Galaxien und Nebelbeobachtung

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Dennis2828

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Hallo zusammen,

gestern hat hier in NRW mal wieder das Wetter mitgespielt und es war ohne Mond schön klar. Bin an ein nahes Fleckchen gefahren um durch mein 8" Dobson ein bisschen Deep Sky zu schauen. Hier in der Gegend kann man aber maximal einen wie auch gestern 5 mag Himmel erwarten. Viel zu viele Städte in der Nähe. :(

Hab mir erst ein paar schöne Sternhaufen angeschaut, z.B. M45, M44 (mein Favorit der offenen Sternhaufen, einfach wunderschön ;)), M13, M5.
Hab mich dann an Nebeln versucht, wobei mir schon klar war das es schwer werden würde, da ich mir noch unbedingt einen O III oder UHC Filter zulegen muss. M42 gesehen, aber im Orion waren andere Nebel unsichtbar wie der Flammennebel und NGC 1977. Ebenfalls konnte ich den Krebsnebel und auch den Kleinen Hantelnebel nicht ausmachen, Ringnebel jedoch schon. War da schon ein wenig enttäuscht, da ich dachte ich könnte vielleicht wenigstens einen lichtschwachen Nebel finden. Ich glaube zu viel vergrößern ist hier auch nicht gut, weil die Objekte doch sehr flächig sind außer M57.

Jetzt komme ich zu dem was mich doch sehr überrascht hat. Bei den Galaxien sah das Ganze schon viel besser aus. Hab die Bodes Galaxie und auch die Zigarrengalaxie sofort gefunden und konnte sogar schon leichte Aufhellungen außerhalb des Kerns feststellen. Sie standen auch schön hoch, aber vor allem die Zigarrengalaxie hat mich überrascht mit ihren 8,4 mag Flächenhelligkeit. Die Feuerradgalaxie und Whirlpool Galaxie waren noch schwach zu erkennen, wogegen M31 unspektakülär und M33 nicht auszumachen waren. Die sind ja leider sehr horizontnah zurzeit.

Eigentlich sagt man ja das vor allem Galaxien einen sehr dunklen Himmel brauchen, deshalb hat mich das doch überrascht. Habt ihr schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht oder ist es bei euch anderes? Hoffe meine Erfahrungen waren interessant für euch, bin noch eher Anfänger aber habe schon sehr viel gelesen und kenne die meisten interessanten Objekte. :D
Zudem hatte ich überlegt die Tage mal in die Eifel zu fahren. Hat jemand dort schon mal beobachtet und wenn ja lohnt es sich? Gibt dort ja ein paar schön dunkle Ecken. Würde da schon einen 6-6,5 mag Himmel erwarten hmm.

Teilt mir gerne eure Erfahrungen.

Liebe Grüße,
Dennis
 
Hallo Dennis,

Zigarrengalaxie und Bodes sind schon recht hell. Die sieht man auch bei mittlerer Himmelsqualität noch im 50mm Sucher. Der Flammennebel braucht dunklen transparenten Himmel. Irgendwie wirkt bei dem auch mein UHC nicht besonders. Er steht außerdem jetzt schon tief wenn es richtig dunkel ist. Lieber im Winter probieren. M33 und M31 würde ich mir nur im Herbst geben.

In die Eifel auf Land zu fahren macht für Städter immer Sinn. Dunkle Orte siehe Light Pollution Map.

VG
Klaus
 
Hallo Dennis,

hier am Stadtrand habe ich auch meist eine Grenzgröße um 5mag. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei einem solchen Himmel mit einer kleineren Öffnung (8-10") im Vorteil ist. Beobachtet man hier z.B. mit f/4.5 16", sieht man oft nur einen hellgrauen Ausschnitt im Okular, ohne dass z.B. in M51 mehr Detail gesehen werden kann.

Bei gleicher Öffnung und einem Himmel von 6mag oder besser ist der Unterschied in der Wahrnehmung einer Galaxie wie M51 schon enorm. Siehst du schon bei 5mag Details, wird sich das bei dunklerem Himmel noch steigern.

Zu den Filtern: Ich würde einen [OIII]-Markenfilter nehmen. Er zeigt den härtesten Kontrast bei Nebeln, die in diesem Licht leuchten. Ein UHC ist breitbandiger und zeigt weniger Kontrast. Nur bei einigen wenigen Objekten habe ich mit einem UHC mehr gesehen, weil ein UHC ja (meist) auch Licht im Hß durchlässt. Für Sternhaufen und Galaxien (sog. Kontinuumstrahler) sind diese Filter aber nicht geeignet.

Obwohl diese Filter visuell meist belächelt werden und die Diskussionen darüber kontrovers sind, habe ich bei fst≈5.0mag positive Erfahrungen (bei Kontinuumstrahlern wie Sternhaufen und Galaxien) mit einem Lumicon Deep-Sky und einem Astronomik CLS gemacht. Bei vielen Na-Linien im Streulicht (z.B. Straßenlaternen) merkte ich immer Unterschiede im Vergleich zur Beobachtung ohne Filter. Mit zunehmendem LED-Anteil im Streulicht in den letzten Jahren verlieren diese Filter allerdings immer mehr an Wirkung.

Viele Grüße, Volker.
 
Hallo Dennis,

Ich habe in Stadtrandlage mit ebenfalls max. 5mag Himmel sehr gute Erfahrungen bei der Beobachtung von galaktischen Nebeln mit dem besonders breitbandigen UHC-S Filter von Baader gemacht. Dieser Filter erhöht den Kontrast deutlich ohne das Bild allzusehr abzudunkeln und - finde ich schön - lässt die Sternfarben noch bestehen. Von dort gehe ich direkt zu OIII oder H-Beta ohne die Zwischenstufe UHC. Ich schraube immer mal den UHC trotzdem rein um zu schauen, ob's doch mal was bringt, aber ich bekomme damit keine Aha-Effekte. Dann lieber ganz breitbandig mit UHC-S auf Entdeckungstour gehen, oder gezielt engbandig mit OIII oder H-Beta je nach spezifischem Objekt.

Ich kann auch bestätigen, dass gerade unter solchem Himmel externe Galaxien oft visuell mehr hergeben als galaktische Nebel. Ich schaue mir oft M81/82 zur Erholung an nachdem ich mir an galaktischen Nebeln die Augen verbogen habe. Überraschend ergiebig ist übrigens die UFO-Galaxie NGC 2683 am Südrand des Luchses. Die bekomme ich unter meinem 5mag-Himmel im 3-Zöller rein, und unter gutem Landhimmel wird sie schon mit dieser kleinen Öffnung richtig stark. Wir hatten die bisher nicht im BAfK (siehe meine Signatur unten) - ein Versäumnis, das bei der Aktualisierung des BAfK Ende dieses Jahres behoben werden wird :):whistle:

CS, Christopher
 
Hallo Dennis,

hier am Stadtrand habe ich auch meist eine Grenzgröße um 5mag. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei einem solchen Himmel mit einer kleineren Öffnung (8-10") im Vorteil ist. Beobachtet man hier z.B. mit f/4.5 16", sieht man oft nur einen hellgrauen Ausschnitt im Okular, ohne dass z.B. in M51 mehr Detail gesehen werden kann.

Bei gleicher Öffnung und einem Himmel von 6mag oder besser ist der Unterschied in der Wahrnehmung einer Galaxie wie M51 schon enorm. Siehst du schon bei 5mag Details, wird sich das bei dunklerem Himmel noch steigern.

Zu den Filtern: Ich würde einen [OIII]-Markenfilter nehmen. Er zeigt den härtesten Kontrast bei Nebeln, die in diesem Licht leuchten. Ein UHC ist breitbandiger und zeigt weniger Kontrast. Nur bei einigen wenigen Objekten habe ich mit einem UHC mehr gesehen, weil ein UHC ja (meist) auch Licht im Hß durchlässt. Für Sternhaufen und Galaxien (sog. Kontinuumstrahler) sind diese Filter aber nicht geeignet.

Obwohl diese Filter visuell meist belächelt werden und die Diskussionen darüber kontrovers sind, habe ich bei fst≈5.0mag positive Erfahrungen (bei Kontinuumstrahlern wie Sternhaufen und Galaxien) mit einem Lumicon Deep-Sky und einem Astronomik CLS gemacht. Bei vielen Na-Linien im Streulicht (z.B. Straßenlaternen) merkte ich immer Unterschiede im Vergleich zur Beobachtung ohne Filter. Mit zunehmendem LED-Anteil im Streulicht in den letzten Jahren verlieren diese Filter allerdings immer mehr an Wirkung.

Viele Grüße, Volker.

Hallo Volker,

danke, dann werde ich mir einen O III Filter kaufen und vielleicht hab ich bei Nebeln dann mehr Erfolg. Das mit den Galaxien und Sternhaufen kann man ja einfach ausprobieren ob man einen Unterschied sieht.
Wäre in meinem Fall der Orion Nebel strukturreicher mit einem UHC oder O III Filter?

Viele Grüße, Dennis
 
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Hallo Dennis,

Ich habe in Stadtrandlage mit ebenfalls max. 5mag Himmel sehr gute Erfahrungen bei der Beobachtung von galaktischen Nebeln mit dem besonders breitbandigen UHC-S Filter von Baader gemacht. Dieser Filter erhöht den Kontrast deutlich ohne das Bild allzusehr abzudunkeln und - finde ich schön - lässt die Sternfarben noch bestehen. Von dort gehe ich direkt zu OIII oder H-Beta ohne die Zwischenstufe UHC. Ich schraube immer mal den UHC trotzdem rein um zu schauen, ob's doch mal was bringt, aber ich bekomme damit keine Aha-Effekte. Dann lieber ganz breitbandig mit UHC-S auf Entdeckungstour gehen, oder gezielt engbandig mit OIII oder H-Beta je nach spezifischem Objekt.

Ich kann auch bestätigen, dass gerade unter solchem Himmel externe Galaxien oft visuell mehr hergeben als galaktische Nebel. Ich schaue mir oft M81/82 zur Erholung an nachdem ich mir an galaktischen Nebeln die Augen verbogen habe. Überraschend ergiebig ist übrigens die UFO-Galaxie NGC 2683 am Südrand des Luchses. Die bekomme ich unter meinem 5mag-Himmel im 3-Zöller rein, und unter gutem Landhimmel wird sie schon mit dieser kleinen Öffnung richtig stark. Wir hatten die bisher nicht im BAfK (siehe meine Signatur unten) - ein Versäumnis, das bei der Aktualisierung des BAfK Ende dieses Jahres behoben werden wird :):whistle:

CS, Christopher

Hallo Christopher,

interessant, NGC 2683 muss ich mir dann als nächstes mal ansehen. Oft sind die Galaxien ja auch von Vorteil, die mit ihrer Helligkeit nur eine kleine Fläche am Himmel abdecken. Die Ufo Galaxie sieht man ja nur von der Seite :)

Viele Grüße, Dennis
 
Hallo,

also es gibt auch breitere und schmalere UHC-Filter. Mein Orion Ultrablock soll eher schmallbandig sein.
Der hat auch schon einige Aha-Effekte gebracht. Viele Nebel sind ohne nicht wirklich sichtbar gewesen, zB. Crescent oder Nordamerika. Mit Filter auch bei kleinerer Öffnung kein Problem unter mittelmäßigem Landhimmel.

VG
Klaus
 
Hallo Christopher!
Ich habe in Stadtrandlage mit ebenfalls max. 5mag Himmel sehr gute Erfahrungen bei der Beobachtung von galaktischen Nebeln mit dem besonders breitbandigen UHC-S Filter von Baader gemacht. Dieser Filter erhöht den Kontrast deutlich ohne das Bild allzusehr abzudunkeln und - finde ich schön - lässt die Sternfarben noch bestehen.

Interessant, dass du diesen Filter benutzt. Ich habe ihn am Teleskop noch nicht "erlebt", er dürfte dem Lumicon Deep-Sky aber gar nicht so unähnlich sein (zumindest den Transmissionskurven nach, obwohl ich da bei Händlerangaben immer sehr skeptisch bin). Zumindest dürfte er meinem Lumicon DS (alte erste Generation) aber herstellungstechnisch überlegen sein. Allerdings ist dieser alte Lumicon DS einem neuen Astronomik CLS noch leicht überlegen, gemittelt über viele Beobachtungen verschiedener Objekte mit unterschiedlicher Öffnung. Ich nenne jetzt mal die echten ungeschönten Transmissionswerte meines Lumicon DS:
Hα (656nm) : 93%
Hβ (486nm) : 93%
OIII (496nm): 93%
OIII (501nm): 94%
Auch preislich ist der Baader UHC-S sehr interessant, vielleicht lege ich ihn mir ja auch noch zu :unsure:...

@ Dennis:
Bevor du einen teuren Filter kaufst, würde ich erst mal rein visuell ohne Filter loslegen. Dankbare Galaxien bei hellerem Himmel sind oft solche, die von der Ausdehnung klein und von der Flächenhelligkeit hell sind. Neben den Messier-Objekten bieten sich auch Objekte des sog. Caldwell-Katalogs an. Ein prima Buch mit Aufsuchkarten ist z.B. der "Karkoschka". Auch der von Christopher genannte BAfK ist eine tolle Zusammenstellung von Beobachtungsobjekten(y).

Meine Lieblingsquelle ist und bleibt aber der Burnham, mit vielen tollen Geschichten auch für nicht sternklare Nächte...

Viele Grüße, Volker.
 
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