klawipo
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Hallo liebe Astro-Hobbyisten,
am Sonntag konnte ich trotz der bis Mitternacht strahlenden Mondsichel dem klaren Himmel nicht wiederstehen und fuhr raus in die Eifel. Ich fand gegen 23:00 einen für mich neuen Wanderer-Parkplatz. Dort war vom Westhimmel nicht viel zu sehen, so dass mich die untergehende "Säufersonne" wenigstens nicht direkt blenden konnte. Zunächst verplemperte ich etwas Zeit, indem ich den Hut des Gitterrohr-Dobsons falsch montierte... Nach Korrektur nutzte ich M44 zur Einstellung des Telrad und um mein neues 32mm/70° Übersichtsokular auszuprobieren. Aber auch damit haut mich Praesepe an meinem 12 Zoll Dobson nicht um. Immerhin war die Krippe im Gegensatz zum letzten Sternenritt freiäugig ohne Sehorgan-Verrenkungen zu erkennen, ein deutliches Indiz für die bessere Himmelstransparenz.
Ich versuchte mich am Leo-Triplett M65/M66 und NGC3628, die sich mit dem neuen Zubehör toll zusammen machen. Der Eindruck war viel besser als letztes mal, aber nicht so gut wie bei meiner bisher besten Beobachtung vor ein paar Wochen. Das änderte sich auch nach Monduntergang, als ich hier nochmal draufhielt, nur wenig. Damals waren die beiden Messiers richtig ausgedehnte Flächen. Dieses mal eher Kerne mit nebligen Halos, welche bei indirektem Blick aber vor allem bei M66 Struktur gewannen. Bei NGC3628 hoben sich seinerzeit die ausgefransten beiden Endstücke vom Hintergrund ab, das ging vorgestern Nacht nicht. Dafür konnte ich dort aber nun blickweise das Staubband ausmachen, das mir zuvor verborgen geblieben war. Immer noch im Löwen, konnte ich bei M 105 auch schon mit dem Übersichtsokular glasklar die beiden NGC-Galaxien in der Nachbarschaft ausmachen, wobei eine deutlich schwächer war. Schön ließ sich auch bei 80 und 125fach die Ausrichtung der dunklen und einer hellen Komponente des Trios ausmachen, während die dritte eher rund war.
Nun war der Mond untergegangen und M51 stand schön hoch, also nichts wie drauf auf dieses interessante Objekt. So nah am Erkennen der Spiralstruktur war ich noch nie. Die helleren und dunkleren Komponenten waren viel klarer als zuletzt, und einen Arm zwischen 7 und 10 Uhr, wenn man die Richtung zur kleineren Komponente als 12 Uhr nimmt, hob sich deutlich rundlich ab. Die "Brücke" zur kleineren Komponente war nicht vollständig, da war ein kleines Stück Abstand. Es enstand ehrlicherweise noch kein strudeliger Gesamteindruck, aber ich war schon hocherfreut. Auf der anderen Seite des vorderen Deichselsterns des großen Wagens ging ich noch auf M101. Hier fiel mir sofort auf, dass es zwei helle Kernpunkte gab. Außerdem erkannte ich indirekt einen "Arm", der ein bisschen für sich allein stand, also keine deutliche Verbindung zum Oval um die Kerne hatte. Soviel Details hatte ich hier nach Karkoschka-Lektüre gar nicht erwartet.
Nach diesen feinen Erfolgen wagte ich erstmals seit Langem den Sprung in den Virgo-Galaxienhaufen. Hierfür war das Übersichtsokular genau das Richtige. Ich schwenkte erstmal einfach lustvoll hin und her. Besondes fiel mir unter den vielen "Spindeln" ein riesiger, runder, aber recht dunkler Nebel auf, sowie zwei Sternsysteme, die in einem ziemlich spitzen Winkel ineinander übergingen. Letztere schaute ich mir auch nochmal in höherer Vergrößerung an, ohne dass es wirklich mehr Details gab. Um welche Objekte es sich hier genau gehandelt haben mag, stelle ich mal hier als Frage in den Raum. Ebenso wäre ich an Lektüre interessiert, die mir helfen könnte mich im Virgohaufen besser zurechtzufinden.
Ich gönnte meinen Augen noch den inzwischen hochstehenden Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden. Hier kann die große Optik ihre Stärken hinsichtlich Punktauflösung voll ausspielen und präsentierte ein fotoreifes Bild bei 125fach. Kein Vergleich zu der düsteren Punktwolke damals im Achtzöller. Es nimmt wenig Wunder, dass Riesendobson-Hersteller Obsession gerade das Bild eines Kugelsternhaufens zu Werbezwecken nutzt. Ich überlegte kurz noch zu M13 zu schwenken, wollte mir diesen gewiss überwältigenden Anblick aber dann doch für die kommenden Sitzungen aufsparen. Nach einem kurzen Blick auf die in dieer Nacht deutlich braunen Wolkenbänder des Jupiters bei dem zwei Monde sich gerade eng aneinander schmiegten, beendete ich diese äußerst erfreuliche Beobachtungsrunde. Gegen drei Uhr im Bett und um halb neun schon wieder an der Arbeit (gottlob Home-Office...) war ich zwar furchtbar übermüdet, aber es hat sich wirklich gelohnt.
CU
Klaus
am Sonntag konnte ich trotz der bis Mitternacht strahlenden Mondsichel dem klaren Himmel nicht wiederstehen und fuhr raus in die Eifel. Ich fand gegen 23:00 einen für mich neuen Wanderer-Parkplatz. Dort war vom Westhimmel nicht viel zu sehen, so dass mich die untergehende "Säufersonne" wenigstens nicht direkt blenden konnte. Zunächst verplemperte ich etwas Zeit, indem ich den Hut des Gitterrohr-Dobsons falsch montierte... Nach Korrektur nutzte ich M44 zur Einstellung des Telrad und um mein neues 32mm/70° Übersichtsokular auszuprobieren. Aber auch damit haut mich Praesepe an meinem 12 Zoll Dobson nicht um. Immerhin war die Krippe im Gegensatz zum letzten Sternenritt freiäugig ohne Sehorgan-Verrenkungen zu erkennen, ein deutliches Indiz für die bessere Himmelstransparenz.
Ich versuchte mich am Leo-Triplett M65/M66 und NGC3628, die sich mit dem neuen Zubehör toll zusammen machen. Der Eindruck war viel besser als letztes mal, aber nicht so gut wie bei meiner bisher besten Beobachtung vor ein paar Wochen. Das änderte sich auch nach Monduntergang, als ich hier nochmal draufhielt, nur wenig. Damals waren die beiden Messiers richtig ausgedehnte Flächen. Dieses mal eher Kerne mit nebligen Halos, welche bei indirektem Blick aber vor allem bei M66 Struktur gewannen. Bei NGC3628 hoben sich seinerzeit die ausgefransten beiden Endstücke vom Hintergrund ab, das ging vorgestern Nacht nicht. Dafür konnte ich dort aber nun blickweise das Staubband ausmachen, das mir zuvor verborgen geblieben war. Immer noch im Löwen, konnte ich bei M 105 auch schon mit dem Übersichtsokular glasklar die beiden NGC-Galaxien in der Nachbarschaft ausmachen, wobei eine deutlich schwächer war. Schön ließ sich auch bei 80 und 125fach die Ausrichtung der dunklen und einer hellen Komponente des Trios ausmachen, während die dritte eher rund war.
Nun war der Mond untergegangen und M51 stand schön hoch, also nichts wie drauf auf dieses interessante Objekt. So nah am Erkennen der Spiralstruktur war ich noch nie. Die helleren und dunkleren Komponenten waren viel klarer als zuletzt, und einen Arm zwischen 7 und 10 Uhr, wenn man die Richtung zur kleineren Komponente als 12 Uhr nimmt, hob sich deutlich rundlich ab. Die "Brücke" zur kleineren Komponente war nicht vollständig, da war ein kleines Stück Abstand. Es enstand ehrlicherweise noch kein strudeliger Gesamteindruck, aber ich war schon hocherfreut. Auf der anderen Seite des vorderen Deichselsterns des großen Wagens ging ich noch auf M101. Hier fiel mir sofort auf, dass es zwei helle Kernpunkte gab. Außerdem erkannte ich indirekt einen "Arm", der ein bisschen für sich allein stand, also keine deutliche Verbindung zum Oval um die Kerne hatte. Soviel Details hatte ich hier nach Karkoschka-Lektüre gar nicht erwartet.
Nach diesen feinen Erfolgen wagte ich erstmals seit Langem den Sprung in den Virgo-Galaxienhaufen. Hierfür war das Übersichtsokular genau das Richtige. Ich schwenkte erstmal einfach lustvoll hin und her. Besondes fiel mir unter den vielen "Spindeln" ein riesiger, runder, aber recht dunkler Nebel auf, sowie zwei Sternsysteme, die in einem ziemlich spitzen Winkel ineinander übergingen. Letztere schaute ich mir auch nochmal in höherer Vergrößerung an, ohne dass es wirklich mehr Details gab. Um welche Objekte es sich hier genau gehandelt haben mag, stelle ich mal hier als Frage in den Raum. Ebenso wäre ich an Lektüre interessiert, die mir helfen könnte mich im Virgohaufen besser zurechtzufinden.
Ich gönnte meinen Augen noch den inzwischen hochstehenden Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden. Hier kann die große Optik ihre Stärken hinsichtlich Punktauflösung voll ausspielen und präsentierte ein fotoreifes Bild bei 125fach. Kein Vergleich zu der düsteren Punktwolke damals im Achtzöller. Es nimmt wenig Wunder, dass Riesendobson-Hersteller Obsession gerade das Bild eines Kugelsternhaufens zu Werbezwecken nutzt. Ich überlegte kurz noch zu M13 zu schwenken, wollte mir diesen gewiss überwältigenden Anblick aber dann doch für die kommenden Sitzungen aufsparen. Nach einem kurzen Blick auf die in dieer Nacht deutlich braunen Wolkenbänder des Jupiters bei dem zwei Monde sich gerade eng aneinander schmiegten, beendete ich diese äußerst erfreuliche Beobachtungsrunde. Gegen drei Uhr im Bett und um halb neun schon wieder an der Arbeit (gottlob Home-Office...) war ich zwar furchtbar übermüdet, aber es hat sich wirklich gelohnt.
CU
Klaus
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