Funktion Lyot-Blende

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AstroTigger

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Hallöchen

Verstehe ich das richtig?

Zur Streulichtverminderung wird in Protuberanzenansätzen eine Lyot-Blende eingebaut.
Eine Hilfslinse bildet dabei das Objektiv (Hauptquelle für Streulicht) auf die Lyot-Blende ab, mit deren Hilfe man die streulichterzeugenden Randpartien abblendet.

Nur welches Streulicht wird da nun eigentlich vermieden? Das Streulicht aus Reflexen in der Linsenfassung? Dann müsste aber ein Schiefspiegler ohne Lyot-Blende auskommen können.
Oder kann man gar Beugungserscheinungen ausblenden (auch wenn ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie das gehen soll).?

Ich bin auch für gute Buchtipps etc. dankbar.
Gruß
Andy
 
Hallo Andy

Eine Hilfslinse bildet dabei das Objektiv (Hauptquelle für Streulicht) auf die Lyot-Blende ab, mit deren Hilfe man die streulichterzeugenden Randpartien abblendet.

Du hast dir deine Frage schon selbst beantwortet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Der Objektivrand beugt das Licht und erzeugt dadurch Streulicht.
Wenn du einen Stern defokusierst, siehst du, dass der äußerste Fresnelring heller ist als die inneren, was eben durch den Objektivrand geschieht.
Ein anderes anschauliches Beispiel ist der Newton mit seinen Fanspiegelstreben, da findet auch an den Streben eine Kantenbeugung statt, was dazu führt, dass man dann im Fokus Spikes als Streulichtstreben sehen kann.
Bei Systemen mit Zentralabschattung sieht man auch einen hellen Ring um den Fangspiegel, sowie beim Objektivrand.
Oder auch gut zu sehen bei einer Abgesunkenen Kante.

Die Kontraststeigerung bei der Lyotblende entdeckte Bernard Ferdinand Lyot und findet dadurch statt, dass man den ersten hellen Fresnellring des Objektivrands ausblendet und dadurch Streulicht reduziert.
Dadurch geht zwar auch etwas an Öffnung verloren, jedoch überwiegt der Kontrastgewinn durch weniger Streulicht!

Ich habe mir vor Jahren den Unigraphenansatz nach Harald Paleske nachgebaut, der das Nögelsche Prinzip noch übertrifft und der Kontrastgewinn durch die Lyotblende ist wirklich verblüffend!

Gruß Uwe
 
Hallöchen

Cool, dann kann ich so tatsächlich Beugungsstrukturen unterdrücken.
Nur warum handel ich mir keine (störende) Beugung an der Lyot-Blende stattdessen ein? Ist das, weil Lyot-Blende nicht in einem realen Zwischenbild sitzt und somit nur vignettierend wirkt?
... ich glaube so langsam beginn ich das zu verstehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />...

Und weil ich gerade am Fragen bin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Mir ist nicht bewusst, jemals in einem Protuberanzenansatz ein "Lyot-Spot" eingebaut gesehen zu haben. Hab' ich nur nicht genau genug geschaut, oder verwendet man das heutzutage (warum?) nicht mehr.

Gruß
Andy
 
Hallo Andy

Soweit mir bekannt, findet man in allen Protubenansätzen eine Blende.

Es gibt verschiedene Protuberanzen- oder Koronographenansätze und man kann die Blende an unterschiedlichen Orten positionieren.
Eine gute Seite dazu ist die von Harald Paleske, da findest du auch die verschiedenen Schemata.

http://www.unigraph.de/

Gruß Uwe
 
Hallöchen

Ja, die Seite hab ich schon einmal studiert. Mit meiner zweiten Frage meinte ich aber nicht die Lyot-BLENDE - das ist klar dass die da sein muss - sondern den "Lyot-Spot" (siehe hier )

Gruß
Andy
 
Hallo Andy

Danke für den Link! Ich habe mich schon gefragt, was du mit dem Lyot-Spot gemeint hast, oder ob es nur ein Schreibfehler war?

Nun, außer bei einer Sonnenfinsternis, sind glaube ich Amateure nicht in der Lage die Korona zu sehen oder abzulichten, da hierzu ein wesentlich aufwendigeres Equipment und bessere Standorte benötigt werden.
Die Protuberanzenansätze sind dem Koronographischen Prinzip von Lyot nur nachempfunden um eben Protuberanzen zu sehen, aber die Korona bleibt den Profis vorbehalten.

Ich kann mir denken, dass der Lyot-Spot im Koronographen nochmals eine zusätzliche Blende ist, welches Streulicht von der Kegelblende und F1 ausblendet?

Mit O2 blicke ich ja von hinten auf den Kegel, welcher mit einem Winkel von ca. 60° seitlich oder nach hinten das gesamte Sonnenlicht wieder auf eine Blende oder nach außen reflektiert.
Dabei könnte eben für die Koronabeobachtung, Streulicht hinter oder um den Kegel besonders störend wirken, da man ja mit O2 auf den Kegel, dessen Rand die Bildebene von O1 ist, scharf stellt?
Da die Korona nochmals um was weis ich wie viel Lichtschwächer ist, mag eine solche Verblendung wohl wichtig und auch nötig zu sein?!

Für den Amateur ist aber denke ich gerade wenn es um die H-alpha Beobachtung geht ein guter H-alpha Filter mit einer engen Halbwertsbreite wichtiger.

Es wäre aber einmal interessant zu sehen was der Lyot-Spott in einen normalen P-Ansatz bringen würde!

Gruß Uwe
 
Hallo,

Ich habe den Lyotspot bei meinen Versuchen 1997/98 getestet und ihn für die Protuberanzenbeobachtung nicht für nötig befunden.

Der Originalkoronograf von Lyot hatte eine 5 Zoll Plankonvexe Einzellinse als Objektiv. Wenn man sich die Streulichtverhältnisse darin anschaut sieht man, dass die zum Okular stehende Planfläche des Objektiv die Lichtstrahlen wieder zum Teil zurückreflektiert. Diese reflektierten Strahlen treffen nun von hinten auf die vordere gekrümmte Fläche des Objektivs auf. Diese gekrümmte Fläche wirkt jetzt wie ein Hohlspiegel und sammelt diese Streulichtstrahlen so, dass ein heller Lichtpunkt im Strahlengang entsteht. Bei meiner Originalkonstruktion 127/1300AK von Lk war dieser etwa 12cm hinter dem Objektiv im Strahlengang deutlich sichtbar, wenn man ein weißes Blatt in den Strahlengang gehalten hat. Mit der Hilfslinse wird nun dieser Lichtklecks auch in den sekundären Strahlengang übertragen und bildet sich kurz hinter der Lyotblende ab. Hat man jetzt eine kleine runde schwarze Scheibe dorthin platziert (auf die Oberfläche des Projektionsobjektivs oder auf eine Planscheibe) wird auch dieses erzeugte Streulicht vollständig ausgeblendet.

Ich hatte Versuche mit unterschiedlichen Größen dieser Blenden gefahren bis die Beugung sehr groß wurde. In keinem Fall konnte man die Kontrasterhöhung bei der Protubenbeobachtung visuell erkennen bzw. nutzbringend umsetzen. Somit habe ich die Sache nicht weiter verfolgt. Ich konnte damal jedoch auch ohne diese Zusatzblende einmal in der grünen Koronalinie helle Strukturen am Sonnenrand erkennen! Man war jedoch auf astreine Durchsicht angewiesen. Halpha ist da wesentlich eindrucksvoller.

Sicher kann man auch eingeschlepptes Streulicht der hinteren Kegelfläche damit reduzieren. Dieses ist jedoch nicht so entscheident für eine kontrastreiche Abbildung.

Der Uni als Sonneninstrument zeichnet sich gegenüber der Originalversion von Lyot vor allem durch seine harte Abbildung in Verbindung mit der geringstmöglichen Anzahl optischer Bauelemente bei hoher kontrastreicher Abbilung und normaler Verwendungsmöglichkeiten eines Refraktors aus. Erkauft wird dieser Vorteil durch eine Vignittierung des sekundären Strahlenganges.

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Harald

Danke für deine Antwort. Das mit der Plankonvexlinse hört sich logisch an.
Ich habe mir auch mal zum besseren Verständnis den Strahlengang eines Protuberanzenfernrohres und deines genialen Unigraphen aufgezeichnet. Da wundert es mich direkt, wie es überhaupt zur Entwicklung des Protuberanzenansatz kam - ich finde den Unigraphen sehr viel einfacher und logischer aufgebaut.

Gruß
Andy
 
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