Galaxien in der Krippe

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UwePilz

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Liebe Beobachter,

als am Wochenende überraschend klarer Himmel wurde, lag in meiner Beobachtungsmappe ein Foto der Krippe mit den Hintergrundgalaxien. Ich hatte das Bild aus dem Märzheft von Astronomie Heute eingescannt und invertiert, damit es im Dunklen besser sichtbar ist.

Zunächst war ich ja skeptisch, ob ich mit meinem 12-Zoll-Dob überhaupt etwas sehen kann, da fast alle Objekte jenseits 14 mag liegen. Aber der Himmel war sehr sauber, die visuelle Grenzgröße an meinem ländlichen Beobachtungsort war so 6 mag.

Es ist schon interessant, daß man durch einen offenen Sternhaufen hindurch die Galaxien sehen kann. Möglich wird das ja nur, weil die Krippe so nahe ist und sich von der Erde aus gesehen weit entfernt von der galaktischen Ebene befindet.

Fünf der Objekte habe ich versucht und folgende Resultate erhalten:

NGC 2643: Keine Sichtung. Der Vergleich mit neuerem Kartenmaterial ergab, daß an dieser Stelle nicht NGC 2643, sondern IC 2390 liegt. Dies ist ein Katalogfehler des NGC.

NGC 2625: Sofort sichtbar, leicht diffus, am ehesten rund

NGC 2524: Sehr schwierig, erforderte längeres Probieren und war dann auch nur indirekt und zeitweise sichtbar

NGC 2647: Konnte indirekt sicher gehalten werden.

UGC 4526: Ganz einfach, sehr hell. Eine Spindelform wer nicht zu erkennen.

Es ist schon seltsam, wenn ich schreiben kann, daß eine 14m-Galaxie nicht schwierig ist, wie im Falle NGC 2625. Man muß sich eben an so etwas auch herantrauen.

Bleibt dran, am Okular
--Uwe
 
Hallo Uwe,
hört sich gut an, "Starhopping" im Sternenhaufen!
Kannst Du Deinen Scan mal hier reinstellen bzw mailen?
 
Hallo Uwe,

nachdem du mich auf diese interessante Gegend aufmerksam gemacht hast, habe ich zumindest 2 Versuche starten können und möchte trotz des recht alten Threads meine (spärlichen) Beobachtungen mit 8" beisteuern.

Kurz gefasst: Unter sehr klarem Landhimmel (FST 6.3m) konnte ich im 8"er zumindest NGC2647 bei 200x indirekt gerade noch sehen. Für die anderen Galaxien hatte es aus diversen Gründen nicht gereicht. Ich werde aber dranbleiben ;)

Hier gibt es einen etwas ausführlicheren Bericht mit einem schönen DSS-Bild :)

Gruß,
Robert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

guter Hinweis. Muss ich mir auch mal anschauen.

Ist immer wieder interessant, die Grenzen mit dem jeweiligen Gerät ein wenig auszuloten. Es ist eigentlich fast egel, welches Teleskop/Öffnung man besitzt. Wenn der Himmel es hergibt, tastet man sich immer weiter vor.

Für den 12" wird es etwas jenseits der 14 mag unter gutem Landhimmel interessant, mit einem 18" gilt in etwa das Gleiche jenseits von 15 mag und für 27" bei etwas weniger als 16 mag.

Viele Grüße
Werner
 
:-) :-)
 
Zitat von UwePilz:
> Es ist eigentlich fast egel, welches Teleskop/Öffnung man besitzt...

... man schaut sich stets graue Fleckchen an der Nachweisgrenze an.
So ist es wohl und heute abend habe ich es wieder getan :)

Leider waren die Bedingungen nicht ganz so überragend: Bortle 5, SQM-L 20.9, diesig mit leichtem Bodennebel. Messier 44 war natürlich recht auffällig für das bloße Auge. Als Instrument musste mein 8 Zoll Dobson herhalten, welcher in der Zielregion Sterne bis mindestens 14.65mag zeigte.

Auf meiner Seite findet ihr nochmal ein DSS-Bild zur Übersicht (der Text darunter wird die Tage noch aktualisiert).

Beobachtet habe ich aufgrund der weniger guten Bedingungen mit 220x:

NGC 2624 & 2625
Beide ziemlich schwach, aber nach einer Weile dauerhaft als sehr kompakte, runde Aufhellungen zu halten.

NGC 2637
Habe ich nicht versucht, da mir einfach Sterne zur Orientierung in der nahen Umgebung fehlten.

NGC 2643
Nach etwas "Augenverbiegen" war die Galaxie blickweise, aber sicher, als sehr kompakter Nebel erkennbar.

NGC 2647
Da musste ich auch eine Weile draufhalten, bis ich mal in wenigen Momenten etwas zu sehen bekam. Ähnlich der anderen Galaxien war es nur ein kompaktes, schwachen Nebelfleckchen.

UGC 4526
Unter diesen Umständen war absolut nichts zu machen, wobei ich es nicht allzu lange versucht habe. Die Durchsicht wurde aber zunehmend schlechter.
 
Hallo Robert,

interessant zu lesen, wie unterschiedlich sich mitunter Sichtungen innerhalb von einem Jahr Abstand gestalten können - hier sicherlich beeinflusst durch unterschiedliche Bedingungen. Ich schätze, bei gleichen Bedingungen wie im letzten Jahr wäre die UGC ebenfalls wieder kein Problem gewesen.
Auf jeden Fall kannst Du NGC 2643 jetzt auf Deiner M44-Spezialseite ergänzen.

Beste Grüße

Rene
 
Lieber Rene,

in der Tat scheint mir die Wahrnehmung innerhalb eines Jahres durchaus besser geworden zu sein. Aber über die Ursachen kann man nur spekulieren...

Letztes Jahr hatte ich nur mit der NGC 2647 Glück. Für die UGC müssten die Bedingungen noch etwas besser werden als gestern. Aber ich bleibe dran. Diese feine Spindel möchte ich mir nicht entgehen lassen :)

Viele Grüße,
Robert
 
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