Galaxien in Pisces und Aries

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Achim

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Hallo,

nach längeren Abstinenz sowohl beim spechteln als auch auf dem Forum möchte ich Euch an meiner gerstrigen Beobachtungsnacht teilhaben lassen.


Bericht vom 15.10.2006; 20.20h - 23.00h

Ausrüstung: Newton-Teleskop, Öffnung 506mm, Brennweite 2385mm, (f/4,7) Ursus
Dobsonmontierung

verwendete Okulare: 26mm Nagler Typ4 (91-fach) ; 17mm Nagler Typ 4 (140-fach); 13mm Nagler Typ1 (183-fach), 9mm Nagler Typ6 (265-fach)

Ort: freies Feld gut 1km außerhalb Losauchrach, ca. 400m ÜNN
Temperatur: 20.00h 9 C ; 023.00h 6 C
Seeing: 2 - 3


Wetter: morgens noch nebelig, tagsüber mehr und mehr Sonne. Verglichen mit den letzten Tagen weniger Dunst

Beobachtete Objekte:
Galaxien:
PSC: NGC7541, NGC7537, NGC7518, NGC7611, NGC7619, NGC7616, NGC7626, NGC7631, NGC7623, NGC7608, NGC7612, M74
ARI: NGC772, NGC770, NGC691, NGC680, NGC678, NGC674
TRI: M33
AND: M31, M32, M110


Die Mondphase ist seit Freitag so weit fortgeschritten, dass Deep-Sky abends wieder Sinn macht. Freitag und Samstag gab es noch sehr viel Dunst (der Nebel hatte sich erst spät aufgelöst). Am Sonntag dann gute Bedingungen. Einziger Wehmutstropfen: Die Arbeitswoche sitzt im Nacken – die Spechtelnacht wird nicht zu lange werden.

Tags mit Freunden ins Freilandmuseum nach Bad Windsheim, spät Nachmittags eine kleine Runde auf dem Rennrad, dann Teleskop zum Temperieren rausstellen, ein bischen in Karten einlesen. Eigentlich wollte ich mit Astrokollegen beobachten, doch Mike war platt und Uwe – hatte ich nicht mitbekommen – ist weggezogen und spechtelt nun in südlichen Gefilden.


Um 20.00h geht es ab nach Losaurach. Ursus ist zügig aufgebaut, justieren geht auch nach (wieder mal) längerer Pause zügig von der Hand. Nun schweift der Blick. Cygnus steht im Zenith, Lyra hat die Kulmination bereits hinter sich. Bootes im Osten, im Westen sieht man schon die Pleyaden – es wird, nein ist der Herbst eingekehrt. Grenzhelligkeit bestimme ich mit knapp über Mag 6.0 in Andromeda – nicht schlecht!. Heute will ich in Pisces auf die Suche gehen, dort gibt es einiges an GX’en, meist jedoch von der kleinen, lichtschwächeren Sorte. Es braucht einen Moment bis ich den „Kopf“ des nördlichen Fisches ausgemacht habe. Einstieg ist Gamma Pisces, mit Mag 3.6 einer der helleren Sterne. Von dort ist man gleich knapp 1 ½ Grad zur 2er Gruppe


NGC7541 - GX- PSC - (mag 11,7 - 13,2; 3,5 * 1,2') GH 5,8
NGC7537 - GX- PSC - (mag 13,2 - 13,3; 2,1 * 0,4') GH 5,8
gehoppt. NGC7541 liegt von 8h nach 2h etwa 3 zu 1 elongiert im GF. Der Zentralbereich deutlich länglich, ähnlich wie die Außenkontur, nicht gleichmäßig hell und etwas hin zu einem ca. Mag 11 Vordergrundstern – dieser steht knapp außerhalb der GX in der Linie der Hauptachse auf 8h - verschoben. Etwa 3’ NW der GX eine eng stehende 3er Gruppe Vordergrundsterne geschätzt Mag 13..14 in Form eines gleichwinkligen Dreiecks.
Nahezu waagrecht liegend die schmale (1:4) GX NGC7537 etwas nach O versetzt mit ovalem merklich hellerem Zentralbereich. Beobachtet wurde im 26er, 17er und 13er Okular. Eine interessante Gruppe!




Etwas weiter nördlich eigentlich wieder 2 GX’en, ich nur eine sicher beobachten.

NGC7518 - GX- PSC - (mag 13,4 - 13,7; 1,4 * 1,0') GH 5,8
Recht klein, rundlich wirkend. Steigere die Vergrößerung bis 265-fach. Nun wirkt die GX unruhig, kann mich aber nicht festlegen, ob dies von spiraligen Strukturen oder einfach Unregelmäßigkeiten herrührt. Nur 5’ nördlich wäre die GX-Nadel UGC12423. In meinem Ausdruck war die nicht verzeichnet. Mit Konzentration auf das Zielgebiet sicherlich eine lösbare Aufgabe mit Ursus bei gestrigen Bedingungen – mist!


Nochmals gut 2 Grad nördlich stoße ich ein GX-Nest. Der Starhop geht zügig, in der Region steht ein Mag7 Vordergrundstern (TYC1162-00373-1), der im Sucher leicht zu identifizieren war. Die nächsten 20min bin ich damit beschäftigt, eine Skizze anzufertigen. Das wächst richtig aus, da immer wieder mal eine kleine GX einzubinden ist. Am Schluss sind es 7 oder 8 und mehrere dutzend Vordergrundsterne.


NGC7611 - GX- PSC - (mag 12,5 - 12,3; 1,5 * 0,7') GH 6,0
Eine kleine ovale GX welche ob der hohen Flächenhelligkeit auf Anhieb auch bei Mininalvergrößerung erkennbar ist. Ich wechsle gleich zum 17er (140-fach). Ein etwa 2,5:1 Oval, schräg von 8h nach 2h im GF mit runder stellar wirkender Zentralkondensation. Links und rechts der Hauptachse, etwa 2’ nach NO versetzt zwei gleich helle (Mag 13-) Vordergrundsterne.


Auch im 17er Oku gemeinsam einstellbar (Distanz ca. 10’) die GX’en
NGC7619 - GX- PSC - (mag 11,1 - 12,9; 2,8 * 2,8') GH 6,0
NGC7617 - GX- PSC - (mag 13,8 - 13,2; 0,9 * 0,7') GH 6,0
Erstere sofort erkennbar, letztere nicht. NGC7617 wirkt stellar, der kleine Halo fällt kaum auf. Im 9er bei 265-fach dann aber doch eindeutig. NGC7619 strukturlos, mit flächig-hellem, rundlichem Zentralbereich und allmählich auslaufendem Halo. Ähnlich groß, ähnlich hell in direkter Nachbarschaft westlich


NGC7626 - GX- PSC - (mag 11,1 - 13,1; 3,0 * 2,7') GH 6,0
Die GX’en könnten als Zwillinge durchgehen. Auch hier keine Chance auf Strukturen, nur fließender Helligkeitsverlauf hin zum Halorand. Hin zu NGC7619 im Randbereich ein Mag14 Vordergrundstern.


Praktisch: ohne nachschubsen läuft einem gleich die nächste GX ins GF, auch wieder nur wenige Bogenminuten entfernt.

NGC7631 - GX- PSC - (mag 13,1 - 13,2; 1,7 * 0,7') GH 6,0
Ein längliches Oval mit selbigem Zentralbereich quer im GF. Der äußere Halo grenzt sich stärker zum Hintergrund ab als bei den vorherigen GX’en. Die geringere Flächenhelligkeit reicht bei mittleren Vergrößerungen für direkte Sichtung noch gut aus.


NGC7623 - GX- PSC - (mag 12,9 - 12,8; 1,3 * 0,9') GH 6,0
Bildet die nördliche Spitze eines gedachten Dreiecks mit den rundlichen NGC7626 und NGC7619. Leider auch wieder ohne erkennbare Strukturen, eingebettet in eine Reihe von Vordergrundsternen. So mancher Lichtpunkt in der Region kommt mir etwas verwaschen vor, da sind sicher einige keine Sterne sondern Kernbereiche schwacher GX’en. Einer davon ist eindeutig länglich, hier handelte es sich (nach Nachbereitung) um NGC7621



Am nächsten Objekt suche braucht es eine ganze Weile und indirektes Sehen, bis ich mir sicher bin die GX erhascht zu haben.

NGC7608 - GX- PSC - (mag 14,2 - 13,6; 1,5 * 0,4') GH 6,0
Zwei Sternenpaare (westlich in 4’ grob untereinander ca. Mag11) bzw. südlich ca. 8’ Mag 9 identifizieren die Position eindeutig. Nach Flächenhelligkeitsangabe hätte ich mir das Objekt leichter vorgestellt.


Eine geht noch:
NGC7612 - GX- PSC - (mag 12,8 - 12,9; 1,6 * 0,8') GH 6,0
Einfacher, vor allem wegen des relative hellen, stellaren Zentralbereichs (evl. Fordergrundstern in der GX?), umgeben von länglichem, blassen Halo.


Beobachtet wurde meist mit dem 9er um den Hintergrund dunkler zu bekommen. Seeing war gut genug, die Sterne (meist) punktförmig bei 265-fach zu fokussieren.
Anfangs ging das Beobachten noch ohne Leiter, nur musste ich mich mehr und mehr strecken, da Pisces langsam kulminierte, nun geht es nicht mehr ohne selbige, da ich – der Region treu bleibend – mehr nach NO schwenke in das Sternbild Aries.

Von Gamma Ari ist die – im Vergleich zu den vorherigen Objekten – sehr große GX unmittelbar aufgefunden.

NGC772 - GX- ARI - (mag 10,3 - 13,9; 7,5 * 4,3') GH 6,0
NGC770 - GX- ARI - (mag 12,9 - 12,9; 1,1 * 0,8') GH 6,0
Endlich wieder etwas Strukturen. Die NGC772 erscheint unsymmetrisch. Das Zentrum dabei nahezu rund, flächig hell. Spiralarme? Nicht wirklich erkennbar, südlich vielleicht einer, die GX wirkt fast kommaförmig. Der Halo nicht gleichmäßig, leicht unruhig. Eine GX die ich mir für spätere Besuche vormerke. In unmittelbarer Nähe NGC770 als breites, recht helles, kleines Oval.


Wie kurzes nachsehen zeigt ist NGC772 nicht im Karkoschka – wäre m.E. durchaus Wert, aufgenommen zu werden. Bei dem Blick in das Büchlein fällt mir M74 in der Region auf. Warum nicht?

M74 - GX- PSC - (mag 9,4 - 14,2; 10,0 * 9,4') GH 6,0
Auffinden ist spielend leicht (wenn der Himmel dunkel genug ist). Im 5-Zoll Suchernewton sehe ich einen nahezu kreisrunden, blassen strukturlosen Blob. In Hauptinstrument ... wow! Ein wirklich großes Teil. Das Runde Zentrum etwas heller, insgesamt die Flächenhelligkeit jedoch gering. Ein Objekt für richtig dunklen Himmel, der ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht gut genug um viele Details zu offenbaren. Graduelle Helligkeitsunterschiede und ein Hauch von Spiralarmen, ja. Einige Lichtknötchen und eine Reihe von Vordergrundsterne – das ist die visuelle Ausbeute. M74 unter Alpenhimmel ist sicherlich eine Wucht, auch so eine tolle GX!


Zurück im Aries geht es startend von Beta ARI etwa 1 ½ Grad nördlich in die unmittelbare Nähe von 1Ari, einem Mag 5.8-Stern. In dieser Region harren einige kleiner GX’en der Beobachtun.

NGC691 - GX- ARI - (mag 11,4 - 13,7; 3,4 * 2,5') GH 6,0
Auffällig ein Doppelstern knapp außerhalb der ovalen GX-Halos nach NO, geschätzt jeweils Mag10/11 hell und von gleicher Farbcharakteristik. Die GX mit fast stellarem helleren Zentralbereich und blassem Halo. Nördlich bildet eine Mag13 Sternengruppe ein umgedrehtes ‚Y’ (in Newton)


Weniger als ein 17er GF nach Norden lassen sich zwei GX’en gemeinsam einstellen, diese stehen so nah beieinander, dass auch im 9er bei 265-fach eine Doppelbeobachtung möglich ist.

NGC680 - GX- ARI - (mag 11,9 - 13,1; 1,8 * 1,6') GH 6,0
NGC678 - GX- ARI - (mag 12,2 - 13,4; 4,1 * 0,8') GH 6,0

Erstgenannte GX rundlich-oval mit kräftigem flächigem Zentralbereich. Östlich, etwa 4’ entfernt ein markant heller Fordergrundstern – etwa Mag 11. Dazwischen, nach S versetzt abermals ein Doppelstern, etwa Mag12, geschätzt mit 6“ Distanz. NGC678 mit gänzlich anderem Charakter: quer im GF liegend eine lang gezogene, schmale GX, fast edge-on. Ich meine mit Ansatz eine Staubbands, welches vor der Zentralbulge zu erahnen ist. Nicht ganz einfach, hier Details ausmachen zu wollen.


Nur ½ Grad östlich die letzte GX der Region für mich an diesem Abend:

NGC674 - GX- ARI - (mag 12,8 - 14,5; 4,4 * 1,4') GH 6,0
Trotz der geringen Flächenhelligkeitsangabe sofort erkennbar, im 17er, dann im 13er. Etwas unsymetrisch liegt der länglich-ovale Zentralbereich im Halo. Ich notierte: evtl. Staubband im südlichen Bereich. Die Nachbereitung zeigt das dies nicht stimmt, vielmehr eine Spiral-GX in Schräg-Seitansicht. Das vermeintliche Staubband ist der dunklere Bereich zwischen Spiralarmen.


Ich habe genug von Fuzzeln. Es strengt mich sehr an Details herauszukizzeln. Lieber noch etwas einfachere Nahrhafte Kost.

M33 in Triangulum offenbart sich im 5er Newtonsucher schon deutlich, im Hauptinstrument bei Minimalvergrößerung fast GF-füllend. Richtig hell die HII-Region nahe dem Ende des NO-Spiralarms. Durch den OIII-Filter kommt insgesamt noch viel GX-Licht auf die Netzhaut, weite Regionen des Zentrums und in den Südlichen Bereichen scheinen in diesem Bereich Licht zu emitieren.

Zum Abschluss die bekannte Andromedagalaxie M31 mit Begleitern M32 und M110 – tausende male beschrieben, immer wieder gut. Erfreulich wie deutlich sich die zwei Staubbänder in dieser Nacht bei M31 abheben, wunderschön die Übergänge und zarten Licht/Dunkelstrukturen.

Gegen 23.00h wird abgebaut und eingepackt. Bei Losfahren hat es 6 Grad am Beobachtungsplatz oberhalb des Aurachgrundes, im Tal selbst sind es nur noch 3 Grad mit einzelnen Nebelbänken.

Spaß hat es gemacht - ich hoffe auf baldige Fortsetzung.

Viele Grüße

Achim
 
Hallo Achim,
endlich mal wieder ein Bericht von dir. Wie immer sehr interessant
und ausführlich. Das habe ich die letzten Monate echt vermisst, auch
wenn ich deine Leidenschaft für Galaxien jenseits der 13. Größenklasse
nach wie vor nicht teile.
Da ich am Wochende ebenfalls meinen 20-Zöller im Einsatz hatte, habe
ich ein paar allgemeine Fragen an dich:
- Wie sehr hattests du mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen?
Wir wohnen ja nicht allzu weit auseinander und bei mir war es so,
daß der Himmel zwar wolkenlos aber doch ziemlich dunstig war.
Die Milchstraße war eher matt und unspektakulär und unterhalb von
20° Horizonthöhe waren nur noch wenige Sterne sichtbar.
Die Grenzgröße im Zenit habe ich zu max. 6,5 geschätzt. M33 an der
Wahrnehmungsgrenze. Später in der Nacht gegen 22 Uhr wurde die Himmelsqualität spürbar schlechter, aber noch viel schlimmer: Die Okulare fingen an zu beschlagen. Ein Problem mit dem ich in den meisten Nächten zu kämpfen habe. Wie siehts da bei dir aus?
- Thema Seeing?
In diesen beiden Nächten war das Seeing recht brauchbar. 300-fach
konnte ich oberhalb von 50° noch zufriedenstellend scharfstellen.
In 30° Höhe war bei bestenfalls 200-fach Schluß. Meistens ist das
Seeing aber deutlich schlechter. Selbst bei 100-fach kann man
häufig schon nicht mehr von punktförmigen Sternen sprechen.
Gehts dir genauso?
- Wie viel sollte ein 20-Zöller leisten? Manchmal zweifle ich ganz
schön an der Performance meines Teleskopes. Zum Beispiel ist
der Zentralstern im Ringnebel jedesmal ein schwieriges Objekt und
nur aufblitzend erkennbar. Manchmal rede ich mir ein, daß das
Seeing oder sonst irgendwelche Umstände daran Schuld sind.
Aber das kann ja auch nicht ständig der Grund sein, daß ich an
vielen Objekten nicht viel mehr erkenne als mit meinem 10-Zöller.
Wie beurteilt man eigentlich die Qualität eines Spiegels? Ich bin
zwar kein Optiktester, aber wenn ich behaupte das die Qualität
für Deep-Sky gut genug ist, wenn sich Sterne beim scharftstellen
schön punktförmig zusammenziehen, dann liege ich doch nicht
ganz falsch, oder?
Ich hoffe auf ein paar klärende Zeilen deinerseits
Schöne Grüße und viel Erfolg heute Nacht, so wie es momentan
aussieht ist der Horizontdunst schon wieder weniger geworden
 
Hallo Coltrane,

gerne versuche ich deine Fragen zu beantworten:


- Wie sehr hattests du mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen?

In der Nacht zum Sonntag war es wesentlich weniger dunstig als die Nächte zuvor, ich hatte in den knapp 3 Stunden keine Schwierigkeiten am 20er, beim Suchernewton war jedoch das Okular (27er Panoptik) die letzten 20min auf der augenseitigen Linse angelaufen - mit vorsichtigem Wischen ging es dann jedoch.

Wie bewahrst Du die Okulare auf? Sternenfreunde schwören auf beheizbare Okularkoffer (ich habe so etwas nicht)- vielleicht schafft dies Abhilfe. Ich selbst stecke die Okus in ein Aufbewahrungsbrett an der Leiter, bei feuchtem Wetter stecke ich die Abdeckkappen auf, um Taubeschlag zu vermeiden.


- Thema Seeing?
In diesen beiden Nächten war das Seeing recht brauchbar. 300-fach
konnte ich oberhalb von 50° noch zufriedenstellend scharfstellen.
In 30° Höhe war bei bestenfalls 200-fach Schluß. Meistens ist das
Seeing aber deutlich schlechter. Selbst bei 100-fach kann man
häufig schon nicht mehr von punktförmigen Sternen sprechen.
Gehts dir genauso?

Ja, mir geht es oftmals ähnlich. Wie auch Du überfällt mich ab und an der Zweifel an der Optik (die ich selbst geschliffen habe). Ich weis das mein Spiegel auf dem äußersten cm einen etwas abgesunkenen Rand hat; mit Abblenden konnte ich jedoch keine spürbare Verbesserung feststellen, daher lasse ich dies. Will ich aber nochmals testen, wenn die Gasriesen wieder gut zu beobachten sind.

- Wie viel sollte ein 20-Zöller leisten? Manchmal zweifle ich ganz
schön an der Performance meines Teleskopes. Zum Beispiel ist
der Zentralstern im Ringnebel jedesmal ein schwieriges Objekt und
nur aufblitzend erkennbar.
Auch ich tue mir schwer beim Zentralstern. Es gibt Nächte, da bekomme ich den gar nicht, ab und an ist dieser indirekt stabil haltbar, direkt stabil hatte ich bisher noch nicht.


Manchmal rede ich mir ein, daß das
Seeing oder sonst irgendwelche Umstände daran Schuld sind.
Aber das kann ja auch nicht ständig der Grund sein, daß ich an
vielen Objekten nicht viel mehr erkenne als mit meinem 10-Zöller.
Wie beurteilt man eigentlich die Qualität eines Spiegels? Ich bin
zwar kein Optiktester, aber wenn ich behaupte das die Qualität
für Deep-Sky gut genug ist, wenn sich Sterne beim scharftstellen
schön punktförmig zusammenziehen, dann liege ich doch nicht
ganz falsch, oder?

Hast Du dir die Interferenzringe bei hoher Vergrößerung (AP 1,5 bis 1mm) intra- und extrafokal betrachtet? Dies kann schon Aufschluss geben, ob bei deinem Spiegel ein (größeres) Problem vorliegt. Mit Ronchigitter kann man auch recht einfach prüfen, ob der Spiegel zumindest (über die ges. Fläche) beugungsbegrenzt ist.
Wenn wir es schaffen sollten einmal gemeinsam zu spechteln will ich gerne deine Optik soweit prüfen, wie mir dies auf dem Feld möglich ist.
Dein Beobachtungsplatz war doch grob Richtung Beratshausen? - habe dies leider nicht mehr in Erinnerung.

Viele Grüße

Achim
 
Hi Achim,

schöner Bericht von dir. Gestern war ich auch unterwegs. Ich war auch in den Fischen auf Galaxien jagd. Natürlich nicht so tief wie du, aber einiges ging auch.

Gruß

Lots
 
Hallo Achim,
vielen Dank für deine Worte. Gegen ein gemeinsames Beobachten
irgendwann mal hätte ich nichts einzuwenden. Nur blöd daß das
gute Wetter anscheinend schon wieder zu Ende ist. Mein neuer
Beobachtungsplatz liegt etwa 5 Km östlich der Autobahnausfahrt
Beratzhausen. Gegenüber meinem alten Platz bietet der Neue eine
perfekte Sicht bis zum südlichen Horizont und ist außerdem besser
gegen vorbei fahrende Autos geschützt. Lichtverschmutzung gibt
es an beiden Plätzen so gut wie überhaupt keine.
Zur Teleskop-Performance:
Die letzten vier Nächte war ich draußen (man glaubt es kaum) und
hatte dabei einmal auch den 10-Zöller mitgenommen. Nun meine ich
den Grund für das vermeintlich schlechte Abschneiden des 20ers
erkannt zu haben. Den 10er habe ich schon viel länger und hatte
auch schon einige exzellente Nächte damit. Und genau aus diesen
Top-Nächten sind mir noch viele Eindrücke in Erinnerung. Daß der
20er bei den momentan doch eher nur durchschnittlichen Bedingungen keine überwältigenden Resultate liefern kann, scheint womöglich
absolut normal zu sein. Teilweise war ich echt schockiert, wie wenig
man mit 10 Zoll und Normalhimmel im Bereich Galaxien erreicht.
Der Unterschied, das weiß ich jetzt, ist doch größer als lange Zeit
angenommen. Vieles merkt man halt erst, wenn man mal einen
direkten Vergleich hat.
Zum Thema Beschlagen:
Meine Okulare liegen in einer Schuhschachtel die auf dem Auto
platziert wird. Dort bleiben sie meist eigentlich trocken. Aber sobald
ich durchschaue gehts schon los. Vielleicht liegt das auch an meinen
Augen. Die sind bei Wind und Kälte sehr empfindlich und tränen
dann recht stark. Möglicherweise überträgt sich die Augenfeuchtigkeit
auf die Linsen. Übrigens, beheizten Okularkoffern stehe ich etwas
skeptisch gegenüber. Denn wenn ich ein kaltes Okular wärmerer
Luft aussetze, dann beschlägt es doch noch viel schneller. Und wenn
ich dieses Okular kurz darauf schon wieder brauche dann siehts
erst richtig übel aus.
Zum Thema Seeing/Spiegelqualität:
Eigentlich glaube ich schon daß mein Spiegel so schlecht nicht
sein kann. Eine Saturnbeobachtung bei 700-fach im April 2005
sprach damals Bände. Aber wie gesagt, ich bin kein Optik-Tester
und weiß ein afokales Beugungsbild nicht zu deuten. Deshalb will
ich mal so fragen: Ist es normal wenn der Polarstern bei 500-fach
und brauchbarem Seeing (5/10) wie ein verwaschener Flimmerball
aussieht, der so groß ist wie Jupiter bei 200-fach?
Ein deutliches "Ja" von dir würde mich sehr erleichtern.
Schöne Grüße
 
Hallo Markus,

vielen Dank für dein Feed-back. Es freut mich, dass du noch so aktiv bist, und deine Beobachtungen dokumentierst. Eben habe ich deinen Bericht gelesen. An NGC660 in den Fischen hatte ich nicht gedacht, da werde ich mich schlau machen.

Viele Grüße und klare Nächte wünscht

Achim
 
Hallo Achim, Lothar,

schön, wieder von Euch beiden zu lesen!

Ihr wart ja Gx-mäßig recht erfolgreich, Glückwunsch!

Ich war vorgestern (Dienstag Abned) im Garten spechteln, für Gx war es zu wenig transparent, einige interessante Dine im Perseus waren zu beobachten, die Gx NGC72 in Triangulum entzog sich allerdings der Wahrnehmbarkeit - trotz 10"...

Bericht folgt die Tage, nachdem jetzt bis auf eins alle Mondbilder verarbeitet sind.

Viele Grüße

Markus


____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
____________________________________________________

DANUBIA - [COLOR="1070FF"]OBSERVATORIUM[/color]

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de
 
Hallo Achim, ....ohne Worte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" />
 
Hi Markus,

haste dir mal den Kometen SWAN M4 angeguckt, der ist momentan voll der Bringer.

Ja, die GX, meine Lieblinsgobjekte. Viele benötigen einen dunklen Himmel, so ab 5m und besser. NGC 772 ist auch lichtschwach, zwar nicht so schlimm wie M74 oder NGC660, aber auch nicht gerade einfach. In der Gegend muss noch NGC770 stehen, aber die ist noch schwieriger, da nur 13m hell!

Gruß

Lots
 
Hi Lothar,

habs gestern auf der Sternwarte auch gehört.
Hab aber den SWAN bis dato noch nicht beobachtet... Werd es bei nächster Gelegenheit tun!

Gruß

Markus

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