Ehemaliges Mitglied
Hallo zusammen,
vergangenen Samstag packte mich mal wieder die Lust aufs Sternegucken. Und weil ich dort schon länger nicht mehr gewesen war, bin ich aus der Stadt raus gefahren - auf den Feldweg beim Gruselplatz.
Es war eine wunderschöne klare und mondlose Nacht. Hinter meinem Auto baute ich mein 60/700 Teleskop auf. Wie immer, nahm ich mir erst mal Zeit, um anzukommen. Ich blickte über den Sternenhimmel, wanderte die Andromedakette entlang - und erahnte an passender Stelle eine zarte Aufhellung. Sie lag an der Wahrnehmungsgrenze. Aber da meine Augen noch kaum an die Dunkelheit gewöhnt waren, freute ich mich sehr, freiäugig bereits jetzt etwas von der Andromedagalaxie sehen zu können. Berauscht von diesem Erlebnis, keimte in mir der übermütige Gedanke, es heute doch mal mit der Dreiecksgalaxie zu versuchen. Nicht, dass ich ernsthaft daran glaubte, mit meinem kleinen 60er auch nur einen Hauch davon sehen zu können. Aber ich wollte mit Hilfe der Sternkarte zumindest das entsprechende Gebiet am Himmel finden und mich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass ich nichts sehen würde.
Also richtete ich das Teleskop, mit dem 25 mm Okular bestückt, auf die Gegend zwischen der Dreiecksspitze und der Andromedakette. Und es brauchte auch gar nicht viel Sucherei, bis ich ein paar Sterndreiecke und -vierecke aus dem Karkoschka am Himmel wiederfand. Etwas erschwert wurde mir die Sache dadurch, dass ich im 60er Teleskop ja immer den Zenitspiegel drin hab, der ein seitenverkehrtes Bild liefert. Im 80er Teleskop beobachte ich durch ein Amiciprisma, das ein seitenrichtiges Bild liefert - was die Orientierung mit Hilfe einer Sternkarte doch sehr vereinfacht.
Aber gut, diesmal klappte es auch mit dem Zenitspiegel ganz gut. Und während ich mich Sternchen für Sternchen an das Galaxiengebiet herantastete, durchzuckte es mich plötzlich. Denn ich hatte den Eindruck, dass mir da beim sanften Weiterbewegen des Teleskops, eine Aufhellung durchs Bild zog. Reproduzierbar. Ich schwankte zwischen ungläubiger Freude und Zweifeln an meiner Wahrnehmung. Aber eigentlich war es ganz eindeutig: Da war etwas! Etwas Großes.
Natürlich hatte ich für diesen Beobachtungsausflug alles mögliche Andere vorbereitet gehabt, aber nicht M 33. Ich hatte keine Ahnung, welche Form oder Dimensionen mich bei ihr erwarten würden. Eigentlich hatte ich mir sowas in der Art von M 81 oder M 82 vorgestellt gehabt. So schwach, dass ich es eigentlich gar nicht sehen konnte. Und nun hatte ich diese großflächige Aufhellung im Blick, die mit längerer Betrachtungszeit immer deutlicher wurde. Das, was ich da sah, hatte wesentlich mehr Ähnlichkeit mit der Andromedagalaxie als mit den anderen beiden Galaxien.
Irgendwie zweifelte ich immer noch daran, dass das wirklich M 33 sein konnte, was ich da sah. Aber die Sternformationen in der Umgebung stimmten mit der Sternkarte überein. Und dieser zarte, helle Wattebausch saß genau an der richtigen Stelle. An der unteren Verbindungslinie eines großen auffälligen Sterndreiecks. Nebenbei: das ist doch der ideale Platz für die "Dreiecksgalaxie"!
Es war so schön, ich konnte es kaum fassen. Schließlich ist M 33 kein leichtes Objekt, wie auch ihr mir schon geschrieben habt. Und nun saß ich da und konnte sie sehen! Ich ließ mir Zeit, und allmählich konnte ich deutlich erkennen, dass dieser Wattebausch ein helles Zentrum besaß. Er hatte eine ovale, fast rundliche Form. Insgesamt eher lichtschwach, aber eindeutig direkt erkennbar. Je länger ich die Galaxie beobachtete, desto "größer" wurde sie. Ihre Ausmaße faszinierten mich neben der Tatsache, dass ich sie wirklich sehen konnte, am meisten.
Natürlich musste ich sie dann auch noch zeichnen. Hier das Ergebnis:
Am Abend darauf war ich neugierig, ob M 33 denn auch aus meiner Stadt heraus noch erkennbar sein würde. Mond gab es immer noch keinen, und so schleppte ich mein 60er Teleskop in die dunkle Ecke hinter unserem Haus. Dort suchte ich damit die Stelle am Himmel ein weiteres Mal auf. Tatsächlich konnte ich auch von dort aus M 33 finden. Aber merklich schwächer und kleiner als nachts zuvor draußen auf dem Feldweg.
Inzwischen hab ich mich zu der Galaxie in meinem Messierbuch etwas belesen. Da steht nun drin, dass man ab einer Öffnung von ca. 75 mm bei sehr guten Bedingungen sogar Ansätze der Spiralarme erkennen können soll. Hm. Ich hab ja auch noch ein 80 mm Teleskop, und man wächst mit seinen Aufgaben, ...
Euch allen wünsch ich ebenso schöne Sternenerlebnisse und klaren, dunklen Himmel.
Herzliche Grüße
Sabine
vergangenen Samstag packte mich mal wieder die Lust aufs Sternegucken. Und weil ich dort schon länger nicht mehr gewesen war, bin ich aus der Stadt raus gefahren - auf den Feldweg beim Gruselplatz.
Es war eine wunderschöne klare und mondlose Nacht. Hinter meinem Auto baute ich mein 60/700 Teleskop auf. Wie immer, nahm ich mir erst mal Zeit, um anzukommen. Ich blickte über den Sternenhimmel, wanderte die Andromedakette entlang - und erahnte an passender Stelle eine zarte Aufhellung. Sie lag an der Wahrnehmungsgrenze. Aber da meine Augen noch kaum an die Dunkelheit gewöhnt waren, freute ich mich sehr, freiäugig bereits jetzt etwas von der Andromedagalaxie sehen zu können. Berauscht von diesem Erlebnis, keimte in mir der übermütige Gedanke, es heute doch mal mit der Dreiecksgalaxie zu versuchen. Nicht, dass ich ernsthaft daran glaubte, mit meinem kleinen 60er auch nur einen Hauch davon sehen zu können. Aber ich wollte mit Hilfe der Sternkarte zumindest das entsprechende Gebiet am Himmel finden und mich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass ich nichts sehen würde.
Also richtete ich das Teleskop, mit dem 25 mm Okular bestückt, auf die Gegend zwischen der Dreiecksspitze und der Andromedakette. Und es brauchte auch gar nicht viel Sucherei, bis ich ein paar Sterndreiecke und -vierecke aus dem Karkoschka am Himmel wiederfand. Etwas erschwert wurde mir die Sache dadurch, dass ich im 60er Teleskop ja immer den Zenitspiegel drin hab, der ein seitenverkehrtes Bild liefert. Im 80er Teleskop beobachte ich durch ein Amiciprisma, das ein seitenrichtiges Bild liefert - was die Orientierung mit Hilfe einer Sternkarte doch sehr vereinfacht.
Aber gut, diesmal klappte es auch mit dem Zenitspiegel ganz gut. Und während ich mich Sternchen für Sternchen an das Galaxiengebiet herantastete, durchzuckte es mich plötzlich. Denn ich hatte den Eindruck, dass mir da beim sanften Weiterbewegen des Teleskops, eine Aufhellung durchs Bild zog. Reproduzierbar. Ich schwankte zwischen ungläubiger Freude und Zweifeln an meiner Wahrnehmung. Aber eigentlich war es ganz eindeutig: Da war etwas! Etwas Großes.
Natürlich hatte ich für diesen Beobachtungsausflug alles mögliche Andere vorbereitet gehabt, aber nicht M 33. Ich hatte keine Ahnung, welche Form oder Dimensionen mich bei ihr erwarten würden. Eigentlich hatte ich mir sowas in der Art von M 81 oder M 82 vorgestellt gehabt. So schwach, dass ich es eigentlich gar nicht sehen konnte. Und nun hatte ich diese großflächige Aufhellung im Blick, die mit längerer Betrachtungszeit immer deutlicher wurde. Das, was ich da sah, hatte wesentlich mehr Ähnlichkeit mit der Andromedagalaxie als mit den anderen beiden Galaxien.
Irgendwie zweifelte ich immer noch daran, dass das wirklich M 33 sein konnte, was ich da sah. Aber die Sternformationen in der Umgebung stimmten mit der Sternkarte überein. Und dieser zarte, helle Wattebausch saß genau an der richtigen Stelle. An der unteren Verbindungslinie eines großen auffälligen Sterndreiecks. Nebenbei: das ist doch der ideale Platz für die "Dreiecksgalaxie"!
Es war so schön, ich konnte es kaum fassen. Schließlich ist M 33 kein leichtes Objekt, wie auch ihr mir schon geschrieben habt. Und nun saß ich da und konnte sie sehen! Ich ließ mir Zeit, und allmählich konnte ich deutlich erkennen, dass dieser Wattebausch ein helles Zentrum besaß. Er hatte eine ovale, fast rundliche Form. Insgesamt eher lichtschwach, aber eindeutig direkt erkennbar. Je länger ich die Galaxie beobachtete, desto "größer" wurde sie. Ihre Ausmaße faszinierten mich neben der Tatsache, dass ich sie wirklich sehen konnte, am meisten.
Natürlich musste ich sie dann auch noch zeichnen. Hier das Ergebnis:
Am Abend darauf war ich neugierig, ob M 33 denn auch aus meiner Stadt heraus noch erkennbar sein würde. Mond gab es immer noch keinen, und so schleppte ich mein 60er Teleskop in die dunkle Ecke hinter unserem Haus. Dort suchte ich damit die Stelle am Himmel ein weiteres Mal auf. Tatsächlich konnte ich auch von dort aus M 33 finden. Aber merklich schwächer und kleiner als nachts zuvor draußen auf dem Feldweg.
Inzwischen hab ich mich zu der Galaxie in meinem Messierbuch etwas belesen. Da steht nun drin, dass man ab einer Öffnung von ca. 75 mm bei sehr guten Bedingungen sogar Ansätze der Spiralarme erkennen können soll. Hm. Ich hab ja auch noch ein 80 mm Teleskop, und man wächst mit seinen Aufgaben, ...
Euch allen wünsch ich ebenso schöne Sternenerlebnisse und klaren, dunklen Himmel.
Herzliche Grüße
Sabine