> Damit unterstellst Du den Händlern dass sie Ahnung hätten

Hallo Christian,

das würde mir nie einfallen! Von den Händlern hatte nur noch keiner Zeit, das ganze fundiert und verständlich auf die HP zu setzen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Ja das 60° Baader limitiert den Querschnitt auf 18mm. Beispielsweise vignettieren meine 16mm Nagler in diesem Bino deutlich. Das Grossfeld Baader ist dagegen auch mit 24mm Panoptik problemlos nutzbar

Ich meinte mit meiner Frage eigentlich nicht die Vignettierung der Okulare und das nutzbare Sehfeld sondern wollte ich wissen, ob eins der Binos die Objektivöffnung weniger einschränkt. Steckt man beispielsweise beide Binos in einen 1:5 Refraktor, hat man dann dieselbe Beschränkung der Objektivöffnung und diesselben Austrittspupillen an einem Satz Okulare? oder hat hier eins der Binos einen Vorteil?

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Christian,
Du schreibst, dass bei den 150/750-China-Refraktoren nicht von einem scharfen Bild die Rede sein kann. Das kann ich zumindestens von 2 Geräten, die ich kenne, nicht behaupten.Ich bin nicht etwa einer von denen, die nicht wissen, was Abbildungsqualität ist, ich habe selber schon mit AP Traveler, Pentax 105 SDP und 6"-Starfire beobachtet, mit denen ist so ein Gerät nicht vergleichbar, aber der Fujinon 16x70, den ich auch schon hatte, war vergleichsweise auch nicht weniger bunt und mit vergleichbarer Schärfe, deswegen bin ich ja auch so angetan von dem Gerät. Heute abend kann ich hoffentlich (Frage des Wetters) einen Direktvergleich TS 20x88 mit der Kombination Baader-Großfeld-Bino am 150/750 anstellen. Dann wird sich zeigen, ob Du mit Deiner Schätzung (nicht besser als 3"-Echtbinokular) richtig liegst. Zumindestens hat mir Rolf Klemme versichert, dass das TS-Bino in Sachen Bildhelligkeit keine Sonne sieht. Ich habe übrigens auch nie behauptet, dass man mit dem Binoansatz effektive 150mm Öffnung zur verfügung hat, und eine echte Alternative zum 150-er Fujinon ist es auch nicht(kenne ich vom ITV 2000), aber eine überlegenswerte Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand bei vorhandenem Teleskop-Equipment schnelle Richfield-Beobachtungen zu machen. Binos sind auch nicht jedermmanns Sache. Ich melde mich jedenfalls wieder.
Gruß
Achim
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Du schreibst, dass bei den 150/750-China-Refraktoren nicht von einem scharfen Bild die Rede sein kann. Das kann ich zumindestens von 2 Geräten, die ich kenne, nicht behaupten.Ich bin nicht etwa einer von denen, die nicht wissen, was Abbildungsqualität ist...

Hallo Achim,

ich habe nicht Dein Urteilsvermögen In Frage stellen wollen, zweifelsohne kennst Du 2 gute Geräte. Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass IMHO schlechte Geräte bei den 150/750 eher die Regel als die Ausnahme sind zumal mir da noch die Aussage eines Lieferanten "...die sind halt alle so..." in den Ohren klingt.

...aber eine überlegenswerte Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand bei vorhandenem Teleskop-Equipment schnelle Richfield-Beobachtungen zu machen.

Das stimmt, dafür setze ich meine Binoansätze u.a. ja auch ein :-)

Grüsse, Christian
 
Re: Binonansatz optischer Weg praktisch gleich!

Ich meinte mit meiner Frage eigentlich nicht die Vignettierung der Okulare und das nutzbare Sehfeld sondern wollte ich wissen, ob eins der Binos die Objektivöffnung weniger einschränkt. Steckt man beispielsweise beide Binos in einen 1:5 Refraktor, hat man dann dieselbe Beschränkung der Objektivöffnung und diesselben Austrittspupillen an einem Satz Okulare? oder hat hier eins der Binos einen Vorteil?

Ok jetzt hab ichs kapiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ich hab die Fokuslage mal schnell nachgemssen an einem f/5.3 Gerät (Vixen ED 114)
mit 30mm Plössl.

0 mm <= Bezugspunkt
-112 mm <= Baader 60° Bino + 2" Hülse
-125.5mm <= Baader Grossfeld geradsichtig + Schwalbenschwanz + 2" Hülse

Wie Du siehst haben beide Binos prinzipiell den mehr oder weniger gleichen Lichtweg +/- 6mm je nach Adapter.

Das 60° Baader bringt daher überall dort Vorteile, wo man keinen geradsichtigen Enblick wünscht also z.B. an Refraktoren, denn beim Grossfeldbino kommt ja dann noch ein Umlenkspiegel mit mehr als 50mm Lichtweg dazu!!! Das 60° Bino hat diesen ja sozusagen for free eingebaut.

Will man aber ein Bino z.B. an einem Newton einsetzen, stört der 60° Einblick mehr als dass er hilft, dort ist dann das Grossfeldbino wieder im Vorteil.

Ansonsten gibts hier nochmals einen Artikel zu den verschieden Binos:

SUW Binotest


Grüsse, Christian
 
Optischer Weg, was noch?

Ich hab die Fokuslage mal schnell nachgemssen ...
... Wie Du siehst haben beide Binos prinzipiell den mehr oder weniger gleichen Lichtweg +/- 6mm je nach Adapter
Hallo Christian,

damit ist meine Frage zwar immer noch nicht vollständig beantwortet, aber lassen wir das. Neben dem optischen Weg spielt ja der freie Durchlaß noch eine Rolle. Erst wenn ich bei denselben Okularen mit zwei Binoansätzen (ohne Korrektor) die AP'en nachmesse, kann ich sagen, ob eins die freie Öffnung der Primäroptik mehr beschränkt als das andere. Und das wollte ich eigentlich wissen. Oder ist meine Frage nicht sinnvoll?

Aus Deiner Messung würde ich schließen, daß das Großfeldbino bei annähernd vergleichbarem optischen Weg, aber größeren Prismen, im geradsichtigen Zustand die Teleskopöffnung eines schnellen Refraktors weniger einschränkt. Das kannst Du ja nochmal anhand der AP'en prüfen. Allerdings brauche ich (wie Du schon geschrieben hast) am Refraktor ein Prisma und evtl. noch einen Korrektor, was die Verhältnisse wieder ändert.

Mir scheint das Baader 60 Grad Bino immer noch der beste Kompromiss für einen Refraktor zu sein. Der optische Weg ist nicht zu lang und den abgewinkelten Einblick hat man bereits inklusive. Beim Großfeldbino brauche ich ein Prisma, dann frißt die Kombination mehr optischen Weg und beschneidet mir womöglich die Teleskopöffnung noch weiter oder ich muß zu einem Korrektor greifen, was die Primärbrennweite verlängert und das nutzbare Sehfeld einschränkt. Das ist beinahe schon eine Optimierungsaufgabe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Welches Bino mit oder ohne Prisma liefert mir am Refraktor bei bequemem Einblick (60 oder 90 Grad) das maximale Sehfeld und schränkt die nutzbare Öffnung nicht zu stark ein?

Wenn Du mal Zeit und Lust hast, könntest Du doch einen fundierten Testbericht schreiben? Oder kennst Du einen? Oder eine Händlerwebsite, wo die Zusammenhänge erklärt sind?

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Optischer Weg, was noch?

Erst wenn ich bei denselben Okularen mit zwei Binoansätzen (ohne Korrektor) die AP'en nachmesse, kann ich sagen, ob eins die freie Öffnung der Primäroptik mehr beschränkt als das andere. Und das wollte ich eigentlich wissen.

Ich weiss es ganz einfach nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
Ich hab grad keine Zeit aber ich werde das kommende Woche versuchen nachzumessen.
Sobald ich Messergebnisse (ich werde bei f/5.3 und f/4 messen) habe melde ich mich wieder!

Grüsse, Christian
 
Re: 22x100 von TS doch nicht so gut?

Hallo Christian,

ich besitze seit zwei Jahren ein 6" Bino bestehend aus zwei Synta 150/750 Refraktoren mit den Matsumoto EMS-Umlenkspiegeln (90° Einblick mit seitenrichtigem, aufrechtem Bild).
Dieses Gerät war nicht billig (ca 5000 €) und ich gebe dir recht, dass bei den kurzbrennweitigen China-Krackern viel Schrott dabei ist. Wenn man sich aber die Mühe macht, zwei ausgewählte und getestete Geräte zu erwerben (1/3 Lambda ist hier durchaus in Ordnung), hat man eine echte Alternative zu den 6" Fujinon Binos.
Ich kenne den Blick durch ein 25x150 Fujinon und würde sagen, dass im gleichen Vergrößerungsbereich (24mm Panoptic ca 30-fach) mein Synta-Bino auf jeden Fall ebenbürtig abbildet, dazu aber noch eine Menge weiterer features bietet, die das Bino-Spechteln erst zum Genuss machen:
- 90° Einblick
- Freie Okularwahl (1 1/4" und 2") ohne Vignettierung
- Freie Filterwahl
- Noch gut transportierbar (18 kg, doch sehr kompakt) mit
Berlebachstativ und Vixengabel
- Einfache Justierbarkeit der Strahlengänge über zwei
Drehknöpfe

Die Abbildung ist bis 100-fach absolut in Ordnung. Diese Vergrößerung bringt gerade bei Galaxien einen erheblichen Zuwachs an Grenzgröße und Auflösung. Farbe spielt im deepsky Bereich ohnehin keine Rolle.
Bei hellen deepsky Objekten, insbesondere an hochkontrastigen Zielen wie Mond oder Saturn bringen auch höhere Vergrößerungen über 150-fach einen Wahrnehmungsgewinn und wenn die Farbe stört, kann man abblenden.
Ein echtes 6"Bino bietet natürlich gegenüber einem Binoansatz am 6"Refraktor erheblich mehr Lichtreserven.
Die Bildhelligkeit meines Synta-Binos ist etwa mit meinem 10" Dobson vergleichbar. Dieser steht mittlerweile meistens im Keller, weil das Bino schneller einsatzbar ist und einen deutlich höheren Beobachtungskomfort bietet.

Kurzum, für mich ist das Bino fast zum Allrounder geworden.
Im lowprice-Segment eine Alternative zum Fujinon zu suchen wäre etwas vermessen, aber zum Preis eines Fujinon Achromaten (MT) gibt es durchaus Binos, die nicht nur im Riechfield-Bereich mit den großen Fujinons mithalten können, sondern darüber hinaus noch wesentlich mehr Beobachtungskomfort und -möglichkeiten bieten.

Klare Binonächte wünscht
Klaus



 
Re: Binonansatz optischer Weg?

Hallo Christian,
Der Korrektor muss absolut präzise symmetrisch zur optischen Achse montiert werden. Kleinste Verschiebungen wirken wie eine Verkippung des Elements und resultieren in einem deutlichen Einbruch der Bildschärfe. Das ist nicht immer leicht, wenn der Korrektor wie von Baader vorgesehen nur quetschend verschraubt wird, dann hat er nämlich Spiel und kann verrutschen!

Bei mir kann ich im Binobetrieb die Korrektoren fast immer verschrauben. Wo dies nicht der Fall ist kommen die von Baader geleiferten/erhältlichen Kunstoffringe zum Einsatz, die zuverlässig zentrieren. So zB. auch an meinem Takahashi FS60C, an dem ich mithilfe des 2,6x Korrektors eine einwandfreie Abblidung erziele.

Gruß Dietmar
 
Vignettierung: Nebel lüftet sich -> Bilder, lang!

damit ist meine Frage zwar immer noch nicht vollständig beantwortet,
aber lassen wir das. Neben dem optischen Weg spielt ja der freie Durchlaß
noch eine Rolle. Erst wenn ich bei denselben Okularen mit zwei Binoansätzen
(ohne Korrektor) die AP'en nachmesse, kann ich sagen, ob eins die freie
Öffnung der Primäroptik mehr beschränkt als das andere. Und das wollte ich
eigentlich wissen. Oder ist meine Frage nicht sinnvoll?

Hallo Frank,

nachdem mich eine akute Rüsselseuche für ein paar Tage
aus der Bahn geworfen hat dauerte das mit dem Nachmessen etwas länger,
half mir aber auch nochmals darüber nachzudenken. Dabei bin ich zu der
Erkenntnis gekommen, dass Dein Ansatz mit den "...selben Okularen mit zwei
Binoansätzen die AP nachmessen" nicht funktioniert.

Ich habs mal ausprobiert:

1. 30mm Kellner-Okular in den Strahlengang und AP gemessen => 6mm

2. Nun Kartonblende ausgeschnitten, welche 20mm vor der Feldblende (D=24mm)
eine Öffnung von "nur" 8mmm aufweist, AP gemessen => 6mm

Fazit:
1. Die AP ändert sich gar nicht wenn Du in der Nähe des Fokus den Hahn zudrehst, es kommt halt weniger Licht an!

2. Wenn Du die EP abblendest änderst Du allerdings auch die AP im gleichen Maß!

3. Wenn Du irgendwo in der Mitte zwischen EP und AP den Hahn zudrehst passiert ein Mischeffekt.

...

Um nun endlich mal nachvollziehen zu können wie das qualitativ tatsächlich ist
habe ich mal schnell ein Programm geschrieben, welches per optischem Raytracing
so ein System durchrechnet und die Bildausleuchtung ausspuckt, einmal als
visuelles Bild wie man es in der Brennebene erwarten kann und zusätzlich noch
eine Intensitätskurve (sozusagen ein Querschnitt durch das hübsche Bildchen)

Hier die Situation wie sie sich bei einem 150mm f/5 Gerät (z.B. Refraktor) darstellt.
Angenommen ist ein Okularauszug von 200mmm Länge dessen Rohr einen Durchmesser
von 50mm aufweist, also am einen Ende eine Blende von 50mm Durchmesser darstellt.
Wie das Bild sehr schön zeigt wird das Okular (24mm Panoptik mit 27mm Blende)
vollständig ausgeleuchtet:

Link zur Grafik: http://www.maxon.net/~sternkucker/temp/v1.jpg

Die 100% Bildausleuchtung geht über einen grossen inneren Bereich von ca. 10mm
und fällt zum Rand nur sehr sachte ab auf minimal 80%. 70% gilt gemeinhin als
visuelle am Rand gerade noch tolerierbar, daher die graue horizontale Linie im Bild.

*****************************
So nun stecken wir nun mal einen Baader Grossfeld mit 28mm Eintrittsöffnung und
120mm Lichtweg (Optimalfall) rein und das Bild ändert sich dramatisch:

Link zur Grafik: http://www.maxon.net/~sternkucker/temp/v2.jpg

Zwar ist in der Bildmitte immer noch ein heller Bereich, aber wie
die Kurve zeigt werden nirgends wo mehr 100% Intensität erreicht => Man sieht
Objekte dunkler, merkt das aber nicht (nur im direktem Vergleich mit einem anderen
Gerät oder durch photometrische Messungen).
Das ist nichts anderes als ein Verschenken der Öffnung!


Und an den Rändern fällt die Kurve auf fast 55% herunter
=> man sieht u.U. einen Randabfall (wie vermutet)

*****************************
Jetzt wird´s lustig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> denn wir nehmen mal den 60° Binoansatz
mit 18mm Feldblende und 106.5mm Lichtweg (Optimalfall) dann erhalten wir dieses:

Link zur Grafik: http://www.maxon.net/~sternkucker/temp/v3.jpg

Wir erreichen mit Ach und Krach 60% der Maximalhelligkeit in der Bildmitte!!!
Aber warum ist das bisher kaum jemanden aufgefallen.

Interessant ist die Tatsache, dass die Kurve nun zunehmend flacher verläuft,
das heisst mit steigendem Abstand der Engstelle von der Brennebene scheint das Bild
immer homogener ausgeleuchtet zu sein.
=> Man sieht kaum noch einen Randabfall.

Dass aber die gesamt Helligkeit dramatisch reduziert ist fällt kaum jemanden auf, das
wird dann meist auf die Strahlteilende Wirkung des Binos geschoben


*****************************
Schaun wir uns jetzt mal die Situation noch weiter vorne im Tubus an. Lassen wir mal alle Binos
draussen, also nur das 24mm Panoptik im Auszug und berechnen eine schöne Tubusblende
nach klassischer Formel (=Randstrahlenkonstruktion) für die Tubusmitte und eine Bildausleuchtung von
27mmm.
Wir erhalten einen "vernüftigen Wert" von 75.6mm (etwas grösser als das geometrische Mittel von 75mm
wegen der Bildausleuchtung!=0mm)

Was sagt der Raytracer dazu:

Link zur Grafik: http://www.maxon.net/~sternkucker/temp/v4.jpg

In der Tat ist die Kurve nun fast flach geworden d.h. wir sehen
KEINE VIGNETTIERUNG mehr, gleichwohl ist sie heftigst da!
Aus dem 6-Zöller ist ein 5-Zöller geworden!!!


Das Programm zeigt, dass man die Blende auf MINDESTENS 96mm aufbohren müsste um
in der Bildmitte wieder 100% Intensität zu bekommen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

Link zur Grafik: http://www.maxon.net/~sternkucker/temp/v5.jpg

Aber dann sind wird ja bald schon wieder am Tubusrand angelangt und die Wirkung der Blende ist gleich NULL!

Umgekehrt sieht man an diesem Beispiel sehr schön wie es benutzt werden kann um zu tricksen. So
setzen z.B. Hersteller von Grossferngläsern aus China trickreich eine dünne Blende mit
ca. 1/4 Brennweiteabstand zur Frontlinse. Das ist noch nicht so nah dass es dem Kunden
von aussen als Vignettierung auffällt. Im Gegenteil der Kunde freut sich dass "Streulichtblenden"
überhaupt vorhanden sind und delektiert sich an der "ach so farbreinen" Fraunhoferoptik.
Dass die Blende schlicht den Farbfehler retouschiert und aus dem f/5 Bino eines mit z.B. f/6.5 macht
gleichzeitig jedoch die Öffnung von 100mm auf 80mm vignettiert wird fällt keinem auf -> es sei
denn er stellt einen gleichartigen FH-Refraktor mit identischer Vergrösserung daneben und
vergleicht die Bildhelligkeit...

Übrigens: Nicht umsonst verzichten Hersteller moderner Apos wie Televue oder Borg in letzter Zeit komplett auf Tubusblenden und setzen das viel effektivere Samtzeuchs ein.
Aber weil ein klassischer Tubus halt weiss zu sein hat und innen Tubusblenden haben muss (so hat man das halt schon IMMER gemacht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ) wurde vor nicht allzulanger Zeit z.B. ein Händler zur [zensiert] gemacht weil er es gewagt hatte die heiligen Blenden dem Götzengott Samt zu opfern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

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Fazit:

1. Ein Vergleich verschiedener Binos kann nicht über die AP erfolgen sondern nur über die
integrale Messung der Bildhelligkeit über das gesamte auszuleuchtende Feld im Brennpunkt.

2. Blenden im Tubus schaden mehr als dass sie nutzen, kaum ein Amateurastronom will das wahrhaben.
Aber wer misst schon die Helligkeit vor dem Blendeneinbau und nacher. Wenn Blenden, dann VOR der EP
in Form einer korrekt berechneten Taukappe!

3. Wie ich schon vor nun mehr 1.5 Jahren im Forum dargelegt habe rennen viele Besitzer von Fernrohren
durch die Gegend die einen so stark vignettierenden Okularauszug haben, dass man solche Rohre von
rechts wegen eigentlich reklamieren müsste. Oder die Hersteller müssten (ähnlich wie bei Fernsehbildschirmen)
eine nominelle Öffnung (z.B. nom 6") und eine tatsächliche Öffnung (z.B. real 5") angeben, oder einfach
bessere Auszüge bauen.



Aber was solls, es scheint keinen zu jucken:
- 75% aller Geräte auf Treffen sind komplett dejustiert - es wird aber über die Optimierung von Treulichtblenden im Tubus fabuliert.
- 95% aller Zenitspiegel sind leicht oder stark dejustiert, statt den dadurch entstandenen Astigmatismus ganz einfach zu beheben,
wird über fehlende Möglichkeiten zur Objektivjustage gemault.
- Ein guter Teil der Optiken sind halt nur gutes Mittelmass (Stichwort RMS) aber man debattiert wochenlang über die ach so grossen
Gewinne wenn man den Fangspiegel eines Newton auf Atomgrösse schrumpft.

OK ich werde zu polemisch und höre jetzt besser auf ;-)


Zurück zur eigentlichen Frage Frank: Ist das Baader Grossfeldbino besser als das 60° Bino.

Ich denke die Frage kann nach obigem Exkurs mit einem umfasenden JA, IMMER beantworten


Nichts für ungut und gut´s Nächtle, Christian


 
Re: Vignettierung: Nebel lüftet sich

1. Die AP ändert sich gar nicht wenn Du in der Nähe des Fokus den Hahn zudrehst, es kommt halt weniger Licht an!

2. Wenn Du die EP abblendest änderst Du allerdings auch die AP im gleichen Maß!

3. Wenn Du irgendwo in der Mitte zwischen EP und AP den Hahn zudrehst passiert ein Mischeffekt.
Hallo Christian,

das ist ja eine echt interessante Geschichte! Da habe ich mit meinen Fragen viel zu kurz gegriffen. Punkt 3 würde erklären, warum ich bei meinem alten Bino an einem recht kurzbrennweitigen Refraktor eine reduzierte Austrittspupille gemessen habe. Aber die Messung der AP war dann nur die halbe Wahrheit.

Und noch eins ist mir klar geworden. Man sollte mit dem Begriff Vignettierung sorgfältiger umgehen. Zumindest muß man klar sagen, was man meint: den Intensitätsabfall im Okular von der Mitte zum Rand des Sehfelds aufgrund konstruktiver Eigenheiten des Okulars (Weitwinkelokulare?, zu kleine Barlowelemente?, ...), die Reduzierung der wirksamen Öffnung des Teleskops aufgrund falsch platzierter Blenden oder falsch dimensionierter Okularauszüge oder eben beides.

Warum findet man diese Informationen eigentlich bei keinem Händler auf der Website? Ist auch egal. Der Trend geht ja ohnehin zu geprüften Teleskopen mit hochwertiger Optik zu einem besonders guten Preis-/Leistungsverhältnis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Da braucht man sich solche Gedanken nicht mehr zu machen ...

Nochmal danke für die Mühe!

Frank.
 
Re: Vignettierung: Nebel lüftet sich -> Bilder, la

Hallo Christian,

sauinteressant was du da ausgerechnet hast...vielen Dank für die aufklärenden Worte, war ich doch bis jetzt auch von falschen Tatsachen ausgegangen und hab diese blind vertraut!!

Springender Punkt für mich ist die Feststellung, dass die "Abdunkelung" bei der Binoverwendung halt nicht an diesem Stahlenteiler liegt. Das kam mir sowieso schon immer sehr suspekt vor, soviel kann da doch nicht verloren gehen, letztendlich führt das Gehirn die beiden Bilder zusammen und es sollte kein Helligkeitsverlust festzustellen sein. NEIN, es liegt wie du aufgeklärt hast an der Vignettierung, wenn ich das richtig verstanden habe. Es ist eigentlich einleuchtend, dass die Feldblende der Okus über 120mm weiter hinter dem Bino liegen, dass eine max. Eingangsöffnung von 1 1/4" hat (ist ja meistens noch nicht mal der Fall) und recht kleine Prismen, die eine volle Ausleuchtung gar nicht schaffen können.
Bleiben wir mal bei den Binokularansätzen, die ja im Okularboard kräftig diskutiert werden. Nach deinen Ausführungen wäre ja ein 2" Korrektor besser als ein 1 1/4" Korrektor, da an dem 2" Teil viel weniger Vignettierung auftritt als bei dem 1 1/4" Teil (auch wenn wohl der 2" K. nicht ohne Vignettierung auskommt). Demnach sollte das Bild in einem Ansatz mit einem 2" K. heller sein als mit einer kleinen 1 1/4" Barlow, oder?? Denkmeier schreibt in seiner Beschreibung für die OCS-Systeme, dass man zwischen f/4 und f/8 (ich glaub das waren die Zahlen) ohne Vignettierung auskommt und erst darunter zu einem 1 1/4" K. greifen sollte. Das stimmt eigentlich nicht, da auch an dem 2" Vignettierung auftritt. ABER Denkmeier hat wohl die Problematik (im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern mit 1 1/4" Barlows) erkannt und weisst offen darauf hin. Schon mal ein Schritt nach vorn.
Das Vignettierung bei dem 2" K. auftritt kann ich bestätigen, da das Bild etwas dunkler wirkt als Monokular. Man verliert grob 0,5 Größenklassen, hab es noch nicht genau nachgemessen, nur ein Gefühl von mir.
Es ist wirklich sehr sehr (ich sollte noch ein paar Mal "sehr" schreiben) das wie du schon gesagt hast alle den Helligkeitsverlust am Bino auf die Prismen schieben und die Problematik mit der Vignettierung noch nicht erkannt haben...hier sollte man vielleicht auch mal im Okuboard aufklären. Hatte ich ja schonmal vorsichtig gemacht, scheint aber wirklich keinen zu jucken.
Also, nochmal vielen Dank für die aufklärenden Worte und das Verschieben des Strahlenteilerverlustest in die Schublade "Optikmythen" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Gruß, Uwe

www.sternenfreunde-eichsfeld.de
 
Noch eine Frage

Hallo Christian,

sag mal, kannst Du das Programm interessierten Leuten zur Verfügung stellen? Eventuell gegen einen kleinen Obulus, z.B.: wer das Programm haben will, muß einen Bericht für Deine HP schreiben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Das wäre dann eine tolle Möglichkeit, den eigenen Refraktor zu testen. Lage und Durchmesser von Blenden und Fokussierer kann man nachmessen und so könnte man schauen, was in welchem Okular vom Objektiv noch ankommt. Hauptsache Du bekommst keinen Ärger mit Teleskopanbietern, wenn die Kunden plötzlich ihre Teleskope überprüfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Die Geschichte mit dem schwarzen "Samtzeuchs" erinnert mich an eine lange Zeit zurückliegende Diskussion zum Thema Refraktorblenden. Die Idee war seinerzeit: den Tubusinnendurchmesser ausreichend groß zu dimensionieren, schön zu schwärzen und auf Blenden komplett zu verzichten. So schlecht waren die Argumente wohl doch nicht.

Auf jeden Fall sind Deine Ausführungen eine gute Anregung, um sich nochmal etwas genauer mit der Frage von Blenden und Okularauszügen im Refraktor, mit Blenden im Fernglas und den Einschränkungen von binokularen Ansätzen zu befassen. Wer weiß, was da noch alles ans Tageslicht kommt ...

Viele Grüße, Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Noch eine Frage

sag mal, kannst Du das Programm interessierten Leuten zur Verfügung stellen? Eventuell gegen einen kleinen Obulus, z.B.: wer das Programm haben will, muß einen Bericht für Deine HP schreiben . Das wäre dann eine tolle Möglichkeit, den eigenen Refraktor zu testen. Lage und Durchmesser von Blenden und Fokussierer kann man nachmessen und so könnte man schauen, was in welchem Okular vom Objektiv noch ankommt. Hauptsache Du bekommst keinen Ärger mit Teleskopanbietern, wenn die Kunden plötzlich ihre Teleskope überprüfen ...


Momentan befindet sich die Software noch im Alpha-Stadium und kann so noch nicht auf die Menschehit losgelassen werden. Dazu kommt noch, dass die Oberfläche auf der CINEMA 4D-Engine von Maxon (dort schaffe ich) basiert. Insofern Du nicht gerad mal 1KEuro für CINEMA 4D locker hast kannst Du meine Plugins nicht laufen lassen.

Ich arbeite aber an einer Lösung: Wenn ich das OK von meiner Firma bekomme, könnte das Ganze auch mit der kostenlosen Demo-Version von C4D laufen.

Jedenfalls sobald was fertig ist gebe ich hier im Forum Bescheid.

Die Geschichte mit dem schwarzen "Samtzeuchs" erinnert mich an eine lange Zeit zurückliegende Diskussion zum Thema Refraktorblenden. Die Idee war seinerzeit: den Tubusinnendurchmesser ausreichend groß zu dimensionieren, schön zu schwärzen und auf Blenden komplett zu verzichten. So schlecht waren die Argumente wohl doch nicht.

Nö, vor alledem optimierst Du damit gleichzeitig thermische Probleme :-)

Grüsse, Christian
 
Re: Vignettierung: Nebel lüftet sich -> Bilder, la

Demnach sollte das Bild in einem Ansatz mit einem 2" K. heller sein als mit einer kleinen 1 1/4" Barlow, oder?

yep!

ABER Denkmeier hat wohl die Problematik (im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern mit 1 1/4" Barlows) erkannt und weisst offen darauf hin. Schon mal ein Schritt nach vorn.

Eben - mal überspitzt formuliert: Wenn man natürlich schon einen Karton voller einfacher verkitteter Linsen hat kann man die entweder zum Altglas schmeissen oder einen schönen Namen suchen (Glaswegkorrektor) und für viel Geld in Fassung verkaufen.

Du glaubst gar nicht wieviele Leute schon vom Marketingnamen eingenommen sind und gar nicht glauben wollen, dass es sich hierbei um schlichte Barlowlinsen mittlerer Qualität handelt.

Andererseits muss man Baader zu Gute halten, dass er als einziger deutscher Hersteller die Binokularansätze seit Jahren promoted und damit salonfähig gemacht hat.

Es ist wirklich sehr sehr (ich sollte noch ein paar Mal "sehr" schreiben) das wie du schon gesagt hast alle den Helligkeitsverlust am Bino auf die Prismen schieben und die Problematik mit der Vignettierung noch nicht erkannt haben...hier sollte man vielleicht auch mal im Okuboard aufklären. Hatte ich ja schonmal vorsichtig gemacht, scheint aber wirklich keinen zu jucken.

Darum werde ich meine Sammlung an SoftwareTools irgendwann auch mal öffentlich zugänglich machen. Dann kann jeder am Reissbrett in Echtzeit mit den Parametern rumspielen und sieht sofort was passiert wenn er Teil X an Stelle Y plaziert...


Grüsse, Christian
 
Vignettierung = Öffnungsvignette + Randvignette

Und noch eins ist mir klar geworden. Man sollte mit dem Begriff Vignettierung sorgfältiger umgehen. Zumindest muß man klar sagen, was man meint: den Intensitätsabfall im Okular von der Mitte zum Rand des Sehfelds aufgrund konstruktiver Eigenheiten des Okulars (Weitwinkelokulare?, zu kleine Barlowelemente?, ...), die Reduzierung der wirksamen Öffnung des Teleskops aufgrund falsch platzierter Blenden oder falsch dimensionierter Okularauszüge oder eben beides.

Ich denke auch man sollte das irgendwie sprachlich präzisieren.

"ABC der Optik" meint zu Vignettierung:
mechanische Einengung eines schräg durch ein optisches System tretenden Strahlbündels


Der Effekt daraus kann dann je nach Fall einerseits einen "Randabfall" bewirken, andererseits eine Gesamtdunkelung bewirken, manchmal eben auch beides gleichzeitig.

Aber Vignettierung wurde in der Vergangenheit in den Foren immer nur mit Randabfall in Verbindung gebracht. Der andere Fall wurde nicht in Erwägung gezogen.
Wie wäre es denn mit den Begriffen

Vignettierung = Öffnungsvignettierung + Randvignettierung ?


Grüsse, Christian
 
Re: Bino aus zwei Synta 150/750

Hallo Christian,

ich besitze seit zwei Jahren ein 6" Bino bestehend aus zwei Synta 150/750 Refraktoren mit den Matsumoto EMS-Umlenkspiegeln (90° Einblick mit seitenrichtigem, aufrechtem Bild).

Hallo Binofreaks,

ich habe mir aus zwei ebensolchen Refraktoren, 4 Stück 2" und 2 Stück 1,25" Zenitspiegeln und etwas Arbeit an der Drehbank ein sehr leistungsfähiges Großbino gebaut.

Wenn ich dieses Gerät mit meinem 20x100 Miyauchi vergleiche, muß ich feststellen, dass man sie wirklich nicht vergleichen kann.

Lediglich das Gewicht der 2x 150/750 lassen mich häufiger zum Miyauchi greifen, aber die optische Leistung des "großen" ist schon gewaltig.

Die Sternabbildung ist nadelfein (hab ich wohl Glück gehabt), Farbe spielt bei Deepsky keine Rolle, der räumliche Eindruck des Doppelrefraktors ist meinem 10" Dobson mit Binoansatz weit überlegen.

Lediglich da, wo ich höhere Vergrößerungen brauche, also am Planeten, kommt der 10" Dobson mit Binoansatz besser raus.

Faszinierend ist der Wahrnehmungsgewinn durch binokulares Sehen! Wenn ich mir einen offenen Sternhaufen nur durch eine "halbe" Optik monokular ansehe und anschießend dann beidäugig denselben Haufen ansehe, sehe ich mit einem mal viel mehr Sterne !

Das Bild scheint auch deutlich heller zu sein, als monokular. Da sieht man erst, was der "Großrechner" zwischen den beiden Ohren zu leisten in der lage ist!

Die Kosten für mein Großbino lagen alles in allem incl. Stativ (NVA-Vermessungsstativ) und Montierung (aus Multiplex, Dobson lässt grüßen) unter 1300 Euro!
 
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